Neue AGQ-Broschüre erschienen

Das Thema Fachkräftemangel in Deutschland zieht sich durch nahezu alle Berufssparten. Ging es vor wenigen Jahren noch darum, die vielfältigen und zunehmenden Aufgaben in der Platzpflege mit dem bestehenden Personal bewältigen oder gar weiteres Personal einstellen zu können, scheint es derzeit so, als müsse man froh sein, überhaupt passende Mitarbeiter und Kollegen zu finden. Längst hat man sich vielerorts von der Vorstellung verabschiedet, eingehende Bewerbungen nur sichten und Personal auswählen zu müssen, vielfach gilt als neue Regel: „Wir als Unternehmen bewerben uns bei Dir, lieber möglicher Mitarbeiter!“ Und dies geht neuerdings auch über die Grenzen Deutschlands hinaus, geworben wird mittlerweile über die diversen Jobportale auch im Ausland. In einem privaten Gespräch berichtete zuletzt der Geschäftsführer eines renommierten Bonner Ingenieurbüros, dass die aus der TV-Werbung bekannte Stellen-Suchmaschine Indeed etablierten Portalen wie LinkedIn oder Monster gefühlt den Rang ablaufe und er auf diversen Portalen und zunehmend kreativ um Mitarbeiter werben müsse. Auch der Einsatz von Beratern und Head-Huntern wird immer mehr für die breite Masse der offenen Stellen wichtig, zu zeitaufwändig und schwierig gestaltet sich die bisherige Suche allein über Stellenausschreibungen in regionalen Printmedien.

 

Dem – zumindest im Golfbereich – entgegenzuwirken, ist das Ziel einer Initiative von Deutschem Golf Verband (DGV), Greenkeeper Verband Deutschland (GVD), Golf Management Verband (GMVD) und PGA of Germany. Auf der als gemeinsamem Karriereportal konzipierten Website www.traumjob-golfplatz.de soll in Kürze umfassend über Berufsbilder und Qualifizierungsmöglichkeiten in der Golfbranche informiert werden. Mit gezielter Ansprache von Neu- und Quereinsteigern in Haupt- und Ehrenamt werben dabei Sympathieträger der Szene um neue Mitarbeiter und Kollegen – insbesondere auch deshalb, weil Berufsbilder auf Golfanlagen außerhalb der Branche meist wenig bekannt und zudem unübersichtlich sind.

 

Parallel wurde jetzt die finale und neue Web-Version der AGQ-Broschüre „Anforderungsprofil Golfplatzpflegepersonal“ vorgestellt. Im Vorwort des seit über 20 Jahren tätigen Gremiums der in der deutschen Golflandschaft tätigen Verbände heißt es: „In der neu in 2022 aufgelegten Broschüre soll dem zwischenzeitlichen Wandel des Berufsbildes Rechnung getragen werden. Zugang und Karrierewege im Greenkeeping sind vielschichtiger geworden, in den leitenden Funktionen sind außer den fachspezifischen Kenntnissen vermehrt auch soziale, kommunikative und handlungsorientierte Kompetenzen gefordert. Der Wandel generiert neue Chancen, die AGQ gibt dazu Anregung, Orientierung und Hilfestellung für zukünftige und heutige Greenkeeper und andererseits für Golfanlagen als deren Arbeitgeber.“

 

Marc Biber, Leitung Umwelt und Platzpflege (DGV) und als DGV-Vertreter in der AGQ: „Wir sind der Überzeugung, dass Greenkeeper zukünftig neben den klassischen Aus- und Weiterbildungsinhalten auch im Digital- und Medienbereich Kompetenzen erwerben und up-to-date halten müssen.“ Und Hubert Kleiner, GVD-Ehrenmitglied und AGQ-Vorsitzender, weiter: „Die vielseitigen und insgesamt steigenden Anforderungen an Golfanlagen in puncto Datenerfassung und Auswertung, ein zunehmender Automatisierungsgrad bei Golfplatzpflegemaschinen, die multispektrale Fernerkundung sowie die Notwendigkeit, Mitglieder und Entscheidungsträger über die komplexen Zusammenhänge im Greenkeeping zu informieren, machen diese Neuauflage der AGQ-Broschüre aus 2012 erforderlich.“ Christina Seufert, Leitung GVD-Geschäftsstelle, die ebenso an der Überarbeitung der AGQ-Broschüre mitwirkte: „Bereits 2020 wurde von den Mitgliedern der AGQ beschlossen, das Projekt ‚neue AGQ-Broschüre‘ in Angriff zu nehmen. In einem bewusst ,Kleinen Arbeitskreis‘ wurde nahezu jedes Wort auf Aktualität geprüft, wurden die Anforderungsprofile an die jetzigen Bedingungen und Erfordernisse der Golfanlagen angepasst, um eine Vorlage für Stellenbeschreibungen zu schaffen. Diesen modernen Anforderungen soll unter anderem auch mit dem neuen Titelbild Ausdruck verliehen werden – ein herzlicher Dank an dieser Stelle an Fotograf Stefan von Stengel und unser GVD-Vorstandsmitglied Christian Steinhauser, der mit seinem Team als Model zur Verfügung stand.“

 

Zu finden ist die neue AGQ-Broschüre auf der GVD-Website greenkeeperverband.de, auf dem DGV-Serviceportal oder HIER (Download PDF).

 

Die AGQ wurde 2000 gegründet und hat ihren Sitz in Wiesbaden. Zu ihren Mitgliedern zählen (in alphabetischer Reihenfolge): Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bundesverband Golfanlagen e.V., Deutsche Rasengesellschaft e.V., Deutscher Golf Verband e.V., DEULA Bayern GmbH, DEULA Rheinland GmbH, European Institute of Golf Course Architects (EIGCA), Golf Management Verband Deutschland e.V., Greenkeeper Verband Deutschland e.V., Hochschule Osnabrück sowie Landwirtschaftskammer NRW.

 

Autor: Stefan Vogel | Greenkeepers Journal 2/2022

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