Employer Branding – quo vadis?

Das Modewort „employer branding“ hört man seit Beginn der Pandemie immer weniger. Seit Wiedereröffnung von Gastronomien, touristischen Dienstleistungen und ja, auch von Golfclubs wird der Ruf nach Fachpersonal jedoch immer lauter.

 

Ein Zufall? Nein. In der Pandemie haben Viele ihre berufliche Situation reflektiert. Arbeitszeiten, Gehalt, Work-Life-Balance. Und sind zu dem Schluss gekommen, lieber in einen vielleicht weniger aufregenden, dafür gut planbaren Job zu wechseln. Insbesondere, wenn das Gehalt sehr überschaubar ist.

 

Das Phänomen kam deswegen vermeintlich so überraschend, weil in den Jahren zuvor alle Stimmen, die in diese Richtung gedeutet haben, oftmals von den Arbeitgebern konsequent ignoriert wurden. Wenn wir ehrlich sind, hat sich die Misere schon lange angebahnt.

 

Mangelnde Bereitschaft, in Weiterbildung zu investieren, „Gefeilsche“ um 20 Euro Gehaltserhöhung im Monat, die absolute Selbstverständlichkeit, von Mitarbeitenden Wochenendarbeit zu erwarten. Und dann sich über den angeblichen Fachkräftemangel beschweren?

 

Das kann es und wird es – zu Recht – nicht mehr sein, wenn man erfolgreich gute Mitarbeitende für den Betrieb gewinnen will. Ich MUSS mich als Arbeitgeber einmal hinsetzen und überlegen, was ich jemanden bieten kann, wenn er oder sie bei mir arbeiten soll.

 

Und was machen die Betriebe weiterhin? Stellenanzeigen mit „wir erwarten“ als Programmpunkt. Nein: Es geht darum, zu zeigen, dass man die Bedürfnisse der Mitarbeitenden ernst nimmt und damit ist nicht der Kickertisch gemeint. Die psychischen (u.a. im Sekretariat) und physischen (v.a. im Greenkeeping) Belastungen im Laufe einer Golfsaison müssen in Gefährdungsbeurteilungen dokumentiert und benannt werden. Das ist die Basis, um entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wie man den Sprung über die Hürde an Anforderungen den Mitarbeitenden erleichtern kann. Menschen, die in Golfclubs arbeiten, haben ohnehin eine besondere Leidenschaft für die Materie. Es kommt ganz entscheidend darauf an, dass die Geschäftsleitung oder das Präsidium diese Leidenschaft nicht abtötet.

 

Diese Woche habe ich einen schönen Slogan für eine Personalanzeige gesehen: „Kein Schleudersitz, sondern ein Platz an der Familientafel“ (vom Golfpark Strelasund, danke dafür!). Schöner geht es kaum! Machen Sie sich also auf, und erklären den Menschen, warum es sich gut anfühlen wird, in Ihrem Golfclub zu arbeiten!

 

Autorin:  Eva Zitzler | golfmanager 1/2022

 

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