Neue Handicap-Regeln in Deutschland ab 2021

Count-Down für Einführung des WHS läuft

Im Januar 2019 gab der Deutsche Golf Verband (DGV) die weltweite Vereinheitlichung des World Handicap System (WHS) bekannt. 2020 begann die weltweite Umsetzung. Der DGV und eine Vielzahl anderer europäischer Länder gaben dann die Einführung bei ihnen ab 2021 bekannt. Ein Gespräch mit Malcolm Gourd, zuständig beim DGV für Regularien und Course Rating, zu den wichtigsten und am häufigsten gestellten Fragen finden Sie HIER.

 

Die wichtigsten Informationen des DGV zur Einführung des WHS 2021 inkl. einer Checkliste stellen wir Ihnen in Auszügen nachfolgend vor.

Neue Handicap-Regeln 2021

Weltweit werden derzeit die sechs verschiedenen Handicap-Systeme zu einem einheitlich geltenden WHS vereint. Obwohl jedes der Handicap-Systeme nur den Sinn hat, die Spielstärke eines Golfers auszudrücken, unterscheiden sich die Systeme teilweise sehr deutlich.

 

In Zeiten der Globalisierung reisen immer mehr Golfer in andere Länder. Der Golftourismus boomt und sowohl Deutsche, als auch Golfer anderer Nationen spielen international auf allen Kontinenten. Um die Handicap-Führung nach einheitlichen Regeln zu garantieren und auch international ein Fair-Play um die Platzierungen in den Nettowertungen sicherzustellen, wurden aus allen sechs derzeit geltenden Systemen die besten Aspekte übernommen und vereinheitlicht. So enthält auch das neue WHS viele Regelungen, die schon aus dem EGA-Vorgabensystem bekannt sind.

 

Was bleibt?

Für uns unverändert, werden Handicaps auch zukünftig bis zu einem maximalen Handicap von 54 geführt. Dies war eine Anforderung der EGA (European Golf Association), da in Europa sonst sehr viele Golfspieler gar kein Handicap mehr gehabt hätten. Sehr wichtig war es für uns außerdem, dass die einzelnen Nationalverbände auch weiterhin entscheiden können, ob der Anstieg eines Handicaps bei einem bestimmten Wert gestoppt werden kann. Dieser Wert wird in Deutschland unverändert bei 26,5 liegen. Oberhalb von 26,5 kann sich ein Golfer nur herabspielen. In diesem Bereich erfolgt keine automatische Heraufsetzung, es sei denn, auf Wunsch des Spielers.

 

Weiterhin unverändert bleibt für uns auch die Kalkulation der Handicaps auf Basis des bereits bekannten Course Ratings, also mit Hilfe der Course-Rating- und Slope-Werte. Wie schon bisher gewohnt, wird je nach Abschlag, Handicap und Spieler die individuelle Spielvorgabe ermittelt, die zukünftig nur „Course Handicap“ oder „Playing Handicap“ heißen wird. Außerdem können die sehr beliebt gewordenen, vorgabenwirksamen Runden über neun Löcher weiterhin gespielt werden.

 

Schon heute gibt es die Möglichkeit, vorgabenwirksame Runden außerhalb von Turnieren als Extra Day Score bzw. EDS-Runde zu spielen. Auch diese Regelung bleibt bestehen. Hier ändert sich nur der Name in „registrierte Privatrunde“. Andere private Runden, also alle nicht zuvor registrierten Runden, werden auch weiterhin nicht zur Berechnung der Handicaps herangezogen.

 

Unverändert bleiben weiterhin die Spielformate, die zur Handicap-Berechnung genutzt werden. So sind auch im World Handicap System nur Einzel-Zählspiele, das Zählspiel nach Stableford, der Maximum Score und die nur sehr selten gespielten Par- oder Bogey-Spiele vorgabenwirksam.

 

Was ist neu?

Es werden jedoch auch einige Neuerungen auf uns zukommen. Besonders ungewohnt wird dabei zunächst die Berechnungsmethode sein. Während die Vorgaben bisher aufgrund von Stableford-Nettopunkten fortgeschrieben worden sind, wird der zukünftige Handicap-Index auf Basis der Score Differentials nach jeder Runde neu berechnet. Der Score Differential ermöglicht die Vergleichbarkeit der Ergebnisse, die auf unterschiedlichen Plätzen erspielt wurden und beschreibt den Unterschied zwischen dem gewerteten Ergebnis und dem Course Rating unter Einbeziehung des Slope Ratings. Dazu werden die besten acht der letzten zwanzig Handicap-relevanten Ergebnisse bewertet. Nur aus diesen acht Ergebnissen wird der Durchschnitt ermittelt.

 

Damit entfallen die bisher genutzten Vorgabenklassen mit Pufferzonen und Herauf- und Herabsetzungsmultiplikanden. Zur neuen Durchschnittsberechnung werden sie nicht mehr benötigt. Da es keine unterschiedlichen Vorgabenklassen mehr geben wird, entfallen auch die Einschränkungen der bisherigen Vorgabenklasse 1. Im WHS können somit auch Spieler mit einem Handicap-Index von 4,4 oder besser Handicap-relevante Privatrunden spielen und an 9-Löcher-Turnieren teilnehmen, so wie es für die aktuelle Spielsaison aufgrund der besonderen Umstände ohnehin bereits ermöglicht worden war.

 

Eine weitere wichtige Neuerung für uns ist, dass ab 2021 alle Einzel-Zählspiel-Turniere während der Spielsaison immer Handicap-relevant sein werden. Von Mai bis September haben Spielleitungen somit nicht mehr die Wahl, ein Zählspiel-Turnier als „nicht vorgabenwirksam“ auszuschreiben. Da jedoch immer nur die acht besten der letzten zwanzig Ergebnisse eines Spielers zur Berechnung des Handicap-Index genutzt werden, beeinflussen die schlechteren zwölf Runden den Handicap-Index zunächst nicht. Nur bei anhaltend höheren Ergebnissen, wird auch der Handicap-Index entsprechend der tatsächlichen Spielstärke wieder ansteigen. Nicht Handicap-relevante Turniere sind während der Spielsaison in den Formaten möglich, die nicht für die Handicap-Berechnung genutzt werden können, wie Vierer oder Scrambles.

 

Das Handicap-Kalkulationsblatt (Scoring Record) eines Spielers enthält im WHS die jeweils letzten zwanzig Ergebnisse in chronologischer Reihenfolge. Wie bisher steht das zuletzt erzielte Ergebnis ganz oben, das älteste Ergebnis ganz unten im Scoring Record.

Nach dem neuen Verfahren werden die besten acht der Ergebnisse ermittelt und nur aus diesen der Handicap-Index berechnet. Sobald ein neues Ergebnis erzielt wird, steht es an erster Stelle im Scoring Record, das bisher 20. Ergebnis wird zum 21. und entfällt.

 

Bei vielen Spielern enthält das Scoring Record derzeit weniger als zwanzig Ergebnisse. In dem Fall werden auch die Handicap-Indizes entsprechend Abbildung 1 aus weniger als zwanzig Ergebnissen ermittelt.

Die Konvertierung

Nach demselben Verfahren wird auch die Konvertierung (einmalige „Umrechnung“) der bisherigen EGA-Vorgabe in den neuen Handicap-Index durchgeführt. Die Berechnung dazu erfolgt allein auf Grundlage der in den letzten vier Jahren erzielten, vorgabenwirksamen Ergebnisse, da nur damit die aktuelle Spielstärke widergespiegelt wird. Die Konvertierung erfolgt durch den DGV Ende November 2020.

Das Wichtigste für Spieler

Das Handicap ist Ausdruck des Spielpotenzials eines Golfers. Je mehr Ergebnisse ein Spieler erzielt, desto genauer spiegelt der Handicap-Index die aktuelle Spielstärke wider. Nur so ist ein Fairplay im Spiel um Nettoplatzierungen in Turnieren möglich.

 

Durch den Wechsel zum WHS verliert die bisherige EGA-Vorgabe ihre Gültigkeit und wird durch den neuen Handicap-Index ersetzt. Durch die Neuberechnung bei der Konvertierung ist es sehr wahrscheinlich, dass der Wert des neuen Handicap-Index von dem der bisher geführten EGA-Vorgabe abweicht. Nur Spieler, die in den letzten vier Jahren keine vorgabenwirksamen Ergebnisse erzielt haben, erhalten den Handicap-Index als Ersteintrag in das Scoring Record in unveränderter Höhe. Erst nach einigen neuen Ergebnissen spiegelt der Handicap-Index dieser Spieler ihre tatsächliche Spielstärke wider. Innerhalb von Deutschland werden die erzielten Ergebnisse nach Handicap-relevanten Runden automatisch durch den Heimatclub oder die auswärtige, gastgebende Golfanlage erfasst. Nur im Ausland erzielte Ergebnisse müssen Spieler selbst Ihrem Heimatclub übermitteln.

 

Autor: DGV | golfmanager 5/2020

1. Wo und wann kann ich mich als Führungsverantwortlicher zu den Inhalten der neuen Handicap-Regeln informieren?

Alle Informationen zu den Handicap-Regeln finden Sie im DGV-Serviceportal im Bereich Regularien: www.golf.de/serviceportal/whs. Die Publikation zum World Handicap System mit dem Titel „Handicap-Regeln“ finden Sie online auf dem DGV-Serviceportal, es wird daneben aber empfohlen, einige Exemplare der Handicap-Regeln für Spielführer, Management und Sekretariat sowie Vorgabenausschuss vorzuhalten. Zu bestellen ist die Broschur „Handicap-Regeln“ sowie das handliche „Golf-Handicap von A-Z“ über den KÖLLEN-Verlag unter www.koellen-golf.de.

 

Der DGV bietet auch Online-Schulungen (Webinare) für Führungsverantwortliche an:

 

  • Donnerstag, 12. November 2020, 18:00 Uhr
  • Mittwoch, 18. November 2020, 18:00 Uhr
  • Dienstag, 24. November 2020, 10:00 Uhr
  • Samstag, 28. November 2020, 10:00 Uhr
  • Donnerstag, 03. Dezember 2020, 10:00 Uhr
  • Dienstag, 08. Dezember 2020, 18:00 Uhr
  • Dienstag, 15. Dezember 2020, 18:00 Uhr
  • Samstag, 23. Januar 2021, 10:00 Uhr
  • Donnerstag, 28. Januar 2021, 18:00 Uhr

 

Weitere Termine nach Bedarf. Mit dem folgenden Link können Sie sich schon heute zu Ihrem gewünschten Termin anmelden: t1p.de/whswebinar. Übrigens: Das Webinar steht Ihnen ab Mitte November als Aufzeichnung auch zum jederzeitigen Abruf im DGV-Serviceportal bereit.

 

 

2. Wie informiert der DGV die Golfspieler und wie unterstützt mich der DGV? Welche Rolle kommt mir als Golf­anlage bei der Information der Spieler zu?

Ende November werden Sie vom DGV ein umfangreiches Paket zur Information Ihrer Golfspieler erhalten. Dies enthält u.a. Flyer, Plakate, Online-Banner und Mustertexte.

 

Der DGV wird Golfspielern über die Website www.golf-dgv.de umfangreiche Informationen zur Verfügung stellen. Sollten Sie zu den Neuerungen befragt werden, verweisen Sie bitte ab Ende November zuallererst auf www.golf-dgv.de.

 

Mit der Ausgabe des DGV-Ausweises 2021 werden die Golfspieler (auf dem Kartenträger) aufmerksamkeitsstark darauf hingewiesen, wo sie alle wichtigen Informationen rund um die neuen Handicap-Regeln finden, nämlich zuallererst unter www.golf-dgv.de. Der Moment der Entgegennahme des DGV-Ausweises spielt deshalb eine zentrale Rolle, weil nicht wenige Golfspieler auf ihrem DGV-Ausweis 2021 ein neu berechnetes Handicap, ihren Handicap-Index, finden werden, der vom letzten bisherigen Handicap abweichen kann. Ein daraus entstehendes Informationsbedürfnis wird deshalb dort direkt auf die www.golf-dgv.de gelenkt. Das Informationsangebot auf www.golf-dgv.de wird rechtzeitig mit der ersten Ausweisauslieferung zur Verfügung stehen.

 

Wollen Sie selbst Ihre Golfer, ähnlich wie in Regelabenden, informieren, dann nutzen Sie dafür unsere vertonte Erläuterung zur Handicap-Konvertierung. Sie finden diese im DGV-Serviceportal.

 

 

3. Ab wann gelten die neuen Handicap-Regeln?

Offizieller Starttermin ist der 01. Januar 2021. Für die meisten Golfer wird es aber wohl erst mit Beginn der Spielsaison 2021 und nicht schon mitten im Winter „ernst“, also wenn erste Turniere oder Handicap-relevante Privatrunden gespielt werden.

 

 

4. Was bedeutet es, dass „alle derzeitigen Handicaps noch in diesem Jahr konvertiert“ werden und wie läuft das ab?

„Konvertierung“ bedeutet, dass alle in Deutschland geführten EGA-Vorgaben nach den Berechnungsregeln der Handicap-Regeln zu „World-Handicap-Indizes“ werden. Der DGV plant die bundesweite Konvertierung für den 22. November 2020. Sie müssen dazu nichts machen – die Konvertierung passiert automatisch im System (DGV-Intranet). Bitte achten Sie darauf, dass dazu die Stammblatt-Daten aller Ihrer Mitglieder (inklusive der passiven Mitglieder) an das DGV-Intranet übertragen sind. Bei Rückfragen hierzu sprechen Sie bitte die Anbieter Ihrer Clubverwaltungssoftware (CVS) an.

 

Hinweis: Den neuen Handicap-Index erfahren Ihre Mitglieder und Spielberechtigte in den ersten Wochen und Monaten nach erfolgter Konvertierung am einfachsten auf www.golf-dgv.de. Zur Registrierung (die zur Zuordnung des Index zur richtigen Person notwendig ist) benötigen diese, wie üblich, die Daten ihres DGV-Ausweises. Um im Umstellungs-Winterhalbjahr die Registrierung selbst dann zu ermöglichen, wenn noch kein neuer Ausweis (2021) vorhanden ist, wird die Registrierung durch Ihr Mitglied/Ihren Spielberechtigten bis zum 31. März auch noch mit dem DGV-Ausweis des Jahres 2020 möglich sein.

 

 

5. Wie erfolgt die technische Umstellung auf die neuen Handicap-Regeln?

Ab dem Zeitpunkt der Konvertierung der heutigen Vorgaben muss Ihre CVS in der Lage sein, den Datenaustausch mit dem DGV-Intranet nach den neuen WHS-Standards durchzuführen. Je nachdem, wie ein CVS-Anbieter die Umstellung seiner Software organisiert, wird dies unterschiedlich ablaufen. Bitte beachten Sie die Hinweise Ihres jeweiligen CVS-Anbieters und kontaktieren Sie ihn zu Ihrer Information. Ab dem 22. November 2020 kann mit dem DGV-Intranet bezüglich Turnierabwicklung, Scoring Record (ehem. Vorgabenstammblatt) und Ausweisbestellungen nur noch mit der aktualisierten CVS kommuniziert werden. Das bedeutet, dass Sie die Umstellung möglichst frühzeitig mit Ihrem Software-Anbieter planen sollten, insbesondere dann, wenn Sie, wie bei Ihnen ggf. üblich, DGV-Ausweise des nächsten Jahres noch in diesem Jahr bestellen möchten. Genaueres zur Ausweisbestellung erfahren Sie im DGV-Rundschreiben zum DGV-Ausweis, das in der letzten Oktoberwoche verschickt wurde.

 

Der künftige technische Berechnungsvorgang des Handicap-Index eines Spielers läuft ab 2021 auf dem Intranet-Server des DGV. Dort sind, wie Sie wissen, auch schon bisher die Handicap-Daten aller Ihrer Golfspieler abgelegt und Ihre CVS verbindet sich ja regelmäßig mit unserem Intranet-Server zum Datenabgleich. Sie wickeln auch künftig weiterhin Ihre Turniere und Handicap-relevanten Privatrunden lokal mit Ihrer CVS ab.

 

Die Ergebnisse werden, ebenso wie bisher und gewohnt, durch Sie an den DGV-Intranet-Server übermittelt (z.B. mit Turnierabschluss). Anders als bisher wird dann dort die Neuberechnung des Handicap-Index erfolgen. Ihre CVS greift auf den dort gerechneten Handicap-Index zu.

 

Was sind die Vorteile dieses Vorgehens? Da es sich bei den Handicap-Regeln um ein inhaltlich völlig neues System handelt, ist für uns von größter Bedeutung, Sie in Zukunft von IT-Fragen rund um das Handicap spürbar zu entlasten. Also, wenn Sie in Zukunft wie gewohnt Ihren Spielbetrieb mit Ihrer CVS abwickeln werden, wird dabei jedoch die eigentliche (technische) Berechnung der Handicaps auf dem DGV-Intranet-Server erfolgen. Das reduziert den erstmaligen Umstellungsaufwand bei Ihnen, und insbesondere später, wenn immer wieder erwartbare kleinere Anpassungen des neuen Systems ins Haus stehen, werden wir diese nur noch einmal zentral im Intranet-Server vornehmen müssen und nicht Sie 700-fach auf den Golfanlagen vor Ort.

 

Es werden Handicap-Indizes ausschließlich für solche Golfer geführt, die eine aktuelle Mitgliedschaft respektive Spielberechtigung bei Ihnen haben.

 

 

6. Wie erfährt der Golfspieler seinen aktuellen Handicap-Index?

Golfspielern wird es, anders als bisher, kaum möglich sein, nach einer Handicap-relevanten Runde den neuen Handicap-Index im Kopf auszurechnen. Denn, wer kennt schon die dann zu aktualisierenden „besten 8 Ergebnisse der letzten 20“ und errechnet daraus kurzerhand den Durchschnitt? Deshalb wird es jedem Spieler möglich, seinen aktuellen Handicap-Index auch auf www.golf-dgv.de zu sehen.

 

 

7. Was müssen Sie für die Planung Ihres Turnierangebots (Turnierkalenders) für die Saison 2021 besonders berücksichtigen?

Mit den neuen Handicap-Regeln wird weltweit, und somit auch in Deutschland, jedes Turnier „Handicap-relevant“ (bisher: vorgabenwirksam), wenn es in einer Spielform ausgetragen wird, die für die Handicap-Berechnung genutzt wird (Einzel-Zählspiel, Einzel-Stableford/auch in Form von Maximum Score und Par oder Bogey). Das gilt für alle Turniere in der von Mai bis September definierten „Spielsaison“. Berücksichtigen Sie dies bitte bei der Erstellung Ihres Turnierkalenders und informieren Sie auch davon berührte Gruppenleiter (Damen-/Herren-/Senioren-/Seniorinnengolf).

 

Außerhalb der Spielsaison, also von Oktober bis April, gilt, dass Sie als DGV-Mitglied frei entscheiden, welche Turniere Sie im Einzelformat als nicht-Handicap-relevant austragen. Soll in der Saison gezielt einmal nicht Handicap-relevant gespielt werden, empfiehlt sich über Vierer oder andere nicht-Handicap-relevante Spielformate nachzudenken.

 

Beachten Sie: Der DGV ist sich natürlich bewusst, dass diese neue weltweit einheitliche Handhabung nicht selten eine Umstellung (auch „in den Köpfen“) bedeutet. Dabei gilt es aber, unbedingt Folgendes zu berücksichtigen: Ziel des neuen Systems ist es, möglichst viele Handicap-relevante Runden zu ermöglichen, damit die Handicap-Indizes aktuell sind.

 

Dabei wird es sehr viele Runden geben, die zwar in einem nun (stets) Handicap-relevanten Turnier erspielt wurden, die aber letztlich doch niemals für das Handicap relevant werden, weil ja nur der Durchschnitt der 8 besten Runden der letzten 20 überhaupt die Grundlage des Handicap-Index bilden. Das heißt: Eine (einzelne) schlechte Runde in einem grundsätzlich Handicap-relevanten Turnier wird zuallermeist gar nicht in die Berechnung des Handicap-Index Eingang finden! Dieser Mechanismus ist es, den Sie bitte auch auf Anfrage Ihrer Mitglieder kommunizieren, wenn Skepsis herrschen sollte, dass nun in der Saison „immer vorgabenwirksam“ gespielt wird.

 

Hinzu kommt, dass auf Initiative des DGV, auch in den neuen Handicap-Regeln der gewohnte Mechanismus beibehalten ist, wonach ein Handicap-Index größer als 26,4 grundsätzlich niemals heraufgesetzt wird, sofern der Spieler es nicht ausdrücklich selber wünscht (und ca. 70 Prozent der Golfspieler fallen bereits in diese Kategorie).

 

 

8. Wo kann ein Golfspieler in der Saison 2021 seine Handicap-Historie anschauen?

Zunächst einmal gilt: Auch wenn die Handicaps ab 2021 durch den DGV technisch zentral errechnet werden, können Sie als Verantwortliche der Golfanlagen, wie gewohnt über Ihre CVS, die Handicap History Sheets (analog früheren Stammblättern) und umfassende Informationen enthaltende Scoring Records (Auflistung der letzten 20 Runden) Ihrer Mitglieder aufrufen. Der Golfspieler seinerseits wird in 2021 seinen Handicap-Index und sein Handicap History Sheet über die Website www.golf-dgv.de einsehen können.

 

 

9. Welche Rolle hat der Vorgabenausschuss einer Golfanlage nach den neuen Handicap-Regeln?

Dadurch, dass die eigentliche Handicap-Kalkulation auf dem DGV-Intranet-Server stattfindet, sind auch verschiedene administrative Aufgaben jetzt zentralisiert und entlasten die Golfanlagen. Die verbleibenden Aufgaben des Vorgabenausschusses einer Golfanlage sind in Ziffer 7.1 ab Seite 70 der Handicap-Regeln aufgeführt.

 

Achtung: Nicht nur durch die neue Aufgabenverteilung kommt es zu einer Entlastung auf den Golfanlagen. Zudem hat sich der DGV erfolgreich dafür eingesetzt, dass ein Vorgabenausschuss nur noch mindestens von einer Person gebildet werden braucht. Das kann für Sie zu einer Entlastung bei der Suche nach Freiwilligen für diese Aufgabe führen. Wer in Zukunft keinen Handicap-Ausschuss mit mehreren Personen berufen möchte, kann die Aufgabe so z.B. allein beim Spielführer oder Clubmanager/Geschäftsführer ansiedeln, wenn dort das „Gewusst wie“ gewährleistet ist.

 

 

10. Gibt es zukünftig auch Handicaps für Pros?

Die Handicap-Regeln unterscheiden, anders als das bisherige System, nicht zwischen Amateuren und Pros, wenn es um die Handicap-Führung geht. Wenn alle Voraussetzungen gegeben sind (z.B.: Pro ist Mitglied/Spielberechtigter der Golfanlage) dürfen Sie auch für diesen einen Handicap-Index nach den allgemeinen Kriterien führen. Hierfür muss Ihr Pro (wie andere Einsteiger in das System auch) zunächst einmal ein Ergebnis erspielen, das seine Spielstärke widerspiegelt und dann in seinen Scoring Record einfließt.

 

Stand: Oktober 2020

 

 

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