Fünf Fragen an DGV-Vorstand Alexander Klose

? Herr Klose, was hat es damit auf sich, dass Handicaps nach den neuen Handicap-Regeln ab 2021 „im DGV-Intranet gerechnet werden“?

 

! Tatsächlich neu ist, dass der eigentliche technische Berechnungsvorgang, also die (Neu-)Berechnung des Handicap-Index eines Spielers oder einer Spielerin, zukünftig auf dem Intranet-Server des DGV erfolgt. Der Intranet-Server vernetzt ja seit Jahrzehnten die Turnierabwicklung und Handicaps aller deutschen Golfer. Der entsprechende Server steht in München. Wie gewohnt, werden alle Golfanlagen ihre Turniere und Handicap-relevante Privatrunden lokal mit ihrer Clubverwaltungssoftware (CVS) abwickeln und die Ergebnisse werden, ebenso wie bisher, durch die Golfanlagen an den DGV-Intranet-Server übermittelt, z.B. mit Turnierabschluss. Anders als bisher, wird dann dort die Neuberechnung des Handicaps erfolgen und die Golfanlage greift mit ihrer CVS stets auf das dort gerechnete Handicap zu.

? Erläutern Sie doch kurz die Motivation, die hinter dieser Änderung steht.

 

! Zum einen ist es für uns von größter Bedeutung, die Golfanlagen in Zukunft von IT-Verwaltungsaspekten rund um das Handicap spürbar zu entlasten. Vielleicht noch nicht bei der erstmaligen Umstellung der CVS auf der Golfanlage, aber später, immer dann, wenn sich die oberste Handicap-Instanz, das sind USGA und R&A, für Anpassungen des Systems entscheiden, werden wir diese nur noch einmal zentral im Intranet-Server vornehmen müssen und nicht über 700 Golfanlagen, jeder für sich einzeln, vor Ort. Irgendwie passt das auch besser in die Welt eines globalen Handicap-Systems. Das merkt man auch, wenn man in die anderen europäischen Länder blickt: In kaum einem anderen Land mutet man es den vielen Golfanlagen zu, bei jeder Regularienänderung die Software updaten zu müssen.

 

? Bedeutet das, dass sich künftig Golfanlagen nicht mehr darum kümmern müssen, wenn sich bei den Handicap-Regeln etwas ändert?

 

! So ist es. Dadurch, dass sich die lokale Software ja, wie bisher schon, regelmäßig mit dem Intranet verbindet, greift sie auch automatisch stets auf die aktuellsten Handicap-Regeln zurück, aus denen sich Handicap-Indizes ergeben.

 

Die Aufgabe, Neues einzupflegen liegt damit auch nicht mehr bei den verschiedenen CVS-Anbietern, sondern beim DGV. Das entlastet auch uns, als Dachverband, da wir nicht mit bis zu fünf Anbietern mehrwöchige Prüfverfahren durchlaufen müssen, ob etwaige Neuregeln jeweils auch richtig umgesetzt wurden.

 

? Unabhängig von dem zuvor Gesagten, kommt es aber jetzt zu Beginn zu einer Umstellung in der lokalen CVS, oder?

 

! Auch das ist richtig. Die lokale Software muss ja mit dem neuen System über eine entsprechende Schnittstelle kommunizieren und dafür bedarf es Anpassungen. Je nachdem, mit welchem CVS-Anbieter eine Golfanlage zusammenarbeitet, wird von diesem der Umstellungsprozess organisiert. Die CVS-Anbieter informieren dazu direkt.

 

? Abschließend Herr Klose: Was wird eigentlich aus den bisherigen Stammblättern?

 

! Die bisherigen Stammblattinhalte werden in zwei Dokumenten bereitgestellt, im „History Sheet“ und dem „Scoring Record“. Die alten Daten werden für diesen Zweck zentral umgewandelt auf den neuen WHS-Standard.

 

Dabei enthält das „History Sheet“ alle Ergebnisse eines Golfers bzw. einer Golferin, also die Historie, während der „Scoring Record“ die relevanten, aktuellsten maximal 20 Ergebnisse enthält, aus denen der Handicap-Index berechnet wird. Das 21-älteste Ergebnis, wie die älteren Ergebnisse zuvor, entfällt aus dem Scoring Record, befindet sich jedoch in der Historie.

 

Herr Klose, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen und uns allen einen reibungslosen Übergang in ein weltweit einheitliches Handicap-System.

 

Stand: golfmanager 5/2020

 

<< zurück