Managementwechsel

Neue Räder auf alten Gefährten

(Bild: Yulia Ryabokon@123rf.com)

Es ist wieder Wunderwuzzi* Zeit. Das Personalkarussell, das Ende des dritten Quartals begonnen hat, sich zu drehen, nimmt im vierten Quartal deutlich mehr Fahrt auf. Das ist mittlerweile normal. Der Golfmanager als Saisonkraft, gut für eine Saison, und ab der kommenden Saison kommt der nächste …

 

Der Verschleiß in der Saison, so zwischen den Stühlen persönliches Engagement, Interessen der Stakeholder und individuelle Bedürfnisse der Kunden und ihrer informalen Gruppierungen, ist nicht für jede Persönlichkeit das Richtige. Die dazu nötige Portion Rückgrat, fachliche Kompetenz, breit gefächerte Soft-Skills, Etikette und Gastgebermentalität, ist nicht jedem gegeben – aber auch nicht von allen potenziellen Arbeitgebern gewollt.

 

Das mit dem Willen ist ohnehin so eine Sache. Das Vorstellungsgespräch ist naturgemäß der Zeitpunkt, in dem wichtige Fragen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gestellt werden sollten. Ja, „sollten“, denn offensichtlich gelingt es nicht allen Beteiligten, dieses wichtige Gespräch so zu führen, dass Erwartungshaltungen aufgebaut werden, die von beiden Seiten eingehalten und unterstützt werden, wenn es zur Zusammenarbeit – also zum Liefern von beiden Seiten – kommt. Nicht jeder Unternehmer bzw. Vereinsvorstand, lässt dem Wunderwuzzi, so er denn wirklich einer ist, so viel Spielraum, um die vereinbarten Ziele zu erreichen. Gründe können sein, dass das hierzu notwendige Vertrauen nicht aufgebaut werden konnte (da ist der Wuzzi schuld …), oder dass eine operative Exzellenz außerhalb des Vorstellungsgesprächs im Alltag tatsächlich nicht gewünscht ist, da es dauerhaftes Versagen/Unterlassen langjähriger Beteiligter offenbart.

 

Dieses Verhalten ist besonders in Organisationen zu beobachten, in denen die Verantwortlichen keine persönliche Konsequenz zu fürchten und kein persönliches Kapital investiert haben. In diesem Fall tun sich schnell Gräben auf, die mit Befindlichkeiten geflutet sind, die Speerspitzen haben. Rutscht der Wuzzi auf dem schmalen Steg über diesen Graben einmal aus, ist er angezählt. Beobachten Sie einmal die Häufigkeit des Managerwechsels nach Vorstandswahlen, das ist interessant, und im wirklichen Leben tragisch. Befindlichkeiten entscheiden über die Existenz von Familien.

 

Also aufgepasst, und die richtigen Fragen gestellt, wenn es zum Vorstellungsgespräch kommt. Es geht darum, die tatsächlichen Motive zu erkennen. Für den Bewerber bedeutet das: Da geht es nicht um das „Mehr“ an Vollzahlern, Greenfee, Kundenzufriedenheit und das „Weniger“ an Kosten im Greenkeeping und Clubhaus. Die Kunst ist, zu erkennen, um was es dem potenziellen Arbeitgeber wirklich geht. Das „Mehr“ und „Weniger“ sind die Standards, die jeder, der sich als Manager bewirbt, in seinem Repertoire mitbringen muss.

 

Für den Arbeitgeber bedeutet es, festzustellen, ob der Bewerber, neben seinen Qualifikationen, aufgrund seiner mentalen Präposition in das Unternehmen passt, und die Balance zwischen den Spannungsfeldern Wirtschaftlichkeit, Kundenzufriedenheit und den unterschiedlichen Interessenlagen der verschiedenen „politischen“ Gruppierungen auf der Golfanlage dauerhaft halten kann.

 

Es ist der interkulturelle Feinsinn, die Antenne für das tieferliegende Bedürfnis, die eine dauerhafte Zusammenarbeit und Vertrauen wachsen lassen.

 

Autor: Adriaan A. Straten

 

Siehe zu diesem Themenbereich auch den Beitrag „Wer will auch mehr Vollzahler?“ in der Zeitschrift golfmanager 06/14 und auf dieser Homepage online.

 

Quelle

*Wikipedia: Tausendsassa, in Österreich umgangssprachlich auch Wunderwuzzi, in der Schweiz Siebesiech, ist eine Bezeichnung für eine Person, die sich durch zahlreiche Begabungen auszeichnet. Vergleichbare Bezeichnungen sind „Multitalent“ und „Alleskönner“ oder „Universalgenie“. Das Wort ist im 18. Jahrhundert entstanden. Es ist eine Hypostasierung des Zurufs „tausend sa sa!“, einer übertriebenen Steigerung von „sa sa!“. „Sa sa“ wurde als Hetzruf für Hunde verwendet (vermutlich aus frz. ça = das). Somit könnte man Tausendsassa übersetzen mit: Tausend dies und das. Abrufdatum: 06.10.2016 https://de.wikipedia.org/wiki/Tausendsassa.

 

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