Konkrete Schritte zu einem erfolgreichen BGM

Checkliste Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Der Wille ist da, der Berg an zusätzlicher Arbeit aber zu groß, um endlich ein BGM im eigenen Club zu starten? Weit gefehlt. Der Gesetzgeber hat Arbeitgebern schon einige Aufgaben mitgegeben, die zwingend zu erfüllen sind. Und wenn das noch nicht reicht, dann die Berufsgenossenschaften. Also ist für den Start schlicht die Aufgabe die, das Wünschenswerte mit dem Notwendigen zu verbinden. Und das ist gar nicht mal so aufwändig, denn Sie schaffen mit nur fünf Schritten eine solide Basis. Dazu muss der Arbeitgeber zunächst lediglich seinen gesetzlichen Pflichten nachkommen. Führen Sie sich bitte einmal Checkliste dieses Beitrags vor Augen (Abbildung 1). Die Punkte besprechen wir nachfolgend im Detail.

1. Arbeitsverträge – Gesetzliche Anforderungen überprüfen

Als Erstes ist zu prüfen, ob die Arbeitsverträge der heutigen Gesetzeslage entsprechen. Ein wichtiges Merkmal, das schon bereits viel Unfrieden beseitigen kann, ist, dass die Verträge einheitlich sind. Das Stichwort dabei ist der „Gleichbehandlungsgrundsatz“, der sich auf alle Bereiche bezieht: Urlaubstage, Überstunden, Feiertagsregelungen und -zuschläge, Geschlecht uvm. Oftmals gibt es so viele Arbeitsverträge, so viele Präsidien es gab. Sofern es gleiche Arbeit betrifft, ist hier stark aufzupassen, dass es nicht zu Ungleichbehandlungen kommt. Einen ersten Überblick gibt folgender Link: www.betriebsrat.com/gleichbehandlungsgrundsatz. Lassen Sie sich jedoch im Zweifelsfall immer von Juristen beraten, damit es im Falle eines Arbeitsrechtsstreits nicht zu unliebsamen Überraschungen kommt. 

 

Sitzen Sie nicht dem Irrglauben auf, dass die Mitarbeiter nicht untereinander sprechen. Gerade die Berechnung der Arbeitszeit mit etwaigen Zuschlägen an Sonn- und Feiertagen stellt sich regelmäßig als Diskussionspunkt heraus. 

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Arbeitszeiterfassung als solches. Führen Sie Excel-Listen oder gibt es in Ihrem Hause elektronische Zeiterfassungssysteme? Oder gar Vertrauensarbeitszeit? In jedem Fall lohnt es sich, die Zeiterfassung zu vereinheitlichen und regelmäßig zu überprüfen, damit am Ende des Jahres, wenn es um den Abbau von Überstunden geht, die Faktenlage eindeutig ist. 

 

Den Personalunterlagen, die Sie verwalten, wäre dann noch eine sogenannte Vorsorgekartei hinzuzufügen (Abbildung 2). Vertiefende Informationen können Sie u.a. unter folgender Seite einsehen: www.tk-lex.tk.de/externalcontent

2. Vorgaben zur Arbeitssicherheit/Arbeitsschutz ermitteln und umsetzen

Manche werden erstmals im Rahmen einer „Golf&Natur“-Zertifizierung mit dem Themenkomplex „Berufsgenossenschaft“ (BG) im Detail konfrontiert werden; das Stichwort ist hier Arbeitsschutz und -sicherheit. Normal hat man mit der BG eigentlich nur zu tun, um jährlich die Berechnung für die Pflichtbeiträge zu überprüfen und zu zahlen. Oftmals ist der Beitrag ein sehr hoher Kostenblock, aber Sie erhalten dafür auch Einiges. Nutzen Sie es!

Zu welcher BG Ihre Golfanlage gehört, kann je nach Initialanmeldung sehr unterschiedlich sein. Verbreitet sind Gartenbau-BG und VBG. 

 

Irgendwann wird sich die BG bei Ihnen zu einer Betriebsbegehung melden. Sehen Sie die BG nicht als Gegner, der Ihnen noch zusätzliche Pflichten aufoktroyiert, sondern eher als Partner, der Ihnen noch bestehende Unzulänglichkeiten hinsichtlich Arbeitssicherheit aufzeigt. Sofern Sie nicht vorher mit einem Dienstleister in diesem Segment schon zusammenarbeiten, z.B. DEKRA etc. 

 

Es wäre zudem zu überlegen, ob man nicht mit seiner zuständigen BG Kontakt aufnimmt, um proaktiv mit den dortigen Ansprechpartnern zusammenzuarbeiten. So bleibt man Herr des Prozesses und kann die Leistungen der BG einfordern, die einem als Beitragszahler zustehen. In diesen Themenkomplex gehört auch die Bestellung eines Betriebsarztes und einer Fachkraft für Arbeitssicherheit. 

 

3. Partner suchen

Wir hatten in früheren Artikeln darauf hingewiesen, dass Sie gerne jederzeit ihre ohnehin schon bestehenden Partner bei Krankenkassen und BGs ansprechen können. Es gibt viele Angebote, und was in Ihrer spezifischen Region möglich ist, klärt gerne Ihr Krankenkassenberater für Sie. 

 

Auch die BGs haben Kurse, die für Ihr Unternehmen kostenfrei sind. Lassen Sie sich den Kurslink von Ihrem Betreuer geben und nutzen Sie die Angebote! Klären Sie mit Ihrem Steuerbüro sodann, wie Sie an die Förderung von 600 Euro pro Mitarbeitende und Jahr kommen. 

 

4. Interne Struktur aufbauen

Sie suchen sich intern Partner im eigenen Golfclub, die Sie unbedingt brauchen, damit das Projekt ein Erfolg wird. Halten Sie das Gremium klein und bestücken es nur mit Entscheidern. 

 

Richten Sie für Abstimmungen und für die Kommunikation zu den Mitarbeitenden Regeltermine ein. Es müssen nicht viele sein, aber sie sollten unbedingt zuverlässig eingehalten werden (z.B. 4 x p.a.). Und ganz wichtig: Holen Sie Ihr Team mit ins Boot. Vielleicht hat der eine oder die andere schon seit Jahren mit dem Thema geliebäugelt und sich informiert. Perfekt für die Multiplikation im Team! 

 

5. Erste Maßnahmen

Nun haben Sie eine Struktur und aus Ihren Gesprächen mit den Partnern eine erste Idee, was Sie zum Besten Ihres Teams an betrieblichen Gesundheits-Fördermaßnahmen einführen könnten. Mein Tip: lieber wenig, aber nachhaltig. Wichtig ist, dass Sie vorab den Prozess sicher im Griff haben, um nicht nachjustieren zu müssen. Lassen Sie das erste Jahr laufen, schauen Sie, wie das Team die Maßnahmen aufnimmt, und ob sich Verbesserungen einstellen. Bitten Sie am Ende des Jahres alle Beteiligten zum Gespräch. Im BGM ist es wichtig, immer wieder die Wirksamkeit der Maßnahmen zu evaluieren und wenn notwendig, auch anzupassen. 

 

Autorin: Eva Zitzler | golfmanager 2/2021

 

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