Madeira nimmt deutschen Markt stärker ins Visier

Golftourismus mit tollem Gesundheitskonzept – soweit Reisen erlaubt

Bereits 2019 konnte die autonome portugiesische Destination Madeira bei den World Golf Awards die Auszeichnung als weltbeste aufstrebende Golfdestination entgegennehmen. Und die Internet-Plattform „European Best Destinations“, die mit zahlreichen Tourismus-Vertretungen zusammenarbeitet, kürte Madeira jüngst zur sichersten Destination Europas 2021. Aber auch das Inselparadies westlich von Nordafrika blieb nicht von Covid-19 verschont – doch gelang es über lange Zeit, die Infektionszahlen auf sehr nie­drigem Niveau zu halten. Dazu beigetragen hat eine früh entwickelte Strategie: So wurde das von Turismo de Portugal entwickelte Gütesiegel „Clean & Safe“ nahezu flächendeckend umgesetzt, mit dem sich Hotels, Mietwagen-Anbieter und Ausflugsziele zu speziellen Gesundheits- und Hygienemaßnahmen verpflichten. Auch Reisende merken schnell, dass man auf Madeira nicht nur den Schutz vor Covid-19, sondern auch Testen und Nachverfolgen sehr ernst nimmt. Denn bereits bei der Einreise gilt: nicht ohne PCR-Test! Dieser kann entweder maximal 72 Stunden vor Abreise zuhause erfolgen, oder man führt ihn (zumindest bis Ende Januar 2021) kostenlos bei Einreise durch und begibt sich dann bis zur Übermittlung des Ergebnisses in seinem gebuchten Hotel für bis zu 12 Stunden in Quarantäne. Ferner wurde eine eigene Website samt App realisiert:

Madeirasafe.com. Dort richtet man pro Reisendem (nicht pro Buchung) ein eigenes Konto ein – und dort wird auch ein vorab durchgeführter negativer PCR-Test hochgeladen und mit einem QR-Code für die Einreise quittiert. Auch vor Ort meldet sich Madeira Safe täglich und erfragt den Gesundheitszustand der Reisenden. Doch auch die Planung der Aktivitäten vor Ort wird durch die App unterstützt: Man kann sich in Echtzeit oder auf Basis von Durchschnittswerten die Besucherfrequenzen aller Orte anzeigen lassen – und so bereits vor Ankunft Menschenansammlung erkennen und meiden. Trotz allem stiegen Anfang Januar die Infektionszahlen in ganz Portugal rapide an, per Ende Januar wurde eine Inzidenz pro 100.000 Einwohner von fast 850 verzeichnet. Auf Madeira lag das Infektionsgeschehen zwar niedriger, aber erreichte Ende Januar ebenfalls neue Höchstwerte um über 350. 

Striktes Covid-19-Gesundheitsmanagement

Dennoch: Madeira hat die Notwendigkeit eines konsequenten Krisen- und Sicherheits-Managements erkannt und bereitet sich bereits heute darauf vor, bald wieder Reisende aus aller Welt, insbesondere jedoch aus Deutschland, zu begrüßen. Dafür hat sich die regionale Tourismusdirektion für einen mehrjährigen Masterplan zur Promotion des Archipels als Golfdestination entschieden. Aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen rund um das Thema Covid-19 steht dabei derzeit das Thema Reisesicherheit im Fokus, wozu die vorab beschriebene App einen wichtigen Beitrag leistet. Das Golfangebot der Destination umfasst zwei Plätze auf der Hauptinsel Madeira (Palheiro Golf und Santo da Serra Golf Club) sowie einen weiteren auf der ebenfalls zur autonomen Region zählenden Nachbarinsel Porto Santo, den von Seve Ballesteros designten Porto Santo Golfe. Je nach Quellmarkt steht bei der Vermarktung mal der Individualgolfer im Fokus, mal die Golfgruppe einschließlich Pro-Reisen. Dabei eignet sich Madeira vor allem für kleinere Golfgruppen, doch auch größere Events können hier durchgeführt werden. Wie die Nutzung von Web und App beim Thema Covid-19 und Reisesicherheit rund um Madeira Safe bereits zeigt, verlagert sich die Kommunikation – sowohl mit den Endkunden, als auch mit Reiseveranstaltern – zunehmend auf digitale Kanäle. Wichtigstes Ziel der örtlichen Tourismusmanager: Die Destination soll sich in den Köpfen der Entscheider stärker als bisher als Golfdestination einprägen. Der wohl berühmteste Sohn Madeiras, der Fußballer Christiano Ronaldo, spielt in der Vermarktung keine Rolle, ist aber auf der Insel omnipräsent: Obwohl der mehrfache Weltfußballer noch immer aktiv ist, wurde auf seiner Heimatinsel bereits der Flughafen nach ihm benannt, am Hafen der Inselhauptstadt Funchal wartet das CR7-Museum samt übergroßer Statue auf die Besucher und direkt nebenan empfängt sein Pestana CR7 Funchal Hotel Gäste aus aller Welt.

Gesamtstrategie für Touristik als ­Erfolgs­modell 

Im Unterschied zu vielen anderen touristischen Destinationen liegt der Fokus jedoch nicht auf einzelnen Aktivitäten der jeweiligen touristischen Leistungsträger, sondern auf einer gemeinsamen Strategie, Kommunikation und Vermarktung. Mit einer Gesamtfläche von rund 741 Quadratkilometern ist die Hauptinsel Madeira ungefähr so groß wie Hamburg, viele Sehenswürdigkeiten können daher per PKW in rund einer halben Stunde erreicht werden, von Ost nach West durchquert man die Insel in gut anderthalb Stunden. Die durch ihren vulkanischen Ursprung geprägte Insel ist jedoch äußerst hügelig, trotz geringer Fläche kommt der höchste Berg, der Pico Ruivo, auf immerhin 1.862 Höhenmeter. In Kombination mit einem nahezu ganzjährig sehr milden Klima hat sich die Insel daher in den vergangenen Jahren vor allem als Blumenparadies und Wanderdestination positioniert. Die Topographie der Insel sorgt zudem dafür, dass alleine schon der Bau einer Golfanlage besonders anspruchsvoll ist, denn die ständigen Erhebungen und tiefen Täler erschweren die Suche nach golftauglichen Flächen. Die Folge: Ein Ausbau des Golfangebots ist derzeit nicht absehbar. Und wer auf Madeira den Schläger schwingt, stellt schnell fest, dass die meisten Spielbahnen entweder bergauf oder bergab verlaufen – ebene Spielwiesen, wie man sie beispielsweise aus den typischen Resorts Floridas kennt, sucht man hier vergebens. Dafür belohnen die Golfanlagen Madeiras die Besucher jedoch nicht nur mit sehr abwechslungsreichem Design, sondern auch landschaftlich äußerst reizvollen Anlagen mit teils fantastischen Ausblicken auf Hinterland und Meer.

Palheiro Golf, zwischen Flughafen und der Inselhauptstadt Funchal gelegen, ist Teil des riesigen Palheiro Nature Estates. Es gehört seit 1885 der Blandy-Familie, die als einzige Gründerfamilie der Weinhandelsgesellschaften Ma­deiras noch aktiv ist und in Funchal einen eigenen Showroom zum Madeira-Wein samt Verkostungsmöglichkeit betreibt. Neben einem riesigen, üppigen Garten umfasst das Estate ein Fünf-Sterne-Luxushotel, das Casa Valho da Palheiro. Im frisch renovierten Golftrakt gibt es Zimmer, die speziell auf die Bedürfnisse der Golfer ausgerichtet sind. 

Zudem kann man vom Hotel aus direkt zur zehnten Bahn laufen und dort, wenn gewünscht, seine Runde beginnen. Wer Villen und Apartments bevorzugt – die sich auch für Kleingruppen und Mannschaften hervorragend eignen – kann im am Fuße der Anlage liegenden Palheiro Village wohnen. Für Nichtgolfer und Zeiten abseits der Grüns bietet die Anlage ein eigenes Spa, Tennis und mehrere Restaurants. Der Golfplatz wurde erst 1993 eröffnet. Das Design stammt von Cabell B. Robinson, der unter anderem auch für die Plätze von Finca Cortesin sowie Las Colinas in Spanien, Praia del Rey in Portugal und Aphrodite Hills auf Zypern verantwortlich zeichnet. Obwohl die Anlage Teil des Estates ist, wird sie selbständig geführt, wie General Manager Rodrigo Ulrich gegenüber dem golfmanager erläutert. Daher können sowohl Einzelreisende, als auch Gruppen den Platz unabhängig von einem Aufenthalt im zugehörigen Hotel oder Village spielen. Der Manager arbeitet auch mit zahlreichen anderen Hotels auf der Insel zusammen. Der auf rund 500 Metern Höhe gelegene Platz bietet pro Bahn bis zu fünf Teeboxen, mit einer Länge von 4.452 Metern von Rot und 5.448 Metern von Gelb spricht er auch Nicht-Longhitter an. Im Gegenteil: Die sehr hügelige Landschaft erfordert Präzision – und wenn diese fehlt, ausreichend Golfbälle pro Runde. Zusätzlich verfügt die Anlage über einen kleinen Academy Course, der üblicherweise über den lokalen Pro gebucht wird. Anfang Januar haben heftige Stürme und Regenfälle den Platz erheblich in Mitleidenschaft gezogen, zahlreiche Bäume wurden entwurzelt und die Bunker beschädigt. Gerade die Bunker zeigen jedoch einen Nachteil der Insellage auf: Da die Insel vulkanischen Ursprungs ist, muss Bunkersand aufwändig importiert werden – und kostet so schnell einmal das Zehnfache des auf dem portugiesischen Festland aufgerufenen Kubikmeter-Preises! Ulrich hat dem Platz beim Greenkeeping einen Kurswechsel verordnet: Derzeit läuft die Umstellung auf einen ökologischen Betrieb. Im Mittelpunkt steht dabei das Wassermanagement, das durch verschiedene Maßnahmen gemeinsam mit einem externen Berater optimiert wird. Auch die Spielflächen werden Zug um Zug renoviert, denn Ulrichs Ziel ist es, parallel zum Fünf-Sterne-Hotel auch einen Top-Zustand der Golfanlage sicherzustellen. Die Grüns wurden bereits renoviert, die durchschnittliche Geschwindigkeit auf dem Stimpmeter liegt inzwischen bei über 10. Als nächstes widmen sich Ulrich und sein Team den Abschlägen, zum Schluss stehen die Fairways auf der Agenda. Damit soll die Anlage noch attraktiver für Gastspieler werden.

 

Auch in der internen Organisation ist manche Veränderung geplant: So soll unter anderem die Clubmanagement-Software ausgetauscht werden. Der Club verfügt derzeit über rund 200 eigene Mitglieder. Sie tragen zu rund 30% zum Ertrag der Anlage bei, die restlichen 70% kommen von Gastspielern – ein deutliches Indiz, wie stark die Anlage auch auf das Incoming nach Madeira angewiesen ist. Dennoch: Auch die lokalen Golfer stehen im Blickpunkt der Wachstumsstrategie, hier spielt vor allem die eigene Akademie samt angestelltem Pro eine wichtige Rolle, zudem wird die Driving Range aktuell überarbeitet. Als wichtigste Quellmärkte für Golfer nennt der Manager Deutschland, gefolgt von Großbritannien, Skandinavien und Frankreich. Für Golfer aus Deutschland und der Schweiz spielen Pro-Reisen eine wichtige Rolle, bei anderen Märkten dominiert nach Ulrichs Einschätzung eher das Individualgeschäft. Aber auch bei den Individualgästen zeigen sich deutliche Unterschiede beim Golfverhalten: Einige Golfer nutzen den Unlimited-Golf-Pass von Palheiro, andere hingegen kombinieren Palheiro mit dem rund eine halbe Autostunde entfernten zweiten Platz, Santo da Serra. Dabei lobt Ulrich ausdrücklich die sehr gute und kollegiale Zusammenarbeit mit dem zweiten Platz auf der Insel. Um das Ziel einer Destinations-weiten Vermarktung zu unterstützen, bieten beide Anlagen den Madeira Golfpass an: Hier können Golfer entweder drei oder fünf Greenfees vorab erwerben und diese beliebig auf beide Anlagen aufteilen. Dabei kommt beiden Plätzen zugute, dass sie das gleiche Nominal-Greenfee erheben. Die Ermäßigung durch den Golfpass beträgt über 30%. Hauptsaison ist dem Clubmanager zufolge der Winter, da viele Mittel- und Nordeuropäer dann dem kalten Winterwetter entfliehen. So erstreckt sich die Hauptsaison auf Ende Oktober/November bis April/Mai. Vor allem der Mai mit der Blütezeit der üppigen Inselvegetation ist bei Reisenden sehr beliebt. Im Sommer rücken lokale Golfer stärker in den Fokus: So hat der Club beispielsweise in der letzten Saison damit begonnen, wöchentlich Sunset-Events samt DJ auf der Clubhaus-Terrasse zu organisieren. Dabei profitiert der Club von seiner Höhenlage: Die Terrasse des Clubhauses bietet einen fantastischen Ausblick auf Funchal und den Sonnenuntergang. Wichtigster Vertriebsweg sind für den Manager eindeutig Reiseveranstalter als Multiplikatoren, aber auch Wiederholungsgäste rücken immer mehr in den Fokus. Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Tourismusbehörden und der von dieser ausgewählten Agentur. Dabei steht stets der Ansatz der Gesamtvermarktung als Destination im Mittelpunkt. Für die direkte Kommunikation mit Golfern setzen Ulrich und sein Team verstärkt auf Soziale Medien und Turnier-Sponsorings. Alle Maßnahmen sind dabei auf ein klares Ziel ausgerichtet: die Maximierung des Kundenerlebnisses und der Kundenzufriedenheit. Diese soll künftig regelmäßig per Fragebogen erhoben werden. Weitere KPIs (Key Performance Indicator) sind die Anzahl der gespielten Runden und der erwirtschaftete Ertrag. Wesentliche Zielgröße des Managers ist dabei der Betriebsgewinn, denn neben der Erzielung eines angemessenen Ertrags kommt nach seiner Erfahrung auch dem Kostenmanagement große Bedeutung zu. Dies bildet auch die Entscheidungsgrundlage für anstehende Investitionen. Neben der Neuausrichtung beim Greenkeeping soll die eigene Akademie in den beiden kommenden Jahren weiter ausgebaut werden, die Neugestaltung der Driving Range spielt dabei eine wichtige Rolle, auch ein eigenes Fitting Center ist laut Ulrich geplant. Zur Betreuung der Kinder und Jugendlichen wird an den Wochenenden – neben dem beim Club angestellten Pro – ein Assistant Pro eingesetzt.

Clube de Golf Santo ­ da Serra – (Turnier-)­Traditionsplatz

Der zweite Club auf der Hauptinsel Madeira, der Clube de Golf Santo da Serra, blickt auf eine längere Tradition zurück. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1937 zurück – allerdings wurde bereits vor rund 100 Jahren auf dem Santo da Serra Golf Course Golf auf Madeira Golf gespielt. Der heutige Platz umfasst 27 Bahnen und wurde vom berühmten US-amerikanischen Golfplatzarchitekten Robert Trent Jones Sr. im Auftrag der Regionalregierung Madeiras entworfen. Ende September 1991 wurden die beiden jeweils neun Bahnen umfassenden Plätze Machico und Desertas eröffnet, der dritte 9-Löcher-Teil Serra folgte gut fünf Jahre später. Vor allem die spektakulären Aussichten in Richtung Ponta de São Lourenço auf den Bahnen 3 und 4 des Machico-Courses bleiben vielen Golfern in Erinnerung. Mit einer Gesamtlänge von bis zu 6.241 Metern präsentiert sich vor allem diese Platzkombination deutlich sportlicher und war von 1993 bis 2015 als Madeira Islands Open fester Bestandteil des Turnierkalenders der European Tour sowie der Challenge Tour. Mit seiner langen Tradition verfügt der Club auch über eine deutlich größere Mitgliederbasis – gerade in den aktuellen Covid-19-Zeiten eine gute Grundlage für die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Insgesamt verfüge der Club über rund 900 Mitglieder, berichtet Maria Melnikova, Sales & Marketing Representative des Clubs, gegenüber dem golfmanager. Die Mehrzahl der Mitglieder habe ihren Wohnsitz auf Madeira, aber auch Golfer aus Deutschland, Großbritannien oder Neuseeland zählen zu den Mitgliedern. Daher ist der Mittwoch als „Members Day“ reserviert. Im Rahmen der Covid-19-Pandemie wurden die Spielregeln ähnlich wie in Deutschland angepasst, so dass üblicherweise bis zu zwei Golfer in einer Gruppe auf die Runde gehen, bei Golfern des gleichen Haushalts können auch traditionelle Vierergruppen gebildet werden. Auf dem Platz waren jedoch Bunkerrechen im Einsatz, auch auf Locheinsätze wurde Mitte Januar wieder verzichtet. Im Unterschied zu Palheiro Golf sind die Bahnen insgesamt weitläufiger, aber mindestens genauso anspruchsvoll. Die Saisonzeiten decken sich mit denen von Palheiro. Und auch in Sachen Platzbewirtschaftung stehen 2021 Veränderungen an: Da die bisherige Bewässerungsanlage in die Jahre gekommen sei, werde man dieses Jahr die gesamte Bewässerung der Plätze erneuern, berichtet Melnikova. Dafür werde jeder 9-Löcher-Platz für jeweils rund drei Monate geschlossen, so dass für Gäste und Mitglieder dennoch stets 18 Bahnen zur Verfügung stünden. Damit sieht sich der Club bestens für die Zukunft gerüstet, auch in Hinblick auf internationale Turniere. Die Madeira Golf Trophy, ein internationales Event für Amateurgolfer, wird weiterhin ausgetragen. Sieger der letzten Auflage im September 2020 wurden Lino Bento bei den Herren und Frederica Leitão bei den Damen. Doch auch eine Wiederaufnahme der Madeira Islands Open wird angestrebt, wie die Vertriebsmanagerin berichtet. Da die Anlage kein eigenes Hotel aufweist, kooperiert sie mit verschiedenen Hotels auf der Insel. Um den Gästen den Zugang zum Club zu erleichtern, gibt es einen Club-eigenen Shuttle-Service. Wichtigste Quellmärkte sind vor allem Deutschland und Großbritannien. Auch bei Santo da Serra setzt man im Vertrieb vor allem auf die Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern, FIT-Golfer werden eher über die Hotels und den Golfpass angesprochen. Besonders wichtig ist Melnikova zufolge daher der IGTM, auf dem sich Madeira stets als gesamte Destination präsentiere. Die Gäste des Clubs teilen sich derzeit jeweils hälftig auf Gruppen und Individualreisende auf. Bei den Pro-Reisen dominieren aktuell Gäste aus Skandinavien, dieses Segment soll jedoch weiter ausgebaut werden, berichtet die Vertriebsmanagerin. Die meisten Golfer brächten zudem ihr eigenes Equipment mit, es stehen jedoch auch Leihausrüstungen zur Verfügung.

Was lohnt außer Golf?

Neben den beiden ausgezeichneten Golfangeboten – das optional noch um den dritten Platz auf der Nachbarinsel Porto Santo ergänzt werden kann – bietet Madeira zahlreiche Ergänzungen zu Golfreisen. Das macht die Insel vor allem für Gruppenreisen, Mannschaftsreisen und Trainingsreisen interessant, die neben dem Golfsport beispielsweise auch gemeinsame Gruppenerlebnisse einbinden möchten. Wer es sportlich mag, kann beispielsweise entlang der Bewässerungskanäle – Levadas genannt – oder im Gebirge rund um den Pico Ruivo wandern. Botanikfans kommen vor allem im Frühjahr auf ihre Kosten, wenn sich die Insel in ein Blütenmeer verwandelt.

Je nach Jahreszeit kann man auch auf Wal- und Delfin-Beobachtungstour gehen. Und nicht zuletzt die Küche Madeiras mit dem Nationalgericht Espada (schwarzer Degenfisch) und vielen anderen Meerestieren sowie der leckere Madeira-Wein und der lokale Rum, der Aguar­dente, samt Verkostung in den beiden Destillerien Sociedade dos Engenhos da Calheta im Südwesten sowie Engenhos do Norte im Nord­osten bieten zahlreiche Gelegenheiten, die Insel auch abseits der Golf­anlagen kennenzulernen.

Fazit

Auch wenn Madeira derzeit von den Covid-19-Einschränkungen betroffen ist: Die Insel verfügt über ein ausgezeichnetes Gesundheitskonzept und bietet zahlreiche Erlebnisse neben Golf – natürlich unter Berücksichtigung der AHA-Regeln. Sowohl beim Golftourismus, als auch beim Tourismus insgesamt spielt der deutsche Markt eine wichtige Rolle – und das Preisniveau ist gegenüber Deutschland gerade bei den Nebenkosten sehr attraktiv. Vor allem für Gruppen- und Pro-Reisen sollte Madeira daher zu den Destinationen gehören, die mit einer Lockerung der Covid-19-Restriktionen in den Blickpunkt rücken und sich für eine Reise anbieten.

 

Autor: Michael Althoff | golfmanager 1/2021

 

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