Fellnasen als Gastspieler mit auf der Golfrunde

golf-mit-hunden.de und Golfhunde.com kooperieren

Seit mehr als zehn Jahren können sich Golfer in ganz Europa auf der Website des Portals golf-mit-hunden.de über hundefreundliche Golfanlagen informieren. Zahlreiche Reiseberichte geben Anregungen zu potenziellen Ausflugszielen, vor allem in Deutschland und Kontinental-Europa. „Wir haben in den letzten Jahren eine stetige Zunahme bei den Golfanlagen verzeichnet, die eine Mitnahme von Hunden erlauben“, so golf-mit-hunden-Gründer und Geschäftsführer Michael Althoff. Vor allem in Urlaubsregionen sei die Anzahl hundefreundlicher Golfanlagen spürbar gestiegen. Allerdings seien, so Althoff, die Vorgaben zur Mitnahme von Hunden auf den Golfplatz je nach Club teils sehr unterschiedlich. Einige Golfanlagen begrenzen die Anzahl der Hunde pro Spielgruppe, in anderen Clubs ist die Mitnahme von Hunden nur an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Zeiten möglich. Wieder andere Golfanlagen haben, meist mit örtlichen Hundeschulen, eigene Konzepte für einen „Hundeführerschein“ entwickelt, der als Zugangsvoraussetzung verlangt wird – und damit vor allem Gastspieler kurzfristig vor eine große Hürde stellt. Und auch der Umgang mit Hunden auf der Golfanlage ist teils sehr unterschiedlich: Einige Plätze stellen den Golfern beispielsweise Kotbeutelspender und Trinkstationen bereit, während andere Anlagen davon ausgehen, dass Golfer die notwendigen Utensilien stets selbst mitbringen. „Ein wichtiger Punkt ist nach unserer Erfahrung auch die klare Kennzeichnung in den Startzeiten-Systemen, ob andere Golfer ihren Hund mit auf die Runde nehmen – denn es gibt eben auch Golfer, die ihre Runden lieber ohne vierbeinige Begleitung absolvieren möchten“, so Althoff. Leider nutzten aber erst wenige Clubs die Möglichkeit, Hunde bei Buchung einer Startzeit direkt mit anzugeben, so sein Fazit.

 

Stressfrei mit Hunden golfen

Erfahrungen, die auch Ute Fischer – Gründerin und Inhaberin der auf Hunde auf dem Golfplatz spezialisierten Hundeschule Golfhunde.com – bestätigt. Dabei ist Deutschland mit über neun Millionen Hunden eine der hundefreundlichsten Nationen weltweit, Expertenschätzungen gehen davon aus, dass rund ein Sechstel aller Golfer auch Hundehalter ist. „Eine gemeinsame Runde auf dem Platz ist jedoch für Hunde etwas deutlich anderes als ein klassischer Spaziergang, daher benötigen Hundehalter und Hund hier klare Vorgehensweisen“, so Fischers Erfahrung. Fischer, selbst Golferin und zertifizierte Hundetrainerin, kennt die aktuelle Situation aus eigener Erfahrung, denn die Vorgaben, unter welchen Bedingungen ein Hund mit auf den Platz darf, sind teils sehr unterschiedlich.

„Eine detaillierte Analyse der aktuellen Vorgaben der Golfclubs hat mir gezeigt, dass es einerseits an einheitlichen Zugangsregeln fehlt, andererseits aber auch an einer einheitlichen, auf die Bedürfnisse der Golfanlagen zugeschnittenen Ausbildung der Hunde“, so ihre Erkenntnis. Dabei legt Fischer großen Wert auf die Feststellung, dass auf einer Golfrunde das Training der Hunde alleine nicht ausreiche. So ist ein wesentliches Element für den gemeinsamen Spaß auf dem Golfplatz, neben dem Training des Hundes, die Beziehung zwischen dem Mensch-Hund-Team. Hierzu wird ein strukturiertes Training angewandt, speziell auf die Bedürfnisse des Teams abgestimmt.

 

Der zertifizierte Golfhund

Daher haben golf-mit-hunden.de und Golfhunde.com eine Kooperation geschlossen. Ihr Ziel: die weitere Förderung der Akzeptanz von Hunden auf dem Golfplatz und die Förderung einheitlicher Ausbildungsstandards. Dazu hat Golfhunde.com ein bundesweit einheitliches Trainingsprogramm auf die Beine gestellt. Basis ist die Zusammenarbeit mit anerkannten, qualifizierten Hundeschulen in ganz Deutschland. „Mir war es wichtig, dass die Trainingsangebote bundesweit nach den gleichen Standards erfolgen – oder letztlich die Ausbildung mit einer Prüfung abgeschlossen werden kann: dem zertifizierten Golfhund“, so die Hundeexpertin. Die Partner-Hundeschulen bieten somit flächendeckend einheitliche Kurse und Individualschulungen an. „Ob ein Hund im Einzel- oder im Gruppentraining besser aufgehoben ist, hängt nicht nur von seinen Vorkenntnissen, sondern auch von seinem Charakter ab“, so Fischer. Daher erfolge zunächst immer eine individuelle Analyse der Hunde und darauf abgestimmt ein entsprechender Ausbildungsvorschlag. Wichtig ist ihr auch der offizielle, durch eine Prüfung bestätigte Abschluss der Ausbildung als zertifizierter Golfhund. „Durch unsere einheitlichen Ausbildungs- und Prüfstandards können sich Golfclubs künftig darauf verlassen, dass ein zertifizierter Golfhund die auf dem Platz erforderlichen Kenntnisse und Verhaltensweisen sicher beherrscht.“„Gerade bei Golfanlagen, welche noch überlegen, Hunde auf der Anlage zuzulassen, kann ein solch einheitlicher Standard eine klare Orientierung bieten – und Golfanlagen können den Zugang beispielsweise entweder rein auf zertifizierte Golfhunde begrenzen oder weitere Kriterien festlegen, welche den Zugang von Vierbeinern auf die Anlage regeln“, ergänzt golf-mit-hunden-Geschäftsführer Alt­hoff. Letztlich sei es immer die individuelle Entscheidung eines Clubs, ob und unter welchen Voraussetzungen einzelne Hunde auf die Anlage dürfen – denn neben der grundsätzlichen Frage, ob Hunde auf den Platz dürfen, gelte es auch, die individuellen Eigenschaften eines Platzes wie beispielsweise die Topographie oder die Wegstrecken zwischen den Spielbahnen zu berücksichtigen. Auch die Lage eines Platzes, beispielsweise in einem Naturschutzgebiet, kann sich auswirken.

 

Hundehalter als Zielgruppe entdecken

Neben dem bundesweiten Angebot für Golfer mit Hund bietet die Kooperation des Internetportals mit der Hundeschule auch Golfclubs neue Serviceangebote. „Viele golfende Hundehalter sind sich unsicher, ob ihr Hund für die Mitnahme auf den Platz geeignet ist“, so Fischers Erfahrung. Und Althoff ergänzt: „Gerade bei der Anwerbung neuer Mitglieder stellen Hundehalter – immerhin gibt es in Deutschland weit über neun Millionen Hunde – eine interessante Zielgruppe dar, die vielfach jedoch gar nicht weiß, dass Hunde auf vielen Plätzen gerne gesehene Begleiter sind.“ Deshalb können Clubs auch eigene Seminare für Golfer mit Hund buchen. Die Trainings werden dann – entweder für Mitglieder oder auch für Interessenten – entweder direkt vor Ort auf dem Gelände des Clubs oder als Kombination aus Basistraining in der Hundeschule und Praxistraining im Club durchgeführt. Sie stellen für die Golf­anlage nicht nur ein wichtiges Kundenbindungsinstrument dar, sondern fördern auch das Verständnis der Golfer untereinander. Auch Schnupperkurse speziell für potenzielle (Neu-)Golfer mit Hund sind möglich, denn auf diese Weise können Hundehalter vor einer Mitgliedschaft prüfen, ob sie und ihre Vierbeiner auch auf dem Golfplatz harmonieren. „Auf unserem Portal werden wir künftig kennzeichnen, unter welchen Voraussetzungen Hunde auf den Platz dürfen – die erfolgreiche Prüfung zum Golfhund ist hier ein einheitlicher, praxisgerechter und bundesweiter Standard – aber selbstverständlich können Golfanlagen auch künftig anderweitige Voraussetzungen benennen“, so Althoff. Im Rahmen der Kooperation wird golf-mit-hunden sein Informationsangebot nochmals erweitern. So sollen besondere Einrichtungen wie Kotbeutelspender oder Trinkstationen aufgeführt werden oder auch Parkplätze für Hundehalter im Schatten. Zudem können hundefreundliche Golfanlagen eine detailliertere Anlagenbeschreibung bis hin zu speziellen Angeboten inklusive Übernachtung für Golfer mit Hund hinterlegen. In Zusammenarbeit mit Golfhunde.com wird es auch immer wieder Tipps zur Mitnahme von Hunden auf Golfanlagen und zum richtigen Verhalten in besonderen Situationen geben. „Uns ist wichtig, die gesamte Informations- und Trainingskette von der Planung einer Runde über das Erlebnis auf dem Platz bis hin zum Nach-Runden-Erlebnis im Restaurant oder im Hotel abzudecken“, betonen Fischer und Althoff unisono.

 

Verein für hundefreundliche ­Golfer geplant

Um auch hundefreundliche Golfer stärker einzubinden, planen die beiden Unternehmer noch im ersten Quartal dieses Jahres die Gründung eines eigenen Vereins für hundefreundliche Golfer. Der Verein „Mein Golfhund und ich“ wird allen hundefreundlichen Golfern offenstehen, aber auch Unternehmen aus den Bereichen Golf­anlagen, Golfequipment und Hundehaltung. „Mit diesem Verein wollen wir hundefreundlichen Golfern – auch solchen, die aktuell keinen eigenen Hund besitzen oder ihren Hund beispielsweise aus Altersgründen nicht mit auf die Runde nehmen – eine Plattform bieten und den Austausch untereinander fördern“, erläutern Fischer und Althoff diesen Schritt. Eine wichtige Aufgabe des Vereins: Er wird auch das zentrale Register für zertifizierte Golfhunde führen. Clubanlagen können so künftig auch sehr leicht prüfen, ob ein Hund tatsächlich die entsprechende Prüfung erfolgreich abgelegt hat.

„Mit unserer Initiative möchten wir Standards für die Mitnahme von Hunden auf Golfanlagen etablieren, um noch mehr Golfanlagen dazu zu ermutigen, dies auf ihren Plätzen zu ermöglichen“, so Fischer. Und Althoff ergänzt: „Mit einer klaren Informationspolitik und einheitlichen Ausbildungsstandards können Golfanlagen hier auch eine differenzierte Umsetzung realisieren. So können beispielsweise in einer ersten Testphase auf Anlagen erst Kurzplätze für Golfer mit Hund geöffnet werden oder man begrenzt die Mitnahme von Hunden auf bestimmte Spielzeiten.“ Denn gerade mit dem durch Covid-19 nochmals verstärkten Trend zu Inlandsreisen wird für viele Golfer mit Hund die Frage noch wichtiger, ob sie ihre „Fellnasen“ auch als Gastspieler mit auf die Runde nehmen können. Klare Vorgaben seitens der Golfanlagen und einheitliche Ausbildungsstandards bieten die Grundlage für eine weitere Ausdehnung des Angebots an hundefreundlichen Golfplätzen.

 

Autor: Michael Althoff | golfmanager 1/2021

 

<< zurück