Der Brexit und mögliche Folgen für die Golfbranche

(Golf-) Europa verändert sich

 

Der 23. Juni 2016 hat Europa verändert wie kaum ein anderes Ereignis der letzten Jahre: Die Mehrheit der Wähler in Großbritannien sprach sich in einem Referendum dafür aus, die Europäische Union zu verlassen. Seitdem diskutieren Bürger und Politiker landauf, landab über die möglichen Folgen. Erste Folge des Referendums: Großbritannien hat eine neue Regierung bekommen. Und deren Aufgabe ist es nun, wie es die neue Premierministerin Theresa May unmissverständlich darstellte, den Wählerwillen umzusetzen, sei die Entscheidung auch noch so knapp gewesen. Bisher ist zwar kein formeller Austrittsantrag bei der EU eingereicht worden, doch geht man allgemein davon aus, dass dies Anfang 2017 erfolgen wird, dann bleiben maximal zwei Jahre, den Austritt zu gestalten. Welche Auswirkungen dies auf Europa und natürlich auch Großbritannien haben wird, ob sich beispielsweise Schottland von Großbritannien abspalten wird (um dann weiterhin in der EU zu bleiben) sowie Nordirland stärker an Irland rückt und somit aus Great Britain ein Little Britain wird, all dies ist derzeit noch nicht abzusehen. Aber in jedem Fall wird sich das Gesicht Europas verändern. Anlass genug, die möglichen Folgen dieser Wählerentscheidung für die Golfbranche in Deutschland und ganz Europa zu betrachten.

Statement Andrew Greig

Geschäftsführer Gotogolf OHG, Engländer, Golf-Pro in Deutschland und Inhaber eines Golf-Pro-Shops am Niederrhein

„Für mich persönlich sehe ich in der nahen Zukunft keine großen Veränderungen bezüglich meines Arbeitsumfelds. Auf lange Sicht können wir nur abwarten, was passiert – aber was immer geschehen wird, ich bleibe ein Europäer mit britischen Wurzeln. Bisher ist unser Tagesgeschäft nicht betroffen, unser Verkauf über Amazon UK hat sich jedoch aufgrund des schwachen Pfunds deutlich abgeschwächt und wird wohl auch in den kommenden Monaten auf diesem Niveau bleiben.Das der Brexit die deutsche Golfindustrie beeinflusst, glaube ich nicht – der europäische Golfmarkt war schon immer vom UK-Markt getrennt. Das schwache Pfund wird dafür sorgen, dass Golf­equipment und mehr für den Kunden teurer werden, aber andererseits wird Großbritannien den Golftourismus ausbauen."

Chronische Optimisten kommentierten den Volksentscheid und den damit einsetzenden Kursverlust des britischen Pfunds lakonisch mit der Bemerkung „Gute Nachrichten: eine Runde auf dem Old Course in St. Andrews kostet ab sofort über 20 Euro weniger!“. Und tatsächlich: Seit dem Brexit-Votum hat das Pfund deutlich an Wert verloren, nach dem Referendum sank der Kurs um rund 10 Prozent. Das sollte Gäste aus dem Eurobereich, die nach Großbritannien reisen, freuen. Umgekehrt werden damit Produkte aus dem Euro-Raum und natürlich auch Reisen in die Euro-Zone für Briten teurer – eine Entwicklung, die man umgekehrt mit dem Schweizer Franken und dem Euro kennt. Doch auch wenn auf den ersten Blick vor allem der Tourismus von den Auswirkungen betroffen zu sein scheint, der Brexit kann sich auf zahlreiche weitere Bereiche der Golfszene auswirken. Ein Überblick:

 

Tourismus

Keine Frage, der Brexit wird Auswirkungen auf den Tourismus haben. Bei Einreisebestimmungen sollte man entspannt bleiben: Die Einführung einer neuen Visapflicht scheint wenig wahrscheinlich, auch wenn hier im Vorfeld des Referendums manch protektionistische Rede auf der Insel geschwungen wurde. Anstelle der Reiseverkehrsregelungen innerhalb der EU gelten nach dem Brexit jedoch bilaterale Abkommen (sofern die EU nicht für ihre verbleibenden Mitgliedsstaaten insgesamt ein Abkommen hierzu schließt) – und vielleicht benötigt man dann bei Ein- und Ausreise wieder einen Reisepass anstatt des Personalausweises, mit wirklich großen Hemmnissen im Reiseverkehr ist eher nicht zu rechnen. Währungsexperten gehen allerdings davon aus, dass das Pfund auf absehbare Zeit nicht mehr zu alter Stärke zurückkehren wird und somit gegenüber dem Euro an Wert verliert – und das hat Auswirkungen auf beiden Seiten: Für Briten wird das Reisen in den EU-Raum teurer, für Deutsche günstiger. Dies ist zumindest die Einschätzung führender deutscher Tourismusexperten, wie eine Onlineumfrage des Travel Industry Clubs in Zusammenarbeit mit der Zeitung „Die Welt“ im Juli 2016 ergab. Danach erwarten immerhin 72% der Befragten, dass Reisen auf den Kontinent für Briten teurer werden, während sogar 74% eine Verbilligung von Reisen nach Großbritannien erwarten. Betrachtet man klassische Urlaubsreisen, wird dies vor allem Länder wie Spanien und Portugal hart treffen können, da sie zu den klassischen Urlaubsdestinationen der Inselbewohner zählen. Umgekehrt ist die Anzahl der Deutschen, die ihren Urlaub in Großbritannien verbringen, eher übersichtlich, was nicht zuletzt am Klima und den Hauptreisemotiven (Sonne, Strand, Erholung) liegen dürfte.

Statement Paul Ian Armitage

General Manager Le Golf National, Frankreich, Austragende Golf­anlage des Ryder Cup 2018

„Ich persönlich denke nach mehr als 26 Jahren ununterbrochener Tätigkeit in Frankreich ernsthaft über die doppelte Staatsbürgerschaft nach, um jedwede persönliche Einschränkung in der nahen Zukunft, also den nächsten 2 bis 5 Jahren, zu vermeiden.Le Golf National arbeitet sehr intensiv mit der European Tour zusammen, die ihren Sitz in Wentworth (Großbritannien) hat. Es wird sehr interessant sein zu beobachten, wie diese Organisation auf alle Herausforderungen reagieren wird: Steuern für die Tourspieler und Turniere, Umsatzsteuer, anwendbares Arbeitsrecht und vieles mehr.Im Endkundengeschäft wird es eher wenige Auswirkungen geben. Das Pfund wurde nie durch den Euro ersetzt. Im B2B-Geschäft hingegen kann eine instabilere Situation eintreten, bei der je nach Stärke oder Schwäche des Pfunds der Reiseverkehr beeinflusst wird."

Auch beim Golftourismus werden andere Länder voraussichtlich deutlich stärker von der Entwicklung betroffen sein als Deutschland – denn Incoming aus Großbritannien ist für deutsche Golfanlagen insgesamt eher ein Nischenmarkt, und auch die Anzahl der deutschen Golfer, die regelmäßig auf der Insel aufteen, ist eher überschaubar. Aber vielleicht können die Golf-Reiseveranstalter die günstigeren Angebote dazu nutzen, mehr deutsche Golfer auf die Insel zu bringen und dort beispielsweise eine Runde im Home of Golf und den zahlreichen, weltbekannten Plätzen zu spielen – sofern man überhaupt eine Startzeit bekommt. Denn andere Golfnationen, beispielsweise aus Skandinavien, reisen deutlich häufiger zum Golfen nach Großbritannien und werden die neuen Ermäßigungen gerne aufnehmen.

 

Umgekehrt werden vor allem Spanien und Portugal die Verteuerung des Euros am ehesten auch im Golfsport spüren, da gerade im Frühjahr und Sommer viele Briten hier ihren Golfurlaub verbringen. Dennoch kann sich der Brexit noch intensiver auf das Reisen auswirken. Betroffen sind hier vor allem Low Cost Airlines wie die britische Easy Jet. Das Entscheiderpanel des Travel Industry Clubs berichtet, dass über 50% der Befragten davon ausgehen, dass der Brexit deren Expansion bremsen werde – und satte 82% erwarten, dass die bilateralen Verhandlungen zu den Luftverkehrsrechten zwischen Großbritannien und der EU für Airlines von der Insel eher schwierig werden; das trifft dann auch etablierte Carrier wie British Airways. Dennoch: Tourismus ist für alle Beteiligten nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein hohes gesellschaftliches Gut. Es ist davon auszugehen, dass sich letztlich Ökonomie und Ratio durchsetzen werden, allerdings mit besseren Perspektiven für das britische Incoming als das kontinentale Incoming.

Statement Markus Stadler

Managing Director des Reiseveran­stalters golf.extra

„Seit der Wahl der Briten im Juni 2016 ist das Pfund um gut 10% gefallen, was natürlich angenehm für alle Reisenden ist. Wir können unseren Kunden die Reisen günstiger anbieten und auch die Kosten vor Ort sind aus unserer Sicht günstiger geworden.Der Brexit ändert nichts an unserer langfristigen Strategie. Ganz allgemein kann ich sagen, dass Großbritannien und Irland attraktive Destinationen für Golfreisen sind und wir mehr und mehr Golfreisen auf den britischen Inseln organisieren. Momentan sehen wir keine schwerwiegenden Einflüsse für die Golfbranche in Deutschland. Tendenziell werden Golfplätze und Resorts in GB eher vom Brexit profitieren – für den regionalen Markt gibt es zunächst keine Änderungen, aber für internationale Golfer ist die Destination GB günstiger geworden und daher möglicherweise für ein breiteres Publikum interessant."

Mitarbeiter

Eines der Hauptargumente im Wahlkampf auf der Insel war das Thema Arbeitsplatzwahl und Freizügigkeit des Aufenthaltsortes. Hier strebt Großbritannien nach eigenen Aussagen eine stärkere Regulierung an, die freie Wahl innerhalb der EU war nicht nur den Brexit-Befürwortern seit langem ein Dorn im Auge. Und an dieser Stelle erreicht der Brexit für viele Menschen in der Golfszene eine persönliche Dimension: In vielen Clubs Deutschlands werden britische Mitarbeiter beschäftigt. Vor allem Golf-Pros und Greenkeeper von der Insel haben einen ausgezeichneten Ruf, viele sind bei renommierten deutschen Golfanlagen tätig.

 

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU stellt sich für diese sowohl die Frage nach der Aufenthaltserlaubnis, als auch der Arbeitserlaubnis – beides ist innerhalb der EU nicht erforderlich. Dabei sollten man nicht vergessen, dass viele dieser Mitarbeiter längst in Deutschland Wurzeln geschlagen haben. Sie haben hier nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern ein soziales Netzwerk in und um den Club. Viele Politiker, gerade aus dem EU-Raum, betonen nun, dass man dafür sicherlich im Rahmen der Austrittsverhandlungen eine befriedigende Lösung finden werde. Doch wie diese genau aussieht, weiß heute niemand.

 

Auch umgekehrt greift dieser Punkt: viele Unternehmen der Golfszene, die in Großbritannien ansässig sind und mit Deutschland Geschäfte machen, beschäftigen deutsche Mitarbeiter. Auch für sie gilt: Noch ist nicht absehbar, nach welchen Regeln sie künftig auf der Insel arbeiten und leben können. In ersten Verlautbarungen der neuen britischen Regierung ist vielfach zu hören, dass man Menschen, die schon länger auf der Insel leben und arbeiten, wohl ein Bleiberecht anbieten wolle. Wer jedoch erst kürzlich oder gar nach dem Brexit auf die Insel zieht, blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.

Statement Keith Mitchell

Chief Marketing ­Officer Golfbreaks.com, Golf-Reiseveran­stalter aus Windsor

„Wir haben sehr enge Verbindungen zu all unseren Hotels und Anlagenpartnern in ganz Europa, sowohl innerhalb, als auch außerhalb der EU und gehen davon aus, dass sich daran nichts ändern wird.Der deutsche Markt hat sich als sehr stark und stabil erwiesen, er bietet einige fantastische Golfanlagen. Wir hoffen, unsere Zusammenarbeit mit diesen Anlagen und Resorts weiter auszubauen und unseren Kunden noch mehr Möglichkeiten zu bieten, Golf in Deutschland zu spielen. Da der Euro aktuell gegenüber dem Pfund stark an Wert gewonnen hat, gab es noch nie einen besseren Zeitpunkt für Kontinental-Europäer, um nach Großbritannien zu reisen und einige der weltbesten Golfplätze zu erleben. Wir sehen, dass europäische Golfer diese Möglichkeit bereits ausschöpfen und die unglaubliche Vielfalt von Golf in Großbritannien kennenlernen."

Produzenten und Lieferanten

Das vereinte Europa hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass viele Unternehmen ihre Europazentralen in Großbritannien angesiedelt haben, vor allem US-amerikanische Unternehmen aufgrund der Sprachen-Einheit. Führende Produzenten, beispielsweise TaylorMade adidas, beliefern die Pro-Shops in Deutschland von Großbritannien aus. Aufgrund der Freizügigkeit des Warenverkehrs innerhalb der EU und angesichts niedriger Logistikkosten ist dies heute problemlos möglich.

 

Mit dem Ausscheiden aus der EU stellt sich die Situation nun völlig neu dar. Dann hätte Großbritannien – so bilaterale Abkommen keine anderslautende Regelung treffen – den Status eines Drittlands, alle Lieferungen aus Großbritannien nach Deutschland müssen dann durch den Zoll. Das erhöht zum einen die Kosten, zum anderen werden dadurch die Lieferzeiten deutlich verlängert. Zu erwarten ist, dass diese Unternehmen ihre Zentralen und Logistikzentren dann entweder in die EU verlagern oder dort zumindest zusätzliche Standorte zur Vereinfachung der Abwicklung aufbauen werden. Es ist ein bisschen wie im Bankensektor, wo man ebenfalls eine sinkende Bedeutung des Finanzplatzes London und ein Erstarken der Standorte Paris und Frankfurt erwartet – alleine rund um Frankfurt rechnen Experten damit, dass durch den Brexit rund 15.000 neue Arbeitsplätze im Banksektor entstehen, die Mieten in der Region steigen seit dem Brexit noch stärker als früher. Behalten die Produzenten ihre aktuellen Lieferstandorte bei, würde dies letztlich zu einer Verteuerung der Produkte führen, was bei den Proshops und Online-Golfhändlern in Deutschland entweder Druck auf die Margen ausübt oder zu Preiserhöhungen führen wird.

 

Apropos Online-Handel: Auch einige große Online-Händler von der Insel werden die Folgen des Brexits spüren. Längst haben sich Anbieter wie golfsupport, golfbidder oder direct golf einen festen Kundenkreis unter deutschen Golfern erarbeitet. Solange Großbritannien noch zur EU gehört, können sie von der aktuellen Entwicklung sogar profitieren, denn durch das günstige Pfund werden ihre Produkte preislich noch attraktiver. Mit dem Verlassen der EU gelten jedoch auch hier möglicherweise stärkere Hemmnisse, die die Preise nach oben treiben – eine Entwicklung, von der am Ende mancher deutsche Pro-Shop und Golfartikel-Händler sogar profitieren könnte.

Statement Ralph McLean

PGA G1 Golf Professional, Schotte und PGA-Pro in Deutschland

„Ich glaube nicht, dass sich für die Golfclubs bezüglich der Britischen Golf-Pros viel oder überhaupt etwas ändern wird. Da ein Großteil der Golfpros selbstständige Unternehmer sind, welche Kooperationsverträge mit den Clubs haben, würden eventuelle Regelungen für den jeweiligen Pro nicht notwendigerweise an die Clubs weitergetragen. Britische Golfprofessionals haben immer noch einen hohen Stellenwert hier in Deutschland. Es gab britische Professionals, die hier gearbeitet haben, weit bevor die EU ins Leben gerufen wurde und es wird sie auch nach einem vollzogenen Brexit geben.Ich glaube, dass die Entscheidung zum Brexit schon irgendwann für die Industrie Nachteile haben wird. Viele Golffirmen haben ihre Niederlassungen in GB. Von dort wird die Ware nach ganz Europa ausgeliefert. Wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt nicht, wie diese Verträge nach einem vollzogenen Brexit aussehen werden."

Zielmarkt Großbritannien

Naturgemäß liegt der Blick hinsichtlich möglicher Folgen zunächst bei der Frage, wie deutsche Clubs und Golfer von einem Brexit betroffen sein können. Doch sollte man nicht vergessen, dass einige Anbieter der Golfszene zwar ihren Sitz in Deutschland haben, ihrerseits aber selbstverständlich auch Geschäfte jenseits des Ärmelkanals abwickeln. Dies gilt für Trolley-Hersteller genauso wie für Düngemittelhersteller, Golfplatz-Architekten und andere Dienstleister. Der Brexit wird die gegenwärtige Freiheit sicherlich einschränken – wie stark, hängt vom Ergebnis der noch zu führenden Austrittsverhandlungen ab.

 

Im Interesse aller Beteiligten ist hier schnell Klarheit wünschenswert, damit die Unternehmen sich auf diese Veränderungen einstellen können. Mögliche Lösungsansätze sind dann beispielsweise die Gründung eigener Niederlassungen in Großbritannien, die Neuausrichtung von Logistikprozessen oder eine Preisdifferenzierung zwischen EU und Non-EU-Märkten. Erst auf dieser Basis wird zu bewerten sein, ob der Brexit im Wettbewerb zu Verschlechterungen führt oder eher den Status quo stützt. Denn wenn der Zielmarkt Großbritannien für deutsche Hersteller und Lieferanten an Bedeutung verliert, wird dies am Ende auch Arbeitsplätze kosten.

Statement Andrew Boxer

Head of Golf & ­Tourism, Professional Sports Group, führende Golf-PR-Agentur auf der Insel

„Für uns ist dies „business as usual“. Sicherlich ist Stabilität im Geschäftsleben sehr angenehm. Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass Veränderungen auch immer neue Chancen eröffnen. Unternehmen und Geschäftsmodelle sowohl in Großbritannien als auch in Europa werden sich schlicht anpassen müssen, und bisher haben wir in Bezug auf diese Flexibilität bisher stets recht gut abgeschnitten. Ich sehe derzeit keine größeren Auswirkungen auf die Golfindustrie in irgendeinem Land, in dem die Golfindustrie in gewisser Hinsicht in sich geschlossen funktioniert. Die Golfszene hat ihre ganz eigenen Herausforderungen, aber der Brexit wird sich voraussichtlich nicht wesentlich auf den nationalen britischen Markt auswirken."

Statement Jörg Jung

Geschäftsführender Gesellschafter JuCad

„Auch für uns, Hersteller der JuCad-Golfcaddys und Golfzubehör, sind die Folgen des Brexit im Moment noch nicht absehbar. Die bestürzten Reaktionen unserer JuCad-Geschäftspartner in Großbritannien haben uns natürlich sehr betroffen gemacht. Aktuell ändert sich für JuCad nichts in der Zusammenarbeit. Wir sind sehr zuversichtlich und hoffen auf weiterhin möglichst hürdenlose Exporte auf die Insel, denn gerne möchten wir unsere britischen Kunden behalten und den Markt weiter ausbauen."

Fazit

Das politische Europa der Zukunft hat seit dem 23. Juni ein anderes Gesicht – und das wirtschaftliche Europa ebenfalls. Die kommenden Monate und die weitere Entwicklung, basierend auf den Verhandlungsergebnissen zwischen der EU und Großbritannien, werden zeigen, ob dies ein freundliches oder ein hässliches Gesicht sein wird. Wer jedoch glaubt, dass diese Veränderung nur die übergeordnete politische Landschaft betreffen werden, irrt. Die Auswirkungen werden sehr schnell eine persönliche Ebene erreichen – und wie immer wird es dabei sowohl Gewinner, als auch Verlierer geben. Das politisch so beliebte Abwarten ist sowohl aus Arbeitnehmer-, als auch aus Unternehmenssicht nicht empfehlenswert, vielmehr sollten sich alle Betroffenen rechtzeitig mit den Konsequenzen beschäftigen. Zwar lautet ein beliebtes Bonmot „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ (es wird als Zitat interessanterweise mehreren Menschen zugeschrieben, unter anderem Karl Valentin, Winston Churchill und Mark Twain), aber dies darf kein Grund sein, sich nicht ab sofort vorzubereiten. Auch die Verbände sind hier gefragt, vor allem, wenn es um die Arbeitsplätze unserer britischen Kollegen auf deutschen Anlagen geht. Denn auch in einem veränderten Europa sollte Qualität der Leistung – auch im Sinne der Golfer – über nationalem Protektionismus stehen.

 

Autor:Michael Althoff | golfmanager 04/2016

 

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