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Wie der DGV neue Netzwerke schafft

Nachgereicht: Speed-Dating auf dem Verbandstag

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Speed-Dating beim Deutschen Golf Verband (DGV) für eine positive Überraschung sorgt? Der jüngste Verbandstag in Frankfurt lieferte den Beweis: Das ungewöhnliche Format war ein Volltreffer.

 

Der Deutsche Golf Verband (DGV) hat mit seinem 103. Ordentlichen Verbandstag Ende April in Frankfurt gezeigt, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können. Am Vortag der jährlichen Mitgliederversammlung findet traditionell das DGV-Hearing statt – ein Informationsaustausch zu aktuellen Themen, die die Golfbranche betreffen. Neben etablierten Vorträgen und Podiumsdiskussionen führte der DGV in diesem Jahr ein neues, dialogbasiertes Hearing-Konzept ein, das den Teilnehmenden die Wahl zwischen vier spannenden Dialogforen ließ. Das wohl ungewöhnlichste Format war ein Speed-Dating. Da die Foren leider nicht alle besucht werden konnten, sprachen wir diesbezüglich im Nachgang mit Carolin Runte, Projektkoordinatorin Aus- und Weiterbildung beim DGV und der treibenden Kraft hinter dem neuen Hearing-Konzept, sowie Anja Arens, die das Speed-Dating moderiert hat. 

? Wie ist die Idee entstanden, ein Speed-Dating-Format zu organisieren?
C. Runte:
Als die Neugestaltung des Hearings anstand, war mir klar: Wir müssen weg von reinen Vorträgen, hin zu mehr Dialog. Ein Speed-Dating ist eigentlich nichts Neues. In vielen Branchen wird dies bereits in verschiedenen Kontexten erfolgreich eingesetzt. Gerade auf großen Veranstaltungen fällt es oft schwer, ungezwungen miteinander ins Gespräch zu kommen. Genau das wollten wir ändern, indem wir eine Struktur schaffen, die neue Verbindungen fördert. Zum Glück war der Vorstand mit der Idee einverstanden – und mit Anja Arens hatten wir die ideale Partnerin für die Umsetzung.


? Wie kann man sich das Format vorstellen? 
A. Arens:
Das Speed-Dating bestand aus vier Gesprächsrunden, in denen sich die Teilnehmenden jeweils zehn Minuten mit anderen Führungskräften aus der Golfbranche in kleinen Gruppen austauschen konnten. Nach jeder Runde wurde gewechselt, sodass in kurzer Zeit viele verschiedene Perspektiven zusammenkamen.
 

Das Format war bewusst niedrigschwellig angelegt – keine Bühne, keine große Präsentation, sondern direkter Austausch auf Augenhöhe.
 

Die in den Gesprächen entstandenen Erkenntnisse haben die Teilnehmenden auf Metaplan-Karten gesammelt und zusammengetragen. Es war beeindruckend, wie viele wertvolle Impulse in so kurzer Zeit entstanden sind – das hat gezeigt, wie viel Potenzial in einem strukturierten, offenen Austausch steckt.


? Und welche Themen wurden diskutiert?
A. Arens:
Zu Beginn des Speed-Datings haben wir gemeinsam mit den Teilnehmenden aktuelle Themen gesammelt, die sie beschäftigen. Neben vorbereiteten Schwerpunkten wie Mitarbeiterbindung, Digitalisierung und Herausforderungen im Greenkeeping wurden auch spontan weitere Themen eingebracht – zum Beispiel Mitgliedergewinnung und -bindung oder die interne Kommunikation im Club.
 

Die Auswahl zeigte deutlich, wie vielfältig die Fragestellungen in der Golfbranche sind – und wie groß der Bedarf ist, sich darüber auszutauschen.


? Was ist der Benefit von derartigen Formaten?
C. Runte:
Der Hauptnutzen liegt ganz klar in der gezielten Förderung des Austauschs und der Vernetzung. Wir haben mit dem Speed-Dating eine Struktur geschaffen, die es den Teilnehmenden leicht macht, in kurzer Zeit mit vielen verschiedenen Personen in Kontakt zu treten, die sie sonst vielleicht nicht angesprochen hätten. Es geht darum, Schwellen abzubauen und ungezwungene Gespräche zu ermöglichen. Für uns als Verband ist es zudem eine hervorragende Möglichkeit, die Anliegen und Perspektiven unserer Mitglieder auf direktem Wege und in einer lockeren Atmosphäre aufzunehmen. Es entsteht ein lebendiger Dialog, der auch wertvolle Impulse für unsere Arbeit liefert.


? Und was sagen die Teilnehmenden?
A. Arens:
Das Feedback war durchweg positiv. Viele waren überrascht, wie schnell echte Gespräche entstehen können – auch mit Personen, mit denen man sonst vielleicht nicht ins Gespräch gekommen wäre.
 

Es wurde mehrfach betont, wie angenehm es war, sich in einem geschützten, aber lockeren Rahmen auszutauschen – ohne formellen Druck, aber mit viel inhaltlicher Tiefe.
 

Besonders wertvoll war das Format für neue Vorstandsmitglieder und neue hauptamtliche Mitarbeitende in der Golfbranche. Für sie bot das Speed-Dating eine unkomplizierte Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen, offene Fragen zu stellen und sich schnell in das Branchennetzwerk einzufinden.
 

Aber auch erfahrene Vorstände und Mitarbeitende haben das Format genutzt, um ihr bestehendes Netzwerk gezielt zu erweitern und neue Perspektiven aus anderen Clubs mitzunehmen.“


? Soll es dieses Format auch in Zukunft beim DGV geben?
C. Runte:
Was wir sicher sagen können ist, dass der DGV an dem überarbeiteten, dialogbasierten Konzept für das Hearing festhält. Ob auch es auch wieder ein Speed-Dating am 24. April 2026 (voraussichtlicher Termin) geben wird, steht noch nicht fest. Eines ist jedoch sicher: Das Speed-Dating-Format ist sehr gut angenommen worden und die positive Resonanz der Teilnehmenden zeigt, dass unsere Mitglieder offen für neue Wege der Interaktion sind.

Autoren: Carolin Runte und Anja Arens | golfmanager 3/25

 

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