Die zukunftsfähige Driving-Range

Think big mit TrackMan Range

Golf ist per se eine analoge Angelegenheit, traditionell gesehen sowieso. Naturgegebene Landschaften, die aus der urgeschichtlichen Genesis hervorgegangen sind, um seit der Erfindung des besten Spiels der Welt dem Menschen ein Habitat für seine mentale und physische Ertüchtigung zu bieten. Ja, so schön ist es, und könnte es hier und da auch sein.

 

In Zeiten der Digitalisierung hat die 0 und die 1 schon lange Einzug in den Golfsport gehalten. Von der Planung einer Golfanlage über die Bewässerung, bis zu GPS-gesteuerten Mähgängen unbemannter Mähmaschinen im Greenkeeping. Ein Golfsekretariat ohne EDV-gestützte Stammvorgaben- und Turnierverwaltung ist seit langem kaum vorstellbar.

 

Das Golfspiel digital zu unterstützen war lange ein Traum, eine Vision. Die Vision, das eigene Golfspiel virtuell zu visualisieren, ist zu unserer Realität geworden. Eine Realität, die durchaus dazu geeignet ist, das eigene Spiel zu verbessern. Dass dieses Verbessern mit digitaler Unterstützung bislang überwiegend in den Händen von Golflehrern lag, ist u.a. den Anschaffungskosten geschuldet. Die Anschaffungskosten für einen radargestützten digitalen Protokollanten des eigenen Schwungs sind für einen durchschnittlich verdienenden Golfer als Einzelanschaffung i.d.R. zu hoch. Wie gut, dass der digitale Fortschritt es gestattet, groß zu denken.

 

Think big, dachten sich möglicherweise die Entwickler des aus dem Golfunterricht bekannten TrackMan. TrackMan ist eine Kombination aus Daten, Video und Grafik, das es dem Golfer gestattet, seinen Schwung mit all seinen Facetten mit Hilfe von Applikationen, die auf den üblichen Mobilgeräten sichtbar gemacht werden können, visuell im Detail nachzuvollziehen. Der Schwung bzw. der Treffmoment des Schlägers auf den Ball und der Ballflug wird per Radar erhoben.

Driving-Range des Golfpark Holzhäusern, Schlaganalyse einiger Schläge eines Golfprofessionals mit dem Eisen 6 ...
... sowie mit dem Driver (Alle Fotos: A. A. Straten)

Think big – bei TrackMan die Entwicklung zu TrackMan Range

TrackMan Range besteht aus drei Radargeräten und wird fest auf einer Driving-Range mit üblicher Dimension, jedoch mind. 20 Abschlagplätzen fest installiert. Ein Radar jeweils am linken und rechten Rand der Range und ein Gerät in der Mitte auf dem Dach. Das Gerät auf dem Dach blickt geradeaus über die Range, die beiden links und rechts blicken auf die Abschlagplätze.

 

Das System erfasst jeden auf der Range geschlagenen Ball. Ein interessanter Abgleich zwischen gezogenen und geschlagenen Bällen ist somit möglich, aber darum geht es nicht vordergründig. Es geht darum, dass nun jeder Driving-Range-Nutzer, sofern er sich vor Ort in das System eingeloggt hat, jeden seiner geschlagenen Bälle mit der TrackMan-Software in Bezug auf Distanz, Ballflug und Treffwinkel des Schlägers verfolgen kann.

 

Das Besondere dabei: Der Driving-Range-Nutzer stellt sich einfach auf die Matten bzw. auf den Rasen (als Positionsreferenz dient das Mobilgerät), meldet sich im System an und kann nun auf seinem Tablet oder Mobiltelefon mit der App nicht nur seine Schlagdistanz etc. kontrollieren, sondern auch in der App hinterlegte Golfplätze spielen. Jeder der ca. 20 bisher weltweit installierten TrackMan Range bzw. Installationen auf Golfplätzen, sind im System hinterlegt. Somit kann der Driving-Range-Nutzer „seinen“ Golfplatz auf der Driving-Range nachspielen und sein Course-Management verfeinern. Seine persönlichen „Horror Golflöcher“ spielen, indem er Schläger variiert und sofort das Ergebnis auf „seinem“ Platz sieht. Davon profitiert der Golfer individuell und auch das Kollektiv, denn bessere Golfer versprechen ein schnelleres Pace of Play.

 

Darüber hinaus können alle hinterlegten Golfplätze gespielt werden. Darunter auch St. Andrews. Denn die Golfanlage in St. Andrews setzt das System TrackMan Range ebenfalls seit kurzem ein und die Betreiber sind begeistert, wie Pit Kälin, Leiter des Golfparks Holzhäusern in der Schweiz, zu berichten weiß.

 

Pit Kälin setzt TrackMan Range seit Mitte 2017 auf seinem Golfpark ein und ist, nicht erst nachdem TrackMan Range nun seit über einem Jahr in Betrieb ist, begeistert. „Wir sind wieder bei rund fünf Millionen geschlagenen Bällen pro Jahr auf unserer Range. Die Begeisterung unserer Mitglieder und Gäste für die Trainingsunterstützung, sowie die Tatsache, dass wir mit der Investition eine Technologieführerschaft weit über unsere Region hinaus geschaffen haben, bestätigt uns in unserer Entscheidung, diese Investition getätigt zu haben.“

 

Von Investition kann man in Hölzhäusern in der Tat sprechen, der Bau eines neuen Gastronomiegebäudes und eines Gebäudes, in dem Driving-Range, Verwaltung, Umkleiden, Fitnessstudio und verschiedene Eventbereiche untergebracht sind, hat eine zweistellige Millionensumme gekostet.

Um TrackMan Range zu nutzen, wird jährlich eine Lizenzgebühr in Höhe von rund 50.000 Euro fällig. Die einmalige Investition für das System liegt bei 150.000 Euro. Summen, die lt. Pit Kälin gut angelegt sind. „Für die Nutzung unserer Driving-Range zahlt der Greenfee-Gast nicht extra und unser Jahres-Rangefee liegt bei 70 CHF, ein Korb Bälle liegt bei 3 CHF für 20 Bälle.“ Dass bei diesen moderaten Preisen eine Amortisation der laufenden und fixen Kosten möglich ist, kann einen nur begeistern, denn neben dem Effekt, trainingsmüde Golfer zu besseren Spielern zu machen, bietet die Installation die Möglichkeit, Schwellenängste bei Noch-nicht-Golfern zu senken.

Pit Kälin (li.) im Gespräch mit Golf-Business-Directoren

Mit TrackMan Range können Nearest to the Pin, Hit the Flag, Longest Drive-Wettbewerbe gespielt werden. So ein Wettbewerb macht auch unerfahrenen Menschen Spaß im Golfspiel und ist für kleines Geld zu haben.

 

Es können auch internationale Wettbewerbe gespielt werden. So könnte z.B. ein Driving-Range-Nutzer auf der GolfLounge in Hamburg gegen einen Driving-Range-Nutzer auf dem Golfpark Holzhäusern einen Wettbewerb spielen, sei es um die schlagniedrigste Runde auf dem Golfplatz Holzhäusern oder St. Andrews etc., oder einfach einen Longest Drive-Wettbewerb. Das Login ist bei allen rund 20 TrackMan Range-Installationen weltweit das gleiche und Nutzer können sich miteinander verlinken und interagieren. Das verspricht eine Symbiose von digital und analog. Analog den Schläger schwingen und digital den Wettbewerb gegen sich oder andere finden.

 

Es geht darum, Mehrwerte zu schaffen und neue Zielgruppen zu erreichen. Damit ist nicht nur der trainingsmüde Vollzahler gemeint, sondern insbesondere Noch-nicht-Golfer. Mit TrackMan Range kann eine Driving-Range, bei entsprechender infrastruktureller Ausstattung wie z.B. im Golfpark Holzhäusern, zu einer Eventlocation werden oder bereits sein, die dem Golfsport neue Zielgruppen und mittelfristig neue Vollzahler erschließt.

 

Autor: Adriaan A. Straten | golfmanager 06/2018

 

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