CO₂ binden – Rendite sichern
Gutes tun, darüber sprechen – und dafür bezahlt werden
Kohlenstoffdioxid (CO2) ist in aller Munde. Die Mehrheit der Menschen fährt mit Verbrennerfahrzeugen durch die Gegend und sieht das Damoklesschwert der erhöhten CO2-Bepreisung ab 2026, und die damit in Verbindung stehende Benzin-/Dieselpreiserhöhung auf sich zukommen.
Da wir auf Golfanlagen ebenfalls überwiegend Verbrenner-Mähmaschinen umfangreich einsetzen, emittieren wir für den Betrieb einer Golfanlage zwangsläufig auch CO2 und zwar nicht nur im Greenkeeping. Gastronomie, Büro und Golfschule gehören mit zu den Emittenten, wie der bestenfalls gut gefüllte Parkplatz der Vollzahler und Greenfeegäste einer belebten Golfanlage.
Neben den Emissionen, die im Rahmen von Nachhaltigkeitsmaßnahmen, Reduzierungen erfahren können, hat jede Golfanlage erhebliches Potenzial, CO2 zu binden. Das passiert ohne Zutun mit dem vorhandenen Baumbestand, dem Gelände und den u.U. vorhandenen Gewässern.
Eine Möglichkeit, vermehrt CO2 zu binden, besteht darin, Gesteinsmehl zur Düngung und gröber gemahlen als Bunkersand auszubringen.
Das Gestein Olivin ist eines der häufigsten Mineralien im oberen Erdmantel. Unser Erdmantel besteht größtenteils aus Peridotit, welches wiederum hauptsächlich aus Olivin besteht. Olivin ist ein kristallisiertes Mineral, als die Erde vor Milliarden von Jahren von heiß und flüssig, zu erkaltet und Stein transformierte.
Nun gibt es ja sehr viel Gestein auf der Erde, warum haben wir dann ein CO2 Problem? Das Problem ist, dass das Gestein zwar in der Lage ist, viel CO2 aufzunehmen, jedoch relativ wenig Oberfläche hat. Dem kann entgegengewirkt werden, indem dieses Gestein zerkleinert und/oder gemahlen wird und somit die Oberfläche vergrößert wird. Das kann man sich gut vorstellen, wenn man an einen Eiswürfel in einem Glas denkt. Ein großer Eiswürfel braucht länger zum Auftauen im Glas, als wenn man diesen zerkleinert, dann geht das Auftauen viel schneller. Kennt jede und jeder!
Um auf dem Golfplatz mit CO2 Geld zu verdienen, kann wie folgt vorgegangen werden:
Projektvorlage: CO₂-Zertifikate-Projekt auf Golfanlagen
1. Projektbeschreibung
Beschreibung des Vorhabens zur CO2-Reduktion oder -Bindung auf dem Gelände der Golfanlage. Ziel ist die Entwicklung eines zertifizierbaren Klimaschutzprojekts zur Generierung von CO2-Zertifikaten.
2. Geplante Maßnahmen
- Renaturierung von Feuchtflächen
- Aufforstung von Randflächen
- Umstellung auf torffreie Pflegeprodukte
- Installation von Photovoltaikanlagen
- Förderung der Biodiversität
- Einsatz von Materialien in der Platzpflege, die CO2 binden
3. Erwartete CO2-Einsparung
Schätzung der CO2-Bindung oder -Vermeidung in Tonnen pro Jahr, basierend auf Flächengröße und Maßnahme.
4. Zertifizierungsstandard
Angabe des angestrebten Standards (z.B. MoorFutures, Pina Earth, Gold Standard, Verra/VCS) und Anforderungen an die Projektvalidierung.
5. Projektpartner
Liste der beteiligten Organisationen, Berater oder Zertifizierungsstellen, die das Projekt begleiten.
6. Zeitplan
Zeitliche Planung der Umsetzung: Projektstart, Maßnahmenbeginn, Monitoring, Zertifizierung, Vermarktung.
7. Monitoring und Dokumentation
Beschreibung der geplanten Erfassung von CO2-Werten, Pflegeaufwand, Flächenentwicklung und Nachweisdokumentation.
8. Wirtschaftlichkeit
Kalkulation der Projektkosten, erwarteten Einnahmen aus CO2-Zertifikaten, Fördermittel und Amortisationszeitraum.
1. Welche Emissionen sind relevant?
Golfplätze verursachen CO2-Emissionen vor allem durch:
- Energieverbrauch (Heizung, Strom für Clubhaus, Bewässerungssysteme),
- Kraftstoffeinsatz (Rasenmäher, Maschinen, Fuhrpark),
- Düngemittel und Pflegeprodukte (indirekte Emissionen),
- Bodenbearbeitung und Landnutzung (z.B. Entwässerung von Moorflächen, Rodung).
2. Teilnahme am CO₂-Zertifikatehandel
Der nationale Emissionshandel richtet sich primär an Brennstofflieferanten. Dennoch können Golfplatzbetreiber indirekt profitieren, z.B. durch:
- Kompensationsprojekte: Wenn der Golfplatz Maßnahmen zur CO2-Bindung oder -Vermeidung umsetzt (z.B. Aufforstung, Renaturierung, Humusaufbau, Einsatz von Olivin für Düngung, Besandung, Bunker), können daraus zertifizierbare CO2-Einsparungen entstehen, die verkauft werden können.
- Kooperation mit Projektentwicklern: Diese helfen bei der Zertifizierung und Vermarktung von CO2-Gutschriften.
3. Maßnahmen zur CO₂-Reduktion und Zertifizierung
Um CO2-Zertifikate zu generieren, müssen Maßnahmen nach anerkannten Standards zertifiziert werden (z.B. Gold Standard, Verra/VCS, MoorFutures, KlimaZert).
Geeignete Maßnahmen auf Golfplätzen:
- Aufforstung oder Pflege von Streuobstwiesen
- Renaturierung von Feuchtgebieten oder Moorflächen
- Umstellung auf regenerative Energiequellen
- Humusaufbau durch ökologische Bodenpflege
- Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen
- Biodiversitätsförderung mit CO2-Bindungseffekt
- Verwendung von Sand aus Olivin für die Bunker
4. Schritte zur Umsetzung
- CO2-Bilanz erstellen (z.B. mit Tools wie ,ecocockpit‘ oder durch externe Berater)
- Potenziale zur CO2-Reduktion oder -Bindung identifizieren
- Projektkonzept entwickeln (inkl. Monitoring, Dauer, Fläche)
- Zertifizierungspartner finden (z.B. myclimate, MoorFutures, KlimaZert)
- Zertifikate generieren und vermarkten (z.B. über Plattformen oder Direktvermarktung)
5. Wirtschaftliches Potenzial
Der Preis für CO2-Zertifikate im freiwilligen Markt liegt aktuell zwischen 30 und 100 Euro pro Tonne CO2, je nach Qualität und Projektart. Golfplatzbetreiber können jährlich mehrere Tonnen CO2 durch geeignete und gezielte ökologische Maßnahmen binden – und damit zusätzliche Einnahmen erzielen. Voraussetzung ist eine strategische Planung, Transparenz und die Wahl eines anerkannten Standards in Kooperation mit Zertifizierungsstellen, um aktiv am freiwilligen CO2-Zertifikatehandel teilnehmen zu können und daraus Erträge generieren.
Wieviel kann mit CO₂ verdient werden?
Je nach Maßnahme können 3 – 10 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr gebunden werden. Bei einem Marktpreis von 50 – 80 Euro/Tonne ergibt sich ein jährlicher Ertrag von 150 – 800 Euro pro Hektar – zusätzlich zu Imagegewinn, der bei guter PR Arbeit zu erhöhter Aufmerksamkeit, auch bei ,noch nicht‘ Golfern führen kann.
Fazit
Golfanlagen haben durchaus Potenzial, in den Emissionshandel einzusteigen, denn sie verfügen über große Extensivflächen, die sich für Renaturierung oder Aufforstung eignen, verfügen über bestehende Infrastruktur für Monitoring und Pflege und haben i.d.R. interessierte Mitglieder, die Klimaschutzprojekte unterstützen könnten (z.B. durch Spenden oder Sponsoring).
Auch wenn es, soweit dem Autor heute bekannt, noch kein zertifiziertes Beispielprojekt auf einem Golfplatz in Deutschland gibt, ist das Potenzial gegeben. Golfplatzbetreiber können durch Kooperation mit spezialisierten Projektentwicklern wie z.B. Pina Earth, MoorFutures oder myclimate eigene Projekte entwickeln und CO2-Zertifikate generieren.
Quellen
Eigenes Erleben, Grafik: A.S.K. Werbeagentur
Patrick Niedermayer, https://youtu.be/sj203iI-Odo?si=cEig9qMdYJDOrfdn
Abbildung: copilot, Prompt Adriaan A. Straten
Projektvorlage: copilot, Prompt Adriaan A. Straten
Dieser Beitrag wurde zum Teil unter Verwendung vom KI-Tool Microsoft Copilot erstellt.
Autor: Adriaan A. Straten | golfmanager 3/25