Golfanlagen effizient bewässern

Dem Thema Wasser/Bewässerung wird in Zukunft aufgrund der Klimaveränderung mit die größte Bedeutung beigemessen. Und dies in besonderem Maße auch auf Golfanlagen. Erinnern wir uns an extrem regenarme Jahre, als bei vielen Golfanlagen die Bewässerung auf die wichtigsten Spielbereiche reduziert werden musste. Seitdem stellen sich zunehmend Fragen wie: Woher beziehen wir unser Wasser? Haben wir ausreichend große Speicherteiche? Welche Spielbereiche sind für uns von besonderer Bedeutung? Tragen unsere Mitglieder eine eingeschränkte Bewässerung mit? Wie sieht die Kommunikation mit den behördlichen Stellen aus?

 

Der Deutsche Golf Verband (DGV) trägt diesem Themenfeld mit dem Arbeitskreis Bewässerung Rechnung. Leiter ist Andreas Klapproth, als Mitglieder fungieren Jan Andreas, Ruth Brune, Ralf Hofmann, Daniel Lüttger, Christian Müller und Andreas Stegmann. Zu den Aufgaben zählen die Entwicklung eines Leitbildes für eine ressourcenschonende Golfplatzbewässerung, die Zusammenfassung aktueller Informationen aus Wissenschaft und Praxis, die Information von haupt- und ehrenamtlichen Entscheidungsträgern, die Schulung und Weiterbildung der Anwender sowie der Dialog mit den Wasserbehörden. DGV-Arbeitskreiskoordinator ist Abteilungsleiter Umwelt und Platzpflege Marc Biber.

 

Im Rahmen der regelmäßigen Treffen tagte der Arbeitskreis zuletzt Ende März im Golf-Club Hof Hausen vor der Sonne. Clubmanager und AG-Vorstand Mark Niendorf schwärmte als Gastgeber vom Bewässerungskonzept der Anlage, das bereits seit 2004 in Betrieb ist und gereinigtes Wasser aus einem nahegelegenen Klärwerk, unterstützt durch eine eigene Wasseraufbereitungsanlage, für die Platzberegnung nutzt. In der clubeigenen Aufbereitungsanlage werden mit Biodyozon auf ökologische Weise sämtliche Bakterien und Keime abgetötet, so dass die Spielbereiche letztlich bedenkenlos bewässert werden können. Ein nachhaltiges Konzept, das der Anlage nebenbei auch viel Geld bei der Wasserentnahme spart. Dies wurde auch von den Behördenvertretern vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität sowie dem langjährigen Begleiter des Arbeitskreises von der Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt positiv aufgenommen.

 

Neben der Besichtigung der Wasseraufbereitungsanlage auf dem Golfplatz referierten Dr. Gerhard Lung zum Thema „Aufbereitung von Kläranlagen-Abwasser für Beregnungszwecke“ sowie Jürgen Stein vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) zu „Auswirkungen des Klimawandels auf die Trinkwasser-Versorgung in RLP mit Prognosen für den Sportrasen“. Den fachlichen Part der Veranstaltung beschloss Erik Kaiser mit seiner „Vorstellung des Forschungsprojekts ,Stressless-Green‘“ und wagte dabei einen Ausblick in die digitale Zukunft. Wie können Satelliten- oder Drohnenaufnahmen die Platzpflege unterstützen? Gerade die beiwohnenden Greenkeeping-Experten zeigten sich den neuen Möglichkeiten gegenüber aufgeschlossen, äußerten aber auch Bedenken, gerade wenn es um die Vernetzung der verschiedenen Systeme geht oder um die Einbindung in bestehende Content-Management-Programme. Der Weg ist vorgezeichnet, wichtig wird sein, dass jede Anlage die für sie geeigneten Partner und die entsprechend ausgebildeten bzw. affinen Fachleute im Platzpflege-Team findet.

 

Autor: Stefan Vogel | golfmanager 2/2022

Besichtigung der Anlagen-eigenen Wasseraufbereitungsanlage
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