Neue Master-Studienvertiefung „Nachhaltiges Rasenmanagement“

Start zum WS 2017-18 an der Hochschule Osnabrück

Das Berufungsverfahren zur Einführung der Stiftungsprofessur „Nachhaltiges Rasenmanagement – Sustainable Turfgrass Management“ an der Hochschule Osnabrück liegt im Zeitplan und geht in diesen Wochen in die Endphase. Der Berufungsbericht mit der Kandidatenliste wird Anfang April 2017 im Fakultätsrat vorgestellt werden. Anschließend sind dann weitere Beratungen im Senat, im Präsidium und abschließend im Stiftungsrat erforderlich. Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass die Berufung zum WS 2017-18 erfolgen wird.

 

Angebot für Studenten und Unternehmen

Die Deutsche Rasengesellschaft e.V. begrüßt es sehr, dass nunmehr die Studieninteressierten mit der Einrichtung dieser Stiftungsprofessur das Thema „Nachhaltiges Rasenmanagement“ in einer Master-Studienvertiefung an der Hochschule Osnabrück aufnehmen können.

 

Im Zeitraum Mai bis Juli 2017 läuft die Einschreibungsfrist für das WS 2017-18.­Für mögliche Interessenten bietet die Hochschule am 26.04.2017 einen Infoabend an, bei dem sowohl die Zielgruppe der interessierten Master-Studenten angesprochen werden soll, aber auch potenzielle Arbeitgeber, beispielsweise aus der „Turfgrass Industry“, über die Möglichkeiten eines „dualen“ Studienangebotes zur Personalentwicklung im Betrieb informiert werden sollen.

 

Das Master-Studium „Nachhaltiges Rasenmanagement“ ist mit ca. 28 Wochen Präsenzzeit an der Hochschule ideal für Unternehmen aus der Rasenbranche geeignet, neue Berufsanfänger frühzeitig zu gewinnen und bewährten Mitarbeitern im Unternehmen eine Karrierechance durch gezielte Weiterbildung anzubieten.

 

Diese Möglichkeit der studienbegleitenden Betriebszugehörigkeit bietet sich nicht nur den fördernden Unternehmen und Organisationen, die zusammen mit der DRG die Stiftungsprofessur finanzieren werden, sondern allen Firmen, die unmittelbar im Rasensegment z. B. Saatgutbranche oder Pflegetechnik bzw. im vor- und nachgelagerten Bereich wie Dünger- und Pflanzenschutzindustrie, aktiv sind.

 

An der Hochschule Osnabrück ist das Interesse am Rasen durch zahlreiche Aktivitäten inzwischen sehr groß. Einerseits sind es die Forschungsaktivitäten am Institut für Landschaftsbau, Sportfreianlagen und Grünflächen (ILOS), die sich in zahlreichen Bachelor- und Masterarbeiten mit Bezug zum Rasen niederschlagen. Andererseits sorgt das Bachelor-Modul Rasenmanagement im Wahlpflichtfach bei den Studenten für starke Nachfrage, für das sich im laufenden Sommer-Semester über 40 Studierende eingeschrieben haben. Die Vorlesungen werden derzeit von Lehrbeauftragten der Deutschen Rasengesellschaft übernommen. Das Thema „Rasen“ spricht also die Studierenden an und so bleibt zu hoffen, dass sich auch aus dieser Gruppe einige Kandidaten in den Masterstudiengang einschreiben werden.

 

In der Studienvertiefung „Nachhaltiges Rasenmanagement“ sind drei Lehrmodule im Masterprofil Boden, Pflanzenernährung und Pflanzenschutz des Studiengangs Agrarwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft (MAL) vorgesehen.

 

Die Deutsche Rasengesellschaft wird mit Mitteln von der „Turfgrass Industry“ und den interessierten Verbänden das Thema „Rasen“ durch die Einrichtung dieser Stiftungsprofessur zukunftsträchtig mit den Schwerpunkten einer umweltgerechten und nachhaltigen Bewirtschaftung des Rasens als „Dauerkultur“ finanziell tragen.

 

Ablauf Master-Studien­vertiefung „Nachhaltiges ­Rasenmanagement“

Die Vertiefungsrichtung „Nachhaltiges Rasenmanagement“ im Studiengang Agrar- und Lebensmittelwirtschaft dauert vier Semester und schließt mit einem Abschluss als Master of Science ab. Die Basis für den modularen Aufbau des Studiums ist das European Credit Transfer System (ECTS), dies ist die Voraussetzung für die internationale Anerkennung der Studienleistungen.

 

Für den Rasenschwerpunkt sind alle angesprochen, die schon ein akademisches Erststudium absolviert haben.

Tab.1: Übersicht zum geplanten Studiengang „Rasenwissenschaft“/„Nachhaltiges Rasenmanagement“ (Semester 1-4) an der HS Osnabrück. (Quelle HS Osnabrück, 2017)

Insbesondere denken die Verantwortlichen dieser Richtung an Bachelorabsolventen aus den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau und Landschaftsbau, aber auch aus artverwandten naturwissenschaftlichen Fächern. Angebunden ist der Schwerpunkt „Rasenwissenschaft“ derzeit im Profil Boden, Pflanzenernährung und Pflanzenschutz des Studiengangs Agrarwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft (MAL).

 

„Mit der Etablierung einer Stiftungsprofessur „Nachhaltiges Rasenmanagement“ erhalten in Deutschland erstmalig Nachwuchskräfte mit agrarwissenschaftlichem, gärtnerischem oder landschaftsbaulichem Hintergrund die Möglichkeit, sich in einem Master-Studiengang zum Thema „Rasen“-Wissen anzueignen bzw. zu spezialisieren, welches sie dazu befähigen wird, als professionelle, wissenschaftlich fundierte Fachleute in dem spannenden Rasen-Segment zu arbeiten.“ So die Einschätzung von Prof. Martin Thieme-Hack, der die Einführung und Förderung der „Rasen-Disziplin“ an der Hochschule Osnabrück maßgeblich fördert und begleitet.

 

Die Verantwortlichen bei der DRG und der Hochschule gehen davon aus, dass der Bedarf an zukünftigen Rasen-Fachleuten vor dem Hintergrund der geführten Debatten über die positiven Auswirkungen von „Grün“ insbesondere auch von Rasenflächen in ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten national wie international stark steigen wird.

 

Der Studiengang vermittelt grundlegende Führungskompetenzen und Managementtechniken zur Leitung und Beratung von Betrieben und Institutionen. Die individuelle Betreuung im Rahmen von Projekten und der Masterarbeit erfolgt einerseits mit externer Unterstützung durch Fachunternehmen und andererseits in den Arbeitsgruppen des Masterprofils.

 

Das zentrale Element des Studiums ist die praktische Projekt- bzw. Forschungsphase über zwei Semester, die mit der Erstellung einer Masterarbeit endet (s. Übersicht Tab. 1).

 

Sowohl die Hochschule Osnabrück als auch die Deutsche Rasengesellschaft e.V. bieten auf der jeweiligen Homepage entsprechende Detail-Informationen sowohl zu den Studienvoraussetzungen als auch zu den möglichen Arbeitsgebieten in der Rasenbranche:

 

Rasenforschung praxisorientiert

Mit der Einrichtung der Stiftungsprofessur soll aus der Sicht der Deutschen Rasengesellschaft der akademische Nachwuchs für die wachsenden Fragen bei der Entwicklung von zukunftsorientierten Rasen-Konzepten ausgebildet werden. Ein weiterer, wesentlicher Arbeitsschwerpunkt liegt in der Einrichtung einer unabhängigen Forschungsinstitution für den umfangreichen Bereich der unterschiedlichen Rasenanwendungen.

Abb.1: Wissenschaftler gehen dem Rasen auf den Grund. Eine Nahaufnahme gibt Informationen zum Pflanzenbestand und Vitalität der Gräser. (Foto: KMB)

Am ILOS (c/o Science to Business GmbH - Hochschule Osnabrück) laufen seit einiger Zeit bereits verschiedene Forschungsprojekte mit Bezug zum Rasen, die von Prof. Thieme-Hack und seinem Team betreut werden. So wurde gerade das Projekt „Nachhaltigkeit von Sportanlagen im Freien - Erarbeitung eines Bewertungssystems zur nachhaltigen Entwicklung und ganzheitlichen Planung von Sportanlagen im Freien“ abgeschlossen. Für die Durchführung derartig umfangreicher Vorhaben ist die öffentliche Förderung mit Forschungsmitteln besonders wichtig. So wurde beispielsweise das Konzept „Nachhaltigkeit von Sportanlagen“ durch die Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung gefördert.

 

Neben öffentlich geförderten Forschungsvorhaben werden auch diverse Projekte mit Drittmitteln aus der Industrie durchgeführt, sodass daraus eine Reihe von Bachelor- und Masterarbeiten mit Themenstellungen zum Rasen entstanden sind:

  • „Auswirkungen von Bodenhilfs­stoffen auf die Pflege von bestehenden Golfgrüns.“
  • „Verbesserung der Strapazierfähigkeit von Sportrasen durch Kunststoffarmierung in der Rasentragschicht.“
  • „Lagerungsdauer von Rollrasen in Abhängigkeit von Temperatur und Wassergehalt.“
  • „Grund-, Erhaltungs- und Regenerationspflege von Hybridrasensystemen in Stadien und auf Trainings­plätzen für den Profifußball.“
  • „Möglichkeiten und Grenzen von Hybridrasen für Abschlagflächen auf Golfanlagen.“

 

Hier wird deutlich, dass bereits gute Voraussetzungen zum Ausbau der Rasenforschung an der Hochschule Osnabrück vorhanden sind; denn abgesehen von den Laborausstattungen in der Pflanzenproduktion und in den Bodenwissenschaften sind darüber hinaus schon heute eine Reihe von Spezialuntersuchungen für den Rasen möglich.

 

Internationale Verbindungen

Durch die Ausrichtung der „4. European Turfgrass Conference“ im Juli 2014 konnte die Hochschule schon frühzeitig ein Netzwerk zu Universitäten und Forschungseinrichtungen mit dem Schwerpunkt Rasen in verschiedenen europäischen Ländern Europas, wie Norwegen, Dänemark, Italien und Spanien, aber auch zu einer Reihe amerikanischer Universitäten knüpfen. Gerade die USA-Kontakte bieten den Studierenden ideale Bedingungen für Austauschprogramme. So bestehen derzeit Kooperationen mit der State University New York, Auburn University, Alabama und der Rutgers University, New Jersey.

 

Gute Berufschancen

Den Absolventen der Studienvertiefung „Nachhaltiges Rasenmanagement“ bieten sich vielfältige Möglichkeiten zur Karriereentwicklung. So stehen die Wege zur Beratung und Marketing in Fachverbänden sowie in Unternehmen der Rasenindustrie, wie beispielsweise Saatguthandel, Düngemittel, Pflanzenschutz und Pflegetechniktechnik offen. Im Bereich der Betreibergesellschaften von Stadion- und Golfanlagen bietet sich die Funktion des Course-Managers mit organisatorischen und praktischen Herausforderungen an. Auch in der Rasen-Züchtung mit dem Schwerpunkt Produktmanagement könnte eine spezielle Aufgabe liegen. Im Bereich der Rasenforschung und Lehre bieten sich national und vor allem in dem stark vernetzten internationalen Markt weitere Möglichkeiten. Hier dienen neben der Deutschen Rasengesellschaft die internationalen Organisationen, wie die „European Turfgrass Society“ ETS und die „International Turfgrass Society“ ITS als Plattformen zum Know-how Austausch.

 

Weitere Informationen bietet:

Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG)

Dr. Harald Nonn, Vorsitzender DRG

Telefon: (0228) 8100235

info (at) rasengesellschaft.de

www.rasengesellschaft.de

 

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