Der Schwarze Holunder ist ein wunderschöner Strauch (Abbildung 1), vor allem dann, wenn er mit Blütenständen „übersät“ ist.
In der Regel ist die Strauchbasis reichtriebig, dann macht er dem Strauchkonzept alle Ehre. Der Holunder kann aber auch an der Basis nur wenige Triebe haben (Abbildung 2). Diese sind dann meistens sehr kräftig, bis 15 Zentimeter stark und zweigen sich erst in etwa vier Meter Höhe auf. Diese Stämmlinge haben verzweigte, weit überhängende Triebe. Durch diese Wuchsweise wirkt der Strauch sehr elegant.
Außerdem trifft man – wenn auch selten – Holunderpflanzen, die nur einen Stamm haben (Abbildung 3). Sie entsprechen damit der Wuchsform eines kleinen Baumes, allerdings werden diese „Holunder-Bäume“ höchstens acht Meter hoch und können deshalb nicht mit den mächtigen Baumgestalten von Eiche oder Buche mithalten.
Der Schwarze Holunder ist ein wunderschöner Strauch (Abbildung 1), vor allem dann, wenn er mit Blütenständen „übersät“ ist.
In der Regel ist die Strauchbasis reichtriebig, dann macht er dem Strauchkonzept alle Ehre. Der Holunder kann aber auch an der Basis nur wenige Triebe haben (Abbildung 2). Diese sind dann meistens sehr kräftig, bis 15 Zentimeter stark und zweigen sich erst in etwa vier Meter Höhe auf. Diese Stämmlinge haben verzweigte, weit überhängende Triebe. Durch diese Wuchsweise wirkt der Strauch sehr elegant.
Außerdem trifft man – wenn auch selten – Holunderpflanzen, die nur einen Stamm haben (Abbildung 3). Sie entsprechen damit der Wuchsform eines kleinen Baumes, allerdings werden diese „Holunder-Bäume“ höchstens acht Meter hoch und können deshalb nicht mit den mächtigen Baumgestalten von Eiche oder Buche mithalten.
Abb. 1: Jüngerer Schwarzer Holunderbusch mit vielen Trieben an der Basis zu Beginn der Blütezeit im Mai. (Alle Fotos: Dr. Isolde Hagemann)
Abb. 2: Wenige kräftige Stämmlinge formen mit ihrer charakteristischen Verzweigung eine typische Krone.
Abb. 3: Baumartiger Holunder, der reichlich Totholz zeigt und dringend verjüngt werden müsste.
Vergleicht man die Abbildungen 1 bis 3, so wird die große Plastizität im Wuchsverhalten des Holunders deutlich. Auch in seinem Regenerationsvermögen ist er eigentlich kaum zu überbieten. Werden große Äste abgeschnitten oder das Bäumchen „auf Stock“ gesetzt, dann treibt der Holunder mit kräftigen Schossen aus und schon sehr bald ist der Strauch wieder komplett.
Verwandtschaft, Herkunft, Verbreitung
Der Schwarze Holunder gehört zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae), zu denen auch Sträucher aus den Gattungen Kolkwitzia (siehe Steckbrief), Lonicera, Abelia, Viburnum und Symphoricarpus gehören. Etliche Arten und Sorten haben hohen Zierwert und sind auf Golfplätzen, in Gärten und Parkanlagen vertreten.
In Europa gibt es drei Holunder-Arten: Neben dem Schwarzen Holunder (Sambucus nigra L.), der in Europa in Gebüschen und krautreichen Wäldern wächst, gibt es im Bergland auf Waldschlägen und Blockhalden den Roten Holunder, auch Berg-Holunder genannt (Sambucus racemosa L.). Er wächst auch als Strauch, erreicht aber nicht die Höhe des Schwarzen Holunders. Im Mittelmeerraum und im warmgemäßigten Teil Europas bis Westasien kommt der Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus L.) vor; dieser weicht in seinem Wuchsverhalten von den beiden vorgenannten Arten ab – er wächst als unterirdische Speicherorgane bildende Staude, die nur eine Höhe von eineinhalb Metern erreicht. Am Ende der Vegetationsperiode sterben die aufrechten Achsen ab und im Frühjahr des nächsten Jahres treibt er aus seinen Speicherorganen neue Achsen und verhält sich damit wie eine Rhizomstaude.
Aussehen
Der Schwarze Holunder hat ein ganz charakteristisches Aussehen. Mit seinem Strauchwuchs ist eine regelmäßige Schosserbildung von der Strauchbasis ausgehend verknüpft. Zudem gehen von den weit überhängenden Zweigen an der höchsten Stelle neue Triebe aus, gewissermaßen die nächste Generation. Dadurch kann der Strauch eine stattliche Höhe erreichen und eine „Krone“ aufbauen (Abbildung 2). Dieses für den Holunder sehr charakteristische Verzweigungsmuster ist immer wieder zu erkennen.
Die Blätter des Holunders sind geteilt und werden als unpaarige Fiederblätter bezeichnet, da sie eine Endfieder haben. Die Blattentwicklung lässt sich sehr schön im zeitigen Frühjahr studieren. Dann treiben die durch kleine braune Knospenschuppen geschützten Triebe aus. Die Blätter zeigen eine markante Abfolge; die ersten sind nur dreizählig, die nächsten dann schon fünfzählig, die Spitzen sind aber noch abgerundet. Erst die folgenden Blattpaare erinnern an die typischen Holunderblätter (Abbildung 4). In Abbildung 5 sind die fünfzähligen Laubblätter zu sehen und auch schon die Pracht eines voll erblühten Strauches.
Vergleicht man die Abbildungen 1 bis 3, so wird die große Plastizität im Wuchsverhalten des Holunders deutlich. Auch in seinem Regenerationsvermögen ist er eigentlich kaum zu überbieten. Werden große Äste abgeschnitten oder das Bäumchen „auf Stock“ gesetzt, dann treibt der Holunder mit kräftigen Schossen aus und schon sehr bald ist der Strauch wieder komplett.
Verwandtschaft, Herkunft, Verbreitung
Der Schwarze Holunder gehört zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae), zu denen auch Sträucher aus den Gattungen Kolkwitzia (siehe Steckbrief), Lonicera, Abelia, Viburnum und Symphoricarpus gehören. Etliche Arten und Sorten haben hohen Zierwert und sind auf Golfplätzen, in Gärten und Parkanlagen vertreten.
In Europa gibt es drei Holunder-Arten: Neben dem Schwarzen Holunder (Sambucus nigra L.), der in Europa in Gebüschen und krautreichen Wäldern wächst, gibt es im Bergland auf Waldschlägen und Blockhalden den Roten Holunder, auch Berg-Holunder genannt (Sambucus racemosa L.). Er wächst auch als Strauch, erreicht aber nicht die Höhe des Schwarzen Holunders. Im Mittelmeerraum und im warmgemäßigten Teil Europas bis Westasien kommt der Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus L.) vor; dieser weicht in seinem Wuchsverhalten von den beiden vorgenannten Arten ab – er wächst als unterirdische Speicherorgane bildende Staude, die nur eine Höhe von eineinhalb Metern erreicht. Am Ende der Vegetationsperiode sterben die aufrechten Achsen ab und im Frühjahr des nächsten Jahres treibt er aus seinen Speicherorganen neue Achsen und verhält sich damit wie eine Rhizomstaude.
Aussehen
Der Schwarze Holunder hat ein ganz charakteristisches Aussehen. Mit seinem Strauchwuchs ist eine regelmäßige Schosserbildung von der Strauchbasis ausgehend verknüpft. Zudem gehen von den weit überhängenden Zweigen an der höchsten Stelle neue Triebe aus, gewissermaßen die nächste Generation. Dadurch kann der Strauch eine stattliche Höhe erreichen und eine „Krone“ aufbauen (Abbildung 2). Dieses für den Holunder sehr charakteristische Verzweigungsmuster ist immer wieder zu erkennen.
Die Blätter des Holunders sind geteilt und werden als unpaarige Fiederblätter bezeichnet, da sie eine Endfieder haben. Die Blattentwicklung lässt sich sehr schön im zeitigen Frühjahr studieren. Dann treiben die durch kleine braune Knospenschuppen geschützten Triebe aus. Die Blätter zeigen eine markante Abfolge; die ersten sind nur dreizählig, die nächsten dann schon fünfzählig, die Spitzen sind aber noch abgerundet. Erst die folgenden Blattpaare erinnern an die typischen Holunderblätter (Abbildung 4). In Abbildung 5 sind die fünfzähligen Laubblätter zu sehen und auch schon die Pracht eines voll erblühten Strauches.
Abb. 4: Entwicklungsstadien der Laubblätter im März. Die ersten Blätter sind dreiteilig und an der Spitze abgerundet, bei den nächsten kommen zwei weitere Fiedern hinzu. Die typische Blattform ist erst etwas später zu sehen.
Abb. 5: Stadium im Juni mit typischen, fünfzähligen Blättern mit langer Spitze, Knospen und Blüten in Schirmrispen.
Abb. 6: Die zahlreichen kleinen Blüten stehen in einer sogenannten Schirmrispe eng beieinander und erzielen so eine große Schauwirkung. Die Staubblätter überragen deutlich die Blütenblätter.
Die kleinen Blüten stehen in vielblütigen Blütenständen, sogenannten Schirmrispen, eng beieinander (Abbildung 6). Die fünfzähligen, weißgelblich gefärbten Blüten haben deutlich hervortretende Staubblätter mit reichlich Pollen, dagegen wird kaum Nektar gebildet. Diese sogenannten Pollen-Scheibenblumen haben einen intensiven Duft, der vor allem Fliegen und Käfer als Bestäuber anlockt.
Die kleinen Blüten stehen in vielblütigen Blütenständen, sogenannten Schirmrispen, eng beieinander (Abbildung 6). Die fünfzähligen, weißgelblich gefärbten Blüten haben deutlich hervortretende Staubblätter mit reichlich Pollen, dagegen wird kaum Nektar gebildet. Diese sogenannten Pollen-Scheibenblumen haben einen intensiven Duft, der vor allem Fliegen und Käfer als Bestäuber anlockt.
Die kleinen Blüten stehen in vielblütigen Blütenständen, sogenannten Schirmrispen, eng beieinander (Abbildung 6). Die fünfzähligen, weißgelblich gefärbten Blüten haben deutlich hervortretende Staubblätter mit reichlich Pollen, dagegen wird kaum Nektar gebildet. Diese sogenannten Pollen-Scheibenblumen haben einen intensiven Duft, der vor allem Fliegen und Käfer als Bestäuber anlockt.
Die kleinen Blüten stehen in vielblütigen Blütenständen, sogenannten Schirmrispen, eng beieinander (Abbildung 6). Die fünfzähligen, weißgelblich gefärbten Blüten haben deutlich hervortretende Staubblätter mit reichlich Pollen, dagegen wird kaum Nektar gebildet. Diese sogenannten Pollen-Scheibenblumen haben einen intensiven Duft, der vor allem Fliegen und Käfer als Bestäuber anlockt.
Abb. 7: Die Blüten sind fast vollständig abgefallen, einzelne junge grüne Früchte sind bereits zu erkennen. In diesem Zustand ist die Verzweigung des Blütenstandes gut zu sehen.
Abb. 8: Mitte Juli beginnt die Fruchtreife; die Färbung reicht von grünen über rote bis zu tief blauen Früchten, die Fruchtstiele sind nunmehr rot gefärbt. Wegen des Gewichtes hängen die Früchte herunter.
Abb. 9: Im September sind die fast schwarzen Früchte reif; sie warten auf Vögel und Greenkeeper, die die Fruchtstände des Holunders ernten.
Verwendung
Früher wurde der Holunder wegen seiner Heilwirkung geschätzt, später wurden aber oftmals synthetische Arzneimittel bevorzugt. Diese Einstellung hat sich etwas geändert, so dass die Überschrift lauten könnte: Heilpflanzen – altbekannt und neu entdeckt –. Heutzutage werden Blüten und Früchte gesammelt und unterschiedlich verwendet.
Da sind zunächst einmal die Blüten, die bei Erkältungskrankheiten die körpereigene Abwehr stärken und schweißtreibend wirken. Die Früchte enthalten Vitamin C, aber auch Kalium, sind sie unreif, dann ist Blausäure enthalten, die jedoch bei der Reife und beim Kochen verschwindet. Früchte werden gern zu Sirup, Limonaden oder Gelee verarbeitet. Die wunderbare Farbe der Früchte verdanken sie den Anthocyanfarbstoffen Sambucin und Chrysanthemin. Früher dienten die Früchte als Färbemittel für Leder.
Der Holunder galt als Hüter von Haus und Hof. Ging er, dank der Vögel, von „selbst auf“, bedeutete das ein gutes Omen für das Anwesen. Musste der Holunder gepflanzt werden, dann kam nur die fruchtbarste Stelle in Betracht, das war in der Nähe des Kompost- oder Misthaufens.
Der Name des Holunders
Wer kennt nicht das Kinderlied „Ringel, Ringel Reihe, wir sind der Kinder dreie, sitzen unterm Hollerbusch, machen alle husch, husch, husch“. Ja, natürlich war es bekannt, damals jedenfalls. Aber was ist der Hollerbusch? Das ist der Schwarze Holunder, der auch noch „Holder“ und „Flieder“ genannt wird, je nach Gegend. Der Name „Flieder“ stammt aus dem Niederdeutschen und wird heute für den richtigen Flieder (Syringa) verwendet. Allerdings hat sich der Name Fliedertee für Holundertee bis heute erhalten.
Europäische Verwandte des Schwarzen Holunders
Da ist der Rote Holunder, auch Berg-Holunder (Sambucus racemosa L.) zu nennen. Er sieht dem Schwarzen Holunder im Blatt sehr ähnlich. Allerdings stehen die Blüten in schmalen Rispen und nicht in den wunderbaren breiten Schirmrispen wie beim Schwarzen Holunder. Die Früchte sind rot gefärbt, im rohen Zustand sind sie sogar giftig.
Eine weitere Art, der Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus L.) wächst als Staude. Die Blätter ähneln denen der vorherigen Arten (Abbildung 10), die Blüten stehen in Schirmrispen. Sehr schön sind die rot gefärbten Staubblätter (Abbildung 11). Die dunkelblauen Früchte werden zum Färben von Textilien und Wein benutzt. Der Zwergholunder ist stark giftig, insbesondere für Pferde.
Verwendung
Früher wurde der Holunder wegen seiner Heilwirkung geschätzt, später wurden aber oftmals synthetische Arzneimittel bevorzugt. Diese Einstellung hat sich etwas geändert, so dass die Überschrift lauten könnte: Heilpflanzen – altbekannt und neu entdeckt –. Heutzutage werden Blüten und Früchte gesammelt und unterschiedlich verwendet.
Da sind zunächst einmal die Blüten, die bei Erkältungskrankheiten die körpereigene Abwehr stärken und schweißtreibend wirken. Die Früchte enthalten Vitamin C, aber auch Kalium, sind sie unreif, dann ist Blausäure enthalten, die jedoch bei der Reife und beim Kochen verschwindet. Früchte werden gern zu Sirup, Limonaden oder Gelee verarbeitet. Die wunderbare Farbe der Früchte verdanken sie den Anthocyanfarbstoffen Sambucin und Chrysanthemin. Früher dienten die Früchte als Färbemittel für Leder.
Der Holunder galt als Hüter von Haus und Hof. Ging er, dank der Vögel, von „selbst auf“, bedeutete das ein gutes Omen für das Anwesen. Musste der Holunder gepflanzt werden, dann kam nur die fruchtbarste Stelle in Betracht, das war in der Nähe des Kompost- oder Misthaufens.
Der Name des Holunders
Wer kennt nicht das Kinderlied „Ringel, Ringel Reihe, wir sind der Kinder dreie, sitzen unterm Hollerbusch, machen alle husch, husch, husch“. Ja, natürlich war es bekannt, damals jedenfalls. Aber was ist der Hollerbusch? Das ist der Schwarze Holunder, der auch noch „Holder“ und „Flieder“ genannt wird, je nach Gegend. Der Name „Flieder“ stammt aus dem Niederdeutschen und wird heute für den richtigen Flieder (Syringa) verwendet. Allerdings hat sich der Name Fliedertee für Holundertee bis heute erhalten.
Europäische Verwandte des Schwarzen Holunders
Da ist der Rote Holunder, auch Berg-Holunder (Sambucus racemosa L.) zu nennen. Er sieht dem Schwarzen Holunder im Blatt sehr ähnlich. Allerdings stehen die Blüten in schmalen Rispen und nicht in den wunderbaren breiten Schirmrispen wie beim Schwarzen Holunder. Die Früchte sind rot gefärbt, im rohen Zustand sind sie sogar giftig.
Eine weitere Art, der Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus L.) wächst als Staude. Die Blätter ähneln denen der vorherigen Arten (Abbildung 10), die Blüten stehen in Schirmrispen. Sehr schön sind die rot gefärbten Staubblätter (Abbildung 11). Die dunkelblauen Früchte werden zum Färben von Textilien und Wein benutzt. Der Zwergholunder ist stark giftig, insbesondere für Pferde.
Die Blätter sind handförmig geteilt, in der Regel besteht ein Laubblatt aus fünf bis sieben Fiederblättern, die allesamt am Ende des Stieles stehen, aber unterschiedliche Größe haben; in jedem Fall ist das mittlere Fiederblatt das Größte. Diese sind in der Winterknospe „sorgfältig“ entlang der Blattnerven gefaltet und tragen in diesem Stadium ein dichtes Haarkleid (Abbildung 3). Im Laufe der nächsten Tage schieben sie sich vollständig aus der Knospe; zunächst hängen die Fiederblätter schlaff herunter (Abbildung 4). In diesem Stadium sind bereits einige Blütenstände zu sehen; diese stehen am Ende des in diesem Jahr gebildeten Sprossabschnittes und beschließen das diesjährige Sprosswachstum. Die Blütenknospen zeigen sich zu diesem Zeitpunkt nur als kleine Kugeln, die Kegelform der Blütenstände ist aber bereits zu erkennen. Es ist bewundernswert, dass der gesamte diesjährige Trieb samt Blütenstand in der Winterknospe vorhanden ist und bei entsprechenden Temperaturen nur aus der Knospe „herausgeschoben“ werden muss (Abbildung 5).
In den Blättern ist das Festigungsgewebe nunmehr erstarkt, so dass diese ihre endgültige Position einnehmen. Diesen ganzen Vorgang können Sie innerhalb weniger Tage Anfang April verfolgen, gewissermaßen in der Zeitlupe werden Sie die Entwicklung sehen und vielleicht sogar staunen.
Die großen Blütenstände (Abbildung 6) sind bereits Ende April voll entwickelt. Sie bestehen aus zahlreichen Teilblütenständen, die entlang der aufrechten Blütenstandsachse stehen. Innerhalb eines Teilblütenstandes erfolgt das Aufblühen in strenger Abfolge, die innersten Blüten starten zuerst.
Abb. 10: Der als Staude wachsende Zwerg-Holunder mit schmalen Fiederblättern und jungen Schirmrispen.
Abb. 11: Die Knospen der Schirmrispe öffnen sich – zu sehen sind bereits die roten Staubbeutel. Der rote Schmalbock – einer der möglichen Bestäuber – inspiziert schon mal den jungen Blütenstand.
Die Rosskastanie wurde vom Kuratorium des Baumes 2005 zum Baum des Jahres gewählt.
Die Rosskastanie ist ein sommergrüner Laubbaum von stattlicher Gestalt. Sie ist schnellwüchsig und erreicht eine Höhe von bis zu 30 Metern mit einer Kronenbreite von 15-20 Metern. Die Krone kann etwas unregelmäßig geformt sein, weil einige Äste aus dem sogenannten Kronenverbund herauswachsen; dadurch entsteht eine wolkig aussehende Oberfläche der Krone. Die Baumkrone sitzt auf einem relativ kurzen Stamm, der sich frühzeitig am Stammkopf verzweigt. Eine durchgehende Hauptachse ist in der Krone nicht zu finden.
Vor den Eiszeiten war die Rosskastanie bei uns einheimisch, hat aber eine „Rückwanderung“ nicht vollzogen. Erst Ende des 16. Jahrhunderts erhielt der Botaniker und Arzt Carolus Clusius in Wien einige Samen, 1603 soll sie in den Gärten des Schönbrunner Schlosses in Wien zum ersten Mal erblüht sein. In der Barockzeit war sie sehr beliebt; sie wurde in Gärten und als Alleebaum kultiviert. Im 17. Jahrhundert kamen dann Samen nach England, Frankreich und Holland.
Natürliche Vorkommen der Rosskastanie in Nordgriechenland wurden erst 1879 entdeckt, ein paar Jahre später wurde sie auch in Bulgarien nachgewiesen. Heute ist sie mit zerstreuten Vorkommen in Berg- und Schluchtwäldern der nördlichen Balkanhalbinsel (Albanien, Bulgarien und Griechenland) verbreitet.
Die Gattung Aesculus umfasst 13 Arten, die in Nordamerika, Südosteuropa und Süd- und Ostasien vorkommen. Einige werden auch bei uns kultiviert.
In Bauernhöfen wurde die Rosskastanie als sogenannter Hofbaum, meistens in der Nähe der landwirtschaftlichen Gebäude, gepflanzt. Schließlich erlangte sie in Biergärten große Beliebtheit, vor allem wegen des intensiven Schattens, den sie mit ihren großen Blättern spendet. Die Rosskastanie verbinden wir aber auch mit einem Innenhof oder einem Garten und einer Bank rings um den Stamm, eine gemütliche Atmosphäre ausstrahlend.
Der Holunder auf Golfplätzen
Der Schwarze Holunder kann für die Pflanzung auf Golfplätzen wegen seiner Wuchsweise und dem wunderbaren Blüten- und Fruchtschmuck uneingeschränkt empfohlen werden. Als Solitärstrauch ist er von besonders schöner Gestalt (Abbildung 12). Er eignet sich aber auch für Randstreifen oder Flächen zwischen den Spielbahnen, allerdings sollte er rechtzeitig geschnitten werden. Dabei sind insbesondere die alten Achsen aus dem Strauch heraus zu schneiden, sonst vergreist er. Wurde längere Zeit die Pflege vernachlässigt, so kann der Holunder „auf Stock“ gesetzt werden, d.h. alle Achsen des Strauches werden auf etwa 50 bis 80 Zentimeter über dem Bodenniveau eingekürzt. Durch einen kräftigen Austrieb aus den verbliebenen Achsen dauert es nicht lange, bis der Strauch seine alte Schönheit wieder erlangt.
Verwendung von Blüten und Früchten
Die Ernte der Blüten und Früchte durch Greenkeeper und Golfspieler ist sehr zu empfehlen. Deshalb gibt’s diesmal auch einmal Rezepte zur Verwendung der Holunderblüten und -beeren:
Holundertee: Die Holunderblüten mit kochendem Wasser übergießen, Zucker oder Honig hinzugeben und mit dem Saft etwa einer halben Zitrone verfeinern. Die Holunderblüten können aber auch mit einigen Scheiben Ingwer zubereitet werden.
Holundersaft: Die reifen schwarzen Holunderbeeren mit Wasser bedeckt etwa zehn Minuten köcheln lassen und durch ein Sieb pressen, dann den Saft einer halben Zitrone und Zucker hinzufügen, noch einmal aufkochen und in Flaschen abfüllen. Diese Prozedur erledigt heutzutage ganz elegant ein „Entsafter“. Der gewonnene sogenannte Basissaft kann bei Erkältung warm getrunken oder für die Herstellung von Gelees, Süßspeisen und Likören verwendet werden.
Möglicherweise kommen Sie mit Hilfe des Holunders gut durch das Winterhalbjahr und sind im Frühjahr fit für die neue Golfsaison, viel Glück!
Autorin: Dr. Isolde Hagemann | Greenkeepers Journal 3/2015
Der Schwarze Holunder kann für die Pflanzung auf Golfplätzen wegen seiner Wuchsweise und dem wunderbaren Blüten- und Fruchtschmuck uneingeschränkt empfohlen werden. Als Solitärstrauch ist er von besonders schöner Gestalt (Abbildung 12). Er eignet sich aber auch für Randstreifen oder Flächen zwischen den Spielbahnen, allerdings sollte er rechtzeitig geschnitten werden. Dabei sind insbesondere die alten Achsen aus dem Strauch heraus zu schneiden, sonst vergreist er. Wurde längere Zeit die Pflege vernachlässigt, so kann der Holunder „auf Stock“ gesetzt werden, d.h. alle Achsen des Strauches werden auf etwa 50 bis 80 Zentimeter über dem Bodenniveau eingekürzt. Durch einen kräftigen Austrieb aus den verbliebenen Achsen dauert es nicht lange, bis der Strauch seine alte Schönheit wieder erlangt.
Verwendung von Blüten und Früchten
Die Ernte der Blüten und Früchte durch Greenkeeper und Golfspieler ist sehr zu empfehlen. Deshalb gibt’s diesmal auch einmal Rezepte zur Verwendung der Holunderblüten und -beeren:
Holundertee: Die Holunderblüten mit kochendem Wasser übergießen, Zucker oder Honig hinzugeben und mit dem Saft etwa einer halben Zitrone verfeinern. Die Holunderblüten können aber auch mit einigen Scheiben Ingwer zubereitet werden.
Holundersaft: Die reifen schwarzen Holunderbeeren mit Wasser bedeckt etwa zehn Minuten köcheln lassen und durch ein Sieb pressen, dann den Saft einer halben Zitrone und Zucker hinzufügen, noch einmal aufkochen und in Flaschen abfüllen. Diese Prozedur erledigt heutzutage ganz elegant ein „Entsafter“. Der gewonnene sogenannte Basissaft kann bei Erkältung warm getrunken oder für die Herstellung von Gelees, Süßspeisen und Likören verwendet werden.
Möglicherweise kommen Sie mit Hilfe des Holunders gut durch das Winterhalbjahr und sind im Frühjahr fit für die neue Golfsaison, viel Glück!
Autorin: Dr. Isolde Hagemann | Greenkeepers Journal 3/2015
Abb. 12: Wunderbarer Holunderbusch in voller Blüte auf einem Golfplatz.
Abb. 13: Holunder mit schöner Kronenbildung, der allerdings sehr viel Totholz zeigt. Ein Verjüngungsschnitt ist hier dringend angezeigt.