Holzzerstörende Pilzarten (siehe auch Steckbriefe „Holzzerstörende Pilze") beeinträchtigen die Festigkeit des Holzes. Ihre Sporen befinden sich sowohl im Boden, als auch in der Luft. Sie verursachen Defekte am Holzkörper des Stammes, an den Ästen der Krone und auch im Wurzelbereich, wobei der Holzabbau äußerlich zunächst nicht zu erkennen ist.
Holzzerstörende Pilzarten (siehe auch Steckbriefe „Holzzerstörende Pilze") beeinträchtigen die Festigkeit des Holzes. Ihre Sporen befinden sich sowohl im Boden, als auch in der Luft. Sie verursachen Defekte am Holzkörper des Stammes, an den Ästen der Krone und auch im Wurzelbereich, wobei der Holzabbau äußerlich zunächst nicht zu erkennen ist.
Die Rosskastanie wurde vom Kuratorium des Baumes 2005 zum Baum des Jahres gewählt.
Die Rosskastanie ist ein sommergrüner Laubbaum von stattlicher Gestalt. Sie ist schnellwüchsig und erreicht eine Höhe von bis zu 30 Metern mit einer Kronenbreite von 15-20 Metern. Die Krone kann etwas unregelmäßig geformt sein, weil einige Äste aus dem sogenannten Kronenverbund herauswachsen; dadurch entsteht eine wolkig aussehende Oberfläche der Krone. Die Baumkrone sitzt auf einem relativ kurzen Stamm, der sich frühzeitig am Stammkopf verzweigt. Eine durchgehende Hauptachse ist in der Krone nicht zu finden.
Vor den Eiszeiten war die Rosskastanie bei uns einheimisch, hat aber eine „Rückwanderung“ nicht vollzogen. Erst Ende des 16. Jahrhunderts erhielt der Botaniker und Arzt Carolus Clusius in Wien einige Samen, 1603 soll sie in den Gärten des Schönbrunner Schlosses in Wien zum ersten Mal erblüht sein. In der Barockzeit war sie sehr beliebt; sie wurde in Gärten und als Alleebaum kultiviert. Im 17. Jahrhundert kamen dann Samen nach England, Frankreich und Holland.
Natürliche Vorkommen der Rosskastanie in Nordgriechenland wurden erst 1879 entdeckt, ein paar Jahre später wurde sie auch in Bulgarien nachgewiesen. Heute ist sie mit zerstreuten Vorkommen in Berg- und Schluchtwäldern der nördlichen Balkanhalbinsel (Albanien, Bulgarien und Griechenland) verbreitet.
Die Gattung Aesculus umfasst 13 Arten, die in Nordamerika, Südosteuropa und Süd- und Ostasien vorkommen. Einige werden auch bei uns kultiviert.
In Bauernhöfen wurde die Rosskastanie als sogenannter Hofbaum, meistens in der Nähe der landwirtschaftlichen Gebäude, gepflanzt. Schließlich erlangte sie in Biergärten große Beliebtheit, vor allem wegen des intensiven Schattens, den sie mit ihren großen Blättern spendet. Die Rosskastanie verbinden wir aber auch mit einem Innenhof oder einem Garten und einer Bank rings um den Stamm, eine gemütliche Atmosphäre ausstrahlend.
Rindenschäden, verursacht beispielsweise durch an den Stamm heranfahrende (Rasen-)Mäher, bieten holzzerstörenden Pilzsporen ideale Eintrittspforten (Abbildung 1), es sei denn, die Wunden werden rechtzeitig mit Kallusgewebe geschlossen. Das gelingt aber nur bei vitalen Bäumen und kleinen Wunden. Sonst können Pilzsporen auf dem ungeschützten Holz keimen und die Wunde besiedeln. Die keimenden Pilzsporen bilden Pilzfäden, sogenannte Hyphen, die mit Hilfe von Enzymen die Bestandteile des Holzes aufspalten. Dieser Vorgang kann längere Zeit andauern. Erst wenn sich Fruchtkörper zeigen, kann der Pilzbefall registriert und die Pilzart bestimmt werden.
Die Fruchtkörper der verschiedenen Pilzarten erscheinen zu verschiedenen Jahreszeiten. Manche sind nur zu einer bestimmten Jahreszeit vorhanden, andere sind von derber Konsistenz und dauerhaft, so dass sie über mehrere Jahre beobachtet werden können. Das Auftreten von Fruchtkörpern muss nicht gleich eine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit des Baumes bedeuten. Allerdings ist die Aggressivität beim Holzabbau von Pilzart zu Pilzart unterschiedlich und muss deshalb bei der Beurteilung der Verkehrssicherheit des Baumes berücksichtigt werden.
Rindenschäden, verursacht beispielsweise durch an den Stamm heranfahrende (Rasen-)Mäher, bieten holzzerstörenden Pilzsporen ideale Eintrittspforten (Abbildung 1), es sei denn, die Wunden werden rechtzeitig mit Kallusgewebe geschlossen. Das gelingt aber nur bei vitalen Bäumen und kleinen Wunden. Sonst können Pilzsporen auf dem ungeschützten Holz keimen und die Wunde besiedeln. Die keimenden Pilzsporen bilden Pilzfäden, sogenannte Hyphen, die mit Hilfe von Enzymen die Bestandteile des Holzes aufspalten. Dieser Vorgang kann längere Zeit andauern. Erst wenn sich Fruchtkörper zeigen, kann der Pilzbefall registriert und die Pilzart bestimmt werden.
Die Fruchtkörper der verschiedenen Pilzarten erscheinen zu verschiedenen Jahreszeiten. Manche sind nur zu einer bestimmten Jahreszeit vorhanden, andere sind von derber Konsistenz und dauerhaft, so dass sie über mehrere Jahre beobachtet werden können. Das Auftreten von Fruchtkörpern muss nicht gleich eine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit des Baumes bedeuten. Allerdings ist die Aggressivität beim Holzabbau von Pilzart zu Pilzart unterschiedlich und muss deshalb bei der Beurteilung der Verkehrssicherheit des Baumes berücksichtigt werden.
Abb. 1: Rindenschäden am unteren Stamm bieten ideale Eintrittspforten für Sporen holzzersetzender Pilze. (Alle Fotos, soweit nicht anders angegeben: I. Hagemann)
Holzzerstörende Pilze werden eingeteilt in Parasiten – sie wachsen im lebenden Holz – und Saprophyten – sie wachsen im abgestorbenen Holz.
Holzzerstörende Pilze werden eingeteilt in Parasiten – sie wachsen im lebenden Holz – und Saprophyten – sie wachsen im abgestorbenen Holz.
Die Rosskastanie wurde vom Kuratorium des Baumes 2005 zum Baum des Jahres gewählt.
Die Rosskastanie ist ein sommergrüner Laubbaum von stattlicher Gestalt. Sie ist schnellwüchsig und erreicht eine Höhe von bis zu 30 Metern mit einer Kronenbreite von 15-20 Metern. Die Krone kann etwas unregelmäßig geformt sein, weil einige Äste aus dem sogenannten Kronenverbund herauswachsen; dadurch entsteht eine wolkig aussehende Oberfläche der Krone. Die Baumkrone sitzt auf einem relativ kurzen Stamm, der sich frühzeitig am Stammkopf verzweigt. Eine durchgehende Hauptachse ist in der Krone nicht zu finden.
Vor den Eiszeiten war die Rosskastanie bei uns einheimisch, hat aber eine „Rückwanderung“ nicht vollzogen. Erst Ende des 16. Jahrhunderts erhielt der Botaniker und Arzt Carolus Clusius in Wien einige Samen, 1603 soll sie in den Gärten des Schönbrunner Schlosses in Wien zum ersten Mal erblüht sein. In der Barockzeit war sie sehr beliebt; sie wurde in Gärten und als Alleebaum kultiviert. Im 17. Jahrhundert kamen dann Samen nach England, Frankreich und Holland.
Natürliche Vorkommen der Rosskastanie in Nordgriechenland wurden erst 1879 entdeckt, ein paar Jahre später wurde sie auch in Bulgarien nachgewiesen. Heute ist sie mit zerstreuten Vorkommen in Berg- und Schluchtwäldern der nördlichen Balkanhalbinsel (Albanien, Bulgarien und Griechenland) verbreitet.
Die Gattung Aesculus umfasst 13 Arten, die in Nordamerika, Südosteuropa und Süd- und Ostasien vorkommen. Einige werden auch bei uns kultiviert.
In Bauernhöfen wurde die Rosskastanie als sogenannter Hofbaum, meistens in der Nähe der landwirtschaftlichen Gebäude, gepflanzt. Schließlich erlangte sie in Biergärten große Beliebtheit, vor allem wegen des intensiven Schattens, den sie mit ihren großen Blättern spendet. Die Rosskastanie verbinden wir aber auch mit einem Innenhof oder einem Garten und einer Bank rings um den Stamm, eine gemütliche Atmosphäre ausstrahlend.
Aufbau des Holzes Holz wird vom Kambium, einem Bildungsgewebe, das sich zwischen Splint- und Kernholz befindet, gebildet. Die Kambiumzellen teilen sich, aus ihnen werden später Leitungs-, Speicher- und Festigungsgewebe. Aus den differenzierten Zellen entsteht nach innen Kernholz, nach außen Splintholz (Innenrinde), aus dem sich die Borke bildet und die den gesamten Holzkörper schützt (Abbildung 2).
Holz besteht aus Zellulose, Hemizellulosen (Kohlehydraten) und Lignin. Die Zellulosefasern bewirken die Zugfestigkeit des Holzes, das Lignin, der eigentliche Holzstoff, dient der Druckfestigkeit des Holzes. Holz wird oftmals verglichen mit Stahlbeton, wobei die Zellulose den Stahlseilen entspricht, das Lignin dem Beton.
Aufbau des Holzes Holz wird vom Kambium, einem Bildungsgewebe, das sich zwischen Splint- und Kernholz befindet, gebildet. Die Kambiumzellen teilen sich, aus ihnen werden später Leitungs-, Speicher- und Festigungsgewebe. Aus den differenzierten Zellen entsteht nach innen Kernholz, nach außen Splintholz (Innenrinde), aus dem sich die Borke bildet und die den gesamten Holzkörper schützt (Abbildung 2).
Holz besteht aus Zellulose, Hemizellulosen (Kohlehydraten) und Lignin. Die Zellulosefasern bewirken die Zugfestigkeit des Holzes, das Lignin, der eigentliche Holzstoff, dient der Druckfestigkeit des Holzes. Holz wird oftmals verglichen mit Stahlbeton, wobei die Zellulose den Stahlseilen entspricht, das Lignin dem Beton.
Abb. 2: Ein Querschnitt durch den Starkast einer Robinie zeigt das braune Kernholz mit Jahrringen, das helle Splintholz und ganz außen die braune, zerklüftete Borke.
Holzzerstörende Pilze Sie erzeugen verschiedene Fäulearten: Braunfäule, Weißfäule oder Moderfäule.
Weißfäulepilze bauen vorzugsweise die Kohlehydrate – Zellulose, Hemizellulose – und auch das Lignin ab, wobei durch den Holzabbau das Holz weiß (Name!) und faserig erscheint (Abbildung 3). Es besteht Zähbruchgefahr.
Braunfäulepilze bauen nur die Kohlehydrate ab. Durch das verbleibende Lignin ergibt sich eine Braunfärbung (Abbildung 4). Das zersetzte Holz zeigt im trockenen Zustand Längs- und Querrisse, es zerbricht würfelartig, später zerfällt es zu braunem Pulver (Abbildung 5). Es besteht Sprödbruchgefahr.
Holzzerstörende Pilze Sie erzeugen verschiedene Fäulearten: Braunfäule, Weißfäule oder Moderfäule.
Weißfäulepilze bauen vorzugsweise die Kohlehydrate – Zellulose, Hemizellulose – und auch das Lignin ab, wobei durch den Holzabbau das Holz weiß (Name!) und faserig erscheint (Abbildung 3). Es besteht Zähbruchgefahr.
Braunfäulepilze bauen nur die Kohlehydrate ab. Durch das verbleibende Lignin ergibt sich eine Braunfärbung (Abbildung 4). Das zersetzte Holz zeigt im trockenen Zustand Längs- und Querrisse, es zerbricht würfelartig, später zerfällt es zu braunem Pulver (Abbildung 5). Es besteht Sprödbruchgefahr.
Abb. 3: Weißfaules Holz erscheint durch Zellulose- und Ligninabbau weiß und faserig.
Abb. 4: Holz mit Braunfäule ist braun gefärbt und zeigt Würfelbruch.
Abb. 5: In einem späteren Stadium zerfällt das braunfaule Holz zu braunem Pulver.
Moderfäulepilze bauen zunächst nur die Zellulose ab, später wird auch das Lignin angegriffen. Bei Fortschreiten der Moderfäule kommt es zur Holzversprödung, es bleibt nur die Mittellamelle zwischen den Holzzellen stehen. Die Bruchflächen sehen aus wie Keramik.
Moderfäule wird durch den Brandkrustenpilz verursacht, hier versagt das Holz durch Sprödbruch, ohne Ausbildung von Defektsymptomen. Ansonsten tritt die Moderfäule vor allem bei lagerndem Holz auf.
Eine genaue Kenntnis der Pilzarten und über das Fortschreiten der Fäule sind von großer Bedeutung für die Beurteilung der Stand- bzw. Bruchsicherheit der Bäume.
Hier sollen die häufigsten der bei uns vorkommenden holzzerstörenden Pilze an Wurzeln und an der Stammbasis vorgestellt werden, die Vielfalt der Arten ist aber viel größer.
Fäuleerreger an Wurzeln
Hallimasch
Brandkrustenpilz
Riesenporling
Fäuleerreger an der Stammbasis
Flacher Lackporling
Wulstiger Lackporling
Hallimasch
Der Hallimasch ist einer der sehr weit verbreiteten holzzerstörenden Pilze, der Laub- und Nadelbäume, sowohl lebende, als auch tote befällt. Es werden in Europa mehrere Arten unterschieden, die häufigsten sind der Honiggelbe Hallimasch (Armillaria mellea, Abbildung 6), und der Dunkle Hallimasch (A. ostoyae, Abbildung 7).
Moderfäulepilze bauen zunächst nur die Zellulose ab, später wird auch das Lignin angegriffen. Bei Fortschreiten der Moderfäule kommt es zur Holzversprödung, es bleibt nur die Mittellamelle zwischen den Holzzellen stehen. Die Bruchflächen sehen aus wie Keramik.
Moderfäule wird durch den Brandkrustenpilz verursacht, hier versagt das Holz durch Sprödbruch, ohne Ausbildung von Defektsymptomen. Ansonsten tritt die Moderfäule vor allem bei lagerndem Holz auf.
Eine genaue Kenntnis der Pilzarten und über das Fortschreiten der Fäule sind von großer Bedeutung für die Beurteilung der Stand- bzw. Bruchsicherheit der Bäume.
Hier sollen die häufigsten der bei uns vorkommenden holzzerstörenden Pilze an Wurzeln und an der Stammbasis vorgestellt werden, die Vielfalt der Arten ist aber viel größer.
Fäuleerreger an Wurzeln
Hallimasch
Brandkrustenpilz
Riesenporling
Fäuleerreger an der Stammbasis
Flacher Lackporling
Wulstiger Lackporling
Hallimasch
Der Hallimasch ist einer der sehr weit verbreiteten holzzerstörenden Pilze, der Laub- und Nadelbäume, sowohl lebende, als auch tote befällt. Es werden in Europa mehrere Arten unterschieden, die häufigsten sind der Honiggelbe Hallimasch (Armillaria mellea, Abbildung 6), und der Dunkle Hallimasch (A. ostoyae, Abbildung 7).
Die Blätter sind handförmig geteilt, in der Regel besteht ein Laubblatt aus fünf bis sieben Fiederblättern, die allesamt am Ende des Stieles stehen, aber unterschiedliche Größe haben; in jedem Fall ist das mittlere Fiederblatt das Größte. Diese sind in der Winterknospe „sorgfältig“ entlang der Blattnerven gefaltet und tragen in diesem Stadium ein dichtes Haarkleid (Abbildung 3). Im Laufe der nächsten Tage schieben sie sich vollständig aus der Knospe; zunächst hängen die Fiederblätter schlaff herunter (Abbildung 4). In diesem Stadium sind bereits einige Blütenstände zu sehen; diese stehen am Ende des in diesem Jahr gebildeten Sprossabschnittes und beschließen das diesjährige Sprosswachstum. Die Blütenknospen zeigen sich zu diesem Zeitpunkt nur als kleine Kugeln, die Kegelform der Blütenstände ist aber bereits zu erkennen. Es ist bewundernswert, dass der gesamte diesjährige Trieb samt Blütenstand in der Winterknospe vorhanden ist und bei entsprechenden Temperaturen nur aus der Knospe „herausgeschoben“ werden muss (Abbildung 5).
In den Blättern ist das Festigungsgewebe nunmehr erstarkt, so dass diese ihre endgültige Position einnehmen. Diesen ganzen Vorgang können Sie innerhalb weniger Tage Anfang April verfolgen, gewissermaßen in der Zeitlupe werden Sie die Entwicklung sehen und vielleicht sogar staunen.
Die großen Blütenstände (Abbildung 6) sind bereits Ende April voll entwickelt. Sie bestehen aus zahlreichen Teilblütenständen, die entlang der aufrechten Blütenstandsachse stehen. Innerhalb eines Teilblütenstandes erfolgt das Aufblühen in strenger Abfolge, die innersten Blüten starten zuerst.
Abb. 6: Fruchtkörper des Honiggelben Hallimasches mit charakteristischen, braunen Schuppen auf der Hutoberseite.
Abb. 7: Die Fruchtkörper des Dunklen Hallimasches stehen oftmals in großer Zahl beieinander.
Sie leben vorzugsweise parasitisch an geschwächten Bäumen. Die Fruchtkörper erscheinen in Gruppen von Ende August bis November; sie sind einjährig, honiggelb bis braun gefärbt. Der Hut ist zunächst halbkugelig, im Alter flach, auf der Unterseite stehen weißliche, später rötliche Lamellen; er sitzt auf einem bräunlichen Stiel und trägt eine „Halskrause“.
Sie leben vorzugsweise parasitisch an geschwächten Bäumen. Die Fruchtkörper erscheinen in Gruppen von Ende August bis November; sie sind einjährig, honiggelb bis braun gefärbt. Der Hut ist zunächst halbkugelig, im Alter flach, auf der Unterseite stehen weißliche, später rötliche Lamellen; er sitzt auf einem bräunlichen Stiel und trägt eine „Halskrause“.
Die Rosskastanie wurde vom Kuratorium des Baumes 2005 zum Baum des Jahres gewählt.
Die Rosskastanie ist ein sommergrüner Laubbaum von stattlicher Gestalt. Sie ist schnellwüchsig und erreicht eine Höhe von bis zu 30 Metern mit einer Kronenbreite von 15-20 Metern. Die Krone kann etwas unregelmäßig geformt sein, weil einige Äste aus dem sogenannten Kronenverbund herauswachsen; dadurch entsteht eine wolkig aussehende Oberfläche der Krone. Die Baumkrone sitzt auf einem relativ kurzen Stamm, der sich frühzeitig am Stammkopf verzweigt. Eine durchgehende Hauptachse ist in der Krone nicht zu finden.
Vor den Eiszeiten war die Rosskastanie bei uns einheimisch, hat aber eine „Rückwanderung“ nicht vollzogen. Erst Ende des 16. Jahrhunderts erhielt der Botaniker und Arzt Carolus Clusius in Wien einige Samen, 1603 soll sie in den Gärten des Schönbrunner Schlosses in Wien zum ersten Mal erblüht sein. In der Barockzeit war sie sehr beliebt; sie wurde in Gärten und als Alleebaum kultiviert. Im 17. Jahrhundert kamen dann Samen nach England, Frankreich und Holland.
Natürliche Vorkommen der Rosskastanie in Nordgriechenland wurden erst 1879 entdeckt, ein paar Jahre später wurde sie auch in Bulgarien nachgewiesen. Heute ist sie mit zerstreuten Vorkommen in Berg- und Schluchtwäldern der nördlichen Balkanhalbinsel (Albanien, Bulgarien und Griechenland) verbreitet.
Die Gattung Aesculus umfasst 13 Arten, die in Nordamerika, Südosteuropa und Süd- und Ostasien vorkommen. Einige werden auch bei uns kultiviert.
In Bauernhöfen wurde die Rosskastanie als sogenannter Hofbaum, meistens in der Nähe der landwirtschaftlichen Gebäude, gepflanzt. Schließlich erlangte sie in Biergärten große Beliebtheit, vor allem wegen des intensiven Schattens, den sie mit ihren großen Blättern spendet. Die Rosskastanie verbinden wir aber auch mit einem Innenhof oder einem Garten und einer Bank rings um den Stamm, eine gemütliche Atmosphäre ausstrahlend.
Der Hallimasch verursacht eine Weißfäule im Kernholz oder bildet unter der Rinde zunächst ein weißes Fächermycel, später ein Geflecht aus schwarzen Rhizomorphen, das auch als Schnürsenkelmycel bezeichnet wird (Abbildung 8). Durch die Schädigung des Kambiums erleidet der Baum erhebliche Vitalitätsverluste. Eine intensive Weißfäule entsteht im unteren Stamm und in den Wurzeln, was zum Zähbruch der Wurzeln oder seltener zum Stammbruch führt.
Brandkrustenpilz
Der Brandkrustenpilz (Kretschmaria deusta (Hoffm.) P.M.D. Martin) tritt an zahlreichen Laubbaumarten, insbesondere an Ahorn, Rotbuche, Linde, Rosskastanie, Esche und Birke, seltener an Nadelbäumen auf. Er ist ein gefährlicher Parasit und lebt an Starkwurzeln, Wurzelanläufen, am Stammfuß und unteren Stamm.
Die Fruchtkörper sind ganzjährig zu finden, da sie wie schwarze Asphaltspritzer mit höckerig gewölbter Oberfläche aussehen, werden sie aber leicht übersehen (Abbildung 9). Sie bilden in großer Zahl Sporen. Von April bis Juni werden sogenannte Nebenfruchtkörper gebildet; sie sind grau gefärbt, sitzen dem Untergrund flächig auf und sind weiß berandet (Abbildung 10).
Der Hallimasch verursacht eine Weißfäule im Kernholz oder bildet unter der Rinde zunächst ein weißes Fächermycel, später ein Geflecht aus schwarzen Rhizomorphen, das auch als Schnürsenkelmycel bezeichnet wird (Abbildung 8). Durch die Schädigung des Kambiums erleidet der Baum erhebliche Vitalitätsverluste. Eine intensive Weißfäule entsteht im unteren Stamm und in den Wurzeln, was zum Zähbruch der Wurzeln oder seltener zum Stammbruch führt.
Brandkrustenpilz
Der Brandkrustenpilz (Kretschmaria deusta (Hoffm.) P.M.D. Martin) tritt an zahlreichen Laubbaumarten, insbesondere an Ahorn, Rotbuche, Linde, Rosskastanie, Esche und Birke, seltener an Nadelbäumen auf. Er ist ein gefährlicher Parasit und lebt an Starkwurzeln, Wurzelanläufen, am Stammfuß und unteren Stamm.
Die Fruchtkörper sind ganzjährig zu finden, da sie wie schwarze Asphaltspritzer mit höckerig gewölbter Oberfläche aussehen, werden sie aber leicht übersehen (Abbildung 9). Sie bilden in großer Zahl Sporen. Von April bis Juni werden sogenannte Nebenfruchtkörper gebildet; sie sind grau gefärbt, sitzen dem Untergrund flächig auf und sind weiß berandet (Abbildung 10).
Abb. 8: Unter der bereits abgefallenen Borke zeigt sich das weiße Fächermycel und das schwarze „Schnürsenkelmycel“.
Abb. 9: Unterer Stammbereich mit den schwärzlich gefärbten Fruchtkörpern des Brandkrustenpilzes, die wie Asphaltspritzer aussehen.
Abb. 10: Die Nebenfruchtkörper des Brandkrustenpilzes geben sich deutlicher zu erkennen; sie sind grau gefärbt und weiß berandet. (Foto: S. Kohlmann)
Abb. 11: Im Stammquerschnitt sind schwarze Linien zu sehen, die vom Mycel des Brandkrustenpilzes stammen.
Die Rosskastanie wurde vom Kuratorium des Baumes 2005 zum Baum des Jahres gewählt.
Die Rosskastanie ist ein sommergrüner Laubbaum von stattlicher Gestalt. Sie ist schnellwüchsig und erreicht eine Höhe von bis zu 30 Metern mit einer Kronenbreite von 15-20 Metern. Die Krone kann etwas unregelmäßig geformt sein, weil einige Äste aus dem sogenannten Kronenverbund herauswachsen; dadurch entsteht eine wolkig aussehende Oberfläche der Krone. Die Baumkrone sitzt auf einem relativ kurzen Stamm, der sich frühzeitig am Stammkopf verzweigt. Eine durchgehende Hauptachse ist in der Krone nicht zu finden.
Vor den Eiszeiten war die Rosskastanie bei uns einheimisch, hat aber eine „Rückwanderung“ nicht vollzogen. Erst Ende des 16. Jahrhunderts erhielt der Botaniker und Arzt Carolus Clusius in Wien einige Samen, 1603 soll sie in den Gärten des Schönbrunner Schlosses in Wien zum ersten Mal erblüht sein. In der Barockzeit war sie sehr beliebt; sie wurde in Gärten und als Alleebaum kultiviert. Im 17. Jahrhundert kamen dann Samen nach England, Frankreich und Holland.
Natürliche Vorkommen der Rosskastanie in Nordgriechenland wurden erst 1879 entdeckt, ein paar Jahre später wurde sie auch in Bulgarien nachgewiesen. Heute ist sie mit zerstreuten Vorkommen in Berg- und Schluchtwäldern der nördlichen Balkanhalbinsel (Albanien, Bulgarien und Griechenland) verbreitet.
Die Gattung Aesculus umfasst 13 Arten, die in Nordamerika, Südosteuropa und Süd- und Ostasien vorkommen. Einige werden auch bei uns kultiviert.
In Bauernhöfen wurde die Rosskastanie als sogenannter Hofbaum, meistens in der Nähe der landwirtschaftlichen Gebäude, gepflanzt. Schließlich erlangte sie in Biergärten große Beliebtheit, vor allem wegen des intensiven Schattens, den sie mit ihren großen Blättern spendet. Die Rosskastanie verbinden wir aber auch mit einem Innenhof oder einem Garten und einer Bank rings um den Stamm, eine gemütliche Atmosphäre ausstrahlend.
Der Pilz dringt über Verletzungen in das Holz ein, wo es zu einer intensiven Weißfäule, die von schwarzen Demarkationslinien durchzogen ist, kommt (Abbildung 11). Die Weißfäule kann von einer Moderfäule begleitet sein. Der Befall mit dem Brandkrustenpilz bleibt oftmals bis zum plötzlichen Umstürzen des Baumes unerkannt. Es kommt zum Sprödbruch, wobei die Bruchfläche eine keramikartige Oberfläche zeigt.
Riesenporling
Der Riesenporling (Meripilus giganteus (Pers.: Fr.) P. Karsten) besiedelt vorzugsweise Rot- und Blutbuchen, aber auch Eichen und Pappeln (Abbildung 12). Er lebt parasitisch an geschwächten Bäumen, die er von bereits geschädigten oder absterbenden Wurzeln aus besiedelt, aber nur wenig in das Stammholz vordringt.
Die Fruchtkörper können sich im Bereich der Wurzelanläufe, aber auch in einiger Entfernung vom Stamm aus an den Wurzeln entwickeln (Abbildungen 13 und 14).
Der Pilz dringt über Verletzungen in das Holz ein, wo es zu einer intensiven Weißfäule, die von schwarzen Demarkationslinien durchzogen ist, kommt (Abbildung 11). Die Weißfäule kann von einer Moderfäule begleitet sein. Der Befall mit dem Brandkrustenpilz bleibt oftmals bis zum plötzlichen Umstürzen des Baumes unerkannt. Es kommt zum Sprödbruch, wobei die Bruchfläche eine keramikartige Oberfläche zeigt.
Riesenporling
Der Riesenporling (Meripilus giganteus (Pers.: Fr.) P. Karsten) besiedelt vorzugsweise Rot- und Blutbuchen, aber auch Eichen und Pappeln (Abbildung 12). Er lebt parasitisch an geschwächten Bäumen, die er von bereits geschädigten oder absterbenden Wurzeln aus besiedelt, aber nur wenig in das Stammholz vordringt.
Die Fruchtkörper können sich im Bereich der Wurzelanläufe, aber auch in einiger Entfernung vom Stamm aus an den Wurzeln entwickeln (Abbildungen 13 und 14).
Abb. 12: Vom Riesenporling an der Stammbasis befallene denkmalgeschützte Blutbuche – aus Sicherheitsgründen mit Absperrung.
Die Blätter sind handförmig geteilt, in der Regel besteht ein Laubblatt aus fünf bis sieben Fiederblättern, die allesamt am Ende des Stieles stehen, aber unterschiedliche Größe haben; in jedem Fall ist das mittlere Fiederblatt das Größte. Diese sind in der Winterknospe „sorgfältig“ entlang der Blattnerven gefaltet und tragen in diesem Stadium ein dichtes Haarkleid (Abbildung 3). Im Laufe der nächsten Tage schieben sie sich vollständig aus der Knospe; zunächst hängen die Fiederblätter schlaff herunter (Abbildung 4). In diesem Stadium sind bereits einige Blütenstände zu sehen; diese stehen am Ende des in diesem Jahr gebildeten Sprossabschnittes und beschließen das diesjährige Sprosswachstum. Die Blütenknospen zeigen sich zu diesem Zeitpunkt nur als kleine Kugeln, die Kegelform der Blütenstände ist aber bereits zu erkennen. Es ist bewundernswert, dass der gesamte diesjährige Trieb samt Blütenstand in der Winterknospe vorhanden ist und bei entsprechenden Temperaturen nur aus der Knospe „herausgeschoben“ werden muss (Abbildung 5).
In den Blättern ist das Festigungsgewebe nunmehr erstarkt, so dass diese ihre endgültige Position einnehmen. Diesen ganzen Vorgang können Sie innerhalb weniger Tage Anfang April verfolgen, gewissermaßen in der Zeitlupe werden Sie die Entwicklung sehen und vielleicht sogar staunen.
Die großen Blütenstände (Abbildung 6) sind bereits Ende April voll entwickelt. Sie bestehen aus zahlreichen Teilblütenständen, die entlang der aufrechten Blütenstandsachse stehen. Innerhalb eines Teilblütenstandes erfolgt das Aufblühen in strenger Abfolge, die innersten Blüten starten zuerst.
Abb. 13: Zahlreiche Fruchtkörper des Riesenporlings zwischen den Wurzelanläufen einer Blutbuche.
Abb. 14: Fruchtkörper des Riesenporlings wachsen auch an Wurzeln in einiger Entfernung vom Stamm.
Die Fruchtkörper stehen dachziegelartig in Büscheln eng beieinander; so ein Komplex kann eine beträchtliche Größe, bis zu 30 Zentimeter Breite, erreichen. Seine fleischig-derben, gelb bis braun gefärbten Fruchtkörper (Abbildung 15) haben auf der Hutunterseite cremefarbene Röhren, die sich später schwarz färben. Sie sind von Juli bis Oktober zu sehen, dann fallen sie zusammen und zergehen bei feuchtem Wetter zu einer dunklen Masse, bei trockener Witterung bleiben sie in verschiedenen Zersetzungsstadien längere Zeit erhalten (Abbildung 16).
Die Fruchtkörper stehen dachziegelartig in Büscheln eng beieinander; so ein Komplex kann eine beträchtliche Größe, bis zu 30 Zentimeter Breite, erreichen. Seine fleischig-derben, gelb bis braun gefärbten Fruchtkörper (Abbildung 15) haben auf der Hutunterseite cremefarbene Röhren, die sich später schwarz färben. Sie sind von Juli bis Oktober zu sehen, dann fallen sie zusammen und zergehen bei feuchtem Wetter zu einer dunklen Masse, bei trockener Witterung bleiben sie in verschiedenen Zersetzungsstadien längere Zeit erhalten (Abbildung 16).
Die Blätter sind handförmig geteilt, in der Regel besteht ein Laubblatt aus fünf bis sieben Fiederblättern, die allesamt am Ende des Stieles stehen, aber unterschiedliche Größe haben; in jedem Fall ist das mittlere Fiederblatt das Größte. Diese sind in der Winterknospe „sorgfältig“ entlang der Blattnerven gefaltet und tragen in diesem Stadium ein dichtes Haarkleid (Abbildung 3). Im Laufe der nächsten Tage schieben sie sich vollständig aus der Knospe; zunächst hängen die Fiederblätter schlaff herunter (Abbildung 4). In diesem Stadium sind bereits einige Blütenstände zu sehen; diese stehen am Ende des in diesem Jahr gebildeten Sprossabschnittes und beschließen das diesjährige Sprosswachstum. Die Blütenknospen zeigen sich zu diesem Zeitpunkt nur als kleine Kugeln, die Kegelform der Blütenstände ist aber bereits zu erkennen. Es ist bewundernswert, dass der gesamte diesjährige Trieb samt Blütenstand in der Winterknospe vorhanden ist und bei entsprechenden Temperaturen nur aus der Knospe „herausgeschoben“ werden muss (Abbildung 5).
In den Blättern ist das Festigungsgewebe nunmehr erstarkt, so dass diese ihre endgültige Position einnehmen. Diesen ganzen Vorgang können Sie innerhalb weniger Tage Anfang April verfolgen, gewissermaßen in der Zeitlupe werden Sie die Entwicklung sehen und vielleicht sogar staunen.
Die großen Blütenstände (Abbildung 6) sind bereits Ende April voll entwickelt. Sie bestehen aus zahlreichen Teilblütenständen, die entlang der aufrechten Blütenstandsachse stehen. Innerhalb eines Teilblütenstandes erfolgt das Aufblühen in strenger Abfolge, die innersten Blüten starten zuerst.
Abb. 15: Fleischig-derbe, gelb bis braun gefärbte Fruchtkörper des Riesenporlings stehen in Gruppen beieinander.
Abb. 16: Im Herbst sind sie noch in trockenem Zustand zu finden.
Der Riesenporling ruft eine Weißfäule hervor, durch die zuerst die tiefer liegenden Wurzeln abgebaut werden, ehe sie sich immer weiter auf den gesamten Wurzelbereich ausdehnt. Bemerkenswert ist, dass zunächst nur die Unterseite der Wurzeln betroffen ist, weshalb sie von oben betrachtet noch intakt erscheinen. Ein starker Befall geht im fortgeschrittenem Stadium einher mit deutlichen Vitalitätsverlusten, die an einer Verringerung der Blattgröße deutlich wird und schließlich zum Absterben der gesamten Krone führt. Schließlich kommt es zum Sprödbruch bei stammnahen Wurzeln und in der Folge zum Windwurf.
Flacher Lackporling
Der Flache Lackporling (Ganoderma applanatum (Pers.) Pat.) wächst vorzugsweise an der Stammbasis von Buche, Ahorn, Linde, Birke, Esche, Rosskastanie und Pappel.
Die Fruchtkörper sind mehrjährig, stehen einzeln und können etwa 15 Zentimeter breit werden (Abbildung 17), oder sie stehen dachziegelartig beieinander (Abbildung 18) und sind oftmals mit großen Mengen zimtfarbener Sporenstaub „bepudert“. Alte Baumstubben können sie mit ihren Fruchtkörpern völlig überdecken (Abbildung 19).
Der Riesenporling ruft eine Weißfäule hervor, durch die zuerst die tiefer liegenden Wurzeln abgebaut werden, ehe sie sich immer weiter auf den gesamten Wurzelbereich ausdehnt. Bemerkenswert ist, dass zunächst nur die Unterseite der Wurzeln betroffen ist, weshalb sie von oben betrachtet noch intakt erscheinen. Ein starker Befall geht im fortgeschrittenem Stadium einher mit deutlichen Vitalitätsverlusten, die an einer Verringerung der Blattgröße deutlich wird und schließlich zum Absterben der gesamten Krone führt. Schließlich kommt es zum Sprödbruch bei stammnahen Wurzeln und in der Folge zum Windwurf.
Flacher Lackporling
Der Flache Lackporling (Ganoderma applanatum (Pers.) Pat.) wächst vorzugsweise an der Stammbasis von Buche, Ahorn, Linde, Birke, Esche, Rosskastanie und Pappel.
Die Fruchtkörper sind mehrjährig, stehen einzeln und können etwa 15 Zentimeter breit werden (Abbildung 17), oder sie stehen dachziegelartig beieinander (Abbildung 18) und sind oftmals mit großen Mengen zimtfarbener Sporenstaub „bepudert“. Alte Baumstubben können sie mit ihren Fruchtkörpern völlig überdecken (Abbildung 19).
Abb. 17: Große, einzeln stehende Fruchtkörper des Flachen Lackporlings.
Abb. 18: Eng beieinander stehende Lackporlings-Fruchtkörper mit großen Mengen zimtfarbenem Sporenstaub.
Abb. 19: Mit zahlreichen Lackporlings-Fruchtkörpern bedeckter Baumstubben. Das Holz wird vom Pilz „zerlegt“ und dem Naturkreislauf „zurückgegeben“.
Die Hutoberfläche ist runzelig, gezont und mit brauner Oberseite, im Alter oft mit grauer bis schwarzer Oberfläche (Abbildung 20), die sich mit dem Finger eindrücken lässt. Sie leben parasitisch nach Verletzungen an Stamm und am Stammfuß. Unter der oberseitigen Kruste sind im Längsschnitt die braunen Röhrenschichten durch dünne weiße Streifen voneinander getrennt (Abbildung 21).
Die Hutoberfläche ist runzelig, gezont und mit brauner Oberseite, im Alter oft mit grauer bis schwarzer Oberfläche (Abbildung 20), die sich mit dem Finger eindrücken lässt. Sie leben parasitisch nach Verletzungen an Stamm und am Stammfuß. Unter der oberseitigen Kruste sind im Längsschnitt die braunen Röhrenschichten durch dünne weiße Streifen voneinander getrennt (Abbildung 21).
Die Blätter sind handförmig geteilt, in der Regel besteht ein Laubblatt aus fünf bis sieben Fiederblättern, die allesamt am Ende des Stieles stehen, aber unterschiedliche Größe haben; in jedem Fall ist das mittlere Fiederblatt das Größte. Diese sind in der Winterknospe „sorgfältig“ entlang der Blattnerven gefaltet und tragen in diesem Stadium ein dichtes Haarkleid (Abbildung 3). Im Laufe der nächsten Tage schieben sie sich vollständig aus der Knospe; zunächst hängen die Fiederblätter schlaff herunter (Abbildung 4). In diesem Stadium sind bereits einige Blütenstände zu sehen; diese stehen am Ende des in diesem Jahr gebildeten Sprossabschnittes und beschließen das diesjährige Sprosswachstum. Die Blütenknospen zeigen sich zu diesem Zeitpunkt nur als kleine Kugeln, die Kegelform der Blütenstände ist aber bereits zu erkennen. Es ist bewundernswert, dass der gesamte diesjährige Trieb samt Blütenstand in der Winterknospe vorhanden ist und bei entsprechenden Temperaturen nur aus der Knospe „herausgeschoben“ werden muss (Abbildung 5).
In den Blättern ist das Festigungsgewebe nunmehr erstarkt, so dass diese ihre endgültige Position einnehmen. Diesen ganzen Vorgang können Sie innerhalb weniger Tage Anfang April verfolgen, gewissermaßen in der Zeitlupe werden Sie die Entwicklung sehen und vielleicht sogar staunen.
Die großen Blütenstände (Abbildung 6) sind bereits Ende April voll entwickelt. Sie bestehen aus zahlreichen Teilblütenständen, die entlang der aufrechten Blütenstandsachse stehen. Innerhalb eines Teilblütenstandes erfolgt das Aufblühen in strenger Abfolge, die innersten Blüten starten zuerst.
Abb. 20: Alte, ausgedehnte Fruchtköper zeigen eine schwärzliche Oberfläche.
Abb. 21: Der Längsschnitt durch einen Fruchtkörper des Flachen Lackporlings zeigt zwischen den Röhrenschichten die für diese Art charakteristischen weißen Linien.
Der Flache Lackporling ruft eine intensive Weißfäule hervor, die langsam voran schreitet, aber die Stand- und Bruchsicherheit erheblich beeinflusst. Es kommt schließlich zum Zähbruch, meistens in der Nähe der Fruchtkörper.
Wulstiger Lackporling
Der Wulstige Lackporling (Ganoderma adspersum (S. Schulzer) Donk) wächst vorzugsweise an der Stammbasis von Eiche, Linde, Rosskastanie und Mehlbeere.
Seine mehrjährigen Fruchtkörper wachsen im Unterschied zum Flachen Lackporling mit dickerer, wulstiger Hutoberseite und breitem weißen, wulstigen Rand (Abbildung 22), oft mit übereinander liegenden Konsolen (Abbildung 23). Der Pilzfruchtkörper zeigt im Längsschnitt im Unterschied zum Flachen Lackporling keine weißen Linien.
Der Flache Lackporling ruft eine intensive Weißfäule hervor, die langsam voran schreitet, aber die Stand- und Bruchsicherheit erheblich beeinflusst. Es kommt schließlich zum Zähbruch, meistens in der Nähe der Fruchtkörper.
Wulstiger Lackporling
Der Wulstige Lackporling (Ganoderma adspersum (S. Schulzer) Donk) wächst vorzugsweise an der Stammbasis von Eiche, Linde, Rosskastanie und Mehlbeere.
Seine mehrjährigen Fruchtkörper wachsen im Unterschied zum Flachen Lackporling mit dickerer, wulstiger Hutoberseite und breitem weißen, wulstigen Rand (Abbildung 22), oft mit übereinander liegenden Konsolen (Abbildung 23). Der Pilzfruchtkörper zeigt im Längsschnitt im Unterschied zum Flachen Lackporling keine weißen Linien.
Die Blätter sind handförmig geteilt, in der Regel besteht ein Laubblatt aus fünf bis sieben Fiederblättern, die allesamt am Ende des Stieles stehen, aber unterschiedliche Größe haben; in jedem Fall ist das mittlere Fiederblatt das Größte. Diese sind in der Winterknospe „sorgfältig“ entlang der Blattnerven gefaltet und tragen in diesem Stadium ein dichtes Haarkleid (Abbildung 3). Im Laufe der nächsten Tage schieben sie sich vollständig aus der Knospe; zunächst hängen die Fiederblätter schlaff herunter (Abbildung 4). In diesem Stadium sind bereits einige Blütenstände zu sehen; diese stehen am Ende des in diesem Jahr gebildeten Sprossabschnittes und beschließen das diesjährige Sprosswachstum. Die Blütenknospen zeigen sich zu diesem Zeitpunkt nur als kleine Kugeln, die Kegelform der Blütenstände ist aber bereits zu erkennen. Es ist bewundernswert, dass der gesamte diesjährige Trieb samt Blütenstand in der Winterknospe vorhanden ist und bei entsprechenden Temperaturen nur aus der Knospe „herausgeschoben“ werden muss (Abbildung 5).
In den Blättern ist das Festigungsgewebe nunmehr erstarkt, so dass diese ihre endgültige Position einnehmen. Diesen ganzen Vorgang können Sie innerhalb weniger Tage Anfang April verfolgen, gewissermaßen in der Zeitlupe werden Sie die Entwicklung sehen und vielleicht sogar staunen.
Die großen Blütenstände (Abbildung 6) sind bereits Ende April voll entwickelt. Sie bestehen aus zahlreichen Teilblütenständen, die entlang der aufrechten Blütenstandsachse stehen. Innerhalb eines Teilblütenstandes erfolgt das Aufblühen in strenger Abfolge, die innersten Blüten starten zuerst.
Abb. 22: Fruchtkörper des Wulstigen Lackporlings haben eine höckerige Hutoberseite und einen breiten weißen, wulstigen Rand.
Abb. 23: Häufig sind die Fruchtkörper des Wulstigen Lackporlings in übereinander stehenden Konsolen angeordnet.
Der Wulstige Lackporling verursacht eine Weißfäule in Wurzeln, Wurzelanläufen und im Stammfuß, meistens von der Unterseite der Wurzeln ausgehend, wodurch die Fäule von oben nicht zu erkennen ist. Auch wenn sich die Fäule nur langsam ausbreitet, wird die Verkehrssicherheit zunehmend beeinträchtigt. Schließlich brechen die Wurzeln und der Baum kann vom Wind geworfen werden.
Fazit
Holzzerstörende Pilze im Bereich der Wurzel und an der Stammbasis können durch ihr Wachstum die Verkehrssicherheit von Laub- und Nadelbäumen erheblich beeinträchtigen. Die Pilz-Arten bilden Fruchtkörper, an denen die jeweilige Art zu erkennen ist und ihr Gefährdungspotenzial abgeschätzt werden kann. Werden an Bäumen auf Golfplätzen Pilzkörper entdeckt, dann sollte geklärt werden, um welchen Pilz es sich handelt und gegebenenfalls von einem Baumpfleger das Gefahrenpotenzial eingeschätzt werden.
Bei etlichen Arten erscheinen die Fruchtkörper nur im Herbst, beispielsweise beim Hallimasch und Riesenporling. Beim Brandkrustenpilz werden die unauffälligen, asphaltartig aussehenden Hauptfruchtkörper leicht übersehen. Die besser erkennbaren, grauweißen Nebenfruchtkörper sind nur im Frühjahr zu sehen.
Da bei etlichen Arten die Fruchtkörper nicht das ganze Jahr über vorhanden sind, ist es sinnvoll, den Baumbestand das ganze Jahr über zu beobachten.
Literatur
BUTIN, H., 1996: Krankheiten der Wald- und Parkbäume. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York. 261 S.
JAHN, H., 2005: Pilze an Bäumen. Patzer Verlag. 275 S.
LICHTENAUER, A. et al., 2008: Pilze bei der Baumkontrolle. Haymarket Media. 64 S.
SCHWARZE, F.W.M.R. et al., 1999: Holzzersetzende Pilze in Bäumen. Rombach Ökologie. 245 S.
WEBER, K. und C. Mattheck, 2001: Taschenbuch der Holzfäulen im Baum. Forschungszentrum Karlsruhe GmbH. 127 S.
Autorin: Dr. Isolde Hagemann | Greenkeepers Journal 1/2020
Der Wulstige Lackporling verursacht eine Weißfäule in Wurzeln, Wurzelanläufen und im Stammfuß, meistens von der Unterseite der Wurzeln ausgehend, wodurch die Fäule von oben nicht zu erkennen ist. Auch wenn sich die Fäule nur langsam ausbreitet, wird die Verkehrssicherheit zunehmend beeinträchtigt. Schließlich brechen die Wurzeln und der Baum kann vom Wind geworfen werden.
Fazit
Holzzerstörende Pilze im Bereich der Wurzel und an der Stammbasis können durch ihr Wachstum die Verkehrssicherheit von Laub- und Nadelbäumen erheblich beeinträchtigen. Die Pilz-Arten bilden Fruchtkörper, an denen die jeweilige Art zu erkennen ist und ihr Gefährdungspotenzial abgeschätzt werden kann. Werden an Bäumen auf Golfplätzen Pilzkörper entdeckt, dann sollte geklärt werden, um welchen Pilz es sich handelt und gegebenenfalls von einem Baumpfleger das Gefahrenpotenzial eingeschätzt werden.
Bei etlichen Arten erscheinen die Fruchtkörper nur im Herbst, beispielsweise beim Hallimasch und Riesenporling. Beim Brandkrustenpilz werden die unauffälligen, asphaltartig aussehenden Hauptfruchtkörper leicht übersehen. Die besser erkennbaren, grauweißen Nebenfruchtkörper sind nur im Frühjahr zu sehen.
Da bei etlichen Arten die Fruchtkörper nicht das ganze Jahr über vorhanden sind, ist es sinnvoll, den Baumbestand das ganze Jahr über zu beobachten.
Literatur
BUTIN, H., 1996: Krankheiten der Wald- und Parkbäume. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York. 261 S.
JAHN, H., 2005: Pilze an Bäumen. Patzer Verlag. 275 S.
LICHTENAUER, A. et al., 2008: Pilze bei der Baumkontrolle. Haymarket Media. 64 S.
SCHWARZE, F.W.M.R. et al., 1999: Holzzersetzende Pilze in Bäumen. Rombach Ökologie. 245 S.
WEBER, K. und C. Mattheck, 2001: Taschenbuch der Holzfäulen im Baum. Forschungszentrum Karlsruhe GmbH. 127 S.
Autorin: Dr. Isolde Hagemann | Greenkeepers Journal 1/2020
Ergänzend zu diesem Thema finden Sie Hier einen interessanten Beitrag zu holzzerstörenden Pilzen am Stamm und an Starkästen: Zunderschwamm, Birkenporling, Schuppiger Porling, Eichenfeuerschwamm, Kiefernfeuerschwamm, Schwefelporling, Zottiger Schillerporling, Schmetterlingstramete und Eichenwirrling.
Ergänzend zu diesem Thema finden Sie Hier einen interessanten Beitrag zu holzzerstörenden Pilzen am Stamm und an Starkästen: Zunderschwamm, Birkenporling, Schuppiger Porling, Eichenfeuerschwamm, Kiefernfeuerschwamm, Schwefelporling, Zottiger Schillerporling, Schmetterlingstramete und Eichenwirrling.