Fördererkreis hielt Jahrestagung 2017 in den Niederlanden ab

Baader, P.

Der Fördererkreis Landschafts- und sportplatzbauliche Forschung e.V. (FLSF) hat seine Jahrestagung 2017 vom 22. bis 24. Juni in Veldhoven in den Niederlanden veranstaltet. 25 teilnehmende Mitglieder und Gäste erlebten ein sehr interessantes Programm.

 

Referatetagung

Nach der obligatorischen Vorstands- und Mitgliederversammlung am Donnerstag begann die Referatentagung mit einem Vortrag von Martin Rinderknecht, CH-Hedigen. Er startete mit einem „Erfahrungsbericht beim Einbau von FiberSand in einer Sportanlage in Zürich“ und stellte die Bauweise und den Ablauf anhand von Grafiken und Bildern anschaulich dar.

 

Danach berichtete Mark Trübenbacher über seine „Erfahrungen bei der Verwendung von System- und Hybridrasen“. Unter dem Begriff „reinforced pitches“ sieht er die zwei Systeme:

A) Einnähen von Faserbündeln (Hybridrasen) und

B) Einmischen von Kunststofffasern in Rasentragschichtmischungen.

 

System A sollte nur dort eingesetzt werden, wo jedes Jahr abgefräst werden kann. System B, das auch schon von verschiedenen Rollrasen-Herstellern in Soden vorproduziert wird, benötigt regelmäßige Lockerungen. Zudem muss der Wasserhaushalt permanent überwacht und den Nutzungszyklen angepasst werden. Zum Bespielen ist ein hoher Wassergehalt notwendig, nachts und in der nutzungsfreien Zeit ein niedriger. Trübenbacher bezeichnet diese – mit Kunststoff angereicherten Tragschichten – als Systemrasen.

 

Der erste Tag der Tagung endete mit einem gemeinsamen Essen sowie intensivem Fachaustausch und der Pflege der Bekanntschaften. Am Freitagvormittag fand dann der zweite Teil der Referatentagung statt, wobei Ellen Kausch zunächst eine Einführung zum Exkursionsprogramm gab. Danach kam Niklaus Schwarz vom BASPO Magglingen mit seinem „Reisebericht zur Besichtigung von Hybridrasen in den Stadien von Genf und Lyon“ zu Wort. Vom 7.-9. Februar 2017 fuhr eine kleine Delegation zunächst nach Genf in das Stade de Genève, wo im Juli 2016 das Hybridrasensystem Mixto von Limonto, einem Mattensystem ähnlich dem von Eurogreen, eingebaut wurde. Das Rasenspielfeld machte keinen schlechten Eindruck, vor allem vor dem Hintergrund, dass einen Tag vorher noch ein Meisterschaftsspiel stattfand. Ebenfalls in einem guten Pflegezustand war die Rasennarbe im Stade de Lumiéres in Lyon, wo Rasensoden auf Airfibre, dem Hybrid-System von der Firma Natural Grass, verlegt worden war. Auf diesem Feld fanden bei der EURO 2016 insgesamt sechs Spiele statt.

 

Im Anschluss stellte Paul Baader die aktuellen Ergebnisse des „Feldversuchs zum Vergleich verschiedener Hybridrasensysteme in Basel am Rankhof“ vor. Der Versuch auf einem intensiv genutzten Spielfeld läuft nunmehr seit 3 Jahren und hat sehr interessante Ergebnisse hervorgebracht. Als neue Varianten wurden in 2016 das System Heiler Sporthybrid R und ein Produkt der Firma Maltaflor in den Versuch eingebaut, nachdem zuvor alle Parzellen mit einer Koro-Fräse abgefräst und neu eingesät wurden. Im ersten Versuchsjahr zeigten vor allem die Matten-Systeme Vorteile in der Narbendichte im Vergleich zur Kontrolle mit Lavaterr. Im zweiten Versuchsjahr verschwanden diese Vorteile. Auch das Heiler-System erwies sich in der ersten intensiven Belastungsperiode als das stabilste System. Hier bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Am schlechtesten schnitt das Produkt von der Firma Natural Grass ab. Der Feldversuch wird noch mindestens bis Frühjahr 2018 fortgeführt.

 

Pierre-Ives Bovigny stellte das Qualitätssicherungssystem für Naturrasenfelder in der Swiss Football League vor. Ähnlich wie in der Bundesliga stehen folgende Qualitätskriterien und Anforderungen im Fokus:

  • Wasserdurchlässigkeit: mind. ­ 30 mm/h, gut 40 mm/h, optimal über 50 mm/h
  • Scherfestigkeit der RTS: zwischen 60 und 90 kPa
  • Projektive Narbendichte: mind. 90 %
  • Ebenheit 4-m-Latte: ungenügend über 4 cm, gut kleiner 3 cm und ­optimal bei unter 2 cm

 

Die Messungen werden von zentraler Stelle, neutral durchgeführt. Seit der verpflichtenden Einführung dieses Systems konnten deutliche Qualitätsverbesserungen bei den Rasenplätzen erkannt werden.

 

Ellen Kausch stellte das BfN-Projekt „Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben“ vor, das vom FLSF mitfinanziert wird. An diesem Verbundprojekt sind neben den Städten Frankfurt a. M., Hannover sowie Dessau-Roßlau vier Forschungseinrichtungen beteiligt (u. a. die Hochschule Anhalt). Im Fokus dieses gerade begonnenen Projekts stehen vier Handlungsfelder, nämlich ökologisch und sozialwissenschaftliche Evaluation, Kommunikation und ökonomisches Monitoring.

 

Fachexkursion

Am Freitagnachmittag begann das Besichtigungsprogram mit einer Begehung des Rasenplatzes im „PSV Stadion Eindhoven“. Die Rasentragschicht besteht aus dem Hybridsystem „Fibresand“. Nach Abtrag der Sode nach einem Konzert wurde dort gerade eine notwendige Lockerungsmaßnahme durchgeführt. Direkt im Anschluss wurde dann das Trainingszentrum mit mehreren Rasen- und Kunststoffplätzen besucht. Die Rasenplätze sind teilweise mit Hybridsystemen gebaut.

 

Fachexkursion

Am Freitagnachmittag begann das Besichtigungsprogram mit einer Begehung des Rasenplatzes im „PSV Stadion Eindhoven“. Die Rasentragschicht besteht aus dem Hybridsystem „Fibresand“. Nach Abtrag der Sode nach einem Konzert wurde dort gerade eine notwendige Lockerungsmaßnahme durchgeführt. Direkt im Anschluss wurde dann das Trainingszentrum mit mehreren Rasen- und Kunststoffplätzen besucht. Die Rasenplätze sind teilweise mit Hybridsystemen gebaut.

 

Danach wurde die Reitanlage „Tops International Arena“ in Falkenwaard besucht. Diese erst vor zwei Jahren eingeweihte Anlage weist einen großen Springreitplatz auf Rasen, zwei große Reithallen, moderne Pferdestallungen und sehr beeindruckende VIP-Anlagen und Tribünen auf.

Nach einer Bootsfahrt auf dem Binnensee vor der historischen Kulisse von s`Hertogenbosch und Teilunterfahrung der Altstadt klang der Freitag mit einem gemeinsamen Abendessen aus.

 

Am Samstagvormittag konnten die Teilnehmer umfassende Einblicke von der Leistungsfähigkeit und Technik eines modernen, vier ha großen Gewächshauses gewinnen. Die Firma „Rötjes young plants“ in Lottum produziert über 30 Millionen Stecklinge jährlich über ein breites Pflanzensortiment.

 

In Venlo endete dann die diesjährige Jahrestagung mit einem gemeinsamen Mittagessen. Nächstes Jahr will man sich in Dessau wieder treffen.

Autor: Dr. Paul Baader, Vorsitzender FLSF, E-Mail: info (at) baaderkonzept.de | Rasen 03/2017

 

<< zurück