Kostenmanagement im Greenkeeping, Praxisbeispiel Semirough

Mit Dokumentation Geld sparen

 

Das Semirough ist üblicherweise ein dankbarer Bereich für Kostenmanagement. Oft genug wird hier ein beachtlicher Anteil der Arbeitsleistung der Platzmannschaft aufgewendet. Unsere Zahlen zeigen bis zu knapp 20% der Arbeitszeit, die auf das Semirough verwendet werden – mit entsprechenden Kosten.

 

Auszug aus einer internen Studie

Abbildung 2 zeigt die Mähstunden einer Saison auf 27 Golfplätzen in Deutschland, alle mit 18 Bahnen, alle mit annähernd gleich langer Mähsaison. Der Zeitaufwand reicht von 300 Stunden (knapp zwei Mann-Monate) bis gut 1.700 Stunden (rund ein Mann-Jahr).

 

Anders als bei Grüns oder Fairways gibt es hier keine deutlich ausgeprägte Konzentration der Stunden um einen mittleren Wert herum. Dennoch ist mit einem Blick zu sehen, was „eher viel“ oder „eher wenig“ Aufwand bedeutet. Was zur Beurteilung noch fehlt, sind die tatsächlichen Kosten.

 

Was kosten Jobs?

Es ist eine der Herausforderungen für das Kostenmanagement im Greenkeeping, dass die Zahlen aus der Buchhaltung praktisch keine Hilfe geben. Dort sind zwar Gehälter, Anschaffungen von Maschinen, externe Reparaturen, Ersatzteile, Treibstoff usw. zu sehen. Was die Buchhaltungszahlen aber nicht zeigen, ist, wo die Mann- und Maschinenkosten aufgewendet werden. Was kosten Jobs, was kosten Probleme?

 

Um Antworten darauf zu finden, braucht man eine gut organisierte Mitschrift der Arbeiten.

 

1.710 Stunden Semirough-Mähen im Jahr

Wir rechnen hier einmal für die Golfanlage A durch, was das betriebswirtschaftlich bedeutet:

Ansatz für die Kosten:

  • 24 Euro/Std. Vollkosten inkl. Lohnnebenkosten für den Mitarbeiter auf der Maschine
  • 36 Euro/Std. für den Semiroughmäher inkl. Abschreibung, Reparatur- und Wartungskosten, Versicherung, Treibstoff

 

Mit diesem Ansatz kostet das Mähen des Semirough 60 Euro pro Stunde.

 

Für den Club A bedeutet das Kosten von rund 102.000 Euro im Jahr. Dagegen liegt der Club Z mit etwa 300 Stunden bei ca. 18.000 Euro. Neben dem Unterschied von 84.000 Euro im Jahr erfordert die intensivere Nutzung eines Mähers dessen häufigeren Ersatz.

 

Auch wenn man nur das mittlere Drittel der Gruppe betrachtet (s. Anlagen I und Q), liegt die Differenz bei 400 Stunden, also 24.000 Euro im Jahr. Davon entfallen 14.400 Euro auf die Maschinen.

 

Lassen sich die Kosten beeinflussen?

Nun gibt es verschiedene Faktoren, die für den Zeitaufwand eine Rolle spielen. Manche sind veränderbar, andere nicht. Neben der schieren Größe der Fläche spielen das Gelände oder auch Baumbestand eine Rolle. Bäume zu umfahren ist zeitintensiv und entsprechend teuer.

 

Die Lage der Bahnen im Gelände, der Platzstandard, Erwägungen zum Spielfluss, Häufigkeit des Mähens und Schnitthöhe sind weitere individuelle Gegebenheiten, aber nicht alle sind in Stein gemeißelt. Die Höhe der Pflegekosten des Semiroughs ist auch eine betriebswirtschaftliche Entscheidung.

 

Wenn für Ihren Club das Ergebnis und der finanzielle Aufwand in Ordnung sind: wunderbar! Wenn nicht, gilt es genauer hinzusehen. Bei einem Job, der mehrmals in der Woche stattfindet, mehrere Stunden dauert und recht viel Geld pro Stunde kostet, lohnt sich das.

 

Im Greenkeeping fallen viele verschiedene Aufgaben an. Mit guter Dokumentation machen Sie sichtbar, wo Ihre Mann- und Maschinenstunden hingehen. Was kostet ein Job? Was kostet ein Problem? Wollen wir das so? Was können wir tun?

 

Autoren: Andrea und Herwarth Talkenberg, Punctus, London und Hamburg


Weitere Informationen: www.punctus.com

 

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