Kostenmanagement im Greenkeeping, Praxisbeispiel Bunker

Mit Dokumentation Geld sparen

 

Was wäre ein Golfplatz ohne Bunker – langweiliger anzusehen und zu spielen. Gerade in den letzten 20 Jahren sind bei Neu- und Umbauten von Golfplätzen teilweise spektakuläre Bunkerlandschaften entstanden.

 

Es klingt trocken – aber die laufenden Kosten der Bunkerpflege sind sehr stark eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. Bei aufwändigen Bunkerlandschaften wird der höhere Pflegeaufwand nicht immer eingeplant. Im Alltag kann das im Greenkeeping bedeuten, dass die Mannschaftsstärke nicht ausreicht und ein dauerhafter Spagat in der Platzpflege vollbracht wird.

 

Kosten der Bunkerpflege

Beide Anlagen sind Parkland-Plätze, beide Pflegemannschaften haben etwa 11.000 Arbeitsstunden im Jahr zur Verfügung. Der prozentuale Unterschied ist groß. Abbildung 2 zeigt die zugehörigen Mannstunden.

 

Der Unterschied zwischen den Golfanlagen B und Z beträgt 1.200 Stunden, d.h. rund acht Mannmonate. Wenn man 20 Euro als Vollkosten für eine Stunde ansetzt, beträgt der Unterschied 24.000 Euro im Jahr.

Bei so großen Kostenunterschieden lohnt sich ein genauerer Blick in die eigenen Zahlen. Steht der Pflegeaufwand im gewünschten Verhältnis zum Rest? Woher kommen die Stunden? Im Falle von Bunkerkosten gibt es viele Aspekte, die eine Rolle spielen.

 

  • Anzahl der Bunker
  • Gestaltung des Umfelds
  • Maschinenfreundlichkeit der Bunker und des Umfelds
  • Grasinseln in den Bunkern
  • Durchfahrtbreiten zwischen Bunkern
  • Größe der einzelnen Bunker
  • Probleme mit der Drainage
  • Probleme mit dem Sand

 

Abbildung 3 zeigt für die Anlage B die Pflegemaßnahmen in den Bunkern. Die Bunkerstunden kommen vor allem durch häufiges Harken und die Handarbeit im Umfeld (Flymo) zusammen.

 

Die folgenden Abbildungen illustrieren Bereiche, in denen in kleinerer oder größerer Münze Geld in die Pflege fließt, ohne dass dies notwendigerweise den Platzstandard hebt:

 

Bunkerinseln müssen gemäht werden. Danach werden die Abschnitte aus dem Bunker geblasen und der Bunker geharkt (Abbildung 4). Zu schmale Durchfahrtbreiten zwischen Bunkern erzeugen Handarbeit (Abbildung 5). Stark modellierte Bunker haben lange Kanten und sind u.U. maschinenunfreundlich (Wenderadius, Abbildungen 6 und 7). All dies ist teuer.

 

Was kann man tun?

Ob sich hinter den aufgewendeten Stunden ein Qualitätsmerkmal oder ein Problem verbirgt, ergibt sich nicht allein aus den Zahlen. Das kann allen voran der Head-Greenkeeper beurteilen.

 

Mitglieder, aber auch die Clubleitung nehmen einiges vielleicht vereinzelt wahr. Verbesserungsvorschläge lassen sich aber viel leichter miteinander besprechen, wenn man die Probleme schwarz auf weiß sehen und ein „Preisschild dranhängen“ kann.

Letztendlich ist es immer eine Entscheidung zwischen dem Platzstandard insgesamt, einem attraktivem Erscheinungsbild und der finanziellen Ausstattung des Clubs. Kleine Verbesserungen können große Wirkung entfalten.  

 

Autoren: Andrea und Herwarth Talkenberg, Punctus, London und Hamburg, www.punctus.com    

 

(Anm. d. Red.: Herwarth Talkenberg (Punctus) wird auf der GVD-Frühjahrstagung in Fulda (20. – 21.02.2017) einen Vortrag zum Thema „Dokumentation in der Praxis“ halten und für Ihre Fragen aus dem Platzpflegealltag zur Verfügung stehen!)

 

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