Login

Kurzinterview: Auf dem Weg zu mehr naturnahen Lebensräumen

Im Gespräch mit Beate Licht geben Managerin Alexandra Budak und Head-Greenkeeper Morris Kother Einblicke in das Projekt und dessen weitere Schritte.

 

B. Licht: Herr Kother, wie kam es zu dieser Kooperation?

M. Kother:
Dieter Schneider, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Insektenspezialist der Biologischen Station, kam auf uns zu, da geeignete Anpflanzungsflächen gesucht werden, auf denen sich der Große Wiesenknopf wieder ausbreiten kann.

Wir bewirtschaften unseren Platz schon von Anfang an bewusst nachhaltig und Pflanzenschutzmittel werden auf der Anlage überhaupt nicht eingesetzt. Für die Anpflanzung haben wir ein Biotop an Bahn 1 ausgewählt, der Bereich wird auch nicht bespielt. Auf 200 mal 80 Metern haben wir insgesamt 220 Pflanzen des Großen Wiesenkopf untergebracht.

B. Licht: Muss eine bestimmte Pflege der Flächen erfolgen?

M. Kother:
Die Flächen dürfen lediglich einmal gemäht werden und zwar relativ früh in der Vegetationsperiode, einen Mehrschnitt verträgt die Pflanze nicht.

 

B. Licht: Nun ist für eine Ansiedlung der Schmetterlinge ja auch noch ein Vorkommen der Rotgelben Knotenameise notwendig?

M. Kother:
Der Standort wurde als geeignet für die Knotenameise geprüft, eigentlich ist dies ja auch die in Deutschland am weitesten verbreitete Ameisenart. Nun soll erst der Wiesenknopf wieder etabliert werden, damit dann im Anschluss der Falter sich wieder ansiedeln kann.

B. Licht: Werden denn noch weitere Maßnahmen folgen?
A. Budak:
Ja, mit Herrn Schneider wurde eine Fortsetzung unserer Kooperation besprochen. Im nächsten Herbst werden wir – ggf. an anderer Stelle – nochmals Wiesenknöpfe auspflanzen. Darüber hinaus sollen durch die Aussaat regionaler Wildblumen Lebensräume für Wildbienen und Schmetterlinge geschaffen werden. Da es sich bei zumindest einigen der unbespielten Flächen um Kompensationsflächen handelt, müssen diese Maßnahmen aber noch mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden.

 

B. Licht: Wie haben die Mitglieder denn auf das Engagement in Sachen Artenvielfalt reagiert?
A. Budak:
(lacht) Also die Pflanzaktion hat natürlich für Aufsehen gesorgt, da kamen dann auch direkt interessierte Fragen. Die Reaktionen sind durchweg positiv! Die Berichterstattung in den Zeitungen wurde ebenfalls von den Mitgliedern anerkennend wahrgenommen. Ich denke aber auch, dass wir damit gerade die Leute, die dem Golfsport nicht nahe stehen, mit einer positiven Nachricht erreichen.

 

Liebe Frau Budak, lieber Herr Kother, danke für diese Ausführungen, gerne bleiben wir in Kontakt, um die weiteren Entwicklungen und hoffentlich eintretenden Erfolge der Ansiedlung zu verfolgen.

 

Autor: Beate Licht | Greenkeepers Journal 4/25

 

<< Zurück