Pflanzaktion auf dem Golf Club Niep
Artenvielfalt auf dem Golfplatz
Dass Golfanlagen ein großes Potenzial für den Schutz der biologischen Vielfalt bieten, wird derzeit durch diverse Projekte belegt. Bei ,GolfBiodivers‘ handelt es sich um eine Untersuchung der Universitäten TU München, Freiburg, Kiel und Münster zusammen mit dem Deutschen Golf Verband (DGV) mit dem Ziel, Golfplätze unter wissenschaftlicher Begleitung ökologisch aufzuwerten. Beim Biodiversitätsprojekt ,Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt‘ ist das Ziel, Golfanlagen in die landesspezifische Biodiversitätsstrategie zu integrieren.
Unabhängig von der Teilnahme an den bestehenden Projekten ist die Golfanlage Niep nun eine Kooperation mit der Biologischen Station des Kreises Wesel eingegangen.
Artenvielfalt im urbanen Raum‘ heißt das Projekt der Biologischen Station im Kreis Wesel und Krefeld e.V., das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt unterstützt wird und einen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt leistet. Ein Schwerpunkt liegt bei der Förderung von Insekten und in diesem Fall soll der, im Kreis Wesel ausgestorbene und auf der Roten Liste stehende, ,Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling‘ (Phengaris nausithous, Tagfalter, der zum ,Schmetterling des Jahres‘ 2026 gewählt wurde) wieder angesiedelt werden.
Damit dies möglich ist, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Zum einen muss der, für die Entwicklung der Raupen wichtige ,Dunkle Wiesenknopf‘ vorhanden sein. Hierbei handelt es sich um eine typische Staude der wechselfeuchten Nass- und der Moorwiesen, die zudem auch früher Verwendung als Antiseptikum und zur Blutstillung kleinerer Wunden fand. Die Pflanze dient dem Schmetterling als Eiablagestelle und Nahrungsquelle für die jungen Raupen. Zum anderen muss die ,Rotgelbe Knotenameise‘, auch ,Rote Gartenameise‘ genannt, vorkommen, die eine wichtige Rolle im Lebenszyklus der Raupen spielt. Die Ameisen bringen die Raupen, aufgrund der Ähnlichkeit mit ihren Ameisenlarven, in ihren Bau. Die Raupen überwintern dort, ernähren sich von der Ameisenbrut, verpuppen sich und verlassen dann im Sommer den Bau als Schmetterling. Dieser anspruchsvolle Lebenszyklus ist sicherlich mit ein Grund für das Verschwinden des Schmetterlings.
Quellen
Homepage ,Biologische Station im Kreis Wesel‘: https://bskw.de/
Urbane Artenvielfalt: https://www.urbane-artenvielfalt.de/startseite/
Zeitungsbericht RP: https://rp-online.de/nrw/staedte/neukirchen-vluyn/neukirchen-vluyn-am-golfplatz-blueht-bald-das-blutstroepfchen_aid-137531513
Autor: Beate Licht | Greenkeepers Journal 4/25
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