Arbeitskreis Stomata

Nachhaltiges Greenkeeping mit „weniger ist mehr“

Im Greenkeepers Journal 4/14 berichteten wir von einem Treffen des Arbeitskreises Stomata. Heinrich Sievert hatte nach Baden-Baden eingeladen. Der Zusammenschluss engagierter Kollegen aus ganz Deutschland trifft sich mittlerweile regelmäßig, um im direkten Erfahrungsaustausch nach Wegen zu suchen, die eigene Arbeit zu optimieren. Und dies ohne sich gedanklich einschränken zu lassen, wie wir damals feststellten.

 

Im Februar 2017 erreichte uns die Nachricht, dass sich die Gruppierung jetzt nicht mehr nur intern austauscht, sondern mit eigener Website (www.stomata.org) nach außen tritt – ein Grund für uns, darüber zu berichten.

 

Der Arbeitskreis „Stomata – Nachhaltiges Greenkeeping“ besteht seit mehreren Jahren. Die Mitglieder dieser offenen Gruppe arbeiten in verschiedenen Funktionen der Rasenbranche, Fachleute aus Praxis, Beratung, Theorie und Lehre. Ihnen allen gemeinsam ist das Ziel, Golfplatzpflege den sich verändernden Voraussetzungen anzupassen und dem Golfspieler immer die bestmöglichen Bedingungen zu bieten. Nach mehreren Jahrzehnten zunehmender Technisierung üben Politik und Gesellschaft verstärkt Einfluss in Richtung Umweltverträglichkeit und Rohstofferhaltung aus. Sichtbar wird dies in der EU-Richtlinie zur Nitratbelastung des Grundwassers oder dem Pflanzenschutzgesetz. Luftreinhaltung, Bodenschutz, Arterhaltung und Artenvielfalt, Landschaftspflege und Landschaftsschutz sind einige weitere Themen, die in der modernen Gesellschaft diskutiert werden und auf die Golfplatzpflege reglementierend wirken. Pflegemodelle, wie sie in der Vergangenheit gelehrt wurden, scheinen vielfach nicht mehr zeitgemäß.

 

 

Schaubild eines vom Arbeitskreis Stomata erarbeiteten Pflegesystems für optimierte Spielbedingungen

 

Die Mitglieder von „Stomata“ setzen nachhaltiges Greenkeeping in die Praxis um. Ihre Ziele sind in diesem Sinne eine hohe golferische Qualität ihrer Anlagen, betriebswirtschaftlich gesundes Handeln und eine umweltgerechte Pflege. Eine wichtige Grundlage dafür ist, dass mit Pflanzenbeständen gearbeitet wird, die mit den Standortbedingungen zurechtkommen. Angestrebt werden Bestände feinblättriger Rasengräser, vor allem Straussgräser (Agrostis spec.) und Rotschwingelarten (Festuca rubra agg.). Wichtige Hinweise zur Auswahl geeigneter Grasbestände sowie zur Gestaltung der Pflege gibt unter anderen auch die „Disturbance Theory“. Sie hilft zu entscheiden, welche Maßnahmen die gewünschten Pflanzenbestände fördern und toleranter gegen Schadeinflüsse machen können. In der Praxis bedeutet dies häufig eine Verbesserung der Standorteigenschaften z.B. durch intensive mechanische Arbeiten, deutlich reduzierter Einsatz von Düngung, Bewässerung und Pflanzenschutzmitteln. Mittelfristig, wenn die Bestände sich umstellen, können meistens Pflegearbeiten wie das Mähen vereinfacht werden. Besondere Berücksichtigung finden, wenn es sinnvoll ist, organische Düngung und biologischer Pflanzenschutz.

 

Der Ansatz der Stomata-Mitglieder könnte unter dem Leitwort „weniger ist mehr“ zusammengefasst werden. Der behutsame und fein dosierte Einsatz der Pflegemaßnahmen fördert gewünschten und schwächt unerwünschte Arten in ihrer Konkurrenzkraft. Mittel- bis langfristig geht die Arbeitsbelastung zurück, die Kosten werden entsprechend reduziert.

 

Der Arbeitskreis „Stomata – Nachhaltiges Greenkeeping“ steht auf einer breiten fachlichen Grundlage. Er ist golferisch, pflanzenbaulich und betriebswirtschaftlich zeitgemäß und versteht sich selbst als eine unabhängige Vertretung der Greenkeeper, vor allem im deutschsprachigen Raum. Seit kurzem ist die Gruppe mit einer neuen, jetzt frei zugänglichen Webseite online. Unter www.stomata.org gibt es Informationen zur Gruppe, Wissenswertes zur Pflege, die Möglichkeit Kontakt aufzunehmen und ein Feedback zu geben. Wer Interesse hat im Arbeitskreis mitzuwirken, ist dazu herzlich eingeladen.

     

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