Birke (Betula pendula Roth)

Steckbrief – Bäume auf Golfanlagen

Die Birke wurde im Jahr 2000 zum Baum des Jahres gekürt.

 

Ein Birkenbaum ist das gesamte Jahr von besonderer Schönheit, wohl wegen ihrer Silhouette. Mit ihren herabhängenden Zweigen wirkt sie malerisch im Gelände, zudem ist sie von schlankem Wuchs. Ihre weißschwarzen Stämme sind sehr markant und für Birken sehr typisch. Sie ist sicherlich der Baum, den die meisten Menschen kennen. Allerdings ist sie nicht besonders langlebig, sie erreicht ein Altern von etwa 100 Jahren.

 

Aussehen im Jahreslauf

Es beginnt mit einem besonders schönen Frühjahrsaspekt, wenn sich die Birke – mitunter nach einem langen trüben Winter – als eine der ersten Laub-Bäume in unseren Breiten mit zartem Grün schmückt (Abbildung 1). Zunächst erscheinen die zarten, kleinen Blättchen, aber schon sehr bald strecken sich die herabhängenden männlichen Blütenstände, sogenannte Kätzchen (Abbildung 2), die keinerlei Blütenblätter als Schauorgane zum Anlocken von Insekten haben, denn die winzig kleinen Pollenkörner, ausgestattet mit zwei Pollensäcken gewissermaßen als Flug- organe, transportiert der Wind über weite Distanzen.

Im Sommer entwickeln sich die Früchte ebenfalls in herabhängenden Kätzchen (Abbildung 3). Bei Reife, im Spätsommer, strecken sich die Kätzchen und entlassen die kleinen Früchtchen (Abbildung 4). Diese haben zwei kleine Flügel – betrachtet man sie etwas genauer, dann sehen sie wie kleine Schmetterlinge aus; sie werden ebenfalls vom Wind transportiert. Die Birken zeigen im Hochsommer lichtdurchflutete Kronen mit kleinen, dunkelgrünen Blättchen (Abbildung 5).

Im Herbst beginnt die Laubfärbung zunächst von der Wipfelregion ausgehend (Abbildung 6) bis nach einiger Zeit, etwa ab Ende Oktober (Abbildung 7), die Bäume vollständig im goldgelben Gewand erscheinen. Erfreulicherweise bleibt das schöne Laub noch bis weit in den November an den Bäumen (Abbildung 8), und erhöht den Zierwert der Birken erheblich.

Im Winter liegen die Blättchen am Boden und die Struktur der Kronen tritt deutlich hervor (Abbildung 9). Sehr viel dominanter ist jedoch die tiefgefurchte, rissige Borke mit ihrem wunderbaren schwarzweißen Muster (Abbildung 10). Diese entwickelt sich aus einer glatten im Jugendalter sich abschälenden Rinde ( Abbildung 11). Verantwortlich für die weiße Farbe ist ein Inhaltsstoff, das Betulin, dass die Rinde vor Nässe schützt.

Fremdbewuchs

Man könnte denken, Birken seien wintergrün, zumindest wenn Bäume stark mit Misteln (Viscum album) bewachsen sind (Abbildungen 12 und 13). Misteln gelten als Halbschmarotzer; sie haben Chlorophyll, können deshalb selbst Photosynthese betreiben, da sie aber keinen Kontakt zum Boden haben, zapfen sie die Leitungsbahnen der Wirtspflanze an und entziehen den Bäumen Wasser mit darin gelösten Mineralien. Das führt langfristig zur Schwächung des Baumes, aber auch das Gewicht der Misteln bei starkem Behang wird zum Problem für die betroffenen Bäume. Die Ausbreitung hat in den letzten Jahren stark zugenommen; sie erfolgt hauptsächlich durch Vögel.

Der Efeu (Hedera helix) bewirkt, wenn er sich mächtig entwickelt, ebenfalls ein wintergrünes Aussehen (Abbildung 14). Allerdings benutzt der Efeu den Trägerbaum nur als Unterlage, da er vom Boden in die Krone wächst und sich mit Wasser selbst versorgt. Wird er aber übermächtig und hüllt die Birke im Laufe von etlichen Jahren völlig ein, so dass sie nicht mehr assimilieren kann, dann wird auch der Efeu zum Problem.

 

Birken auf dem Golfplatz pflanzen und pflegen

Wegen ihrer lichten Kronen sind Birken für Golfplätze eine geeignete Baum-Art. Mit ihren kleinen Blättchen sind sie für den Rasen ein guter Partner, zumal das Laub erst ziemlich spät, etwa Anfang November, herunterfällt; zudem kann es an Stellen, wo es stört, ohne große Mühe unter die Gehölze mit den gängigen Gebläsen gepustet werden.

 

Die Birke eignet sich als Solitärgehölz (Abbildung 1), wirkt aber auch in Gruppen – gewissermaßen als Birkenwäldchen gepflanzt – sehr schön (Abbildungen 8 und 9).

Was ist sonst noch bemerkenswert?

Bei der Birke denken Allergiker an die Pollen, die in großen Mengen im Frühjahr herumfliegen und die Schleimhäute reizen. Die Annahme, dass der Birkenbaum in der Nähe dafür verantwortlich sei, ist aber falsch, denn aufgrund ihrer Leichtigkeit können Birkenpollen Kilometer weit fliegen. Da die Birke als Pioniergehölz an den verschiedensten Standorten siedelt und in unseren Breiten häufig vorkommt, ist die Luft in den Frühjahrsmonaten mit Pollen angereichert; übrigens sind noch weitere Arten aus der Gruppe der Kätzchenblütler für die Pollenmengen in der Luft verantwortlich, beispielsweise Haselnuss, Erle, Eiche.

 

Autorin: Dr. Isolde Hagemann | Greenkeepers Journal 1/2014

 

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