Rasenflächen bei der BUGA 2015

Ein Rückblick in die Havelregion

Von Dom zu Dom das „Blaue Band im Rasen“
Das Blaue Band der Havel verbindet die fünf Standorte der einzigartigen BUGA 2015 in der Havelregion von Brandenburg bis zur Hansestadt Havelberg in Sachsen-Anhalt.

Der Reiz und die Zielsetzung einer Bundesgartenschau sind vielfältig und stellen die Organisatoren sowie Betreiber immer wieder vor neue Herausforderungen. Das Konzept der BUGA 2015 mit fünf Standorten in der Havelregion kann als kritisch und riskant eingestuft werden, wenn man es theoretisch betrachtet. Zu einem großartigen Erfolg für die Region und für den Besucher wird diese BUGA jedoch, wenn man sich auf eine Reise einlässt und die Ausstrahlungskraft der Parkgestaltungen annimmt sowie die Schönheit der Flussauen-Landschaft zwischen den Standorten erkennt und wirken lässt.

Gerade zum Spätsommer zeigten die Staudenpflanzungen ein überzeugendes Bild. Für den Rasenfachmann stehen aber auch die Rasenflächen als Kontrapunkt oder aber als Verbindung zwischen den Pflanzungen im Fokus der Betrachtung. Bei einer erneuten Bereisung aller fünf BUGA-Orte Anfang September, überzeugte die bemerkenswert positive Vegetationsentwicklung im Gelände.

Der Besuch bot die größte Entspannung und erstaunliche Überraschungseffekte nach dem Motto: „Fünf sind eins. Deins!“ (s. auch www.buga- 2015-havelregion.de).

Rasenflächen liefern grünen Rahmen
Die Größen und die Pflegeintensität der Rasenflächen an den jeweiligen Standorten variierten deutlich. Abgesehen von wenigen Schwachstellen, überzeugten die aus Fertigrasen angelegten Flächen auch zum Ausgang des Sommers durch eine homogene Rasennarbe bei einer guten Narbendichte. Auch der Versorgungszustand mit Nährstoffen zeigte überwiegend gute Bedingungen auf. In einigen Bereichen der älteren Rasenflächen konnten sich bei geringerer Versorgung deutliche Kleenester ausbilden. Die Aufwuchshöhen von sechs bis acht Zentimetern deuteten auf eine nicht zu tiefe Schnitthöhe hin, so dass sich ausreichend Blattmasse für die Fotosynthese bilden konnte.

Die Nutzung der Rasenflächen war in den jeweiligen Parkanlagen unterschiedlich ausgeprägt, so gab es Uferzonen mit Sitz- und Liegemöglichkeiten, zentrale, offene Parkrasen, Wege und Randzonen, aber auch freie Spielflächen, wie beispielsweise am Packhof. In einer kleinen Bildergalerie sollen einige Rasen-Aspekte dargestellt werden.

Fazit
Bei der Gestaltung von BUGA-Parkanlagen bieten Rasenareale sowohl eine vorzügliche Möglichkeit des Angebots von Freiflächen für die Nutzung durch die Besucher als auch den notwendigen Rahmen zur Verbindung, aber auch zur Differenzierung von Pflanzflächen.

Das breite Angebotsspektrum der BUGA-Landschaften in Verbindung mit den historischen Gebäuden der jeweiligen Standorte sorgte für ein Spannungsfeld mit Überraschungs-Effekten. Natur und gestaltete Landschaft trafen direkt aufeinander und vermittelten die Möglichkeit zur Koexistenz. Besonders eindrucksvoll gelang dies am Standort Premnitz mit den perfekt gepflegten Pflanzflächen im Eingangsbereich und den Spiel- und Ruhezonen an der Uferpromenade, die dann vom wilden Ufer der Havel begrenzt wurden - der Blick schweifte weit in die Auenlandschaft!

Ähnlich außergewöhnlich war das Konzept am Standort in Stölln, wobei der Charakter des Trockenrasens voll erhalten blieb und der Zugang für die Besucher über eine Gangway mit dem Ausblick auf den Fliegerpark sensibel gestaltet wurde. Hier konnte man in ein Landschaftsbild eintreten, ohne es zu zertreten - Kompliment!

Autor:
Dr. Klaus G. Müller-Beck,
Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.
klaus.mueller-beck (at) t-online.de 

 

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