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Wenn Platzpflege und Spielfreude aufeinandertreffen

Wie Greenkeeper-Turniere Verständnis schaffen

Greenkeeper-Turniere wie die ,Greenkeepers Rache‘ sind längst mehr als nur ein Spaßformat. Sie bringen Mitglieder und Greenkeeper zusammen, schaffen Verständnis für die Platzpflege und machen die Arbeit hinter den Kulissen erlebbar.


Hier ist nicht die Rede von den klassischen Vereins-Tunieren, sondern von einem Turnierformat, das mit unkonventionellen Regeln mit viel Engagement vom Greenkeeper-Team für die Mitglieder ausgerichtet wird – gerne auch unter dem liebevoll gewählten Namen ,Greenkeepers Rache‘. Es geht kreuz und quer über den Platz, ohne einen klassischen Abschlag und mit zahlreichen Herausforderungen, wie mit einem Golfloch im Bunker oder anderen ,kreativen Handicaps‘ auf den Grüns.


Ein Event, bei dem durchaus sportlicher Wettbewerb auftreten kann, bei dem aber in erster Linie einmal das Greenkeeping im Vordergrund steht. Ein solcher Tag macht das Greenkeeping sichtbar, er bietet den Mitgliedern in einem entspannten Miteinander die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Platzpflege zu schauen. Die Greenkeeper können das Team und die maschinelle Ausstattung präsentieren, die Platzverantwortlichen sollten die Gelegenheit nutzen, auf die Bedeutung der Pflege im Hinblick auf die Platzqualität hinzuweisen. 


Es ist interessant zu beobachten, auf welch große Resonanz diese Veranstaltung in der Regel stößt – nicht selten liegen mehr Meldungen vor als zur Clubmeisterschaft. Das mag durchaus an dem runden Programm liegen, denn in der Regel findet der krönende Abschluss auf dem Betriebshof in der Maschinenhalle statt, verbunden mit einem zünftigen Grillen. Eine rege Teilnahme steht aber auch für die Anerkennung der geleisteten
Arbeit!


Best Practice GC St. Dionys


Der Golf Club St. Dionys führt bereits seit 2015 sein Turnierformat ,Greenkeepers Rache‘ durch – immer im Juni/Juli zu Beginn der Sommerferien und laut Head-Greenkeeper Christian Steinhauser melden sich jedes Jahr über 80 Teilnehmer an. Sein Vorschlag, das Event nur alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, stieß im Club auf wenig Gegenliebe. „Ob die große Beteiligung daran liegt, dass die Mitglieder wirklich die Nähe zum Greenkeeping suchen, weiß ich nicht. Ich glaube, es geht einfach um die Freude an einem etwas anderen Turnier.“


Was auf den ersten Blick wie ein spaßiger Ausflug in die Welt der kleinen Gemeinheiten klingt, ist in Wahrheit ein Paradebeispiel für gelebten Teamgeist und kluges Kommunikationsmanagement. Denn wenn auf dem Platz plötzlich Schläuche liegen, die Lochkanten verdächtig ,aufgewölbt‘ erscheinen oder mitten im Bunker ein Golfloch ,lauert‘, steckt dahinter oftmals die Einladung zum
Dialog.


„Natürlich haben wir alle Freude daran, die Golfer ein wenig ,herauszufordern‘“, sagt Steinhauser lachend. „Aber vor allem geht es darum, ins Gespräch zu kommen. Bei einem Turnier wie diesem können wir auf humorvolle Weise zeigen, womit wir tagtäglich umgehen – und warum bestimmte Dinge eben so sind, wie sie sind. Bewährt hat sich auch, wenn die Spieler an einem Abschlag nach Pitchgabeln gefragt werden: Wer erst im Bag danach ,suchen‘ muss, kann auch gleich einen Obulus ,zücken‘.“


Ziel bei alldem ist, die engagierte Arbeit in der Platzpflege in den Fokus zu rücken, die eine oder andere (leichtfertig geäußerte) Kritik zu überdenken und Verständnis für die Arbeit in und mit der Natur zu wecken. Aus einem vermeintlichen Ärgernis beim Spiel wird eine anschauliche Lektion in Sachen Platzpflege. „Das Schöne ist, dass am Ende beide Seiten lachen“, so Steinhauser.

Best Practice G&LC Bad Salzuflen
 

Auch im Golf- und Landclub Bad Salzuflen hat sich Head-Greenkeeper Christian Büker mit seinem Team abwechslungsreiche Herausforderungen einfallen lassen. Ein 9-Löcher-Turnier kreuz und quer über den Platz, ohne den klassischen Abschlag und mit detailliert umgesetzten Hindernissen.
 

Christian Büker freut sich: „Volle Hütte! Unser diesjähriges Greenkeeping-Turnier war mit 94 Spielern ein voller Erfolg! Eine Wahnsinn‘s Anerkennung für unsere Arbeit und unser Team. An der Abendveranstaltung auf unserem Betriebshof hatten wir dann sogar 120 Gäste, Bewirtung und Verpflegung wurde eigenständig von unserem Greekeeping-Team durchgeführt.“

Best Practice GC Dresden Ullersdorf
 

Im Golfclub Dresden Ullersdorf hatte das Team um Head-Greenkeeper Ronny Hempel das diesjährige ,Rache-der-Greenkeeper-Turnier‘ auf Mitte Oktober gelegt. „Unser Turnier kommt bei den Mitgliedern gut an, bei gutem, aber auch bei weniger gutem Wetter haben wir immer um die 50 Teilnehmer“, so Ronny Hempel. „Wir spielen 13 Bahnen, kreuz und quer, über Hecken und den Teich, eine Bahn liegt sogar im Bereich der Soccergolfanlage. Uns ist es immer eine riesige Freude, Mitglieder und Gäste zu unterhalten und wir empfinden es auf der anderen Seite auch als Wertschätzung für das gesamte Team.“

Best Practice Allgäuer Golf- und Landclub
 

Das Greenkeeper-Team des Allgäuer Golf- und Landclubs mit Head-Greenkeeper Daniel Weischedel hat in diesem Jahr zum ersten Mal ein Turnier organisiert. „Es war schön zu sehen, dass alle 40 Startplätze bereits nach drei Tagen ausgebucht waren“, freut er sich.


„Unser Turnier war ein voller Erfolg, wir planen für das nächste Jahr bereits ein 18-Löcher-Turnier und es gab nicht nur positives Feedback: einige Teilnehmer haben sogar schon hervorragende Ideen für eine Neuauflage geäußert.“


Hervorzuheben ist auch der, von Greenkeeper Cedric Backes geführte Instagram-Account mit dem Motto ,Alles rund um unseren Golfplatz und unsere Pflegemaßnahmen im schönen Allgäu‘. Der geeignete Ort, um auch über das Greenkeeper-Turnier zu berichten und zum Dialog aufzufordern.

Mehr als ein Spaßturnier
 

Am Ende ist ein Greenkeeper-Turnier weit mehr als ein launiger Programmpunkt im Turnierkalender. Das Format schafft Verständnis für die Arbeit hinter den Kulissen und bringt Greenkeeper wie Golfer einander näher.


Weitere Beispiele und Inspirationen für zukünftige Turniere finden sich im Netz – einige Golfanlagen berichten erfreulicherweise auf der Homepage über die Veranstaltung! Nachfolgend eine kleine Auswahl:
 


Autor: Beate Licht | Greenkeepers Journal 4/25

 

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