Was über die Winterzeit überprüft und erneuert werden sollte
Bewässerungsanlagen auf dem Prüfstand
Mit regelmäßiger Wartung und gezielter Modernisierung lassen sich Wasser sparen, die Energieeffizienz steigern und die Betriebssicherheit erhöhen.
Die Wartung von Beregnungsanlagen ist entscheidend für die Lebensdauer der Technik. Da die Anlagen überwiegend in den Nachtstunden arbeiten und zum größten Teil vollautomatisch gesteuert werden, sind kleine Defekte nicht sofort sichtbar. So kommt es nicht selten vor, dass Störungen erst durch Trockenstellen im Pflanzenbestand erkannt werden. Aus diesem Grund sind regelmäßige Kontrollen und Wartungsarbeiten an der Beregnungstechnik unerlässlich.
Hierbei sollte rechtzeitig erkannt werden, ab wann einzelne Bauteile oder gleich die komplette Technik erneuert werden muss. Bei guter Pflege und Wartung der Technik ist von einer durchschnittlichen Lebensdauer von ca. 20 Jahren auszugehen.
Bewässerungsanlagen bestehen aus vielen einzelnen Bausteinen, von der Pumpstation über das Rohrnetz bis zu den Regnern sowie Kabelverbindungen und der Steuerung. Alle diese Komponenten sollten unter den zukünftigen klimatischen Anforderungen geprüft und wenn notwendig erneuert sowie auf eine wasser- und energiesparende Technik angepasst werden. Das bedeutet aber auch, dass eine ca. 20 Jahre alte Beregnungsanlage komplett, mittels einem Anlagen-Audit, überprüft werden muss (Anm.: Unter einem ,Audit‘ von Beregnungsanlagen ist eine ,Systeminspektionen‘ von der Wasserquelle bis zum letzten Regner zu verstehen).
Zu überprüfen sind:
- Beregnungswasser
- Steht ausreichend Wasser zur Verfügung? Die erforderliche Wassermenge wird mittels einer Wasserbedarfsberechnung ermittelt. Wie ist die Wasserqualität? Wann läuft die Genehmigung zur Wasserförderung oder Entnahme aus. Welche Wasserressourcen werden genutzt, sind diese zukunftssicher und nachhaltig?
- Pumpentechnik
- Zustandsbewertung der Pumpen und Ansaugfiltertechnik
- Optimierung/Modernisierung der Pumpen
- Energiekosteneinsparung, optimierte Wasserversorgung
- Ventil, Verteilereinheiten und Schieber
- Austausch/Instandsetzung von Verteilereinheiten
Grund: Defekte/beschädigte Verteilerboxen. Nicht zugängliche Elemente (Ventile, Schieber, usw.). Verrostete Elemente. Oftmals sehr tief installiert.
- Neue Verteilereinheiten aus Nylon-verstärktem Kunststoff. Hochziehen der Rohrleitungen, Anpassung an Geländehöhe.
- Prüfung der verbauten Schieber auf Gangbarkeit ggf. Erneuerung der Absperrschieber
- Anpassung von Regner
- Regner auf Geländehöhe anpassen, um Gefahrenstellen zu beseitigen. Verbesserung der Wasserverteilung und des Auswurfwinkels der Regner.
- Düsenanpassung der Regner, Überprüfung der beregneten Fläche (Winkel), Software-Datenbank aktualisieren.
- Einzelsteuerung der Grüns
Einzelregner Steuerung am Grün für bessere hydraulische Versorgung sowie Optimierung der Wasserverteilung und Ausgabe.
- Umrüstung auf 2-reihige / 3-reihige Fairway-Beregnung
- Optimierung der Wasserverteilung/geringerer Wasserverbrauch.
- Durch bessere Verteilung werden überschüssige Bereiche nicht beregnet.
- Aktuelle Software / Digitale Technik
- Moderne Steuersystem ermöglichen bessere Zugriffsmöglichkeiten auf die Beregnungsanlage. Einfache Bedienung, mehr Feedback, mehr Sicherheit. Remotezugriffsmöglichkeiten sowie georeferenzierte Informationen und Platzdaten lassen sich nahtlos einbinden. Internetbasierte Steuerungen bergen Sicherheitsrisiken wie unbefugten Zugriff, Datenverlust oder Manipulation. Hier sind in Zukunft cybersichere Systeme zu verwenden.
- Digitale Systeme verbessern die Kommunikation zwischen dem Platz und der Beregnungssoftware. Unter anderem ist Live-Feedback von den Modulen auf den Golfplatz möglich. Diagnosemöglichkeiten auch während des Spielbetriebs, geringe Ausfallzeiten, einfachere Wartungsarbeiten, sekundengenaue Steuerzeiten sowie proaktive Systeme sind nur einige Vorteile gegenüber einer ,veralteten‘ Technik.
Es sollten einheitliche System gewählt werden, die auch vom Hersteller langfristig unterstützt werden. Einige Systeme sind sogar kompatibel mit Elementen von vor über 30 Jahren. Geringer Wartungsaufwand, lange Kompatibilität.
Bewässerungsanlagen müssen regelmäßig vom Betreiber bzw. von einem Fachkundigen inspiziert werden. Insbesondere sollten die Wasserzähler, die Trinkwasserschutzeinrichtungen, die Niveau- und Pumpensteuerung, die Schieber, Ventile und Regner in regelmäßigen Zeitintervallen geprüft werden (siehe Tabelle 1). Längere oder kürzere Zeitintervalle für die Instandhaltung als in Tabelle 1 angegeben, können sich durch spezielle anlagen- und betriebstechnische Randbedingungen ergeben; zusätzlich sind die Angaben der Hersteller für Betrieb und Wartung zu beachten. Inspektionen dürfen vom Betreiber der Anlage selbst vorgenommen werden. Wartungen und Instandsetzungen sind von Fachkundigen durchzuführen.
Bei allen Wartungsarbeiten sind die Wartungsanleitungen der Hersteller zu beachten. Die jährlichen Inspektionen und Wartungen sollten jeweils bei der Frühjahrsinbetriebnahme durchgeführt werden.
Mehr zum Thema Beregnung von Vegetationsflächen sowie Planung und Bau von Beregnungsanlagen finden Sie in der 2015 veröffentlichten ,Empfehlungen für die Planung, Installation und Instandhaltung von Bewässerungsanlagen in Vegetationsflächen‘ der FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.).
Tipp: Für energie- und wassersparende Technik gibt es bereits Förderprogramme, z.B. Kfw-Förderkredite mit Tilgungszuschuss, die regional sehr unterschiedlich ausfallen können. Sprechen Sie hierzu einen Fördermittel-Berater an!
Autor: Andreas Klapproth | Greenkeepers Journal 4/25






