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Mehr Sichtungen – Gefahr für Honigbienen

Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich in Deutschland weiter aus. Besonders aus Nordrhein-Westfalen werden stark steigende Zahlen gemeldet, wie zuletzt unter rp-online zu lesen war: Während 2022 lediglich neun Sichtungen registriert wurden, waren es 2023 bereits knapp 400. Im Jahr 2024 wurden rund 1.400 Exemplare gemeldet, 2025 sogar mehr als 7.300. Die invasive Art, die ursprünglich vor etwa 20 Jahren nach Europa eingeschleppt wurde, stellt vor allem für Honigbienen eine erhebliche Gefahr dar, da sie Bienen direkt vor deren Stöcken abfängt und im Flug erbeutet.

Die tagaktive Asiatische Hornisse ist mit etwa zwei Zentimeter etwas kleiner als die heimische Art. Charakteristisch ist ihre schwarze Brust, schwarz-gelbe Beine sowie der dunkle Hinterleib mit breiten orange-gelben Streifen.
 

Derzeit sind die sehr großen, meist kugelförmigen Sekundärnester, die sich in den oberen Bereichen der Bäume befinden, aufgrund der noch fehlenden Belaubung, gut zu erkennen. Diese sind jedoch verlassen und werden auch nicht wieder besiedelt.
 

Im Frühjahr, ab etwa 15 °C, erwachen die befruchteten Jungköniginnen und bauen dann die kleinen, sogenannten Primärnester, häufig unter Dachüberständen, in Geräteschuppen oder bodennah in Sträuchern und Hecken.
 

Seit März 2025 besteht keine Meldepflicht mehr, da sich die invasive Art inzwischen in Deutschland etabliert hat. Trotzdem sollten Sichtungen von Hornissen bzw. Nestern gemeldet werden, ein Foto dient dabei der Identifikation. Die meisten Bundesländer unterhalten ein offizielles Meldeportal. Eine Bekämpfung sollte unbedingt Fachleuten überlassen werden.

Fachlicher Austausch gewinnt an Bedeutung
 

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung gewinnt auch der fachliche Austausch zum Umgang mit der invasiven Art zunehmend an Bedeutung. So lud Ende März Hubert Kleiner, Ehrenmitglied des Greenkeeper Verbandes Deutschland (GVD) und Vorsitzender der Fachwartevereinigung Enzkreis-Pforzheim, zu einem Fachvortrag ins Alte Rathaus in Mönsheim ein. Referent war Michael Gues, Wespen- und Hornissen-Fachberater.

Im Mittelpunkt des Vortrags standen die Entwicklung und Ausbreitung der Asiatischen Hornisse, ihre Auswirkungen auf Biodiversität und Bestäuberpopulationen sowie Möglichkeiten der Bekämpfung und des Umgangs mit Nestern.

Die Veranstaltung stieß bei Fachwarten und Interessierten auf großes Interesse und verdeutlichte die wachsende Relevanz des Themas. Hubert Kleiner hierzu: „Mit der Asiatischen Hornisse ist es wie beim Dollarspot: Sie sind gekommen, um zu bleiben! Die Auswirkungen auf die gesamte Biodiversität sind enorm und noch nicht vollends abzuschätzen, ein Volk frisst zwischen 12 bis 20 kg (!) Insekten aller Art (70 % davon sind Honigbienen), Gesundheitsgefährdungen bei der Arbeit im Garten (Hecken) nehmen zu, die Bekämpfung ist ungleich schwieriger. Bis jetzt kann die Ausbreitung nur durch Nestentfernung verlangsamt werden. Ein Stopp scheint ausgeschlossen. Also bitte beim Ostereier suchen unbedingt auch Primärnester ins Visier nehmen.“

 

Weiterführende Informationen zur Asiatischen Hornisse:


Autor: Beate Licht | Greenkeepers Journal 1/26

 

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