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Gewöhnlicher Trompetenbaum (Catalpa bignonioides Walter)

Steckbrief – Bäume auf Golfanlagen

Der Gewöhnliche Trompetenbaum gehört in die Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae). Bereits 1726 wurde er durch den englischen Naturforscher Mark Cateseby in Europa eingeführt.
 

Der Trompetenbaum ist ein großwüchsiger Laubbaum, der Höhen von 15 bis 25 Metern erreicht. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Nordamerika, es reicht vom Südosten der Vereinigten Staaten bis nach Florida. Dort wächst er vorwiegend an Flussufern. In Europa wird der Trompetenbaum seit einigen Jahren als Zierbaum in Gärten und Parks gepflanzt.

Gestalt und Aussehen
 

Der Gewöhnliche Trompetenbaum wächst auch bei uns als hoher, laubabwerfender Laubbaum (Abbildung 1) und kann eine Höhe von 15 Metern erreichen. Oftmals hat er einen dicken kurzen Stamm, der einen Durchmesser von maximal einem Meter erreichen kann. Er ist schnellwüchsig und bildet mit seinen ausladenden Seitenästen einen breitkronigen Baum (Abbildung 2).
 

Der Gewöhnliche Trompetenbaum entwickelt sich bestens unter den Klimabedingungen in Mitteleuropa. Mit seinen großen Blättern spendet er tiefen Schatten (Abbildung 3); deshalb dürfte er zunehmend in Parkanlagen und großen Gärten gepflanzt werden.

Blätter, Winterknospen
 

Die Laubblätter haben eine herzförmige Gestalt und einen langen Stiel. Die Blattspreite endet in einer länger ausgezogenen Spitze (Abbildung 4). Die Blätter stehen am Knoten gegenständig, mitunter stehen sie auch zu dritt am Knoten. Beim Zerreiben der Blätter verbreitet sich ein unangenehmer Geruch. Im Spätsommer sind die sich neu entwickelnden Laubblätter kleiner, eine Winterknospe, wie wir sie von unseren Laubgehölzen kennen, entwickelt sich nicht (Abbildung 5). Die Blätter treiben im Frühjahr erst spät aus, sie färben sich im Spätsommer gelbgrün und werden bereits im Frühherbst abgeworfen.

Blüten und Blütenstände
 

Die Blüten des Trompetenbaumes öffnen sich Ende Mai, sie sind glockenförmig, insbesondere der Kelch hat zwei Lippen mit Spitzen und zeigt die Form des Schallbechers einer Trompete. Auf diese Gestalt bezieht sich der deutsche Name: Trompetenbaum. Die Blüten sind weiß gefärbt, zeigen im geöffneten Zustand fünf Zipfel, insbesondere die drei unteren haben zahlreiche purpurfarbene Linien und Punkte, sowie zwei gelbe Flecken, letztere werden als Saftmale bezeichnet, auch im Blütenschlund sind Purpurflecken zu sehen (Abbildung 6).
 

Die Blüten stehen in vielblütigen Rispen (Abbildung 7), die etwa 15 Zentimeter lang sind und ihre ganze Pracht von Ende Mai bis Ende Juli zeigen (Abbildung 8). In dieser Zeit ist der Trompetenbaum ein wunderbarer Blütenbaum, eine Zierde für jeden Garten und Park (Abbildung 9) und ein Anziehungspunkt für zahlreiche Insekten, die für die Bestäubung und reichen Fruchtbehang sorgen.

Die Früchte bestehen aus zwei Fruchtblättern, die lang, dünn und zunächst grün gefärbt sind (Abbildung 10). Später werden sie trocken und sind dann graubraun gefärbt. Sie können im reifen Zustand eine Länge von 40 Zentimetern und eine Breite von etwa sieben Millimetern erreichen, einige Früchte öffnen sich bereits im Spätsommer mit zwei Klappen (Abbildung 11). Die Früchte hängen den ganzen Winter über in großer Zahl am Baum (Abbildung 12), sie werden als Wintersteher bezeichnet. Nach
Öffnung der beiden Klappen werden die Samen sichtbar, sie sind flach, sehr leicht und haben an beiden Enden Flügel, die in Fransen auslaufen (Abbildung 13). Mit diesen Eigenschaften können sie vom Wind sehr weit transportiert werden. Obwohl Samen in großer Zahl gebildet werden, konnten bisher keine Sämlinge in der Nähe alter Bäume gefunden werden.

Rinde, Borke, Holz
 

Die Rinde junger Bäume ist hellgraubraun und glatt, ältere Bäume zeigen zunächst eine längsrissige Borke, die später eine grobschuppige Struktur hat (Abbildung 14).
 

Das Holz des Gewöhnlichen Trompetenbaumes ist leicht, aber fest, allerdings zeigt es sich bei Stürmen als bruchgefährdet. Es ähnelt in seinem Aussehen dem Holz der Esskastanie (Castanea sativa Mill.).
 

Wurzelsystem
 

Das Wurzelsystem breitet sich herzförmig im Boden aus, die Wurzeln haben eine fleischige Konsistenz.
 

Vorkommen und Verbreitung
 

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Gewöhnlichen Trompetenbaums liegt im Südosten der Vereinigten Staaten und  zwar in Texas, Louisiana, Georgia, Alabama, Mississippi, Florida und Vermont. Dort wächst er in der Nähe großer Flussläufe, beispielsweise des Mississippi, auf feuchten Lehmböden, kommt aber auch auf sandigem Substrat vor. In Amerika wird er als Zierbaum in Parkanlagen und Städten gepflanzt.
 

Bereits 1726 wurde er in Europa von Mark Catesby – einem englischen Naturforscher – eingeführt. Hier zeigt er sich als wüchsiger Laubbaum, der sogar die Sommerhitze in unseren Städten gut verträgt. Die GALK (Gartenamtsleiterkonferenz für Stadtbäume) empfiehlt die Pflanzung des Gewöhnlichen Trompetenbaumes mit Einschränkungen, weil die Art gebietsweise frostgefährdet ist. Als Straßenbaum ist er wegen seiner weit ausladenden Seitenäste nicht zu empfehlen.

Aufbau der Krone und Baumpflege
 

Der Trompetenbaum zeigt im Jugendstadium einen schnellen Wuchs, zu sehen an den jährlichen Zuwächsen bei einem jüngeren Exemplar (Abbildung 15). Erst später beginnt die starke Entwicklung der Seitenäste, was zu sehr breiten, ausladenden Kronen führen kann, die für den Gewöhnlichen Trompetenbaum sehr charakteristisch sind (Abbildung 16). Mitunter können sich untere Seitenäste absenken und im Boden Wurzeln bilden, dies ist insbesondere in Gewässernähe zu beobachten (Abbildung 17).

Weitere Arten und Sorten
 

Vom Trompetenbaum (Catalpa bignonioides Walter) sind zwei Sorten im Sortiment der Baumschulen zu finden. Die Sorte Gold-Trompetenbaum (C. bignonioides ‚Aurea‘), wird fünf bis acht Meter hoch und sechs Meter breit. Die Borke ist hellbraun und dünn. Die Laubblätter werden sehr groß, sie sind beim Austrieb goldgelb, im Sommer hell gelbgrün und im Herbst leuchtend gelb.
 

Die zweite Sorte (C. bignonioides ‚Nana‘) bleibt kleiner, sie erreicht maximal sieben Meter Höhe und entsteht durch Veredelung. Aufgrund dieser zierlichen Gestalt ist sie in kleineren Gärten des Öfteren zu sehen.
 

Holzzerstörende Pilze
 

Beim Trompetenbaum wurden folgende Pilzkrankheiten beobachtet und beschrieben:
 

  1. Der Brand-Krustenpilz (Kretzschmaria deusta (Hoffm.) P.M.D. Martin) ist ein gefährlicher holzzerstörender Pilz, der über Wunden an Wurzelanläufen und am Stammfuss in das Holz eindringt. Die ganzjährig vorhandenen Fruchtkörper erinnern an Asphaltspritzer und werden leicht übersehen, nur die sich im Frühjahr zeigenden weißgrauen Nebenfruchtkörper sind deutlich sichtbar. Der Pilz verursacht eine Holzversprödung, die befallenen Bäume zeigen starke Vitalitätsverluste und können später ohne weitere Vorwarnung umfallen.
  2. Die Verticillium-Welke wird verursacht durch Niedere Pilze der Gattung Verticillium. Diese leben im Boden und bewirken, dass Blätter plötzlich welk werden und später gesamte Äste absterben. Diese Krankheit ist bei Laubgehölzen öfter zu beobachten.


Schädlinge
 

Alle Teile des Trompetenbaumes sind giftig, sie enthalten den Wirkstoff Catalpin. Möglicherweise sind deshalb am Trompetenbaum kaum tierische Schädlinge zu finden.
 

Verwendung des Holzes
 

In Amerika wird der Trompetenbaum als Forstbaum angepflanzt. Wegen seines schönen Holzes mit einer markanten Maserung wird er für Furniere und auch für Parkett verwendet.


Übrigens ...
 

Die Trompetenblume, auch Klettertrompete genannt (Campsis radicans (L.) Seem. ex Bureau) gehört auch in die Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae). Allerdings sind die Laubblätter gefiedert und die ähnlich gestalteten Blüten rot gefärbt (Abbildung 18), zudem fehlt es ihnen an der schönen markanten Zeichnung der Trompetenbaumblüten.
 

In Baumschulen und Gartencentern werden verschiedene Sorten der Klettertrompete, auch solche mit gelben Blüten, angeboten.
 

Sogar die Früchte ähneln denen des Trompetenbaumes. Die Samen haben zwei zarte Flügel. Die typischen Fransen wie beim Trompetenbaumsamen fehlen ihnen jedoch. Die Klettertrompete stammt aus Nordamerika, sie wächst als Liane und eignet sich daher zur Begrünung von Pergolen (Abbildung 19), allerdings braucht sie ein Klettergerüst als Rankhilfe, siehe dazu den Beitrag ,Kletterpflanzen auf Golfanlagen, Teil 2‘ im Greenkeepers Journal 3/17 oder direkt über den Link.

Trompetenbäume auf dem Golfplatz
 

Der Gewöhnliche Trompetenbaum ist ein Laubbaum, der aus Nordamerika stammt. Er wird bei uns seit vielen Jahren als Zierbaum kultiviert und entwickelt sich in unserem Klima zu stattlichen Bäumen. Er zeigt trotz seiner zahlreichen flugfähigen Samen keine Tendenz, sich auszubreiten.
 

Mit seinen zahlreichen großen, schön gefärbten Blüten, die in vielblütigen Blütenständen stehen, ist er als Zierbaum für Golfplätze zu empfehlen, allerdings sollte er auf Plätzen mit einheimischen Baumarten nicht an Spielbahnen gepflanzt werden, zumal seine Krone sehr breit werden kann. Für einen freien Platz in der Nähe des Clubhauses ist er jedoch bestens geeignet und kann dort die volle Pracht entfalten, mit seiner breiten Krone und dem reichen Blütenschmuck.

 

Autor: Dr. Isolde Hagemann | Greenkeepers Journal 4/25