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Sichtbarkeit im Zeitalter von KI

SEO und GEO für Golfanlagen

Mit neuen technischen Konzepten halten neue Begriffe Einzug in die Praxis. Nachdem in Hinblick auf das Online-Marketing lange Zeit SEO, also die Search Engine Optimization, im Mittelpunkt stand, rückt im Zeitalter von KI zunehmend GEO (Generative Engine Optimization) in den Fokus. Beiden Begriffen gemein ist, dass es um die Sichtbarkeit von Onlineauftritten bei Onlinesuchen von Anwendern geht. Das gilt für Golfanlagen wie für andere Wirtschaftsunternehmen.

Am Anfang steht SEO
 

Wer Kunden vor allem über seinen Onlineauftritt gewinnen möchte, hat sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits intensiv mit SEO befasst – oder eine externe Agentur mit dieser Aufgabe betreut. Die Search Engine Optimization bezeichnet alle Maßnahmen, die darauf abzielen, die Sichtbarkeit einer Website in den organischen (nicht bezahlten) Suchergebnissen von Suchmaschinen wie Google oder Bing zu verbessern. Ziel ist es, bei relevanten Suchanfragen möglichst weit oben zu erscheinen und so qualifizierte Besucher auf die eigene Website zu lenken. Anders als beispielsweise bei Google Adwords wird somit nicht für die Listung bezahlt, sondern ein gutes Ranking durch SEO-optimierte Inhalte angestrebt. Für Golfanlagen bedeutet SEO vor allem: gefunden werden, wenn potenzielle Gäste oder Mitglieder aktiv nach Golfangeboten suchen – zum Beispiel nach ,Golfplatz in der Nähe‘, ,Golfurlaub Deutschland‘, ,Golfclub mit Hotel‘ oder ,Schnupperkurs Golf‘.
 

SEO setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:
 

  1. Technisches SEO: Hier geht es um Themen wie die Ladegeschwindigkeit der Website, die mobile Optimierung (die Mehrzahl der Websites wird heute per Smartphone abgerufen – ein responsives Design ist daher Pflicht) sowie eine saubere Seitenstruktur und sichere Datenverbindung per HTTPS.
  2. Onpage-SEO: Dieser Bereich beinhaltet Suchmaschinen-freundliche Texte mit relevanten Keywords, klaren Überschriften, Meta-Titeln und Beschreibungen sowie hochwertigen Inhalte zu Angeboten, Platzbeschreibungen, Turnieren und weiteren Angebotselementen.
  3. Offpage-SEO, insbesondere Verlinkungen von externen Websites (Golfverbände, Tourismusportale, Hotels und mehr) sowie Online-Reputation und Bewertungen
  4. Lokales SEO, zu dem insbesondere die Optimierung des Google-Unternehmensprofils, einheitliche Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefonnummer) und regionale Inhalte zählen.
     

SEO ist ein langfristiger, strategischer Prozess, der kontinuierliche Pflege erfordert, sich aber nachhaltig auf Buchungen, Greenfee-Umsätze und Mitgliedergewinnung auswirkt. Ein zentrales Element ist hier weiterhin der sogenannte ,Unique Content‘, also Inhalte wie Texte und Bilder, die auf keiner anderen Website zu finden sind.
 

GEO – das SEO für KI-Systeme
 

GEO (Generative Engine Optimization) ist ein vergleichsweise neues Konzept. Es beschreibt die Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Such- und Antwortsysteme. Hierzu zählen beispielsweise:
 

  • Google’s Gemini
  • ChatGPT
  • Microsoft Copilot
  • Perplexity oder andere generative Suchmaschinen.
     

Im Unterschied zur klassischen Suchmaschine, die eine Liste von Links ausgibt, liefern KI-Systeme direkt formulierte Antworten. Diese Antworten basieren auf vorhandenen Online-Inhalten, die als besonders relevant, vertrauenswürdig und gut strukturiert gelten. Letztlich zielen alle KI-Systeme darauf ab, die Kommunikation von einer Stichwortsuche in eine klassische Unterhaltung zu transformieren – ein Schritt, der bereits von Assistenzsystemen wie Alexa und Siri her bekannt ist.
 

Gerade aufgrund der zunehmenden Nutzung von KI wird GEO immer wichtiger. Das liegt zunächst daran, dass Nutzer per KI zunehmend konkrete Fragen stellen, beispielsweise „Welcher Golfplatz eignet sich für Einsteiger in Hessen?“ Auch bei der Antwort zeigt sich ein Paradigmen-wechsel: Statt einer Liste an Websites, die zur Abfrage Inhalte bereitstellen, fassen KI-Systeme diese Informationen zusammen – man erhält üblicherweise einen Fließtext, zumindest einen strukturierten Text als Antwort. Sichtbarkeit entsteht daher nicht nur durch Klicks, sondern durch Erwähnung und Zitierung in KI-Antworten. An dieser Stelle sei nochmals auf den kleinen Selbsttest hingewiesen, der im Rahmen der NGCOA GolfBusiness TechCon im Oktober 2025 präsentiert wurde (siehe golfmanager 5/25): Lassen Sie möglichst mehrere KI-Systeme Ihre eigene Golfanlage beschreiben – und analysieren Sie dann, aus welchen Quellen die KI ihre Antworten zusammengetragen hat. Je mehr dabei andere Quellen als Ihre eigene Website auftauchen, umso mehr Optimierungspotenzial hat Ihre Website hinsichtlich GEO.
 

Für Golfanlagen heißt das: Wer in KI-Antworten nicht vorkommt, verliert an digitaler Wahrnehmung – selbst bei guter klassischer SEO-Platzierung. Denn immer mehr Nutzer befragen nicht mehr klassisch Google (oder andere Suchmaschinen), sondern greifen direkt zur KI.  GEO ergänzt SEO also, ersetzt es aber nicht. SEO bleibt die Grundlage, GEO baut darauf auf.
 

Kundensicht ist entscheidend
 

Um den eigenen Onlineauftritt sowohl für SEO als auch GEO zu optimieren, ist es für Golfanlagen essenziell, aus Sicht ihrer Kunden zu denken. Hier zeigt übrigens ein deutlicher Unterschied zwischen eigener Website und Firmenwebsite auf Sozialen Medien wie Facebook oder LinkedIn: Nur, wer eine Seite wirklich besitzt, kann frei agieren und seine Seite an neue Anforderungen anpassen – gehört einem die Seite nicht, wie bei den Sozialen Medien, ist man auf die von deren Betreibern bereitgestellten Möglichkeiten angewiesen. Das gilt übrigens auch für branchenspezifische Content-Plattformen wie Golfplatzverzeichnisse und Startzeiten-Buchungsplattformen. Konkret sollte man sich die Frage stellen, welche Zielgruppen (dazu können bspw. in der Gastronomie auch Nicht-Golfer zählen) eine Anlage ansprechen möchte. Das Portfolio ist äußerst vielfältig: Greenfee-Spieler, Golfurlauber, Einsteiger und Schnuppergolfer, Mitglieder und potenzielle Neumitglieder, Firmenkunden (für Events und Turniere) und viele mehr kommen in Frage – und es kommt in der Praxis nicht immer zur klaren Abgrenzung, Zielgruppen-Überschneidungen sind durchaus an der Tagesordnung. Um den eigenen Onlineauftritt hinsichtlich SEO und GEO ist zu optimieren, sollte man wissen, welche Fragen die jeweilige Zielgruppe im Rahmen einer Suche oder KI-Anfrage stellt. Auch hier ist das Spektrum breit gefächert:
 

  • „Wo kann ich Golf spielen lernen?“
  • „Welcher Golfplatz hat ein Hotel und bietet auch Wellness?“
  • „Wo ist der nächste 9-Löcher-Platz für Einsteiger?“
  • „Kann man auf dem Platz auch ohne Platzreife spielen?“
  • „Ist das Restaurant auch für Nicht-Golfer zugänglich?“
     

Wer mehr als einen Platz auf seiner Anlage hat, sollte bedenken, dass gerade die golfbezogenen Fragen – beispielsweise nach einem möglichen Mindest-Handicap – pro Platz unterschiedlich ausfallen können. Auch diese Vielfalt gilt es abzudecken. Ziel des eigenen Online-Auftritts muss es sein, mit den dort hinterlegten Inhalte diese Fragen klar, verständlich und konkret beantworten. Zur Erinnerung: Dies sind keine Fragen der KI-Systeme, sondern echte Fragen von echten Nutzern. GEO entspricht daher deutlich stärker den Anforderungen an eine Mensch-zu-Mensch-Kommunikation als SEO. KI-Systeme präferieren hochwertige, strukturierte Inhalte – und dies möglichst leicht verständlich. Informationen, die von KI-Systemen aufgegriffen werden sollen, müssen daher fachlich korrekt, klar strukturiert, aktuell, gut verständlich und vor allem eindeutig zuordenbar sein. Idealerweise ergänzt man daher seinen Online-Auftritt um zusätzliche, speziell für KI-Systeme aufbereitete Inhalte.
 

Tipps zur GEO-Optimierung
 

Grundsätzlich sollten Golfanlagen eigene Seiten für zentrale Themen (Platz, Kursangebot, Mitgliedschaft, Hotel, Gastronomie) bereitstellen. Ständige Hyperlinks, die auf andere Bereiche der Website verweisen, sollte man vermeiden, sondern lieber die Informationen – soweit relevant – kurz wiederholen. Im FAQ-Bereich bietet es sich an, echte Fragen von Gästen zu bündeln – schließlich kann man zunehmend davon ausgehen, dass Fragen, die beispielsweise am Telefon oder an der Rezeption gestellt werden, auch über KI-Systeme aufkommen. Zudem sollten Inhalte nicht nur werblich, sondern informativ gestaltet werden. Ersetzen Sie daher klassischen ‚Marketing-Sprech‘ besser durch konkrete Informationen und Inhalte – aber nutzen Sie nicht zu viele Golf-Fachbegriffe, wenn sich der entsprechende Inhalt an Einsteiger wenden soll. Ebenfalls wichtig ist die Stärkung der lokalen und regionalen Relevanz – denn mit Ausnahme eines Golfurlaubs suchen die meisten Golfer eher im Umkreis von maximal ein bis zwei Stunden um ihren Wohnort herum. Hier können folgende Maßnahmen helfen:
 

  • Regionale Begriffe konsequent nutzen (hier darf es durchaus auch Dialekt sein)
  • Kooperationen mit Tourismusregionen, Hotels, Verbänden
  • Inhalte wie ,Golfurlaub in [Region]‘ oder ,Golfen nahe [Stadt]‘
     

Erfahrungen zeigen, dass KI-Systeme bei Anfragen im Bereich Freizeit und Tourismus regionalen Kontext besonders stark berücksichtigen. Sowohl Suchmaschinen als auch KI-Systeme setzen – obwohl es Maschinen sind – zudem auf Vertrauen und Autorität der verwendeten Quellen. Komponenten sind hierbei die Glaubwürdigkeit der Quelle (häufige Falschinformationen werden negativ bewertet), die Aktualität der Inhalte und die Reputation der Organisation hinter der Website. Golfanlagen können ihre Glaubwürdigkeit unter anderem durch folgende Inhalte steigern:
 

  • Aktuelle Turnierberichte, News und Veranstaltungen
  • Transparente Informationen zu Preisen und Leistungen
  • Sichtbarkeit von Ansprechpartnern, Geschichte und Philosophie des Clubs
  • Positive Bewertungen und Erwähnungen auf externen Plattformen (golfspezifische Plattformen und allgemeine Plattformen wie Tripadvisor und Google)
     

Ohne saubere SEO-Basis kann auch GEO nicht funktionieren. GEO erfordert jedoch umfangreichere und präzisere Informationen – sowie entsprechend strukturierte Texte. Statt „Unser Platz ist ideal für Einsteiger“ sollte man darstellen, warum er geeignet ist, welche Angebote es für Einsteiger gibt und welche Kursangebote Einsteiger nutzen können. Auch eigene Expertise wird von KI-Systemen belohnt. Hier empfiehlt sich eine Kooperation mit den örtlichen Golflehrern, aber auch anderen Partnern einer Anlage. KI bevorzugt Inhalte von klar erkennbaren Experten. Golfanlagen können das nutzen durch Fachartikel zum Golftraining, Hintergrundinformationen des Greenkeepings zur Platzpflege oder auch Erfolgsberichte zu Turnieren oder Firmenevents. Letztlich geht es darum, Hintergrund-
wissen über Standardtexte hinaus aufzuzeigen.
 

SEO und GEO steuern Online-Erfolg
 

Der Einfluss von KI auf Online-Recherchen und das Marketing wird weiter zunehmen. Golfanlagen sollten daher ihre digitale Sichtbarkeit als strategisches Thema bewerten, denn gerade Neukunden (Neumitglieder und Gastspieler), aber auch Einsteiger nutzen Suchmaschinen und KI als erste Informationsquelle. SEO und GEO sind deshalb nicht isoliert, sondern integriert zu betrachten. Wer nicht über die notwendige interne Expertise verfügt, sollte auf externe Expertise zurückgreifen – für die Online-Sichtbarkeit zählt letztlich nicht in erster Linie, ‚wer‘ etwas veröffentlicht hat, sondern ‚wo‘ es veröffentlicht wird.
 

SEO sorgt dafür, dass Golfanlagen heute und in Zukunft online gefunden werden. GEO entscheidet zunehmend darüber, ob sie morgen noch genannt werden – gerade dann, wenn nicht ausdrücklich nach Ihrer Anlage gesucht wird. Golfanlagen sollten die aktuell noch etwas ruhigere Zeit nutzen, um ihre Inhalte zu professionalisieren, echte Fragen ihrer Zielgruppen zu beantworten und in ein FAQ auf der eigenen Website zu überführen sowie nicht zuletzt lokale Stärke und fachliche Kompetenz zu zeigen. Dies schafft die Grundlage für nachhaltige Sichtbarkeit – sowohl in klassischen Suchmaschinen als auch in KI-gestützten Antwortsystemen.

 

Autor: Michael Althoff | Greenkeepers Journal 1/26

 

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