So ist sie gelaufen, die Corona-Saison 2020

Golf-Quartalszahlen im Krisenjahr (Stand: 21.10.2020)

Bild: © OSORIO/shutterstock.com

Wären wir als deutscher Golfmarkt an der Börse notiert, würden wir spätestens im Oktober unsere Quartalszahlen für das III. Quartal veröffentlichen. Ende des II. Quartals hätten wir eine Prognose für das III. Quartal abgegeben. Diese Prognose wäre voraussichtlich recht gut bis verhalten gewesen, hätten wir doch Greenfee- und Mitgliedschafts- bzw. Spielrechtsverkäufe als gleich bis moderat gestiegen, angenommen.

 

Die Sicht eines Börsen-Analysten

Ja, wären wir als deutscher Golfmarkt an der Börse notiert, dann würde unser Kurs jetzt fallen. Denn unsere Prognose war nicht optimistisch genug. Wir haben den hier und da zu beobachtenden enormen Anstieg der Greenfeeumsätze zu moderat angenommen. Die Erwartung ist übererfüllt worden. Dem Autor sind Golfanlagen bekannt, die alleine im Monat Juli Greenfee-Umsätze von über 150.000 Euro generiert haben. Manche, zugegeben wenige, konnten im III. Quartal sogar über 700.000 Euro Greenfeeumsatz verbuchen.

 

Ein Börsenanalyst würde unsere Branche jetzt etwas abwerten, da wir die Covid-19-bedingten Parameter, die unsere Branche beeinflussen, nicht exakt genug vorausgesehen haben und würde wahrscheinlich annehmen, dass diese im III. Quartal 2020 gesetzte Marke im Vergleichsquartal des Folgejahres nicht getoppt werden kann.

 

Die Sicht eines Golf-Insiders

Was wir zu wissen glauben, ist, dass auch 2021 ein Jahr mit starken Reisebeschränkungen, in Bezug auf die europäischen und internationalen Destinationen, zu werden scheint. Weiterhin wissen wir jetzt sehr gut, dass Aktivitäten in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen exponentiell die Verbreitung des Covid-19-Virus beschleunigen. Das ist insofern für die Golfbranche eine gute Nachricht, da wir auf unseren Anlagen über viele hunderttausend Quadratmeter gepflegte und naturbelassene Freifläche verfügen und damit die Alternative zum Indoor-Sport sind.

 

Eine Einschränkung, wie zur Ausgangssperre im März/April 2020, die auch Golfanlagen betreffen, ist für die Zukunft nicht zu erwarten. Dem stehen massive wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedenken der Politik entgegen. Also gute Aussichten für eine Golf-Branche, die sich immer noch schwer tut, Klischees in den Köpfen der (Noch-)Nicht-Golfer zu überwinden und diese potenziellen Golfer zu Kunden zu machen.

 

Eine Entwicklung im Golfmarkt, die m.E. dieser positiven Entwicklung zu mehr Spielberechtigten und mehr Greenfee diametral entgegensteht, ist das Verramschen von Greenfees. Mehrwerte für Kunden schaffen, das sollte das Ziel sein! Dies bedeutet natürlich Arbeit. Gespräche, Verhandlungen und ein Clearing – Aufgaben eines Golfmanagements. Es muss, und auch das empfehle ich seit Jahren an dieser Stelle, mehr „wert“ sein, ein Mitglied/Spielberechtigter auf einer Golfanlage zu sein, als „nur“ dort Golf spielen zu können. Da schwingen die Themen Markenbildung, Positionierung und Marketing mit.

 

Es braucht also eine Strategie, um sich den Chancen und Herausforderungen eines sich wandelnden Golfmarkts zu stellen und als Gewinner dazustehen.

 

Autor: Adriaan A. Straten | golfmanager 5/2020

 

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