Golf Lounge Resort – neuer Standort, ­erweitertes Konzept

Was macht eigentlich ...

Als 2005 die Golf Lounge in Hamburg ihre Tore öffnete, nahm eine Erfolgsgeschichte des deutschen Golfsports ihren Anfang. Rund 17 Jahre später ist das Unternehmen mit mehr als 500 Events pro Jahr, mehr als 50.000 Besuchern sowie 5.000 erfolgreich absolvierten Platzreife-Prüfungen aus der deutschen Golfszene nicht mehr wegzudenken. „Wir machen Golfer“, so das Motto des Teams um Inhaber Peter Merck – und viele Golfanlagen rund um Hamburg dürften vom erfreulich anderen Herangehen der Golf Lounge nicht zuletzt in der Pandemie bei der Mitgliederentwicklung spürbar profitiert haben.

Doch zu Beginn des aktuellen Jahrzehnts standen die Zeichen auf Veränderung: Ein neuer Standort wurde benötigt – und im quasi auf der anderen Seite der Autobahn gelegenen, bisherigen Standort von Red Golf Moorfleet gefunden. Doch wer erwartete, dass das Golf Lounge-Team nun einfach den Standort wechseln würde, hat auch im Jahr 2022 den Unternehmergeist des Wahl-Hamburgers Merck unterschätzt. Wer die sozialen Medien aufmerksam verfolgte, konnte bereits ahnen, dass er weder einfach umziehen noch die bisherige Golfanlage in Moorfleet in ihrer bestehenden Form fortführen würde. Bewährtes fortführen und Neues ergänzen – so das Credo des Golf Lounge-Teams.

Dabei wurde der Blick auch auf erfolgreiche Konzepte anderer Sportarten gerichtet – fündig wurde Merck schließlich bei Skiresorts. „Skiresorts bündeln erfolgreich Angebote vom absoluten Beginner bis hin zum erfahrenen Sportler – und auch das Feiern kommt beim Après Ski nicht zu kurz“, so seine Erfahrung. Zur Orientierung nutzen Skiresorts Farben – ein Ansatz, den Merck nun auf seinen neuen Standort übertragen hat. Kaum war der neue Standort auf Basis einer 50-jährigen Erbpacht erworben, begann die Transformation. Weiterhin basiert die Philosophie des nun als Golf Lounge Resort firmierenden, neuen Standorts auf der Kombination aus Golf und Feiern – und wie bisher möchten Merck und sein Team vor allem die Hemmschwelle zum Betreten von Golfanlagen reduzieren.

 

Im Golfbereich umfasst das Angebot nun eine zweistöckige Range mit modernster Trackman Range-Technologie, drei Plätze, eine eigene Academy und ebenfalls auf Trackman basierende Simulatoren. Bei den Plätzen greift man auf die Farbkennzeichnung der Skiresorts zurück: der 9-Löcher-Puttparcours wendet sich vor allem an Einsteiger (Minigolf ist für viele Menschen noch immer die erste Berührung mit Golf) und ist wie bei den Skipisten daher blau gekennzeichnet. Der neu geschaffene 6-Löcher-Platz wendet sich an Anfänger – folglich wird er rot ausgeflaggt. Der ebenfalls neu gestaltete 9-Löcher-Executive Course, ein Par 33 mit insgesamt 1.868 Metern Länge, ist die „schwarze Piste“ des neuen Resorts. „Auf getrennte Abschläge für Damen und Herren haben wir auf den Plätzen bewusst verzichtet“, so Merck. Und zur Optimierung der Pflege sind alle Abschläge sowie der Putt-Parcours mit Kunstrasen errichtet worden.

 

Events und Feiern weiter zentraler Bestandteil des Konzepts

Wie bisher bleiben Events und Feiern wichtiger Bestandteil des Konzepts. Am neuen Standort kann das Resort nun auf vier Feierbereiche zurückgreifen, die von Kunden entweder getrennt oder kombiniert belegt werden können. Die Lounge, das Restaurant der Anlage, kann sowohl innen als auch außen belegt werden. Vor dem roten Platz wurde das Sternenzelt errichtet, die bereits vom bisherigen Standort bekannte Almhütte hat zwischen erstem Tee und neuntem Grün des schwarzen Platzes ihre neue Heimat gefunden. Zudem kann die erste Etage der Range als Eventlocation genutzt werden – selbstverständlich inklusive Heizung und im Winter der Möglichkeit, den an sich offenen Bereich in kurzer Zeit zu schließen und so vor Witterungseinflüssen zu schützen. Auch auf der Range bleibt das Golf Lounge Resort seinem neuen Farbenkonzept treu: Es gibt keine separaten Leihschläger-Sets, sondern an jeder Box auf der Range sind drei Schläger zur kostenfreien Nutzung angebracht, je nach passender Spielstärke zu erkennen an der blauen, roten oder schwarzen Kennzeichnung. Ob der Standort, wie der Name andeutet, tatsächlich noch zum Resort samt Übernachtungsangebot ausgebaut wird, lässt Merck derzeit offen. Auch am Putt-Parcours müssen Gäste nicht auf Verpflegung verzichten, eine kleine BBQ-Station bietet Speisen und Getränke. „Wir haben hier ein klein wenig Richtung der Sansibar auf Sylt geschaut: Dort nutzen die Kinder begeistert den Spielplatz, während Eltern und Großeltern direkt daneben ihren Drink und das Essen genießen – das können Gäste künftig auch bei uns erleben“, so Merck. Und für Gäste aus dem Hamburger Umfeld bietet das Resort auch gleich den Rücktransport im eigenen Moorfleet-Shuttle, einem Original US-Schulbus.

Auch im Golfbereich anders

Im Golfbereich setzt das Team am neuen Standort auf Pay und Play. Wer mehrfach Einrichtungen des Resorts nutzen möchte, kann über die Golf Lounge-eigene Mitgliedschaft, Friend-Mitgliedschaft genannt, ermäßigt spielen (gilt für Golfplätze, Range und Simulatoren). Für 99 Euro im Jahr erhalten die Freunde des Resorts auf nahezu alle Standard-Nutzungsentgelte einen knapp 50-prozentigen Nachlass. Zudem können Sie vorab Guthaben auf ihre Kundenkonten einzahlen und erhalten pro eingezahltem Euro 10% Bonus – natürlich kann das Guthaben nicht nur für Golf, sondern auch für die Gastronomie und Events genutzt werden.

Wer einen DGV-Ausweis samt Handicap-Führung möchte, kann zusätzlich zur Friends-Mitgliedschaft als Upgrade für 250 Euro pro Jahr die DGV-Card buchen. Auf der Range ist Trackman Range immer inkludiert – und es gibt keine Preise pro Bällekorb, sondern ausschließlich Mattenpreise pro Stunde für bis zu vier Personen. „Wir haben uns für Trackman Range entschieden, weil dieses System nach unserer Einschätzung die perfekte Kombination aus Golf und Entertainment bietet – genau dafür stehen wir als Golf Lounge Resort. Bei Topgolf liegt der Fokus aus unserer Sicht deutlich stärker rein auf Entertainment“, begründet der Unternehmen seine Wahl. Für den Simulator gilt ebenfalls ein Preismodell pro Stunde, hier allerdings für bis zu sechs Spieler. In der Academy mit nunmehr vier Trainern gilt das typische Preismodell pro Unterrichtsstunde. Ein neu entwickelter Flyer – der bezeichnenderweise nicht Golf in den Vordergrund stellt und daher den Titel „Freizeit – Event Golflocation“ trägt – können Interessierte mögliche Event-Pakete entdecken – angefangen von der Minigolf-Challenge samt Drink und BBQ über virtuelle Golfrunden bis hin zum klassischen 9-Löcher-Golfturnier samt Verpflegung in der Almhütte. Wichtig war Merck nicht nur ein modernes, attraktives Ambiente, sondern auch eine konsequente Digitalisierung der Prozesse. „Wir haben schnell festgestellt, dass wir keine Turniersoftware benötigen, sondern ein echtes Operations-System“, so der Unternehmer. Doch genau das fand er am Markt nicht. Die Konsequenz: In den vergangenen Monaten haben Merck und sein Team nicht nur den Umbau der gesamten Anlage gestemmt, sondern quasi nebenbei auch ein eigenes IT-System entwickelt, das die Prozesse samt digitaler Bezahlung und natürlich auch die eigene Friends-Mitgliedschaft unterstützt.

Auch wenn Merck das Jahr 2022 als Soft Opening ansieht und vor allem beim Platz eine weitere Optimierung fest im Blick hat: Schon jetzt zeigt sich der Erfolg des erweiterten Konzepts. „Wir konnten bereits 2.500 Friends gewinnen – unser Ziel sind 10.000-15.000 Friends“, so Merck. Dabei würden auch viele Golfer, die in einem anderen Club rund um Hamburg Mitglied seien, bei ihm zusätzlich Friend – denn mit der Range, der Academy und den drei Plätzen bietet die Anlage perfekte Voraussetzungen für das Training und die schnelle Runde. Die Ausrichtung auf Tagesgäste sieht Merck ambivalent: „Bei schlechtem Wetter spielen natürlich deutlich weniger Golfer – damit erzielen wir dann keine Einnahmen, andererseits wird dadurch die Beschädigung unserer Plätze vermieden“, so seine Einschätzung. Wer glaubt, dass sich Merck nach der Eröffnung Anfang April entspannt zurücklehnen werde, unterschätzt den Unternehmergeist des in Konzeption und Umsetzung gleichermaßen starken Wahl-Hamburgers. „Mein Credo ist es, dass Inhaber ihre eigenen Anlagen betreiben. Wir wollen bei Service und Qualität führend sein, da ist Stillstand schnell Rückschritt. Damit das funktioniert, sehe ich mich selbst vor Ort – denn ich möchte selbst vor Ort steuern, aber auch das Umfeld und den Erfolg genießen“, umreißt Merck seine Philosophie. Natürlich möchte er auch künftig mit seinem Resort ein Leuchtturm-Projekt der deutschen Golfszene sein – aber eine Verbreitung über den eigenen Standort hinaus in Form eines Franchise-Konzepts strebt er nicht an: „Da leidet die Innovationskraft doch oft stark, da man immer alles für mehrere Standorte prüfen und umsetzen muss.“

 

Um ein solch innovatives wie anspruchsvolles Konzept erfolgreich betreiben zu können, sind qualifizierte Mitarbeiter unverzichtbar. Wer die Anlage erlebt, ist überrascht, dass Merck nicht nur den Umbau, sondern auch den laufenden Betrieb mit gerade einmal zwei Greenkeepern stemmt. Alexander „Alex“ Weber und Alex Dzinkonski kümmern sich gemeinsam mit ihrem Chef nicht nur um den Pflegezustand der Anlage, sondern nebenbei auch noch um den eigenen Maschinenpark. Neben den freiberuflichen Golftrainern und den Greenkeepern umfasst das Team aktuell elf Mitarbeiter, zudem gibt es zwei Auszubildende – allerdings nicht zum Golfsekretär beziehungsweise zur Golfsekretärin, sondern zu Veranstaltungskaufleuten. „Wichtig ist, dass man ein klares Konzept hat und dann die dazu passenden Mitarbeiter sucht – umgekehrt funktioniert es nicht“, beschreibt Merck sein Erfolgsgeheimnis beim Recruiting. Auch wenn die offizielle Eröffnungsfeier des neuen Golf Lounge Resorts frühestens 2023 erfolgen soll – vielleicht sogar erst in Kombination mit dem 20-jährigen Firmenjubiläum 2025 – wird das neue Resort bereits im laufenden Jahr seine Spuren in der Golfszene in und um Hamburg hinterlassen. Die deutsche Golfszene darf sich auf gelungene neue Impulse zur Konzeption einer Anlage und – wie schon in der Vergangenheit – über jährlich hunderte neue Golfspieler freuen, die einst ihre Golflaufbahn bei der Golf Lounge und dem neuen Golf Lounge Resort begannen.

 

Autor: Michael Althoff | golfmanager 4/2022

 

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