Outsourcing der Golfplatzpflege – Auswertung einer GVD-/DGV-Umfrage

Nachfrage nach externen Pflegefirmen steigt

In unserer Reihe zum Thema „Outsourcing der Golfplatzpflege“ hatten im letzten Beitrag Marc Biber und Klaus Dallmeyer Grundlegendes hinsichtlich „Für und Wider“ sowie Entscheidungsgründe für die Fremdvergabe der Golfplatzpflege aufgezeigt.

 

Die Fachinformationen der Artikelserie stammen dabei in großen Teilen von der Arbeitsgemeinschaft Greenkeeper Qualifikation (AGQ), dem Deutschen Golf Verband e.V. (DGV) und dem Greenkeeper Verband Deutschland e.V. (GVD). Der golfmanager und gmgk-online danken den drei Organisationen vielmals für die konstruktive Zusammenarbeit bei der Artikelserie.

 

In folgendem Beitrag hat Christina Seufert, Geschäftsführerin des GVD, eine GVD- bzw. DGV-Online-Umfrage zum Thema „Outsourcing der Golfplatzpflege“ aus dem Jahr 2016 ausgewertet. Daneben sollen Erfahrungsberichte von Anlagen, die ihre Platzpflege fremdvergeben oder auch wieder „zurückgeholt“ haben, den bisher theoretischen Blick auf das Thema raus auf die Anlagen selbst lenken.

 

Der Greenkeeper Verband Deutschland (GVD) und der Deutsche Golf Verband (DGV) führten 2016 eine Umfrage zum Thema „Outsourcing der Golfplatzpflege“ durch. Der GVD hatte die Umfrage, an der 98 Greenkeeper teilnahmen, im August 2016 auf seiner Homepage geschaltet. Der DGV, der seinen Fragebogen seinen Mitgliedern online im Zeitraum vom 08.11. bis 20.11.2016 zur Verfügung stellte, hatte eine Rücklaufquote von 31,5% (= 258 beantwortete Fragebögen).

 

Die Umfrage zielte ausschließlich auf Golfanlagen ab, die ihre komplette Platzpflege an einen externen Dienstleister vergeben haben.

 

Um die Zielgruppe nach dem gewünschten Merkmal zu filtern, wurde zuerst abgefragt, welche Golfanlagen die gesamte Pflege von einen externen Dienstleister durchführen lassen.

 

Frage 1:
Seit wann wird dieser Golfplatz von einem externen Unternehmen  gepflegt?

Die DGV-Umfrage ergab, dass 19% die komplette Platzpflege an einen Dienstleister vergeben haben; bei der GVD-Umfrage waren es lediglich 11%. Über die Hälfte (51%) gaben an, dass ihre Pflege seit über zehn Jahren outgesourct ist. Seit 1-2 Jahren scheint die Nachfrage nach externen Pflegefirmen zuzunehmen. Über 30% bei der GVD-Umfrage und knapp 20% bei der DGV-Umfrage gaben zudem an, erst seit maximal zwei Jahren mit einem Dienstleister zusammen zu arbeiten.

 

Frage 2:
Was waren die Gründe für das Outsourcing der Golfplatzpflege? (Mehrfachnennung möglich)
 

Das Ergebnis zeigt, die Gründe für eine Fremdvergabe sind vielfältig. Als einer der Hauptgründe für das Outsourcing der Golfplatzpflege wird die Planungssicherheit bei Personal und Kosten angegeben. Die Sicherheit um kalkulierbare Kosten durch vorher vertraglich geregelte Leistungen kann in dem durch Witterung und andere Faktoren schwer kalkulierbaren Golfgeschäft eine sichere Konstante darstellen.

 

Frage 3:
Wie ist Ihre Erfahrung mit der Pflegefirma?

Die Erfahrungen mit externen Pflege-Unternehmen werden in beiden Umfragen als durchwegs positiv bis sehr positiv beurteilt. So gaben über 60% der Greenkeeper an, dass die Zusammenarbeit positiv bis sehr positiv sei. Bei der DGV-Umfrage waren es sogar über dreiviertel der Befragten (78%), die die Zusammenarbeit als positiv oder sehr positiv bewerteten.

 

Es äußerte sich bei der DGV-Umfrage keine Golfanlage negativ über Pflegefirmen, wobei 37% der Greenkeeper die Zusammenarbeit als negativ bewerteten. Der Hauptgrund hierfür wurde von den Greenkeepern mit „ungenügender Kommunikation“ (42%) angegeben, gefolgt von „schlechterer Bezahlung“ und „längeren Arbeitszeiten“ (jeweils 29%), s. nachfolgende Grafik.

 

Autorin: Christina Seufert ❘ golfmanager 03/2017

 

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