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Saint Malo Golf Resort

Das Saint Malo Golf Resort in der Bretagne umfasst den 18-Löcher-Championship Course „Surcouf“ sowie den „Old Course“ genannten 9-Löcher-Platz. Der Surcouf-Platz wurde von Hubert Chesneau entworfen, der auch den Albatros Course des Ryder Cup-Austragungsortes Le Golf National gestaltet hat. Zudem zählt ein Drei-Sterne-Hotel zum Resort. Obwohl die Anlage als Resort angelegt ist, zählt der zugehörige Golfclub 450 Mitglieder, wie Geschäftsführer Franck Nicols im Interview mit dem golfmanager erläutert. Und diese Mitglieder sind sehr aktiv: „Wir haben jährlich rund 100 Turniere, 25 davon finden an Wochenenden statt“, ergänzt er. Dies führt jedoch zu einer typischen Herausforderung, der sich zahlreiche Resorts gegenübersehen: dem richtigen Mix aus Club­aktivitäten und Resortgästen. „Wir bemühen uns derzeit, unser Resort auf 36 Bahnen zu erweitern, so dass jeweils ein Platz pro Tag für Mitglieder und Turniere genutzt werden kann, während der andere Platz primär unseren Resortgästen zur Verfügung steht“, umreißt Nicols die Pläne des Resorts. Jährlich wird im Saint Malo Golf Resort auch ein Profiturnier der ALPS Tour ausgetragen. „Für 2019 planen wir, erstmals ein gemeinsames Profiturnier für Damen und Herren durchzuführen“, erläutert Nicols die Pläne für die Zukunft.

Vor allem der 18-Löcher-Platz zeichnet sich durch ein einzigartiges Design aus. Wasser wird – wie beim Albatros Course – häufig eingesetzt und stellt die Golfer vor Herausforderungen. Vor allem die Bahnen 6 und 16 werden den Gästen lange in Erinnerung bleiben, da beide beim Anspielen des Grüns einen Schlag über einen breiten Fluss erfordern – an Bahn 6 bergab, an Bahn 16 bergauf. Im Winter soll das Hotel renoviert und auf 4-Sterne-Standard angehoben werden. Dazu nehmen die Eigentümer, eine Hotelgruppe aus Saint Malo, die auch Marktführer im Bereich hotelgebundener Thalasso-Therapien ist, rund 500.000 Euro in die Hand. Das Thema Ryder Cup wurde im Resort auf vielfältige Art integriert. So wurde beispielsweise ein Turnier anlässlich des Ryder Cups organisiert, zudem gab es im Clubhaus während des Ryder Cups ein Public Viewing.

Nicols selbst vertrat das Resort vor Ort im Le Golf National auf dem großen Stand von Golf in Frankreich. Hinsichtlich der Auswirkungen des Events auf das Resort differenziert Nicols zwischen dem heimischen und dem internationalen Markt. Das ursprüngliche Ziel des Verbands ffgolf von rund 800.000 Golfern in Frankreich wurde schnell revidiert, derzeit verfügt das Land über rund 420.000 Golfer und 500 Anlagen. Die Auswirkungen auf den nationalen Markt sieht Nicols durchaus kritisch: „Die meisten Menschen in Frankreich sehen Golf weiterhin als eine Freizeitbeschäftigung für einen begrenzten Personenkreis mit überdurchschnittlichem Einkommen und starker Ausrichtung auf Tradition an“, so seine Einschätzung. Zudem habe sich kein französischer Spieler für den Ryder Cup qualifiziert, so dass das Identifikationspotenzial geringer sei – und auch die Sendezeit im Free-TV sei sehr begrenzt. Daher erwartet der Manager, dass sich das Event mehr an bestehende Golfer denn an potenzielle Neugolfer wendet. Positiv sieht Nicols, dass im Zuge des Ryder Cups landesweit 100 neue Pitch and Putt-Plätze gebaut wurden. Der internationale Ausblick sieht Nicols zufolge deutlich freundlicher aus. „Auf der letztjährigen IGTM stellten wir bereits eine steigende Nachfrage für unser Resort aus den USA fest, und dieser Trend hält weiter an“, fasst er seine Erfahrungen zusammen. Er ist überzeugt, dass das Event dazu beitragen wird, Frankreich deutlich besser als Golfdestination auf der touristischen Landkarte zu positionieren. Die Pläne, das Resort zu erweitern und aufzuwerten, passen hierzu perfekt, da die meisten Anlagen in der Nachbarschaft des Resorts keine eigenen Übernachtungskapazitäten anbieten können und das Saint Malo Golf Resort ein guter Standort ist, weitere Plätze und Sehenswürdigkeiten der Bretagne zu erkunden.

 

Autor: Michael Althoff | golfmanager 05/18

 

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