Die Zentrale der PGA of America in Frisco, Texas
US-Campus für die Zukunft des Golfsports

Golf-Eldorado nahe Dallas
Neben dem modernen PGA of America-Coaching Center bietet das Resort gleich mehrere Golfoptionen. Im Mittelpunkt stehen die beiden 18 Bahnen-Championship Courses. Aufgrund seiner Verbindung zur PGA of America war von Beginn an klar, dass ein Platz des Omni PGA Frisco Resort & Spa für die ganzen großen Events der Profigolfer und -golferinnen nutzbar sein soll. Dies ist ,Fields Ranch East‘. Noch während der Bauphase sagte der Designer, Gil Hanse, auf einer Veranstaltung im Rahmen der PGA-Show, dass auf seine Frage „Wie groß?“ die schlichte Antwort „Ryder Cup“ folgte. Zwar stehen die US-Austragungsorte für den Ryder Cup bis 2033 bereits fest, aber es wäre wenig überraschend, wenn der Platz danach unter den künftigen Austragungsorten zu finden wäre. 2023 fand hier bereits die KitchenAid Senior PGA Championship statt, nur zwei Jahre später gastierten die Damen der LPGA mit der KPMG Women‘s PGA Championship. 2027 gastiert erstmals die PGA Championship, in den Jahren 2029, 2031 und 2034 werden die genannten Majors in gleicher Reihenfolge wieder nach Frisco zurückkehren. Der zweite Platz ist ,Fields Ranch West‘ aus der Feder von Beau Welling. Der West-Course entspricht stärker einem klassischen Resort-Course: Die Fairways sind sehr breit und die Grüns nicht ganz so stark onduliert wie bei Fields Ranch East – daher ist der West-Course ein wunderbarer Platz für Golfer aller Spielstärken und für ambitionierte Golfer ein sehr guter Platz zum Einspielen für eine anschließende Runde auf dem East-Course. Beide Plätze sind Public-Courses und können somit auch von Golfern gespielt werden, die nicht im Resort wohnen. Zusätzlich gibt es den 10 Bahnen umfassenden Par 3-Platz ‚The Swing‘ samt Flutlicht und das ‚Dance Floor‘ genannte, riesige Puttingsareal. Auch eine Topgolf-Lounge sowie exzellente Übungsbereiche zählen zum Golfangebot.
Die Mitglieder im Fokus
Das vierstöckige Hauptquartier wurde von der Architekturfirma Page entworfen und zeichnet sich durch großzügige Glasflächen, offene Trainings- und Arbeitsbereiche sowie direkte Bezüge zum Außenraum der angrenzenden Golfplätze aus. Innen finden sich unter anderem Simulator-Hallen, Chipping- und Putting-Zonen sowie Video- und Seminarstudios – Einrichtungen, die weit über eine klassische Büro-Architektur hinausgehen. Das Hauptgebäude wird somit zur Schaltzentrale für Ausbildung, Innovation und Professionalisierung im Golfsport. Schon beim Betreten des Gebäudes merkt man: Hier dreht sich alles um die mehr als 31.000 Mitglieder der PGA of America – gleich, ob sie als Golflehrer (Teaching Professional) oder als Golfprofis (Playing Pros) unterwegs sind. Direkt links der Rezeption gibt es bspw. im Eingangsbereich eine große Videowand, auf der im Wechsel Fotos aller PGA-Mitglieder präsentiert werden – man legt großen Wert darauf, als Familie wahrgenommen zu werden. Rechts des Eingangs gibt es einen Bereich, in dem aktuell die Bags des US Ryder Cup-Teams und die großen Trophäen des Golfsports ausgestellt werden – der Ryder Cup fehlt allerdings aktuell, nachdem Team Europa 2025 in Bethpage erfolgreich war. Die zahlreichen Indoor-Übungsbereiche ermöglichen zudem das konkrete Training – sei es über Simulatoren oder auf Indoor-Putting- und Pitching-Greens. Im vierten Stock wartet ein besonderes Highlight: die großzügige Terrasse, direkt in Richtung des PGA Frisco Omni Resorts ausgerichtet. Hier können Mitarbeiter und Besucher einen Blick auf das Resort werfen. Zudem findet man, direkt gegenüber den Aufzügen, verschiedene Erinnerungsstücke an frühere PGA-Präsidenten.
Keine Mitgliedschaft ohne Prüfung
Die PGA of America legt großen Wert darauf, dass eine Mitgliedschaft nur nach erfolgreich absolvierter Prüfung erfolgen kann. Hierzu stehen unterschiedliche Karrierepfade bereit. Generell kann die Mitgliedschaft nur über die Associate- oder Universitätsprogramme erworben werden. Alle Personen müssen den PAT (Playing Ability Test) bestehen, um Mitglied der PGA of America zu werden. Zudem gestattet die PGA of America den Mitgliedern von Profi-Golftouren, sich zu bewerben, aber sie müssen dennoch weitere Anforderungen erfüllen, darunter: Teilnahme an mindestens 12 Veranstaltungen pro Kalenderjahr und Beibehaltung der TOUR-Mitgliedschaft, um die Klasse-A-3-Mitgliedschaft in der PGA of America aufrechtzuerhalten sowie mindestens 30 Credits sammeln. Credits werden durch die Teilnahme an PGA/LPGA- oder Korn Ferry/Epson Tour-Veranstaltungen mit ½ Credit pro Veranstaltung verdient, sofern 2 oder mehr Runden gespielt werden. Die maximale Anzahl an Credits auf der PGA/LPGA Tour beträgt 12 Credits pro Kalenderjahr. Die maximale Punktzahl für die Korn Ferry/Epson Tour pro Kalenderjahr beträgt 6, die maximale Gesamtpunktzahl 18. Tour-Punkte können auf die für die Club-Profi-Mitgliedschaft erforderlichen Punkte übertragen werden, sofern die Person nicht wieder den Amateurstatus erlangt hat. Die Wiedererlangung des Amateurstatus oder die Teilnahme an Amateur-Golfveranstaltungen führt zum Verlust aller zuvor gesammelten Berufserfahrungspunkte. Wenn Golfer nicht mehr für die LPGA/PGA TOUR spielberechtigt sind, können sie in die Club Professional Division der PGA of America wechseln. Dies erfolgt über den ,Test-Out‘-Prozess, der die Teilnahme am Pre-Qualifying Level-Kurs (dieser Test muss innerhalb von neun Monaten bestanden werden) erfordert, gefolgt von Wissenstests für alle 3 Stufen des PGM Associate Programms. Alle 3 Stufen der Prüfung müssen innerhalb von 2 Jahren nach dem Kauf der Level-1-Materialien erfolgreich bestanden werden. Für Industrie-Partner gibt es das VendorMatch-Programm, das lokalen und diversen Unternehmen die Möglichkeit bietet, die für Zuschauer offenen Events zu unterstützen. Es ist zwar kein Weg zur Mitgliedschaft, aber es trägt maßgeblich zum Erfolg des Verbandes bei.
Campus als Erlebnisort
Der ,PGA Frisco‘-Campus verbindet das Hauptquartier mit zahlreichen weiteren Elementen, die nicht nur die eingangs beschriebenen Golfanlagen umfassen. Der ,PGA District‘ ist eine Freizeit- und Einzelhandelszone mit Gastronomie, Veranstaltungen und Entertainment, die das Angebot über den Sport hinaus erheblich erweitert. Für Versammlungen gibt es im Hauptquartier ein großes Atrium, im Außenbereich befindet sich die Hall of Fame. Zudem hat die Zentrale ein eigenes Fernsehstudio, neben dem manches Fernsehstudio in Europa blass aussieht.
Wirkung und Ausblick
Für den Standort Frisco wird eine wirtschaftliche Wirkung im Milliardenbereich prognostiziert: Laut der Stadtverwaltung soll der Campus über die nächsten 20 Jahre einen wirtschaftlichen Effekt von über 2,5 Mrd. US-Dollar erzielen. Zudem werden hier künftig weitere große Golf-Turniere stattfinden: Bereits 2023 wurde die Senior PGA Championship ausgetragen, auch die Elite der weiblichen Profis war bereits zu Gast. Weitere Termine wie die Herren- und Frauen-PGA-Championships sind geplant. Ebenso wichtig: Mit dem neuen Hauptsitz betont die PGA of America ihre Rolle als Verband der Club- und Golf-Professionals – nicht primär als Ausrichter von Profitouren, wie es bei der PGA Tour der Fall ist.
Diese Zentrale ist ein Statement
Die Zentrale der PGA of America in Frisco steht symbolisch für das neue Selbstverständnis der PGA of America: Weg von reiner Verwaltung – hin zu Innovation, Ausbildung, Erlebnis und Partizipation. Der Campus verbindet Sport, Wirtschaft und Freizeit in einem umfassenden Projekt, dessen Wirkung weit über die Golfanlagen hinaus spürbar sein dürfte. Wie es PGA-Präsident Don Rea bereits 2025 in einem Interview mit dem golfmanager sagte: Es ist die Heimat der US-Amerikanischen Golfprofessionals, und man ist stolz darauf, diese Heimat Gästen – seien es Mitglieder der Golfbranche oder Golfer – zu zeigen. Für Frisco ist es eine strategische Ansiedlung – für die PGA ein modernes Zuhause mit Blick in die Zukunft des Spiels.
Autor: Michael Althoff | golfmanager 1/26








