Bewässerung als Komponente einer Golfanlagen-Strategie

Im Gespräch mit Alejandro Reyes, Le Golf National, Frankreich

Bereit für den Ryder Cup 2018: Le Golf National, Frankreich – Strategie der Anlage ist es, einen grünen Platz zu präsentieren – und daran wird konsequent festgehalten. (Foto: M. Althoff)

Alejandro Reyes ist als Golf Courses and Real Estate Manager für das gesamte Greenkeeping-Team bei Le Golf National zuständig. Der dortige Albatros Course war Ende September 2018 die Bühne für den diesjährigen Ryder Cup. Er erläutert, warum die Bewässerung und das optische Erscheinungsbild fester Bestandteil der Strategie der Anlage sind.

 

? Herr Reyes, Europa durchlebte einen sehr trockenen Sommer, viele Golfanlagen litten unter akutem Mangel an Regen. Wie gehen Sie bei Le Golf National mit dieser Situation um?

 

! Wir bewässern unseren Albatros Course regelmäßig. Wir wässern die Fairways, unser Semi-Rough und natürlich auch den gesamten Bereich rund um die Grüns. Also alles mit Ausnahme des Hard-Roughs. Dies macht 25 Hektar bei einer Gesamtfläche von 139 Hektar aus. De facto sieht der Albatros Course damit genau so aus, wie ihn die Golfer aus Zeiten mit mehr Regen kennen.

Alejandro Reyes,
Golf Courses and Real Estate Manager Le Golf National, Frankreich

? Wieso investieren Sie so viele Anstrengungen und Arbeitsstunden in diese Maßnahmen?

 

! Dies basiert auf unserer Philosophie. Diese Anlage wurde nicht dafür gebaut, um sie wie einen Links-Golfplatz zu unterhalten. Es ist kein Fescue-Linksplatz mit Sandboden als Grundlage und entsprechendem Shaping. Ich habe noch nie einen Platz im Links-Style gesehen, der über Inselgrüns und Wasser an elf seiner 18 Bahnen verfügt. Daher setzen wir alles daran, unseren einzigartigen Platz in der beschriebenen Weise zu präsentieren.

 

? Könnten Sie auch einen Ansatz mit reduzierter Bewässerung anwenden, so dass der Platz so ähnlich aussehen würde wie die Anlage, die wir bei der Open in Carnoustie gesehen haben?

 

! Selbstverständlich! Wenn uns das Ryder Cup-Komitee darum gebeten hätte, den Platz wie einen typischen Links-Golfplatz aufzusetzen, hätten wir dies mit Sicherheit umsetzen können. Aber lassen Sie mich dazu noch ergänzen: Carnoustie Champions war in einem fantastischen Zustand, ich hatte das Vergnügen, das dortige Greenkeeping-Team kurz vor der Open zu treffen und mir einen eigenen Eindruck von den wunderbaren Ergebnissen ihrer Arbeit zu verschaffen.

 

Aber dies wäre nicht das, wofür unser Albatros Course designt wurde. Es ist sehr wichtig, dass die Strategie und Philosophie einer Golfanlage und die Arbeit des Greenkeeping-Teams eng aufeinander abgestimmt werden. Wir haben das klare Ziel, einen grünen Golfplatz zu präsentieren – und dies in einem Zustand, der unabhängig vom jeweiligen Wetter stets gleichbleibende Qualität bietet – übrigens genau wie es Green Eagles Golf Courses für die Porsche European Open gemacht haben, denn auch hier sah der Platz durchweg sehr grün aus. Welche Strategie und Bewässerungskonzepte Golfanlagen auch immer anwenden: Es ist entscheidend, dass sie sich mit der Clubstrategie decken und Mitglieder wie Gäste sich auf die zugehörigen Maßnahmen verlassen können.

 

Herr Reyes, herzlichen Dank für diese sehr informativen Ausführungen.

 

Das Gespräch führte unser Autor Michael Althoff | golfmanager 04/2018.

 

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