Im Gespräch: Robin Spring, Senior Sponsorship & ­Communications Executive bei Aberdeen Asset Management

Sponsoring als Bekenntnis zu Groß-Event

? Welche Ziele verfolgt Aberdeen Asset Management mit seinem Sponsoring-Engagement?

 

! Beim Sponsoring denken wir, genau wie in unserem Kerngeschäft, langfristig. Unsere Sponsoringaktivitäten sind ein Bekenntnis zu den Veranstaltungen. Wir wollen uns differenzieren – gegenüber anderen Veranstaltungen und Organisationen, aber auch gegenüber den Zielgruppen dieser Events. Unser Bekenntnis reflektiert unseren Glauben an stetige Entwicklung und nachhaltiges Wachstum. Und wir zielen darauf ab, dass alles, was unseren Namen trägt, stets ein Optimum an Leistung erzielt.


Das Hauptziel beim Sponsoring sowohl der Herren als auch Damen Aberdeen Asset Management Scottish Open ist die Förderung des Markenbewusstseins. Durch unsere Verknüpfung mit beiden Veranstaltungen sind wir in der Lage, unsere Marke einem breiten Publikum in unserem Kernmarkt zu präsentieren. Beide Turniere werden live auf Sky Sports in Großbritannien übertragen, das Herrenturnier zudem auf Golf Channel und NBC in den USA neben weiteren Berichterstattungen in der ganzen Welt.

Die Möglichkeiten im Hospitalitybereich für uns während der Veranstaltungen sind weiterhin von Vorteil, allerdings nimmt ihre Bedeutung durch immer strengere Auflagen der Finanzaufsicht sowie Compliance-Regelungen der Unternehmen stetig ab. Stattdessen rücken Spieler, Fans (sowohl auf dem Event als auch zuhause) und unsere eigenen Mitarbeiter stärker in den Blickpunkt. Auch soziale Medien haben eine immer größere Bedeutung in diesem Zusammenhang und werden von uns verstärkt eingesetzt.

 

Natürlich ist es nicht ganz einfach zu messen, wieviel Geschäft wir durch unsere Sponsorings generieren. Aber wir stellen definitiv eine stärkere Nachfrage während der Events fest. Das zeigt sich beispielsweise an den Aufrufen unserer Website – und natürlich sind beide Veranstaltungen ein wichtiges Gesprächsthema für unsere Mitarbeiter und Kunden.

 

? Wie viele Jahre sollte ein Sponsoring-Engagement aus Ihrer Sicht dauern, damit man auch die gewünschten Effekte und Resultate erzielt?

 

! Jedes Sponsoring ist anders, von daher gibt es nicht die allgemein gültige richtige Dauer beim Sponsoring. Einige Sponsoren erreichen ihre Ziele vielleicht schon nach einem Jahr, beispielsweise eine Markeneinführung oder ein kurzfristiger Schub im Verkauf. Andere Sponsoren verfolgen einen Fünf- oder Zehnjahresplan, bevor sie ihre Ziele erreichen. Bei Aberdeen Asset Management sehen wir unsere Sponsorings als Bekenntnis und nicht als kurzfristige Plakatierung eines Events mit unserem Namen. Von daher meiden wir auch einmalige Engagements. Wir sind seit 2012 Titelsponsor der Scottish Open bei den Herren und sogar bereits seit 2008 bei den Damen. In dieser Zeit haben sich beide Events zu zwei der Prestige-trächtigsten und bekanntesten Veranstaltungen auf beiden Profitouren entwickelt: Das Herrenturnier ist nun Bestandteil der European Tour Rolex Serie, das Damenturnier wird als co-sanctioned Turnier von LET und LPGA unterstützt – auf beides sind wir sehr stolz!

 

? Welche Vorteile sehen Sie darin, dass das Herrenturnier zur Rolex Serie gehört? Gibt es auch Nachteile?

 

! Die Vorteile überwiegen mögliche Nachteile bei weitem! Das Engagement von Rolex hat das Preisgeld um fast 50% auf 5,6 Mio. GBP erhöht. Dadurch haben wir noch mehr Gewicht in den Medien durch Fernsehen und digitale Medien sowie eine noch stärkere weltweite Präsenz. Wir wussten, dass die Aberdeen Asset Management Scottish Open seit langem eines der Lieblingsturniere vieler Weltklassespieler war, noch dazu wird sie in der Woche vor der Open Championship ausgetragen und bietet die Spielern die perfekte Vorbereitung auf Linksgolf für das älteste Majorturnier der Welt. Die Einführung der Rolex Serie ist nun ein weiterer Grund für die Top-Spieler dieser Welt, hier zu spielen. Dies sieht man beispielsweise an dem hervorragenden Teilnehmerfeld dieses Jahr in Dundonald Links. Die Scottish Open war das stärkste regelmäßige Event im Kalender der European Tour. Die Marke Rolex steht für Luxus und Qualität, eine Partnerschaft mit Ihnen bei unserem Event ist daher in jedem Fall positiv für die weitere Entwicklung zu sehen.

 

Für die Zukunft können wir uns vorstellen, dass künftig die Turniere der Rolex Serie stärker entzerrt werden. Dieses Jahr hatten wir die Open de France, die Irish Open, die Scottish Open und die Open Championship innerhalb eines Monats. Die Spieler benötigen auch eine Pause, so dass im Sinne eines bestmöglichen Teilnehmerfelds eine stärkere zeitliche Verteilung der Turniere sicherlich hilfreich wäre.

 

? Welche Vorteile bietet es, dass Ihr Turnier in der Vorwoche zur Open Championship stattfindet?

 

! Die Austragung der Scottish Open in der Woche vor der Open Championship bietet deutliche Vorteile – nicht zuletzt, weil dies den besten Spielern der Welt die Möglichkeit gibt, einen authentischen Linksplatz direkt vor der Open zu spielen. Sechs der letzten acht Open Champions haben in der Vorwoche bei unserem Turnier mitgespielt – nicht zuletzt Phil Mickelson, der den Claret Jack in Muirfield in der Woche nach seinem Sieg bei der Scottish Open in Caste Stuart gewann. Dieses Jahr lief es für ihn in Birkdale nicht so gut, was er darauf zurückführte, vorher nicht an der Scottish Open teilgenommen zu haben. Wir können also erwarten, dass er 2018 in Gullane wieder mit dabei sein wird.

 

Die meisten Profis spielen nicht regelmäßig auf Linksplätzen – die Möglichkeit, bei der Scottish Open auf einigen der besten Linksgolfanlagen Schottlands zu spielen, bedeutet einen großen Vorteil. Auch dieses Jahr haben sieben Spieler aus den Top 10 der Open an unserem Turnier teilgenommen, darunter Matt Kuchar. Die Fakten lügen nicht – wer also nach der bestmöglichen Vorbereitung sucht, weiß, wo er aufteen sollte.

 

? Die Aberdeen Asset Management Scottish Open wird auf wechselnden Anlagen ausgetragen. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei diesem Konzept?

 

! In der Tat, seit wir 2012 das Titelsponsoring übernommen haben, wurde das Turnier auf vier verschiedenen Anlagen im Rotationsverfahren ausgetragen. Mit dem Event 2017 bei Dundonald Links an der schottischen Westküste haben wir unsere geografische Verteilung abgeschlossen. Zuvor wurde das Turnier in Castle Stuart (Inverness), Royal Aberdeen (Aberdeenshire) und Gullane (East Lothian) ausgetragen.

 

Die Rota der Scottish Open ermöglicht es uns und unseren Partnern – dazu zählt auch VisitScotland –, die absolut besten schottischen Linksgolf-Anlagen einem stetig wachsenden weltweiten TV-Publikum zu präsentieren. Für die Zuschauer lieg der Vorteil darin, dass wir mit jedem Austragungsort jährlich wechselnde Einzugsgebiete haben. Es ist sehr angenehm und abwechslungsreich, jährlich mit unterschiedlichen Austragungsorten, Teams und Partnern zusammenzuarbeiten, um ein solche großartiges Turnier auf die Beine zu stellen. Dieses Jahr war etwas ganz Besonderes, da erstmals das Damen- und das Herrenturnier auf der gleichen Anlage ausgetragen wurden. Wir wollen dies auch in Zukunft fortführen, da es insbesondere Einsparpotenziale bei der Infrastruktur bietet. Wir streben auch an, dass unser Führungsgremium unser Bekenntnis zum schottischen Golfsport verlängert, sowohl im Damen-, als auch im Herrengolf, vom Amateur-, bis hin zum Profisport.

 

Für die Profitouren sind wechselnde Austragungsorte sicherlich eine Herausforderung, da die verschiedenen Teams sich stets an neue Austragungsorte, Lieferanten und neue Zielgruppen anpassen müssen. Aber genau dies ist auch eine sehr spannende Herausforderung. Auch bei den Spielern kommt dieses Konzept sehr gut an. Viele Profis haben uns bestätigt, wie gerne sie nach Schottland kommen und bei unserem Turnier dabei sind, um ihr Spiel auf Linksplätzen zu testen. Schottland hat eine riesige Vielfalt an Plätzen zu bieten und wir sind froh, dass wir die Möglichkeit haben, unser Turnier auf immer neuen Anlagen austragen zu können.

 

Herr Spring, wir danken Ihnen sehr herzlich für diese spannenden Einblicke.

 

Das Gespräch führte unser Autor Michael Althoff (golfmanager 04/2017).

 

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