Trendthema KI
Der aktuelle Hype rund um künstliche Intelligenz ist wohl nur mit dem Internet-Hype zwischen 1995 und 2000 zu vergleichen. Keine Tagung ohne Vortrag zu diesem Thema, kein Tag in den sozialen Medien ohne KI-generierte Posts, und auch der golfmanager befasst sich regelmäßig mit dem Thema. Sowohl das Privat- als auch das Geschäftsleben wird aktuell durch KI dominiert wie durch kaum ein anderes Thema. Fast hat man den Eindruck, dass KI ein wahrer Heilsbringer sei und man Herausforderungen aller Art mit der richtigen KI-Applikation lösen könne. Doch schon der Internet-Hype hat gezeigt: Es gibt nicht nur Gewinner rund um solche Technologie-Innovationen. Mancher mag sich an das Platzen der Dotcom-Blase im März 2000 erinnern, längst nicht alle hochgejubelten Startups und Produkte haben den Hype überdauert und den Übergang in einen geregelten Geschäftsbetrieb erfolgreich gemeistert. Investoren und nicht zuletzt Privatanleger haben seinerzeit viel Geld verloren – auch wenn die heutigen Multi-Milliardäre wie Mark Zuckerberg, Elon Musk und Jeff Bezos damals den Grundstein für ihre heutigen Vermögen gelegt haben. Doch es sind eben nur wenige Gewinner bei unzähligen Verlierern – und viele Anleger mussten sich statt satter Renditen mit dem Bonmot „Dein Geld ist nicht weg – es gehört jetzt bloß jemand anderem“ begnügen. Weltweit mehren sich die Stimmen, die bereits von einer KI-Blase sprechen und Investitionen in KI für äußerst volatil halten, hohe Verluste nicht ausgeschlossen. Damals wie heute auffällig: Während man in den USA vor allem über die schier unbegrenzten Möglichkeiten diskutiert und fast täglich neue Anwendungsbereiche und Lösungen präsentiert, beschäftigt man sich in Europa – insbesondere auf politischer Ebene – vor allem mit juristischen Fragen und möglichen Regulierungsvorschriften. Selbst Papst Leo XIV. hat seine erste Enzyklika überhaupt unter das Motto ,Magnifica humanitas – über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz‘ gestellt – und weist darauf hin, dass die Technologie zwar kein Übel sei, warnt aber auch vor möglichen Gefahren und fordert entsprechende Regulierungen. Um KI in Hinblick auf seine künftige Bedeutung einordnen zu können – schließlich erwarten Arbeitsmarktexperten eine fast schon massenhafte Vernichtung bestimmter Arbeitsplätze durch die neue Technologie – ist eine tiefergreifende Analyse erforderlich.
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