Was ist Clubhouse?

Clubhouse App: Sinnvoll für Golfclubs?

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: „Clubhouse“ ist eine neue Online-Plattform, die über eine App betreten wird. Allerdings kann man nicht wie bei sozialen Netzwerken einfach beitreten, es braucht eine exklusive Einladung, damit man teilnehmen kann. Bei Clubhouse gibt es Audio-Räume, in denen Menschen miteinander diskutieren können. Dabei sind die Themen frei, es kann grundsätzlich über alles diskutiert werden.

 

Das Besondere an Clubhouse ist die Exklusivität: Beitreten darf tatsächlich nur, wer eine Einladung erhält. Wer eingeladen wurde, darf selbst wieder Einladungen an eine begrenzte Zahl Kontakte verschicken. Weiterhin erfahren die User, wer von wem eingeladen wurde. Die App ist aktuell nur für iPhone-User verfügbar.

 

Die neue Plattform ermöglicht es Menschen,

  • sich in Echtzeit zu unterhalten,
  • Geschichten auszutauschen,
  • zusammenzuarbeiten oder
  • sich gegenseitig Ideen und Knowhow zu vermitteln.

Clubhouse für Golfclubs

Der Hype um diese App ist derzeit gigantisch, in den sozialen Netzwerken tauschen sich die Nutzer intensiv darüber aus, welche CEOs, Schauspieler etc. bei Clubhouse sind. Viele möchten ein Teil der Plattform sein, so scheint es. Aber ist das auch für Clubs sinnvoll? Oder sollte man die Zeit besser in anderen sozialen Netzwerken investieren?

 

Vorteile von Clubhouse

Hohes Diskussionsniveau

In Social-Media-Plattformen herrscht manchmal ein rauer und unangenehmer Ton. Bei Clubhouse sind kultivierte, fruchtbare Unterhaltungen eher die Regel statt der Ausnahme.

 

Wertvolle Kontakte

Spitzenunternehmer und -politiker sind bereits auf der Plattform und machen andernorts wie bei Twitter fleißig Werbung dafür. Wer eine Einladung erhalten hat, wird dort interessante Leute treffen und kann vielversprechende Kontakte zu Experten verschiedenster Fachrichtungen knüpfen.

 

Podcast-Charakter

Wer kein Freund von Video-Konferenzen ist, sich aber trotzdem an spannenden Diskussionen beteiligen möchte, für den ist Clubhouse perfekt geeignet: Die App funktioniert wie ein interaktiver Podcast: Niemand ist zu sehen, es wird rein über Audio miteinander kommuniziert. Durch virtuelles Handheben kann man im Room darauf aufmerksam machen, dass man sich äußern will.

 

Nachteile von Clubhouse

Problematische Inhalte

Wie jedes andere soziale Netzwerk hat auch Clubhouse mit rassistischen, sexistischen und anderen problematischen Inhalten zu kämpfen, und es gibt keine Möglichkeit, Des- bzw. Fehlinformationen zu melden.

 

Exklusivität auf Dauer schwer haltbar

Es ist eine mathematische Gewissheit: Kommen auf jede Einladung zwei neue Einladungen, wird Clubhouse irgendwann eine Massenplattform sein. Damit schwächt sich das Prinzip der Exklusivität bis hin zur Bedeutungslosigkeit ab und Clubhouse wird ein soziales Netzwerk unter vielen sein.

 

Strategie nicht planbar

Auch wenn es in Zukunft immer mehr Einladungen geben wird und damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man persönlich auch eine erhält, ist dieser Zeitpunkt ungewiss. Außerdem weiß niemand, wie sich das Netzwerk mit wachsender Mitgliederzahl entwickeln wird. Daher ist es jetzt noch zu früh, eine Clubhouse-Strategie bis ins Detail zu planen.

 

Datenschutz

Die Gespräche in den Rooms werden aufgezeichnet, zwar nur temporär wie Clubhouse behauptet, dennoch sollte man sich darüber im Klaren sein.

 

Fazit

Welcher Club bereits bei Clubhouse ist, sollte die Phase der Exklusivität nutzen, um an so vielen Gesprächen wie möglich teilzunehmen. Der Focus liegt dabei auf Themen, die zu dem Club passen. Die Rooms werden gezielt nach Kontakten ausgewählt, die einen Mehrwert ermöglichen. Für alle Wartenden empfiehlt es sich, den Aufwand für eine Clubhouse-Strategie zunächst niedrig zu halten. Der Hype um die Plattform wird eventuell abnehmen, bis dahin kann die App sich in alle möglichen Richtungen entwickeln – zum Positiven wie zum Negativen.

 

Trotzdem gibt es Gründe, warum Clubhouse die nächste große Social-Media-Plattform sein könnte:

  • Es bietet die Möglichkeit, sich mit Fachleuten auch außerhalb der Golfbranche zu verbinden und zu engagieren.
  • Die typischen Social-Media-Algorithmen, die dazu beitragen, dass Menschen auf anderen Plattformen Echokammern bilden, werden durch spontane Räume ersetzt, die mit Echtzeit-Chats zu einer Vielzahl von Themen gefüllt sind.
  • Der Fokus liegt auf hochwertigen Unterhaltungen und nicht auf produzierten Inhalten.

 

Vor allem aber bringt Clubhouse den Faktor in die sozialen Medien, den andere Plattformen weitgehend ignorieren: Audio. Während sich andere Plattformen auf visuelle und schriftliche Medien (wie Bildunterschriften, Bilder und Videos) konzentrieren, verlagert Clubhouse den Fokus auf ein Networking mit Experten aus anderen Branchen.

 

Wir alle kennen den Wert des Networkings und des Lernens von ExpertInnen innerhalb und außerhalb unserer eigenen Branche. Je nach der Strategie des Social-Media-Marketings des Clubs kann diese neue Applikation eine sinnvolle Ergänzung sein.

 

Autor: Peter Rücker | golfmanager 1/2021

 

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