Same procedure as last year?

Golfentwicklung weiterhin stabil

Seit Jahren ist es eigentlich die selbe Prozedur. Der DGV-Präsident betritt das Podium, eröffnet die Jahrespressekonferenz und teilt den anwesenden Medienvertretern die Bilanz des abgelaufenen Jahres in etwa so mit: „Die Zahl der Golfspieler in Deutschland ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen.“ So war es auch im Januar 2018 bei der Jahrespressekonferenz des Deutschen Golf Verbandes (DGV). Wie im Sketch „Dinner for one“ ist dieser Satz inzwischen zu einem festen Bestandteil geworden.

 

Der DGV gab auf dieser Bilanzkonferenz im Januar bekannt: Die Zahl der organisierten Golfspieler in Deutschland erreicht mit 644.943 registrierten Mitgliedschaften einen neuen Höchstwert. Das entspricht einem absoluten Zuwachs von 1.785 Aktiven. Damit verzeichnet der organisierte Golfsport seit Beginn der Aufzeichnungen 1951 im 67. Jahr in Folge ein Wachstum.

 

Es ist ein Wachstum und wir wollen den Anstieg im letzten Jahr um 0,3 Prozent (1.785 Golfer) nicht verteufeln; immerhin verzeichnen wir ja ein Plus. Und zunächst müssen wir natürlich Präsident Claus M. Kobold recht geben, wenn er sagt: „Wir sind froh darüber, dass wir auch für 2017 ein positives Golfspielerwachstum auf den Golfanlagen in Deutschland verzeichnen und die Entwicklung im Golfsport stabil halten.“ Aber ist das nicht etwas zu kurz gegriffen? Was heißt stabil?

 

Seit 2013 veröffentlichen wir regelmäßig ein Wachstum. Immer knapp um die schwarze Null. 9.846 neue Mitglieder haben unsere Clubs in diesen letzten fünf Jahren bekommen. Das sind, gut gerechnet, gerade mal 15 neue Golfer pro Club. Im abgelaufenen Jahr 2017 konnte jedes DGV-Mitglied mit 2,4 neuen Mitgliedern rechnen. Erschreckend erneut die Bruttozahlen: Insgesamt 51.293 Neugolfern stehen 49.508 Abgänge von Mitgliedern gegenüber. Ein Phänomen, das uns schon seit Jahren begleitet. Gleichzeitig ergeben Marktforschungen, dass bis zu 1,8 Millionen Deutsche, wo auch immer, dem Golfsport nachgehen.

So kokettiert der DGV mit knapp zwei Millionen Golfern in Deutschland. Wem nutzt diese Zahl etwas? Den Golfanlagen mit Sicherheit nicht! Wo also bist Du, Golfer?

 

Gestützt wird das Wachstum in 2017 vor allem durch die Altersgruppen 50+, die mit 63,7 Prozent den größten Teil der Golfer darstellen. Alleine die Gruppe der über 60-jährigen macht in Summe fast 260.000 Golfer aus, davon sind 101.413 weiblichen und 157.263 männlichen Geschlechts.

 

Im Vergleich mit der Entwicklung im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) von 2017, wird aufgezeigt, dass die Entwicklung im Golfsport trotz der schlechten Zahlen positiv zu bewerten ist. Insgesamt musste der Vereinssport einen Rückgang der Mitgliedschaften über alle Sportarten hinweg von 0,43 Prozent hinnehmen. Dazu Präsident Kobold: „Der organisierte Golfsport hat also, im Gegensatz zum allgemeinen Trend, seine Position behauptet.

Autor: Franz Josef Ungerechts | golfmanager 01/2018

 

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