Zum Wert von sportartübergreifender Vernetzung
„Genau die Golfer, die du auf dem Platz haben willst“

Im Golf Lounge Resort in Hamburg-Moorfleet pflegt Inhaber Peter Merck eine enge Verbindung mit dem Hamburger Sport. Es ist eine Win-Win-Konstellation und beste Werbung für das Spiel.
Schauplatz New Orleans, der 59. Super Bowl: Die Kansas City Chiefs wollen an diesem 9. Februar 2025 zum dritten Mal in Folge das Finale im American Football gewinnen. Doch der Titelverteidiger wird von den Philadelphia Eagles mit 22:40 förmlich demontiert. Nicht zuletzt, weil der Endspielgegner die Superstars der Chiefs in Schach hält: Quarterback Patrick Mahomes und sein eigentlich kongenialer Tight End Travis Kelce wirken an diesem Abend wie Rabbits – hektisch, ohne Plan und ständig auf der Flucht. Was hat das mit Golf zu tun? Einiges. Die beiden, die den Umgang mit dem Football-Ei normalerweise so virtuos beherrschen, sind gleichsam dem Spiel mit dem kleinen weißen Ball verfallen – wo derart dunkle Momente auf jeder Runde passieren können. Sie tauchen in der Off-Season regelmäßig auf irgendwelchen Fairways und bei Charity- oder Promi-Turnieren auf. Ihre Strahlkraft wirft Glanz ab, lässt auch den Golfsport leuchten.
Chiefs-Spielmacher Mahomes, der als Bester seiner Generation gilt, nahm sogar an zwei Ausgaben von The Match teil, das als Schau-Wettbewerb von Golf- und sonstigen Sportgrößen mehr schlecht als recht die Tradition von Shell‘s Wonderful World of Golf aus den 1960er-Jahren fortsetzt. Einmal schlug er im Duett mit Ball-Bulldozer Kelce das nicht minder ruhmreiche und golfverrückte Korbjäger-Duo Stephen Curry und Klay Thompson von den Golden State Warriors. Der Offensiv-Hüne wiederum, 1,96 Meter groß, 116-Kilogramm schwer und dennoch wendig wie ein Wiesel, hat sogar einen Kurzauftritt in der für den Sommer bei Netflix geplanten Fortsetzung des kultigen Klamauks Happy Gilmore.
Sport-Idole ziehen
Warum steht das hier so ausführlich? Weil es exemplarisch dafür ist, wie Golf durch derartige Verbindungen aus der Nische geholt und in den Fokus einer breiten Sportöffentlichkeit gerückt wird. Es posieren nicht irgendwelche Influencer im Licht der Golfsonne, sondern Ausnahmeathleten übertragen als „Homo ludens“, als spielender Mensch wie du und ich, Leidenschaft und Ehrgeiz auf ein Betätigungsfeld, um dessen Herausforderungen zwischen Tücken und Triumph jeder Golfer aus eigenem Erleben weiß.
Im deutschen Fußball nehmen wohl Harry Kane und Thomas Müller eine ähnliche Rolle ein. Die Stürmerstars von Bayern München machen als Frontrunner der zahlreichen golfenden Sportler regelmäßig auch am Schläger Schlagzeilen. Solche sportartübergreifenden Konstellationen sind beste Werbung für Golf.
Schwenk. Von New Orleans und Kansas City über München nach Hamburg. Die Elbmetropole versteht sich als Sportstadt und Active City, hat in den vergangenen Jahren 50 Millionen Euro in die Entwicklung von Möglichkeiten, Angeboten und Projekten zur sportlichen Betätigung investiert und peilt eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2040 an – gemeinsam mit Berlin, aber notfalls sogar allein. Das kommt nicht von ungefähr. Rund 70 aktuelle und künftige Olympioniken und Para-Olympioniken aus 16 Sportarten gehören zum Team Hamburg, das von der städtischen Stiftung Leistungssport getragen und gefördert wird. Die wiederum wurde 2002 von der Handelskammer Hamburg gegründet, um den Leistungssport in der Hansestadt nachhaltig zu unterstützen.
Sportartübergreifender Treffpunkt für Athleten
Und wo geben sich Ruderer, Hockeyspieler und Segler die Klinke in die Hand, gleichsam Fuß-, Hand-, Basket- und Beachvolleyballer, Kanuten, Karateka und Kite-Surfer? Im Golf Lounge Resort von Peter Merck an den Elbbrücken. Der umtriebige Unternehmer hat seine Anlage zu einem, wenn nicht dem Treffpunkt für Hamburgs Sportszene etabliert. In der Elb Lodge oder in der Almhütte, den geselligen Mittelpunkten des Ensembles, veranstalten Traditionsclubs wie der Hamburger SV oder der FC St. Pauli Mannschaftsvorstellungen, Teamabende und Saisoneröffnungs-Events. Der Deal ist: „Ihr kommt mit eurer Mannschaft und dem Team drumherum hierher und habt einen schönen Abend. Das Einzige, was ich mir erbitte, sind gute Laune und ein paar Bild-Impressionen von der Veranstaltung“, so Merck. „Die meisten Hamburger Bundesligamannschaften waren schon hier und kommen regelmäßig wieder, egal aus welcher Sportart.“
Auch das Team Hamburg trifft sich im Golf Lounge Resort. Merck lädt regelmäßig Spitzensportler zum interdisziplinären Erfahrungsaustausch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die sich sonst kaum begegnen würden. Er stellt die Räumlichkeiten, schafft Wohlfühlatmosphäre – und manchmal menschelt es gewaltig, wenn in geschlossener Gesellschaft Probleme und Befindlichkeiten auf den Tisch kommen, die im Rampenlicht ansonsten gern weggelächelt werden. Nähe und das vertrauensvolle Miteinander sind ihm wichtig. Das Golf Lounge Resort ist seit sechs Jahren einer von fünf Premium-Partnern des Team Hamburg, Merck selbst ist Mitglied im Ausschuss „Lebenswerte Stadt“ der Handelskammer, in den unter anderem der Sportausschuss aufgegangen ist. So schließen sich die Kreise. Und so geht sportartübergreifende Vernetzung. Oder wie der 58-Jährige es nennt: „Man hat damit eine gemeinsame Ebene. Das sind die Big Points.“
Sportsmanship auf der Golfanlage
Natürlich nehmen die Aktiven, die im Golf Lounge Resort ein und aus gehen, auch den Schläger in die Hand. „Das ist sagenhaft“, schwärmt Merck. „Die lernen Golf innerhalb von wenigen Tagen. Und sie sind genau die Golfer, die du auf dem Platz haben willst: Die sind schnell, die sind sportlich, die sind lustig, und sie haben Sportsmanship.“ Viele sind dem Spiel treu geblieben. „Wie viele, weiß ich gar nicht genau“, aber Mercks Favoriten sind die Seglerinnen Marla Bergmann und Hanna Wille, beide Jahrgang 2001, die bei ihrer Olympiapremiere vergangenes Jahr vor Marseille in der 49er FX-Klasse den sechsten Platz belegten. „Die haben hier mal schnell die Platzreife gemacht und kommen immer wieder mit Freunden und Familie bei uns vorbei“, sagt er über die Kommunikationskanonen, die er wegen ihrer erfrischenden und mitreißenden Art schätzt.
„All diese Leute machen mich schlau, weil ich dadurch über den Tellerrand des Golf-Business schauen kann. Und sie tragen unseren Sport nach draußen, wo andere das vielleicht genauso cool finden“, verdeutlicht Merck, der dem Sport seit vielen Jahren verbunden ist: als Mitglied des Kuratoriums Deutsche Sporthilfe und des Stiftungsrats der Alexander Otto Sportstiftung (Hamburg) beispielsweise. „Ich sage den Aktiven immer wieder: Ihr seid Helden und Vorbilder, zudem mit Resilienz und Tatendrang ausgestattet. So viele von euch waren schon am Boden und sind wieder aufgestanden. Ihr seid geradezu prädestiniert, davon in Unternehmen zu erzählen. Es braucht solche Charaktere wie euch, die Resilienz und Einsatzbereitschaft vorleben und vermitteln.“
Die Vision: Golf in die City
Der gelernte Bankkaufmann mit Studium der Wirtschaftsinformatik und einem Uni-Abschluss in Tourismusmanagement könnte diese Botschaften auch persönlich überbringen. „Ich bin hier im Golf Lounge Resort zwar kein Einzelkämpfer wie viele Sportler, aber ich trage die Verantwortung und treffe die letzte Entscheidung – ganz gleich, ob für mich oder im Unternehmen, für das ich hafte. Wenn hier was schief geht, bin ich schuld, bin ich derjenige, der es letztlich verbockt hat“, erklärt Merck, der sich Anfang der 2000er-Jahre während seiner Zeit als Projektleiter bei der Deutschen Golf Sport GmbH gefragt hat: „Warum spielen so wenig Leute Golf? Und dann bin ich natürlich mit unternehmerischer Intention rangegangen und habe überlegt, wie man aus dem Sport noch mehr rausholen und neue Zielgruppen aktivieren kann. So entstand die Idee, Golf in die City zu bringen.“ Aus dem innerstädtischen Konzept, das mit der Golf Lounge Hamburg in Rothenburgsort begonnen hat, ist in Moorfleet seit April 2022 ein Erfolgsmodell mit 250 Events und über 20.000 Besuchern jährlich geworden. Da lassen sich ein paar Abende für den Sport bequem unterbringen.
Es geht dem Wahl-Hamburger ohnehin nicht um den schieren Nutzen. Es ist vielmehr eine Win-Win-Situation für die Athleten wie für Mercks Anlage. Das fängt bei den eigenen Mitarbeitern an. „Ich möchte die Menschen in meinem Umfeld ermutigen, Verantwortung und Eigendynamik zu leben“, erklärt Merck. „Ich liebe es, wenn Leute sagen: Ich mache! Unternehmer zu sein bedeutet für mich, etwas zu unternehmen, und ich möchte Macher animieren. Klar, es kann nicht alles klappen. Fehler gehören dazu und macht jeder. Aber am Ende soll man sagen können, ich habe etwas unternommen, ich habe ein Ergebnis.“ Eine Balance zwischen mutiger Innovation und zurückhaltender Bescheidenheit ist für ihn dabei die große Herausforderung. Und: „Ohne mein Führungsteam würde das alles nicht klappen – Teamplay ist gefragt.“
Merck lebt in Moorfleet seinen Traum. „Und ich möchte ebenso, dass andere ihre Leidenschaft finden; möchte dabei gern unterstützen und helfen.“ Das ist ihm eine Herzensangelegenheit. Deswegen wird es für das Team Hamburg auf lange Zeit weitergehen mit dem Engagement der Golf Lounge. Den entsprechenden Vertrag hat Merck gerade um ein paar weitere Jahre verlängert. Für ihn ist das ein perfect match: „Ich glaube nach wie vor, dass wir eines der coolsten Produkte haben, die es im Sport gibt. Egal, welcher Sportler hier war: Niemand hat je gesagt, Golf kann ich nicht machen, ist zu gefährlich, bin ich zu alt, zu jung oder irgendwas. Alles kein Argument. Jeder findet: Mega, als Ausgleich einfach ideal.“
Da sind die Deutschen dann manchmal doch weiter als die Sportszene in Amerika. Patrick Mahomes hin, Travis Kelce her: Ihr Gegenüber im Super Bowl, Philadelphias Champion-Quarterback Jalen Hurts, hatte im vergangenen Herbst die Möglichkeit, eine Runde mit Barack Obama zu spielen. Doch im Gegensatz zu Rekord-Running-Back Saquon Barkley musste er dem ehemaligen US-Präsidenten einen Korb geben – wegen einer Klausel in seinem 255-Millionen-Dollar-Vertrag, die Golf ausdrücklich verbietet, warum auch immer. Alle Welt wunderte sich, und der Umstand wie das Unverständnis machten selbstredend Schlagzeilen. Freilich, das war wieder beste Werbung: Für den Wert des Spiels und damit für Golf.
Autor: Michael F. Basche | golfmanager 1/25










