Golf wie auf der Skipiste
Schwarz, Rot, Blau
Wenige Minuten von der Hafencity in Hamburg entfernt, kurz hinter den Elbbrücken, gibt es seit 2022 eine schwarze, eine rote und eine blaue Piste. Was sich wie Skifahren im norddeutschen Flachland liest, ist das golferische Konzept von Peter Merck für sein Golf Lounge Resort im Stadtteil Moorfleet: Spielen, Üben und Freizeiterlebnis verbinden, Events ermöglichen, einen hohen Incentive-Wert haben. Oder anders: „Wie verbinde ich innovative Ideen mit einem Platz, der golftechnisch mehr kann?“, umschreibt Merck die selbst formulierte Aufgabenstellung: „Wir sind City und können uns nicht mit Anlagen wie den Green Eagle Golf Courses oder dem Hamburger Golf-Club Falkenstein vergleichen. Also machen wir es kurz und knackig und konzentrieren uns auf den unkomplizierten Einstieg in die Golfwelt.“
Gesagt, getan: Nach der Übernahme der 9-Löcher-Anlage im Jahr 2020 sanierte und revitalisierte Merck mit seiner Crew Bauten und Bahnen, richtete mit Unterstützung von Architekt und Ursprungsplaner Rainer Preißmann (Deutsche Golf Holding/Essen) das Layout neu und die Blickachsen aufs Naturschutzgebiet im Nordwesten aus, packte Damen und Herren auf eine Teebox („Unsere Bahnen sind maximal 350 Meter lang“) und implementierte die Skipisten-Kategorien. Wo in einem Skigebiet bei „Schwarz“ zumeist extremes Gefälle und Buckel die alpinen Aktiven fordern, liegt in Moorfleet eine Menge Rough zwischen (Kunstrasen-)Abschlägen und gefällig ondulierten Fairways, die „carry“ zu überwinden sind. Eine weitere Schwierigkeit stellen die kleinen Grüns in mittlerweile exzellentem Zustand und mit interessanten Slopes dar, die akkurate Annäherungen erfordern.
Merck: „Wer vom Tee keine 80 Meter geradeaus schlagen kann, für den ist Schwarz nichts. Du brauchst einen guten Transportschlag über 120, 130 Meter auf die Landezonen der Fairways. Dort fängt für einen guten Golfer der Spaß erst richtig an, denn die nächsten 80 bis 100 Meter müssen sitzen!“
Dicke Hölzer benötigt man allerdings auch nicht, denn 160 Meter nach dem Abschlag wartet wieder Rough – „und das ist bei uns nicht knöchel-, sondern kniehoch“, betont der Hausherr. „Wer mit dem Driver ein Grün angreifen wollte, der müsste schon 240 Meter zuwege bringen. Das überlegst du dir drei Mal.“ Deswegen hat er auch keine Verbotsschilder aufgestellt: „Der Platz ist für fortgeschrittene Golfer ausgerichtet und schluckt alles, was nach rechts und links unkontrolliert verzogen wird. Ein leichtes Pencil-Bag mit wenigen Schlägern reicht völlig aus. Damit lässt sich wunderbar trainieren, und in anderthalb Stunden ist man durch.“ Alle Tee-Boxen werden gleichermaßen von Männern und Frauen genutzt – „das beschleunigt das Spiel enorm und hat den schönen Nebeneffekt, dass die zielgenaueren Frauen sehr oft die Männer übertrumpfen“, fügt Merck an.
Wenn es etwas einfacher sein soll oder muss, empfiehlt sich der rote Anfängerkurs. Sechs Löcher mit Abschlägen und Grüns aus Kunstrasen sind für Neugolfer ausgelegt. Die Fairways sind breit, ohne Rough und maximal 200 Meter lang. Es gilt, den Ball einigermaßen in die Luft und auf die Puttfläche zu bringen – ideal für Platzreife-Absolventen und Familien, um unkompliziert das Golfspiel zu erlernen.
Als blaue Piste schließlich fungiert eine Art Minigolf-Parcours mit Himalaya-Charakter am Clubhaus namens Elb Lodge. Die neun Bahnen sind wirklich für jedermann geeignet – und ideal für Einsteiger ohne Vorkenntnisse. Außerdem stehen von der Terrasse drei rote Bahnen als Dreieck-Runde und spielerische Ergänzung für Veranstaltungen zur Verfügung.
So ist das Golf Lounge Resort zu einer ziemlich einmaligen Symbiose von Golfanlage und Freizeit-Location gewachsen, die trotz traditionellen Spielbetriebs mit entsprechenden Angeboten auch bisher golfferne Zielgruppen ansprechen soll. Die Elb Lodge samt umlaufender Veranda, die großzügige Eventfläche auf der Range mit Trackman-Technologie, die Almhütte im schwarzen Kurs und das Sternenzelt am roten Platz bieten Spielraum für mannigfaltige Veranstaltungen – von Hochzeiten und Firmen-Events über Live-Konzerte und Operndarbietungen bis zum Oldtimer-Event oder einem Bauernmarkt mit den Landwirten aus der Umgebung. 250 Events mit über 20.000 Besuchern gehen mittlerweile jährlich im Golf Lounge Resort über die Bühne. „Was wir hier machen, ist maßgeschneidert für die Stadt“, sagt Merck. „Wir öffnen unsere Flächen für Freizeitaktivitäten in der Natur und verbinden damit Golf und die Stadt. Die Menschen kommen hierher in die Natur, weil sie sich willkommen fühlen und für jeden etwas dabei ist.“


