Luxus-Golf in der Karibik neu gedacht
Cabot Saint Lucia – neue Maßstäbe für Privatclubs
Was in Nova Scotia mit Cabot Cape Breton einst als regionales Projekt begann, hat sich zu einer globalen Luxusmarke im Golfsport entwickelt. Auch in Europa ist das Unternehmen mit Cabot Highlands, Cabot Bordeaux und Lofoten Links etabliert. Alle Cabot-Standorte vereint ein klarer Qualitätsfokus in Kombination mit außergewöhnlichen Golfplätzen – und die Ausrichtung als Community anstelle eines klassischen Resorts. Ende 2023 hat das Unternehmen sein erstes Projekt in der Karibik eingeweiht: Cabot Saint Lucia in Gros Islet auf der Karibikinsel Saint Lucia mit dem dazugehörigen Point Hardy Golf Club.
Anders als bei seinen bisherigen Anlagen, die mehrheitlich als Pay & Play sowohl für Übernachtungsgäste als auch externe Spieler ausgerichtet sind, wählte das kanadische Unternehmen nun erstmals das Modell des privaten Golfclubs in Kombination mit einer Home Owners Association (HOA). Für den 18-Löcher-Championship-Golfplatz zeichnet erneut das kongeniale Duo Bill Coore und Ben Crenshaw verantwortlich, deren Platz sich perfekt an die von der Natur vorgegebene Topographie anpasst und sich binnen kürzester Zeit in den Top 100-Golfanlagen weltweit etablierte.
Exklusives Wohnen am Ozean
Die Anlage an der Nordspitze Saint Lucias umfasst eine über 150 Hektar große Halbinsel. Dort entstehen aktuell über 250 luxuriöse Wohnobjekte unterschiedlicher Größe. Für die Planung kooperierte Cabot mit Studio RHE und Hart Howerton. Die Villen bieten eine Fläche zwischen 324 und 582 Quadratmetern, die Preise reichen je nach Größe und Ausführung von 2 Millionen USD bis über 9,5 Millionen USD. Anders als bei vielen Resorts werden die Wohnobjekte nicht direkt entlang der Fairways in Reihe gebaut, sondern sind als Einzeleinheiten weitläufig über das Gelände verteilt. Neben Golf umfasst das Angebot einen luxuriösen Beachclub, ein Spa, einen Pool direkt am Meer sowie ein Sportzentrum mit Tennis und weiteren Angeboten. Die in der ersten Verkaufsphase angebotenen Ocean Villas sind bereits komplett ausverkauft, aktuell stehen noch einige Villen aus Phase 2 zum Verkauf. Für die Nutzung der HOA-Einrichtungen wird ein Jahresbeitrag auf Selbstkostenbasis erhoben, der aktuellen Schätzungen zufolge im unteren fünfstelligen Bereich liegen soll.
Spektakuläres Golf mit Privatclub-Charakter
Die größte Aufmerksamkeit erfährt aktuell der Championship-Golfplatz, der sicherlich zu den spektakulärsten Anlagen der Welt zählt. Der Par 71-Platz mit einer Maximallänge von rund 6.000 Metern führt Golfer sowohl ins Hinterland, insbesondere aber entlang der rauen Küste. Typisch für Coore-Crenshaw sind breite Fairways, so dass man auch bei weniger präzisen Schlägen eine gute Chance hat, seinen Ball wiederzufinden. Die in zwei Schleifen mit neun Bahnen angelegte Runde führt jeweils mit der ersten Bahn bergauf, bevor das Routing langsam wieder Richtung Meereshöhe zurückführt.
Natürlich kommt die bekannte Cabot-Hospitality auf der Runde ebenfalls zum Ausdruck. Neben dem obligatorischen Cabot-Cookie vor Rundenbeginn warten zwei Comfort-Stations auf die Golfer, an denen es nicht nur kleine Mahlzeiten, sondern eigens kreierte Mock- und Cocktails sowie andere Getränke gibt. Besonders die erste Station nach Bahn 4 begeistert zudem mit einer grandiosen Aussicht auf die Spielbahnen 5 bis 8, hier könnte man getrost den Sonnenuntergang abwarten, warteten nicht noch unvergleichliche Spielbahnen auf die Golfer. Teil des Konzepts ist ein Caddie-Service, zudem zählen modernste Carts mit GPS zum Standard.
Der Star ist jedoch der Platz selbst – vor allem mit seinen zahlreichen Bahnen direkt am Meer. Auf den Front Nine erreicht man diese mit dem sechsten Grün, bevor man an Bahn 7 auf einen kleinen Felsvorsprung als Par 3 hinausspielt und – vom hintersten Abschlag – dann über den Ozean und eine kleine Bucht hinweg das achte Fairway anspielt. Auch Bahn 9 führt am Wasser entlang.
Auf den Back Nine hat man inzwischen für das Par 4 an Bahn 10 ein zweites Grün angelegt, da das Original-Grün an einem steil bergauf führenden Hang liegt. Auch wenn die Bahnen im Inland auf der gesamten Runde höchsten Ansprüchen genügen: in Erinnerung bleiben besonders die Bahnen am Meer.
So darf man getrost sagen, dass die letzten fünf Bahnen zu den weltweit besten Schlussbahnen zählen. Nach der längsten und zugleich schwierigsten Bahn, dem Par 5 an Bahn 14, folgen die durch unzählige Fotos inzwischen weltberühmten Bahnen 15 bis 18. Diese beinhalten einen Teeshot über Wasser auf ein höher gelegenes Fairway (Bahn 15) und ein Par 3 auf ein Halbinselgrün mitten im Ozean (Bahn 16), bei dem die Entwickler auf dem Weg vom Tee zum Grün gleich noch einen kleinen Privatstrand, Secret Beach genannt, samt kleiner Bar integriert haben – wer mag, kann hier einen Stop einlegen, quasi die heimliche dritte Comfort Station. Um den hinteren Abschlag des Par 3s an Bahn 17 zu erreichen, benötigt man fast schon Kletterkünste, kann dann aber – erneut komplett über Wasser – das hoch gelegene Grün einsehen; die vorderen Abschläge sind hingegen deutlich unterhalb des Grüns gelegen und fordern einen blinden Teeshot bergauf zur Fahne. Auch die Schlussbahn, ein weiteres Par 5, bringt nochmals ein vom Ozean gesäumtes Fairway und Grün, bevor man nach der Runde direkt hinter dem Grün mit einem Welcome Back-Drink begrüßt wird.
Wie die meisten Villen war im Mai 2026 das Clubhouse noch im Bau, ein umgebauter Container direkt neben der Range fungiert aktuell als Rezeption und Pro-Shop – direkt davor werden die Gäste morgens mit frischem Kaffee und anderen Getränken begrüßt.
Mit diesem Konzept ist es der Cabot-Group einmal mehr gelungen, einen klassischen Bucket-List-Platz zu schaffen. Doch wie eingangs dargestellt: Es handelt sich um einen exklusiven Privatclub, der in einer Reihe mit Anlagen wie Tara Iti, Les Bordes oder Cypress Point steht. Spielen können ihn daher nur Mitglieder und deren Gäste. Die Mitgliedschaft im Point Hardy Golf Club ist zusätzlich zur HOA-Mitgliedschaft abzuschließen, auch hier ist mit Beiträgen in fünfstelliger Höhe pro Jahr zu rechnen.
Neues Betriebsmodell mit Signalwirkung
Mit Cabot Saint Lucia folgt die Cabot Group ihren bewährten Grundsätzen, betritt beim Betriebsmodell mit HOA und sehr privatem Golfclub jedoch Neuland. „Wir sind davon überzeugt, dass Cabot Saint Lucia zu einem der weltweit begehrtesten Golfreiseziele werden könnte“, so Ben Cowan-Dewar, Gründer und Executive Chairman von Cabot. Wer Gelegenheit hatte, das High-End-Produkt zu erleben, wird dieser Einschätzung uneingeschränkt zustimmen, zumal der bisherige Erfolg zeigt, dass man mit dem richtigen Konzept durch Qualität und Exklusivität Preise im Markt etablieren kann, die gerade im deutschen Markt unerreicht sind.
Autor: Michael Althoff | golfmanager 3/26




