US-Unternehmen erstmals in Deutschland aktiv

Das US-amerikanische Unternehmen Troon, nach eigenen Aussagen Marktführer in den Bereichen Golfanlagen-Management, -Entwicklung und -Marketing, wird in 2016 erstmals auf dem deutschen Markt aktiv. Ausgehend vom Heimatmarkt USA, in dem das Unternehmen in über 30 Bundesstaaten Golf-anlagen managt – darunter zahlreiche von der US-PGA-Tour bekannte Austragungsorte renommierter Profiturniere –, baute das Unternehmen in den vergangenen Jahren seine internationalen Aktivitäten kontinuierlich aus. Auf nahezu allen Kontinenten werden Golfanlagen von Troon betrieben, in zahlreichen europäischen Ländern vertrauen Anlagenbesitzer auf das Golfmarkt-Know-how der US-Amerikaner. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die Präsenz sehr stark. Während Troon International seit Jahren in nahezu allen wichtigen europäischen Golfmärkten aktiv ist, stellte Deutschland bisher einen weißen Fleck auf der Landkarte dar.

In 2016 kommt Troon nun erstmals nach Deutschland. Der Golfclub Pfalz bei Neustadt an der Weinstraße hat sich entschlossen, gemeinsam mit Troon die Weiterentwicklung der Anlage anzugehen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Qualität der Anlage und insbesondere den Platzstandard kontinuierlich weiter zu verbessern. Basis hierbei ist die Strategie des Clubs: Das Umfeld im Raum Rhein-Main-Neckar--Pfalz ist durch eine hohe Clubdichte geprägt, die meisten Clubs werden jedoch von Betreibergesellschaften gemanagt. „Wir wollen uns auch in Zukunft als Mitgliederclub positionieren und Golfer der Region über einen noch höheren Platzstandard gewinnen“, erläutert Michael Löffler, Präsident des Golfclubs Pfalz. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Feinheiten und Details der Platzpflege, ein größerer Umbau der Anlage sei nicht geplant, erläutert Löffler im Gespräch. Man habe aber festgestellt, dass ein international erfahrener und renommierter Partner wie Troon mit seinem Know-how wertvolle Hilfestellung bei der Weiterentwicklung der Platz- und Pflegestandards leisten könne, die dann gemeinsam mit dem lokalen Greenkeeping umgesetzt würden.

Der Kontakt zu Troon erfolgte über Vorstandsmitglieder des Clubs, die in ihren Urlauben mehrfach von Troon betreute Golf-anlagen gespielt hatten und sich von der Qualität und dem Pflegezustand der Plätze begeistert zeigten. Zudem stellte man schnell fest, dass sowohl der Golfclub Pfalz als auch Troon die Qualität der Golfanlage in den Fokus ihrer Aktivitäten stellen. Gestützt durch ein Votum ihrer Mitglieder zur Umsetzung einer Qualitätsstrategie hat der Vorstand Kontakt zur Troon-Gruppe aufgenommen und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausgelotet. „Unser Club legt weiterhin viel Wert auf ein gutes Clubleben. Die Mehrzahl unserer Neumitglieder sind erfahrene Golfer, für sie steht die Qualität der Golfanlage im Vordergrund“, beschreibt Löffler die Zielsetzung der Zusammenarbeit. Damit wolle sich der Club auch bewusst von den Konzepten anderer Clubs der Region, insbesondere der von Betreibergesellschaften betriebenen Anlagen, abheben. „Als Mitgliederclub möchten wir unseren Mitgliedern, aber auch allen Greenfeespielern ein höchstmögliches Golferlebnis bieten – vom Clubsekretariat über den Platz bis hin zum Restaurant. Nur so können wir im zunehmenden Wettbewerb um Golfer eine Alleinstellung im regionalen Markt erzielen“, fasst Löffler die Clubstrategie zusammen.

Auch bei Troon wertet man den ersten Schritt auf den deutschen Markt als großen Erfolg. „Wir freuen uns sehr, mit dem Golfclub Pfalz mit einem Club zusammenzuarbeiten, bei dem das Golferlebnis für die Mitglieder an vorderster Stelle steht“, erläutert Bruce Glasco, Chief Operating Officer und Managing Director der Troon International Division. Damit hat Glasco seine Ankündigung aus dem Interview mit dem golfmanager 4/2014, in die Tat umgesetzt, den deutschen Markt aktiv angehen zu wollen. Das Management des Golfclubs Pfalz bleibt jedoch weiterhin in Eigenregie, hier ist derzeit keine Zusammenarbeit mit Troon geplant. Das Greenkeeping-Team des Clubs und die Experten von Troon unter der Leitung von Simon Doyle, Troons Europadirektor für Agronomie, werden schrittweise Maßnahmen erarbeiten und umsetzen. Schwerpunkte der Arbeit sollen unter anderem die Verbesserung der Ganzjahres-Bespielbarkeit und eine Verbesserung des Bodens auf der gesamten Anlage sein.

Die Zusammenarbeit ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt. „Wir freuen uns auf diesen nächsten Schritt in der Weiterentwicklung unseres Clubs und die damit verbundenen Verbesserungen für unsere Golfer“, so Axel Rohr, Platzvorstand des Clubs. Die ersten Projektmeetings beider Teams haben inzwischen begonnen, derzeit werde ein genauer Fahrplan zur Definition und Umsetzung der einzelnen Maßnahmen erarbeitet, definiert Löffler den aktuellen Projektstatus. Denn schließlich sollen die Mitglieder und Gäste schnellstmöglich von der Verbesserung auf Basis dieser neuen Partnerschaft profitieren.

Man darf gespannt sein, ob dieses erste Projekt den Startschuss für ein umfangreicheres Engagement von Troon auf dem deutschen Markt bedeutet – auch die Übernahme des Clubmanagements steht weiterhin auf der Agenda des Unternehmens, sofern die Voraussetzungen stimmen. In einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld dürfte vielleicht mancher Club die Möglichkeiten einer Partnerschaft mit international ausgerichteten Partnern in Betracht ziehen. Die Ergebnisse und Erfahrungen des Golfclubs Pfalz in der Zusammenarbeit mit Troon werden in der deutschen Golfszene mit Sicherheit mit Interesse verfolgt werden.

Autor: Michael Althoff

Soll weiterhin ein „Mitgliederclub“ bleiben – Club- und Golferlebnis stehen im Mittelpunkt der Clubstrategie beim Golfclub Pfalz.
Ziel der Zusammenarbeit ist die Verbesserung des jetzt schon hohen Platzstandards, das Management bleibt vorerst in Eigenregie.
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