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Schnuppermitgliedschaft gewinnt an Bedeutung

Im April 2016 hat der Deutsche Golf Verband (DGV) in Zusammenarbeit mit der Institut für Handelsforschung GmbH das DGV Frühjahrs-Golfbarometer durchgeführt. Hierzu wurden alle Mitglieder des DGV mit Spielbetrieb zur Teilnahme an einer Online- Befragung eingeladen. In der Auswertung wurden anschließend alle Golfclubs und -anlagenbetreiber berücksichtigt, deren Anlage mindestens eine Saison in Betrieb ist. Das Golfbarometer wird seit 2005 durchgeführt und hat das Ziel, die aktuelle Stimmungslage unter den Golfanlagen sowohl zum Beginn als auch zum Ende der Saison zu erfassen. An der aktuellen Erhebung beteiligten sich 174 Golfclubs/-anlagenbetreiber. Erstmals erhalten alle Teilnehmer des DGV-Golfbarometers exklusiv eine grafische Detailauswertung der Ergebnisse nach diversen Gruppierungen (Kaufkraft, Alter, Lage, etc.).

Bewertung der wirtschaftlichen Lage zeigt sich abermals erholt
Der Frühjahrswert der wirtschaftlichen Lage auf den Golfanlagen erhöht sich nach dem Tiefstand im Herbst 2013 zum dritten Mal in Folge und erreicht einen aktuellen Indexwert in Höhe von +29,4. Unterteilt man die Golfanlagen nach ihrem Alter, zeigt sich, dass jüngere Anlagen mit einem Indexwert von +24,1 die wirtschaftliche Lage deutlich schlechter bewerten, als Anlagen, die bereits vor 1980 gegründet wurden (+35,2).Die Befragung im Rahmen des aktuellen Golfbarometers zeigt weiterhin, dass die Geschäftserwartung an die aktuelle Saison nach dem Rückgang im letzten Jahr nun wieder steigt. Lag der Saldo im Frühjahr 2014 noch bei +17,4, so steigt er bei der aktuellen Umfrage auf +22,4 an. Hier zeigt eine Clusterung hinsichtlich der Kaufkraft, dass Anlagen in Gebieten mit hoher Kaufkraft pessimistischer in die Saison gehen, als Anlagen in Gebieten mit geringerer Kaufkraft.

Weiter steigende Mitgliederzahlen werden erwartet
Ebenso wurde ermittelt, wie die Mitgliederentwicklung für die anstehende Saison eingeschätzt wird. Hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der Bewertung der wirtschaftlichen Lage. Nach einem Tiefpunkt im Jahr 2013 (Indexwert: +29,0), erreicht der Saldowert in diesem Jahr mit +38,9 ein Vier- Jahres-Hoch. Werden die Anlagen gemäß ihrem Alter gruppiert, zeigt sich, dass die Einschätzung mit dem Alter der Anlage sinkt: Je älter die Anlage, desto pessimistischer ist die Erwartung an die Mitgliederentwicklung.

Schnuppermitgliedschaften werden als Trend im nächsten Jahr erwartet
Bei der Erhebung der angebotenen Mitgliedschaftsformen zeigt sich ein ähnliches Bild wie in den letzten Jahren: Vollmitgliedschaften und Jahresmitgliedschaften sind weiterhin die am meisten angebotenen Mitgliedschaftsformen. Greenfee- und Werktags-Mitgliedschaften spielen weiterhin bei weniger als jedem Zehnten eine Rolle. Neben dem Angebot wird auch die erwartete Nutzung der einzelnen Mitgliedschaftsformen erfragt. Hier machen Schnuppermitgliedschaften den größten Sprung und werden voraussichtlich von mehr als 50% der Golfer im nächsten Jahr genutzt.

Möglichkeit zur monatlichen Zahlung von Jahresbeiträgen fällt deutlich ab
Die Möglichkeit zur monatlichen Zahlung der Jahresbeiträge gehörte ebenso wie die Abschaffung der Einmalentgelte zu einem Maßnahmenbündel zur Akquirierung neuer Zielgruppen im Golfsport. Die Frühjahrserhebung 2016 zeigt, dass nach einem Höchstwert in 2015 (+74,3) in diesem Jahr nur noch 61,5% der befragten Anlagen eine monatliche Zahlung anbieten.

Einnahmesteigerungen nicht in allen Bereich erwartet
Die Umfrage zeigt, dass wiederum höhere Einnahmen im Bereich der Greenfees (+20,7) und Mitgliedsbeiträge/ Spielgebühren (+28,2) erwartet werden. Bei den Einmalentgelten wird weiterhin von einem Rückgang ausgegangen, jedoch sinkt hier die Teilnehmerzahl, welche von geringeren Einnahmen ausgeht.

Summary
Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die Mehrheit der Anlagen mit positiven Erwartungen in die neue Golfsaison startet. Dies zeigen die Werte bei der Bewertung der wirtschaftlichen Lage, der Mitgliederentwicklung und der Geschäftserwartung. Gerade jüngere Anlagen versuchen, durch verschiedenste Maßnahmen neue Mitglieder zu akquirieren, so sind Einmalentgelte bei der Aufnahme weiterhin auf dem Rückzug. Im Schnitt wird weiter von steigenden Preisen ausgegangen. Einzig im Bereich der Einmalentgelte liegt ein negativer Indexwert vor. In allen Bereichen wird zudem von einem Anstieg der Kosten im nächsten Jahr ausgegangen. Im Bereich Sachkosten Platz/Driving Range erwartet die Hälfte der deutschen Golfanlagen steigende Kosten. In den Bereichen Personalkosten, Sachkosten Verwaltung und Pachten jedoch gehen weniger Golfanlagen von steigenden Kosten als im Vergleich zum Vorjahr aus.

Autor: Alexander Mörsheim 

Für weitere Informationen rund um das DGV-Golfbarometer
wenden Sie sich bitte an den

DGV, Ralf Berlin, Tel.: 0611-99020-103 oder an das
Institut für Handelsforschung Alexander Mörsheim Tel.: 02 21-9 43 60 37-30.

Abb. 1: Bewertung der wirtschaftlichen Lage 2005 – 2016
Abb. 2: Erwartung an die Mitgliederentwicklung 2006 – 2016
Abb. 3: Voraussichtliche Mitgliedschaftsformen 2016
Abb. 4 Monatliche Zahlung der Jahresbeiträge 2006 – 2016
Abb. 5: Erwartete Einnahmenentwicklung 2006 – 2016
Alexander Mörsheim, Projektmanager, IFH Institut für Handelsforschung, Köln, E-Mail: a.moersheim@ifhkoeln.de, www.ifhkoeln.de
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