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Probleme bei der Personalsuche

Auf der diesjährigen Frühjahrsfortbildung in Fulda stand ein Thema auf der Agenda, das primär nicht zu den Kerntätigkeiten der Greenkeeper gehört, jedoch aufgrund der großen Resonanz offensichtlich einen Nerv getroffen hat: Stellenbeschreibung, Personalauswahl und Personaleinführung im Greenkeeping. Neben der Systematik zum Thema Personalsuche war auch ein großer Praxisteil dabei: Wie macht es ein Kollege, wenn er neue Mitarbeiter in das Team integrieren muss.

Die offene Diskussion im Anschluss zeigte klar auf, wie viele Wege beschritten werden, wie viele Philosophien vertreten sind und wie uneinheitlich doch in der ganzen Republik Information und Verfahrensweisen sind.

Zusammenfassung:

  • Zuständigkeiten im Personalwesen der Clubs sind nicht klar geregelt.
  • Head-Greenkeeper planen für sich selbst.
  • Arbeitsverträge sind teilweise alt und uneinheitlich (aufgrund langer Betriebszugehörigkeit und wechselnder Präsidien).
  • Nachwuchsprobleme – je nach Region – durch winterseitige Ausstellung.
  • Nachwuchsprobleme durch seltene Ausbildung als Greenkeeper; Quereinsteiger sind in der Überzahl.

Es wird deutlich, dass die Head-Greenkeeper in vielerlei Hinsicht im Management- Gefüge eines Golfclubs außen vor sind. Dabei wäre die Einbeziehung ihres Fachwissens und ihrer Erfahrung insbesondere auch bei der Besetzung neuer Stellen im Greenkeeping unabdingbar.

Strukturen schaffen

  • Festlegen, wer der/die Verantwortliche für das Personal im Club ist
  • Stellenbeschreibungen ausfertigen mit eindeutigen Qualifikationskriterien, Aufgabenbeschreibung und Über- und Unterstellungen
  • Basis-Stellenanzeige entwerfen
  • Verträge auf den neuesten Stand bringen und vereinheitlichen (Unbedingt beachten: Der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz gebietet dem Arbeitgeber, der Teilen seiner Arbeitnehmer freiwillig nach einem bestimmten erkennbaren generalisierenden Prinzip Leistungen gewährt, Gruppen von Arbeitnehmern, die sich in gleicher oder vergleichbarer Lage befinden, gleich zu behandeln (BAG v. 21.5.2014 - 4 AZR 50/13). Arbeitnehmer sind in vergleichbarer Lage, wenn sie identische oder gleichartige Tätigkeiten ausüben.)

Rekrutierungsprozess vereinheitlichen

  • Erfolgversprechende Medien identifizieren
  • Ggf. mit Arbeitsagentur zusammenarbeiten
  • Erteilung von Auskünften klar zuordnen
  • Erstgespräch nur mit kleinem Team durchführen
  • Nächste Schritte im Prozess klar kommunizieren


Einarbeitung gut vorbereiten

  • Team informieren
  • Erste Tage/Wochen sinnvoll planen
  • Möglichst große Bandbreite an Informationen zuteil werden lassen
  • Rituale finden


Fordern und Fördern – sinnvolle Personalentwicklung

  • Potenziale erkennen und fördern
  • Fachschulungen ermöglichen
  • Teambildung optimieren


Personalfreisetzung

  • Trennungsprozesse professionalisieren
  • Rechtliche Grundlagen sicherstellen
  • Professionelle Übergabe durchführen
  • Respektvolle Abschiedskultur pflegen


In all diesen Punkten sollte der Head-Greenkeeper zwingend involviert sein, sofern es um die Suche von neuen Mitarbeitern im Greenkeeping geht.

Denn dann, bei der Einarbeitung des/der Neuen hat er eine tragende Rolle: An ihm liegt es, wie gut ein neuer Mitarbeiter in einem bestehenden Team Fuß fasst. Wie geht das am besten? Zunächst sollte es eine ausführliche Vorstellungsrunde zwischen „Alten“ und „Neuen“ geben. Binden Sie den neuen Mitarbeiter sofort in Ihre Rituale mit ein und geben sie ihm ein „Zugehörigkeitsgefühl“. Natürlich muss er lernen, vor allem, wenn er als Seiteneinsteiger in das Team kommt.

Bilden Sie dazu Tandems und wechseln Sie diese durch. Nutzen Sie die Erfahrung Ihrer bestehenden Mannschaft, auch deren Menschenkenntnis, und lassen den Neuen gemeinsam mit den anderen Kollegen seinen Job immer besser meistern. Neben den Tricks und Kniffen lernen sich die Teammitglieder durch die enge, direkte Zusammenarbeit besser kennen. Seien Sie immer da, wenn es Dinge zu klären gibt, ob fachliche Fragen oder Zwischenmenschliches.

kann zu Beginn viel Zeit in Anspruch nehmen, aber auf langfristige Sicht lohnt sich dieser Einsatz. Und achten Sie darauf, dass das Team im Golfclub nicht nur aus Greenkeeping besteht, sondern auch aus der Verwaltung und den Vorständen des Vereins. Stellen Sie sicher, dass ab und zu gemeinsame Aktivitäten eingeplant werden.

Egal wie Ihre persönliche Philosophie in diesen Dingen ist, versuchen Sie, diese möglichst in eine übergeordnete Personalstruktur des gesamten Golfclubs mit zu integrieren und gemeinsam daraus etwas richtig Gutes zu gestalten – viel Erfolg dabei!


Autorin: 
Eva Zitzler Clubmanagerin im Golfclub Abenberg e.V.
Davor war sie geschäftsführende Gesellschafterin einer Beratung für Personalmarketing,
insgesamt 12 Jahre in der Personalberatung sowie drei Jahre im Management der AUDI AG tätig.


Eva Zitzler Clubmanagerin im Golfclub Abenberg e.V.
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