Ob Chance für den deutschen Golfsport oder nicht – dabei sein ist alles

Am 13. Juli 2014 saß unsere Nation gebannt vor dem Fernseher und sah zu, wie Deutschland die argentinische Nationalmannschaft durch ein Tor von Mario Götze beim WM-Endspiel in Rio de Janeiro bezwang. Groß war der Jubel – zuhause wie auf den Fanmeilen in Berlin oder München. Zwei Jahre später steht das nächste Großereignis in Brasilien an: Die Olympischen Spiele. Seit 1904 endlich wieder mit dabei: der kleine weiße Golfball.

Rainer Goldrian, Geschäftsführer der PGA of Germany, zeigte sich beim Business Talk des GMVD auf der CMT optimistisch und schätzte die Medaillenchancen für die deutschen Teilnehmer als „überragend“ ein (siehe dazu auch Seite 33). Von je 60 männlichen und weiblichen Teilnehmern würden nur circa 30 um die Medaillen kämpfen, darunter je zwei Deutsche. Auch der DGV freut sich auf die Rückkehr des Golfsports bei den Olympischen Spielen. Was bringt es schon, der verlorenen Ryder Cup-Bewerbung hinterher zu trauern? Lieber einmal kräftig schütteln, weitermachen und auf den 11. August freuen, wenn nach 112-jähriger Abstinenz das Turnier der Herren beginnt. Die vier Runden sollen jeweils zwischen 15:30 und 16:00 Uhr enden – beste Sendezeit in Deutschland, denn hier ist man fünf Stunden voraus. Bleibt zu hoffen, dass Golf dann auch übertragen wird und Profis wie Jordan Spieth und Rory McIlroy, Sandra Gal und Martin Kaymer „Nicht-Golfer“ begeistern.

Kann der deutsche Golfsport, dieses Ereignis positiv für sich zu nutzen? Ist es eine Chance, Aufmerksamkeit zu erregen, oder verpufft die Teilnahme bei Olympia innerhalb weniger Tage oder Wochen in Bedeutungslosigkeit? Sicher werden wir keine Fanmeilen wie bei der Fußball-WM erleben, aber ein paar Ideen schaden nicht. Public Viewing liegt nah – das planen auch die nachfolgend befragten Clubmanager und Geschäftsführer. Ob auf der Golfanlage oder an anderer öffentlicher Stelle bleibt jedem selbst überlassen (siehe dazu auch das Statement von Herbert Fritzenwenger). Zwar können Mitglieder „Nicht-Golfer“ aus dem Freundeskreis mitbringen, doch vielleicht sollten die Anlagen nicht auf Besucher warten, sondern zur Abwechslung zu den Leuten kommen. Dies könnte helfen, Berührungsängste abzubauen und Olympia als Impuls zu nutzen, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen: Ja, Golf ist Sport und geeignet für Jung und Alt! Denkbar wäre zum Beispiel ein Stand mit Chip- und Putt-Möglichkeiten in der Fußgängerzone oder auf dem Marktplatz; dazu ein Flyer mit den wichtigsten Daten und Begriffen zum Thema Golf als „Leitfaden“ für ungeübte Olympia-Fernsehzuschauer und ein Gewinnspiel mit Fragen rund um Golf und Olympia oder Schoko-Golfbälle als Give-away. Für Kinder könnte man die Olympischen Spiele mit Golf-Geschicklichkeitsspielen nachstellen. Ein Siegerpodest aus Kartons und Medaillen wecken bestimmt den Sportsgeist. Am besten setzt man sich frühzeitig im Team zusammen und lässt seinen Gedanken freien Lauf.

Was Praktiker aus dem Golfmanagement und gleichzeitig Certified Club Manager zu Golf bei Olympia sagen, finden Sie in der Ausgabe 1/2016 golfmanager

Autorin: Dr. Johanna Thiel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit GMVD

Foto: Colourbox
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