Maag Profi Rasen Event bei Syngenta in Stein (d-CH)

Ende April 2016 trafen sich 33 interessierte Greenkeeper und Rasenprofis zur Tagung bei Syngenta im Forschungszentrumin Stein AG. Die Vertriebsorganisation von Maag Profi aus Dielsdorf lud zur Tagung ein. Der Standort in Stein (d-CH) ist für die globale Syngenta eines der wichtigsten Zentren für die Zukunft in der Wirkstoffforschung. Da dort nicht nur Wissenschaft, sondern auch die Entwicklung von neuen Produkten stattfindet, ist der Zugang stark reglementiert. Entsprechend ist so ein Informationstag immer sehr schnell ausgebucht.

 

Im ersten Teil erklärten Martin Bolsinger (Head Research Biology Stein) und Simon Elsworth (Head of Lawn & Garden Controls EAME), was es alles braucht, bis ein neuer Wirkstoff, welcher nur ein Teil eines Produktes ist, in einer fertigen Formulierung im Laden für den Kunden bereitsteht. Dabei wurde dem einen oder anderen Zuhörer verständlich gemacht, warum es jeweils so lange dauert, bis ein neues Produkt seine Marktreife erreicht (mehr als zehn Jahre) und welche Investitionskosten aufgebracht werden müssen (mehrere hundert Millionen Dollar). Der Prozess der Registrierungen ist da noch nicht einmal mit berücksichtigt – solche Dossiers, welche heute einige Gigabytes an Daten umfassen, füllten früher ganze Archive.

 

Bernhard Schenk (UFA Samen), meinte sogar, dass für die Produzenten mit einer Forschungsabteilung eine Lanze gebrochen werden müsse. Sind es eben genau diese immensen Kosten und das Know-how, die irgendwie wieder gedeckt werden müssen. Beim Kauf von professionellen Pflanzenschutzmitteln muss immer daran gedacht werden, dass die ganze Forschung ein extrem wichtiger Teil für die Zukunft ist. Ziel ist es, hochwirksame Produkte mit höchstmöglichen Sicherheiten in Bezug auf Gesundheit und Umwelt anbieten zu können.

 

Bei der Gruppenarbeit wurden die Teilnehmer in drei Kleingruppen aufgeteilt, damit jeder der jeweiligen Präsentation bestmöglich beiwohnen konnte.

 

Bei der Applikationstechnik mit Lars Tveter (Lawn & Garden Business Manager Nordics) referierte ein ausgewiesener Greenkeeper-Profi. Er konnte den Teilnehmern anschaulich die neuen XC-Düsen anhand einer Demonstration vorführen. Er zeigte den Unterschied zwischen den neuen Syngenta XC- und den Standard-Düsen. Der Unterschied war frappant! Man konnte den sichtbaren Beweis erbringen, dass in den Zwischenbereichen der Standard-Düsen nur gerade halb so viel Spritzbrühe auf den Boden gelangt, wie direkt unter der Düse. Im Gegensatz zu den XC-Düsen, welche auf der gesamten Breite des Spritzbalkens konstant gleich viel Spritzbrühe abgeben.

 

Am gleichen Posten zeigte Alexander Bassett-Cross (Team Leader Formulation Design) die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung in einer Formulierung. Weswegen ein Produkt in flüssiger oder pulveriger Form auf den Markt kommt, was es alles für Inhaltsstoffe braucht, damit ein Produkt in der Verpackung stabil bleibt, sich gut mischen lässt und nicht schäumt. Letztendlich besteht ein hervorragendes Produkt aus der Kombination von Wirkstoffen und Formulierung.

 

Louis Simard (Technical Manager Turf) und Violetta Birnov (Laborantin) zeigten an ihrer Station, wie die neuen Produkte in der Forschung angewendet werden. Sehr interessant waren die Fragestellungen, welche beantwortet werden müssen, wenn an Pflanzen getestet wird. Natürlich waren auch die auf dem neuesten Stand befindlichen Gewächshäuser ein Highlight für sich. Da wird an Sicherheit nichts ausgelassen, damit bei den Testapplikationen auch wirklich nichts ins Freie gelangen kann. Weder Schädlinge noch Krankheiten, mit denen getestet wird oder Produkte-Rückstände. Die Greenkeeper welche normalerweise mit 600 Liter Brühe pro Hektar fahren, staunten nicht schlecht, in welch geringen Dosen und Brühmengen hier „appliziert“ wird.

 

An der dritten Station führte Stephanie Rieger (Team Leader Lawn & Garden Flowers Pro) durch die Screening-Anlage. Die Aussage, dass von 1.000.000 verschiedenen Essenzen letztlich einige Jahre später vielleicht gerade mal „ein“ Wirkstoff herauskommt, versetzte die Teilnehmer in Erstaunen. Die hochprofessionellen Maschinen,welche alle möglichen Substanzen auf kleinste Blattteilchen applizieren, waren für alle Technik-Freaks ein Highlight.

 

Beim Mittagessen konnten dann auch eigene Erlebnisse ausgetauscht werden – Networking ist eben auch ein wichtiger Teil solcher Events. Einige Greenkeeper fragten sich sogar, warum man solche Gelegenheiten nicht schon viel früher, bei anderen Anlässen, genutzt hat. „Ich hätte nie gedacht, dass so viel hinter einer Flasche Primo Maxx steht“, so Thomas Dilger vom Golfpark Oberkirch LU. Auf dem Test-Green in der Außenanlage wurde dann auch noch über die viel-diskutierte Poa annua erörtert. Momentan finden dort Tests für die selektive Bekämpfung der Gräserart in den Greens statt. Doch bis zur Markteinführung des Produktes dauert es wohl noch einige Zeit.

 

Bei der Schlussrunde, wieder im Theorieraum, konnten Fragen gestellt werden. Die Profis von der Front nahmen diese Gelegenheit war und löcherten die Forscher mit Fragen aus ihrem praktischen Arbeitsumfeld.

 

Welche Neuheiten in den nächsten ein bis zwei Jahren auf den Markt kommen, erklärte Daniel Dossenbach (Head Sales & Marketing Lawn & Garden Controls CH). Schon jetzt ist Medallion, das Fungizid gegen Winterkrankheiten und insbesondere Schneeschimmel, neu auf dem Markt. Dieses Produkt kann im Herbst/Winter direkt vor dem Schnee appliziert werden und verspricht eine hervorragende Wirkung, um das Green im Frühling frei von Krankheiten spielbereit zu haben. Oder das letzte Jahr eingeführte Wetting Agent Qualibra, welches als einziges Produkt dieser Gruppe sowohl aus Netzmitteln, wie auch Polymeren besteht. Eine ideale Kombination von Wasserdurchdringung der Oberfläche wie auch Wasserhaltefähigkeit im Wurzelbereich. Dies lässt den Rasen auch bei Trockenheit den Sommer gesund überstehen.

 

Da die neuen XC-Düsen am Vormittag so interessiert begutachtet wurden, erhielt zum Abschluss der Veranstaltung dann noch jeder Teilnehmer einen Satz XC-Düsen zum Testen auf der eigenen Anlage mit nach Hause. Fazit: Eine gelungene und erfahrungsreiche Tagung, wie Veranstalter und Teilnehmer befanden, dank des großen Zuspruchs sicher nicht die letzte ihrer Art!

 

Autor: Martin Sax

Simon Elthworth und Martin Bolsinger zeigten in ihrem Vortrag den langen Weg auf, bis ein neuer Wirkstoff für den Endkunden zur Verfügung steht. (alle Fotos: Martin Sax)
Im praktischen Teil wurden verschiedene Düsen und ihre Wirkungsweise vorgeführt.
Formulierung
Die Teilnehmerschar im Theorieraum in Stein
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