Kurzbericht zum 124. DRG-Rasenseminar in Fulda

Zum Frühjahrsseminar der Deutschen Rasengesellschaft kamen annähernd 80 Teilnehmer am 8. und  9. Mai 2017 nach Fulda. Analog zum Tagungsthema: „Gräserernährung – ein besonderer Blick auf die Hauptnährstoffe“, vermittelte das Exkursionsprogramm schwerpunktmäßig Informationen zur Beschaffung und Aufbereitung der Rohstoffe Kali und Magnesium. Die Gewinnung von Nährstoffen aus natürlichen Lagerstätten der Erdkruste stand im Mittelpunkt  der Erläuterungen im Bergwerk sowie bei den Ausführungen zur Abraumlagerung bei der Haldenbesichtigung.

 

Natürliche Lagerstätten

Die Kalilagerstätten in Deutschland entstanden vor mehr als 230 Millionen Jahren durch die Verdunstung des Zechsteinmeeres.  Der Vorgang der Auskristallisierung von Kalium-, Magnesium- und Natriumsalzen wiederholte sich über die Jahrtausende, sodass zwei oder mehrere Kalilager übereinander entstanden. Im Laufe der jüngeren Erdgeschichte wurde das Salzlager dann von mächtigen Ablagerungen, vor allem Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper überdeckt. Die flachen, flözartigen Kalilager in Hessen und Thüringen, mit einer Mächtigkeit von ca. drei bis acht Metern, befinden sich in einer Tiefe von etwa 500 bis 1.000 Metern.

 

Grubeneinfahrt in das Kalibergwerk Merkers

Im hessischen- thüringischen Kalibergbau konnten sich die Teilnehmer unter Tage bei einer Einfahrt in das Erlebnis-Bergwerk in Merkers (500 bis 800 m Teufe) ein Bild von den Anforderungen des bergmännischen Abbaus der Rohsalze machen.

 

Mit Spannung ging es in einem dreistöckigen Förderkorb am Seil in 90  Sekunden auf die 2. Sohle bei über 500 m ­Teufe. Die weitere Einfahrt bis zu 800 m Teufe erfolgte auf allradgetriebenen, umgerüsteten Transportfahrzeugen. Diese rasante Fahrt, vorbei an den Gesteins- und Salzschichten, dürfte wohl bei allen Seminarteilnehmern in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Das Wege-Labyrinth von über 4.000 Kilometern unter Tage hinterließ einen starken Eindruck. Jeder Teilnehmer war sich bewusst, dass es ohne Führung keinen sicheren Rückweg geben würde. Umso eindrucksvoller wirkte die Leistung der Bergleute, die in den Flözen das Rohsalz aus der Formation gesprengt haben, um es dann mit Radladern und Förderbändern abzutransportieren.

 

Im zweiten Teil der Exkursion gab es ausführliche Erläuterungen zur Aufbereitung des Rohmaterials zu Düngemitteln und der Lagerung des anfallenden Abraums auf der Halde im Werk Werra.

 

Eine ausführliche Berichterstattung zum 124. DRG-Rasenseminar finden Sie finden Sie demnächst hier auf dieser Homepage und auf der DRG-Homepage: www.rasengesellschaft.de.

Erläuterungen zur Sprengung im Kalibergwerk Merkers. (Foto: K.G. Müller-Beck)
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