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Innovativ und der Automobilbranche ein wenig voraus

Auf der Demopark 2017 in Eisenach, im Rasenkompetenzzelt, war in diesem Jahr auch die Firma Cart Care Company mit ihren beiden Geschäftsführern Dirk Müller-Haastert und Frank R. Ockens vertreten. Das Unternehmen, unter anderem Silber-Sponsor des Greenkeeper Verbandes Deutschland, führt neben den klassischen Clubcarts für Golfer auch praktische und leistungsstarke Nutzfahrzeuge im Programm. Hohe Flexibilität, Zuverlässigkeit und Robustheit zeichnen die in vielen Ausstattungsvarianten erhältlichen Carryalls aus. Erst kürzlich wurde der Standort Mettmann von 500 auf 2.600 Quadratmeter erweitert – mit neuem Bürogebäude, Showroom und einer 650 Quadratmeter großen Halle. Daneben stehen drei weitere Mitarbeiter seit Anfang September in Mettmann für Anfragen jeglicher Art zur Verfügung. Wir sprachen bei einem Besuch der neuen Räumlichkeiten mit Dirk Müller-Haastert zu Visionen und Tipps, wie Golfanlagen Carts und Nutzfahrzeuge sinnvoll einsetzen können.

 

? Herr Müller-Haastert, haben die Skandale hinsichtlich des Dieselgate im Automobilbereich für Sie Auswirkungen?

 

! Das Thema Automotive steht nach den Abgas­skandalen in den USA und jetzt auch bei uns komplett in Frage. Dazu kommen noch die Gerüchte bezüglich Kartellabsprachen, was zu weiterer Verunsicherung führt. Großbritannien, so war zuletzt zu lesen, will gar bis 2040 den kompletten Ausstieg aus der Diesel- bzw. Benzintechnologie. All dies wirkt sich auch auf den Bereich „leichter Elektrofahrzeuge“ aus.

 

? Wie meinen Sie das?

 

! Wir stellen ganz klar fest, dass sich große und mittelständische Unternehmen von ihren Dieselfahrzeugen trennen. Wir haben viele namhafte Großkunden, die ihre Fahrzeugflotten von Diesel auf Elektro umstellen. Statt VW Bully oder VW Caddy werden künftig unsere Carryall auf Elektrobasis in den Fuhrpark mit aufgenommen – mit Ladefläche, Fahrerkabine und auf Wunsch auch mit Straßenzulassung.

 

? Ist es aufwändig, eine Straßenzulassung zu erhalten?

 

! Keineswegs. Wir bekommen die Fahrzeuge ab Werk mit Straßenzulassung als sogenannte LSVs (low speed vehicles), 40 km/h schnell, mit Fahrerkabine, Lüftung, Scheibenwischer und Licht. Klimaanlage und Radio sind nicht vorgesehen (aber nachrüstbar), die Fahrzeuge sind in der Regel sehr minimalistisch ausgestattet aufgrund der Batterieproblematik, die es derzeit noch gibt und die zur Gewichtsreduzierung – wo immer möglich – zwingt.

 

Generell gibt es Zulassungen für kleine Versicherungskennzeichen bis 25 km/h, also Leichtkraftfahrzeuge bis 40 km/h – unsere Fahrzeuge fahren dann nur 25-27 km/h schnell. Die angesprochenen LSV-Fahrzeuge haben eine volle Straßenzulassung, d.h. ein großes Kennzeichen und müssen ab Neuzulassung nach drei Jahren zum TÜV und danach analog zum PKW alle zwei Jahre. Aktuell sind all unsere Elektrofahrzeuge von der KFZ-Steuer befreit.

 

? Welche Reichweiten ­haben diese Fahrzeuge?

 

! Für Standardfahrzeuge mit Blei-/Säurebatterie-Technologie veranschlagen wir aktuell eine Reichweite von ca. 50-60 km. Im Industriebereich kommt der Hersteller Club Car  USA Mitte 2018 mit der Lithium-­Ionen-Technologie im Batteriebereich heraus.

 

? Sie betonen, dass die neue Lithium-Ionen-Technologie in erster Linie für die Industriesparte kommen soll. Für den Golfbereich sehen Sie sie nicht?

 

! Im Golfbereich sehen wir die Notwendigkeit des Wechselns zu neuer Batterie- und Ladetechnik derzeit nicht. Gründe hierfür sind unseres Erachtens die deutlich höheren Kosten der Batterien und vor allem die erhöhten und notwendigen Sicherheitsbestimmungen. Hier sollten die Golfanlagen dringend ihre Versicherung informieren und sich entsprechend beraten lassen. Bei einer regionalen Nutzungsdauer auf Golfanlagen von etwa sechs/sieben Monaten pro Jahr – es sei denn, es gibt ein vernünftiges Wegenetz auf der Anlage, die auch eine längere Nutzungsdauer zulässt. Das ist in Deutschland aber eher selten. Daneben gibt es auch kein Laufzeitproblem, wir garantieren bereits seit knapp zehn Jahren 4x18 Löcher pro Batterieladung und auch das ist schon an einem Tag realistisch nicht zu schaffen. Im Industriebereich liegt der Fall anders, hier fällt die komplette Batterie-Lagerung/-wartung und -instandhaltung weg und es sind zumeist höhere Einsatzzeiten nötig.

 

? Wartungsfreiheit ist aber doch auch für Golfanlagen von Interesse?

 

! Das ist richtig, Sie müssen aber bedenken, dass sich die Wartung während der Saison auf das wöchentliche Befüllen der Batterien bezieht. Da Golfcarts nahezu täglich gereinigt und sauber an Mitglieder und Gäste übergeben werden müssen, sprechen wir hier über fünf Minuten Mehraufwand pro Woche. Darüber hinaus haben wir wartungsfreie AGM-Batterien im Einsatz, um dem Wunsch unserer Kunden gerecht zu werden.

 

? Was sind darüber hinaus Entwicklungen, die sich im Golfbereich Ihrer Meinung nach mehr und mehr durchsetzen werden?

 

! Wir vermarkten seit ca. dreieinhalb Jahren verstärkt GPS-gestützte Club Cars mit unserem System „Visage“, das es seit letztem Jahr auch in einer Light-Version gibt. Rund 60 Golfanlagen in Deutschland/Österreich fahren derzeit erfolgreich mit unserem GPS-System. Gerade hier sehen wir noch ein großes und bislang viel zu wenig genutztes Potenzial für Golfanlagen.

 

? Welche Möglichkeiten sehen Sie hier und welche würden Sie unbedingt empfehlen?

 

! Durch das Visage-Con­trolcenter können Sie von jedem internetfähigen PC, Notebook oder Tablet „live“ auf Ihrem Golfplatz sein, verfolgen, welche Carts unterwegs sind, welcher Flight unter Umständen Rundenzeiten deutlich überschreitet etc. Findige Clubverantwortliche nutzen mittlerweile das System, um in solchen Fällen per Text-Nachrichten auf dem Bildschirm auf das Spieltempo einzuwirken, etwaig „nötige“ Trainerstunden zu empfehlen oder einfach nur über Werbungs-Einspieler Anlagen-Partnern eine Präsentationsplattform zu bieten.

 

Mit am wichtigsten ist aber sicherlich, die Auslastung der Carts über das System auslesen zu können – und damit, wieviel jedes Cart faktisch verdient hat.

 

? Stehen somit rein wirtschaftliche Interessen im Vordergrund?

 

! Nicht nur, aber die wirtschaftlichen Belange gewinnen für Anlagenbetreiber und -manager in einem immer schwieriger werdenden Marktumfeld zunehmend an Bedeutung.

 

Herauszuheben sind auch die Möglichkeiten für das Greenkeeping in puncto Platzbelastung, Platzschonung und damit verbunden, die erhebliche Reduzierung von Schäden. Sie können Bereiche sperren, einschränken und anhand von digitalen Fahrspuren analysieren und somit die Fahrzeugflotte gezielt steuern. Und Sie haben die Möglichkeit, die Golfcarts variabel in der Geschwindigkeit zu regulieren. Das kann übrigens keiner unserer Mittbewerber! Und all das ist ohne großen Zeitaufwand, teils mit nur ein oder zwei Mausklicks machbar.

 

Hier könnte beispielsweise bei einer engen Zusammenarbeit mit dem  Clubmanagement die Arbeit in der Platzpflege deutlich vereinfacht werden.

 

Herr Müller-Haastert, vielen Dank für die interessanten Einblicke und weiterhin viel Erfolg am neuen Standort Mettmann, Marie-Curie-Str. 20.

 

Das Gespräch führte Stefan Vogel | Greenkeepers Journal 03/2017

 

Den aktuellen Katalog 2018 mit allen Modellen und Ausstattungsvarianten finden Sie hier ...

 

Weitere Informationen zu den Produkten, den deutschen Standorten sowie alle Kontaktdaten finden Sie unter www.cartcare.de.  und www.clubcar.de.

Ein neues, repräsentatives Büro­gebäude mit Showroom und angeschlossener Halle erwartet Kunden und Interessenten seit Anfang September 2017 am Standort Mettmann.
Leistungsstarkes Nutzfahrzeug: die Club Car-Modellreihe Carryall im Vordergrund) – leicht, zuverlässig, robust und dank der vielen Ausstattungsvarianten für nahezu jeden Einsatzbereich geeignet.
Dirk Müller-Haastert, neben Frank R. Ockens Geschäftsführer der Cart Care Company
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