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„Ich fühle mich pudelwohl“

Quereinsteiger? Sind das nicht die meisten von uns“, entgegnet Simon Schmugge auf die Frage, wie er als solcher zum Golfmanagement kam. Als sportbegeisterter Mensch erhielt er 2004 die Möglichkeit, die damalige 9-Loch Golfanlage Schloss Monrepos zu erweitern, auf 18-Loch umzubauen sowie Mitglieder zu gewinnen und den Golfclub mit betrieblichen Kennzahlen zu erfüllen. „Ich kam zum Golfmanagement wie die ‚Jungfrau zum Kind‘ und fühle mich heute, als Geschäftsführer des Stuttgarter Golf-Club Solitude e.V., pudelwohl in diesem Job.

 

Nach erfolgreichem Abschluss des technisch orientierten Betriebswirtschaftsstudiums in Stuttgart/Stuttgart-Vaihingen konnte Simon Schmugge bei seinen ersten Arbeitgebern Porsche und Lidl die vertieften Studienbereiche in die Praxis umsetzen und am „lebenden Objekt“ Marketing und Personalwirtschaft ausüben. Diese Schwerpunkte halfen ihm auch in all seinen Positionen in den verschiedenen Golfclubs.

 

 

Menschen und Charaktere stehen im Vordergrund

Noch heute profitiert er von seinen Erfahrungen in der freien Wirtschaft, zum Beispiel als Abteilungsleiter von 25 Mitarbeitern bei Lidl. „Unser aktuelles Team im Stuttgarter Golf-Club Solitude umfasst beinahe genauso viele Mitarbeiter und Personen wie damals und die Erfahrungen, die ich gemacht habe, nützen mir. Denn in der freien Wirtschaft wie in einem Golfclub stehen die unterschiedlichen Menschen und Charaktere in so einem Team im Vordergrund.“ Teamarbeit gehört in Unternehmen zum Alltag, doch echte „Team-Euphorie“ entsteht laut Simon Schmugge nur, wenn es gelingt, die vorhandenen Potenziale jedes einzelnen Mitarbeiters voll zu entfalten und das Zusammenwirken im Team zu optimieren. Die Teammitglieder müssten passen, in menschlicher wie in fachlicher Hinsicht. Das sei in einem Golfclub – besonders in der Saison von Mai bis September eine echte Herausforderung, wenn sich alle Teammitglieder oft wochenlang circa zwölf Stunden am Tag und teilweise an Wochenenden sehen würden und miteinander auskommen müssten.

 

Als Führungskraft muss man in der Lage sein, seine Mitstreiter und sein Team zu inspirieren und zu mobilisieren. Man sollte der Motor sein, der neue Ideen vorantreibt“, so der Geschäftsführer. Eine Führungskraft muss seiner Meinung nach in der Lage sein, Ideen der Mitarbeiter zu akzeptieren, aufzugreifen und anzuwenden. Er verfolge die Philosophie, zuzuhören und sich offen auszutauschen. „Mit Problemen kann man bei mir immer ‚offene Türen‘ einrennen. Offenheit bildet gegenseitigen Respekt und Vertrauen zwischen Chef und Mitarbeitern.” Und er nennt noch eine weitere wichtige Eigenschaft, die nicht nur Führungspersonen mitbringen sollten: eine gewisse Prise Humor. Damit lässt es sich meist etwas entspannter arbeiten. Da könne man schon mal einige (amüsante) Worte über das Handicap (aktuell 22,3) oder das Golfspiel des Chefs verlieren, das sei völlig in Ordnung.

 

Mitarbeitermotivation und Ideenfindung

Neben finanziellen Anreizen dienen während der stressigen Sommermonate im Stuttgarter Golf-Club Solitude auch „Soft-Facts“ als Motivationshilfe. Allgemein sind die Mitarbeiter höher motiviert, wenn das Teamgefüge und das Miteinander im Team stimmen. „Kleine Aufmerksamkeiten, freundliche Behandlung und respektvoller Umgang miteinander wirken Wunder“, meint Simon Schmugge. „Wir führen zum Beispiel Mitarbeiter- bzw. Greenkeeper-Frühstücke durch, zu Saisonbeginn, bei guten Leistungen oder zum Saisonende. Zudem werden die Arbeitsplätze und die Mitarbeiter selbst mit Kleidung, PCs, Kaffee und Getränken hervorragend ausgestattet.“ Ein Saison-Highlight ist das jährlich von vorne bis hinten von den Greenkeepern durchgeführte Greenkeeper-Turnier. Hier erhalte das ganze Team immer sehr viel Lob, Motivation, Anerkennung und manchmal sogar einen kleinen Obolus in die Kaffeekasse.

 

Auch die Mitarbeiterentwicklung kommt im Stuttgarter Golf-Club Solitude nicht zu kurz. So werden regelmäßig Gespräche mit allen Mitarbeitern aus allen Bereichen (Golfshop, Gastronomie, Reinigungskräfte, Golflehrer) geführt. „Täglich wird der Kontakt mit dem Head-Greenkeeper und den Mitarbeitern im Sportsekretariat und der Buchhaltung gesucht. Diese Gespräche sind nicht nur für die Geschäftsführung wichtig, sondern für alle Mitarbeiter, da man sich zu bestehenden, aktuellen Themen austauschen und gemeinsam nach Lösungen suchen kann. Man muss nicht alle Ideen selber haben, sondern kann diese im Team zusammen zu noch größerem Erfolg entwickeln“, sagt Simon Schmugge, der viel Wert auf den Teamgedanken legt. „Oft tragen vier, sechs, acht Hände oder Köpfe eine Last einfacher als eine Person für sich allein; vor allem wenn man die Erfahrung einiger Mitarbeiter nutzen kann, die schon seit einem Vierteljahrhundert im Golfbusiness tätig sind.“ In der Zeit von August 2015 bis Januar 2017 gab bzw. gibt es insgesamt sechs Mitarbeiter mit 25-jährigem und einen Mitarbeiter mit 30-jährigem Jubiläum! Der Stuttgarter Golf-Club Solitude hat verschiedene Ausschüsse, wie Platzbeirat, Vorstandssitzungen, Greenkeeper-Treffen, Jugendteam-Sitzungen, in denen Mitarbeiter vertreten sind, sich einbringen und entwickeln können. Hier gibt es auch verschiedene Zielvorgaben, die über die Saison hinweg und am Jahresende ausgewertet werden. Jeder übernimmt Verantwortung.

 

Langfristige Mitarbeiter- und Arbeitseinsatzplanung

Alle Mitarbeiter dürfen und sollen Arbeitsbereich betreffende Fortbildungen und Seminare besuchen. Für die Geschäftsführung und den Vorstand ist es wichtig, dass jeder Mitarbeiter alles bzw. möglichst viel kann; insbesondere im Greenkeeper-Team. Hier sollen alle Mitarbeiter den gleichen hohen Standard pflegen können, so dass jeder die Aufgaben des anderen kennt und übernehmen kann. Im Sportsekretariat ist dies aufgrund der hohen Erfahrung bereits gegeben. „Auf diese Weise können wir Urlaubs- und Krankheitszeiten oder Arbeitsspitzen und Sondersituationen ausgleichen“, so Simon Schmugge. In den Sommermonaten, wenn viel zu tun ist, sammeln sich natürlich Überstunden an. Im Stuttgarter Golf-ClubSolitude wird mit Zeiterfassung dokumentiert, Arbeitszeiten im Team abgesprochen. Über allem soll eine ausgewogene Work Life Balance stehen. Eine langfristige Arbeitseinsatzplanung ist dafür Voraussetzung. So können Urlaube und auch sonstige Termine oft möglich gemacht werden, was von den Mitarbeitern geschätzt wird. „Jeder springt für den anderen ein und so kommen wir auch nicht mit den gesetzlichen Vorgaben in Konflikt“, erklärt der Geschäftsführer.

 

Das Thema Mitarbeiteraus- bzw. -fortbildung führt Simon Schmugge noch weiter aus. Das Golfbusiness brauche gut ausgebildeten Nachwuchs und Mitarbeiter, die sich insbesondere mit den golfspezifischen Dingen (Turniere, Regeln, Golfsoftware, Greenkeeping, Dienstleistung) auskennen sollten. Oft finde man Personen, die die Basics noch nicht könnten oder Neuerungen und Veränderungen nicht wahrnehmen würden, zum Beispiel bei Turnierauswertungen oder bei der Spielleitung. Aus diesem Grund bildet der Stuttgarter Golf-Club Solitude auch selbst aus. Neben Simon Schmugge, der eine Ausbildereignungsprüfung abgelegt hat, gibt es einen Pro, der ebenfalls als Ausbilder im Bereich Golfsport tätig ist. So kann sowohl im Golflehrerbereich als auch im operativen Geschäft gegebenenfalls für Nachwuchs gesorgt werden. Aktuell wir der zweite Golflehrer ausgebildet. Der erste Azubi wurde für das Team übernommen. Ein Vorteil der Ausbildung: Ein Azubi ist als zusätzliche Arbeitskraft und von Beginn an in die Arbeitsabläufe integriert. Das kommt dem Club gerade bei den bereits genannten Arbeitsspitzen zugute. Und man kann der Nachwuchskraft im Sinne des Qualitätsmanagements all das beibringen, was gefordert wird. Für einen Traditionsclub wie den Stuttgarter Golf-Club Solitude, der stets nach hoher Qualität und hohen Werten strebt, ist das unabdingbar.

 

Persönlicher Qualitätsgedanke

Die Qualitätsinitiativen „GOLF & NATUR“ und „The Leading Golf Courses of Germany“ begleiten den Stuttgarter Golf-Club Solitude seit mehreren Jahren. Gerade wurde der Club erneut mit dem Qualitätssiegel GOLF & NATUR in Gold ausgezeichnet. Daher kam Simon Schmugge der Gedanke, seine Person ebenfalls dem Qualitätsgedanken zu unterziehen und sich im GMVD-Graduierungssystem zu positionieren. Dementsprechend ließ er sich im letzten Jahr zum Certified Club Manager (CCM) graduieren. Den Vergleich mit anderen Clubmanagern und Geschäftsführern scheut er nicht. Er sagt dazu: „Ich finde es nur schade, dass man zwingend die Ausbildung zum Golfbetriebswirt (DGV) oder das Fernstudium zum Golfbetriebsmanager (IST) benötigt, um im Graduierungssystem weiter aufzusteigen. Dies ist jedoch ein Beschluss des Graduierungsausschusses, den ich akzeptieren muss. Zwar ist mein Graduierungsgrad aktuell CCM cand., jedoch mit 110 erreichten Punkten, was gleichbedeutend mit CCM 2 ist. Dies gibt mir eine Vorstellung, wo ich stehe. Als Golf Business Director, mit abgeschlossenem Studium und zwölf Jahren Managementerfahrung auf drei verschiedenen Anlagen habe ich die notwendigen Voraussetzungen. Ich werde weiterhin viele Punkte sammeln, mich fortbilden und auf einem aktuellen Stand halten.“ Und wer weiß: Wenn es die Zeit erlaubt, lässt sich der Abschluss zum Golfbetriebswirt ja auch nachholen.

 

Hintergrundinformationen zum Stuttgarter Golf-Club Solitude e.V.

Der Stuttgarter Golf-Club Solitude e.V. wurde 1927 gegründet und hat seinen Platz im Jahre 1969 von Leonberg auf die Gemarkung Mönsheim (Enzkreis) verlegt. Ungeachtet dessen stammt die Mehrzahl der knapp 1.500 Mitglieder aus dem Raum Stuttgart. Der Club zählt zu den renommiertesten Traditionsclubs in Deutschland und ist/war immer wieder Austragungsort nationaler und internationaler Meisterschaften. Die erste Herrenmannschaft spielt seit über zehn Jahren in der ersten Bundesliga. Die erste Damenmannschaft war viele Jahre erstklassig und will in diesem Jahr den Wiederaufstieg schaffen. Als traditioneller Club kultiviert man die Faszination des Golfspiels und pflegt eine herzliche Gastlichkeit. Die anspruchsvolle 18-Loch-Anlage gehört nach einem umfassenden Re-Design – wie in der Vergangenheit – wieder zu den herausragenden Golfplätzen in Deutschland. Über allem steht der „Spirit of the Game“. Diesen zu erleben, dazu lädt der Stuttgarter Golf-Club Solitude herzlich ein!

 

Porträt: Simon Schmugge

Name: Simon Schmugge

Geburtstag: 01.03.1977

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Werdegang (wichtige berufliche Stationen):

  • Kaufm.-techn. Hochschulstudium an der Universität Stuttgart
  • Leitender Angestellter bei Lidl
  • Club- und Kundenmanager Golfclub Schloss Monrepos
  • Clubmanager des Golf Clubs Ulm
  • Geschäftsführer des Stuttgarter Golf-Clubs Solitude e.V.

Hobbies: Golf, Fußball, Reisen, selber kochen und dann gut essen und trinken

 

 

Autorin: Dr. Johanna Damm, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit GMVD

 

 

 

Kommentare zum Golfspiel bzw. über das Handicap des Chefs sind erlaubt.
Prinzip „offene Tür”: „Mit Problemen kann man bei mir immer offene Türen einrennen.” (Alle Fotos: GMVD)
Simon Schmugge mit seiner Frau Stefi, Tochter Lilly und Sohn Fynn.
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